Zahnprobleme - Wann einschläfern?

Diskutiere Zahnprobleme - Wann einschläfern? im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo, Ich hab mal eine Frage zu einem moralischen Dilemma, und zwar hab ich hier nen 6 Jahre altes Meerie sitzen, das seit fast 2 Jahren keine...

  1. chisai

    chisai Schweinchen-Neuling

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    Hallo,

    Ich hab mal eine Frage zu einem moralischen Dilemma, und zwar hab ich hier nen 6 Jahre altes Meerie sitzen, das seit fast 2 Jahren keine unteren Schneidezähne mehr hat. Das war bisher auch nie ein so großes Problem, konnte man die wachsenden oberen Zähnen doch einfach einmal im Monat vom Tierarzt beschneiden lassen.
    Aber seit einem halben Jahr spinnen jetzt auch die Backenzähne rum und er hat jetzt schon 4 "OPs" hinter sich um diese zu korrigieren.
    Von der letzten OP hat er sich allerdings nicht gut erholt, da er zu dem Zeitpunkt kurz vorher eine Kehlkopfentzündung hatte und zudem eine vergrößerte Niere besitzt.
    Die ersten 2,5 Wochen nach der OP musste ich ihn dauerhaft zufüttern bis er wieder Gewichtsstabil war und auch selber anfing zu essen.
    Aber dabei blieb es leider nicht, er bekam nen Infekt der oberen Atemwege und er hörte wieder auf richtig zu essen.
    Jetzt nagt er wieder nur (oder gott sei Dank) Heuhälme und ich fütter ihn wieder zu..

    An Medis bekommt er derzeit:
    Rodicare Pulmo und Appetit, sowie Novalgin, Baytril und BeneBac und Vitamin C Drops
    Außerdem bekommt er noch Thymian zum Fressen, Kamillentee zum Trinken und diverese Kräuter, die er aber auch hin und wieder ignoriert.

    Und von seinem allgemeinzustand her würde ich sagen gehts ihm gut, er verhält sich wie jedes andere Meerie, läuft durch die Gegend, kringelt sich ein zum schlafen und zeigt keine Offensichtlichen Zeichen von irgendwas.
    War auch shcon beim Tierarzt und unsere Ärztin hat sich gefreut wie fit und fidel er wirkt und wie gut er wieder gewicht zugelegt hat.
    Aber das funktioniert alles bloß, weil ich ihm alle 2 bis 4 Stunden zufütter.

    Jetzt ist meine Frage ob das verantwortbar ist das so weiter zu machen, oder ab wann man dann doch drüber nachdenken sollte ihn gehen zu lassen..
     
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  3. Wassn

    Wassn Schweinchen-Kenner

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    Hi,
    das ist eine ganz doofe Situation. Ich stecke zur Zeit in einer ganz ähnlichen Situation mit kranken Meerschweinchen.
    Da beide unheilbar krank sind, habe ich mit meiner Tierärztin ein paar Absprachen getroffen.
    Es handelt sich hierbei allerdings nicht um Zahnprobleme.
    1. Ich werde die Tiere nicht päppeln.
    2. Sollten sie nicht mehr in der Lage sein, ihr Gewicht selbst zu halten, dann werde ich sie gehen lassen.

    Bei meinem noch jungen Zahnschwein (1,5 j) haben wir auch eine Absprache: sind wir bei den Korrekturen, bei einem Einwochenrythmus, dann werden wir sie auch gehen lassen.

    Meine Meinung zum Päppeln:
    Wenn das 2h Stunden Päppeln eine Besserung der Situation verspricht (Heilung z.B.), dann würde ich dies auch tun. Ist es aber nur eine Verzögerung der unausweichlichen Entscheidung (Einschläfern), wurde ich es nicht tun.

    Meine beiden kranken Tiere fressen selbstständig. Eines davon hat stark vergrößerte Lymphknoten und dazu noch einen starken Pilz. Sie nimmt im Moment ab. Ich päppel sie nicht, obwohl ihre Augen fit und lebendig sind und sie durchaus auch starken Hunger hat. Sitzt sie, eingesalbt bei mir auf dem Tisch, frisst sie was das Zeug hält. Aber: ihre Körperliche Verfassung ist, kurz gesagt eine einzige katastrophale Baustelle an vielen Stellen. Ihr Immunsystem ist quasi eingebrochen. Zwischenzeitlich hatte sie auf den ganzen Krankheiten auch noch einen Schnupfen, ab und an starken Durchfall. Das Einzige was sie von mir bekommt, sind Medikamente, so dass sie ihre letzte Zeit ohne Schmerzen und Jucken bestehen kann. Sie schläft sehr viel, liegt fast nur noch in einer Ecke, bei ihrer Freundin. Ab und zu wankt sie durchs Gehege und sucht etwas zum Knabbern. Aber sie hat keine Schmerzen, baut nur immer mehr ab.

    Ihr müsst schauen, was könnt ihr leisten. Euer Zahnkandidat klingt für mich nach einer großen Dauerbaustelle. Ich würde evtl. noch eine Meinung eines anderen Tierarztes einholen. Das Immunsystem schein auch nicht fit zu sein. Evtl kann man da was unterstützen. Aber als Dauerzustand, wie du auch selbst bemerkt hast, ist dies nicht zu sehen. Wichtig ist hier der enge Kontakt und das gute Gespräch mit einem kompetenten Tierarzt.
    Im Grunde muss jeder selbst wissen, wenn er sein Schweinchen beobachtet, was geht und was nicht geht. Hinzu kommt die eigene Möglichkeit an Zeitaufwand, den man, evtl auch auf längere Zeit, leisten kann. Es klingt vielleicht etwas hart, aber ich könnte keine Wutz auf Dauer alle 2- 4h päppeln. Und wichtig, wie schon gesagt: die Aussichten. Welche Prognose hat der Kerl von eurem Tierarzt bekommen?

    Ich wünsche euch ganz viel Kraft und Mut, den richtigen Weg einzuschlagen. Und ich denke, wenn man im Sinne des Tieres handelt, dann kann da auch gar kein Fehler passieren.
    Hier sind die Daumen ganz fest gedrückt!
     
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  4. #3 Betula123, 07.01.2019
    Betula123

    Betula123 Schweinchen-Neuling

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    es ist immer eine Frage zwischen der Hoffnung/Möglichkeit der Besserung für das Tier, aber auch zwischen dem, was man kräftemäßig schafft. Päppeln ist eine sehr kräftezehrende SAche...

    Ich versuche immer zu erspüren, ob das Tier noch will.
    Ich habe letztes Jahr ein Zahnschwein längere Zeit gepäppelt. Er hat das Päppelfutter gern genommen, hat aber auch versucht, selber zu essen. Alles hat er nicht gefressen, aber so Knabberkissen, zerdrückt, gingen gut. Ich habe also generell eine Motivation von ihm aus gesehen. Irgendwann hab ich aber gesehen, dass diese Selbständigkeit und gleichzeitig der Lebenswille weg war. Zwar versucht man da nochmal gerne einen Pusch zu machen mit Vitaminpräparat vom Tierarzt, aber als ich gesehen hab, dass es ihn nicht mehr motiviert, habe ich ihn gehen lassen.
     
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  5. #4 gummibärchen, 07.01.2019
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Im großen und ganzen kann ich mich dem, was Wassn schreibt, nur anschließen.

    Ich hatte selber mal einen Senior, der diverse Baustellen (Zähne, Herz und deshalb Thorax Erguss, Arthrose) hatte, auch er musste zeitweise gepäppelt werden, aber war ansonsten fit, hat am Gruppenleben teilgenommen, hat nach Futter gebettelt, und ist auf seinen Lieblingsplatz in der Heuraufe gesprungen.
    Solange das gegeben war, habe ich alles getan, um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, habe ihn mit Schmerzmitteln etc. versorgt und auch gepäppelt, wenn es gerade wieder mal sein musste.
    Eines Tages hat sich dann sein Gesichtsausdruck verändert, seine Augen wirkten traurig und müde, er konnte nicht mehr auf seinen Lieblingsplatz und konnte trotz Schmerzmittel sein Beinchen nicht mehr normal halten, sondern spreizte es immer vom Körper ab.
    An diesem Tag war der Zeitpunkt gekommen, ihn auf seine letzte Reise zu begleiten, weil ich ihm die Schmerzen trotz aller Maßnahmen nicht mehr nehmen konnte.
    Ich finde immer, wenn man sein Tier gut kennt, sieht man ihm an, wann der Tag X gekommen ist.

    Ich würde also an deiner Stelle schauen, ob er am Gruppenleben teilnimmt, wie sich die anderen Schweinchen ihm gegenüber verhalten, ob er bettelt, Lebensfreude hat und ob er noch die Kraft hat und will. Davon würde ich abhängig machen, ob ich mit all den Maßnahmen weiter machen würde, oder nicht.

    Noch ein wichtiger Punkt, den man in die Überlegungen mit einfließen lassen sollte -du schreibst ja, er bekommt Novalgin.
    Das hat eine gute Wirkung auf die Organe und wirkt bei Blähungen auch entspannend. Bei Knochen- und Zahnschmerzen hat es nicht so eine gute Wirkung und muss auch alle 8 Stunden nachdosiert werden.
    Hier wäre für mich eher Metacam das Mittel der Wahl.
    Ich weiß, es wirkt sich negativ auf die Nieren aus, gerade, wenn er schon eine vergrößerte Niere hat, aber wir reden bei einem Schweinchen in dem Alter und mit so vielen Problemen ohnehin nicht mehr von Jahren und daher wäre für mich vorrangig, dass er die letzte Zeit, die er hat schmerzfrei ist, auch wenn es dir Zeit vielleicht verkürzt.
    Wenn er schmerzfrei ist, mag er vielleicht auch wieder etwas mehr selber fressen.

    Alles Gute deinem kleinen Patienten und dir viel Kraft.
     
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  6. Fini

    Fini Schweinchen-Häuptling

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    Ich mich auch.

    Ich selbst hatte bisher einen Fall, bei meiner damals 8 Jährigen, ein absolutes Montagsmodell mit unzähligen Baustellen. Ich war zeitweise 2-3mal pro Woche beim TA mit ihr. Alle 3 Wochen mussten die Zähne saniert werden, sie hatte ständig Blähungen, Fraß sehr sehr schlecht, hatte Arthrose, einen Tumor an der Flanke, eine Zyste zwischen Auge und Ohr und verstopfte Tränenkanäle (ein Rex Schwein mit viel zu kurzer platter Schnauzte), ach und immer mal wieder Lungen- und Blasenprobleme...einfach ein Montagsmodell.
    Trotzdem hat sie sich irgendwie immer berappelt, ist munter durchs Gehege gewackelt, hat ihr Lieblingsfutter lautstark eingefordert und hat, auch wenn sie immer weiter abbaute, immer sehr sehr gerne Heu gefressen, hatte immer noch einen wachen lebensfrohen Blick und konnte immer noch gut meinen Kastraten anmoppern und auf ihn eindreschen (Armer Kerl!)

    Als dann Tag X kam, merkte ich ihr einfach an das sie nicht mehr will. Sie konnte ihre Körpertemperatur nicht mehr halten, ich legte ihr das Snuggle Safe rein. Sobald ich sie für den Päppelversuch rausgenommen habe, wurde sie eiskalt. Sie lag mit dem Köpfchen in der Ecke. Mein Kastrat, der sonst immer in ihrer Nähe war, lag nun so weit weg wie er konnte (und er hat sie wirklich heiß und innig geliebt).
    Da wusste ich, das der gefürchtete Tag gekommen war.
    Wenn man seine Tiere kennt, weiß man, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

    Meine Freundin hat letztes Jahr ihren erst knapp 2 Jährigen Kastraten einschläfern lassen müssen, nach monatelanger Päpplerei alle 1-2h.
    Ich riet ihr, auch wenn es bei so einem jungen Tier schwer fällt, ihn gehen zu lassen.
    Er hätte nie wieder selbstständig Fressen können. Da war es besonders tragisch, da er sonst ein fitter und vergnügter Kerl war.
    Aber ihn ein Leben lang zwangsernähren?

    Es gibt einfach Grundsätze, bzw. Grundbedürfnisse der Schweine, für mich, die im gewissen Rahmen erfüllt sein müssen.
    1. Kann das Tier selbstständig Fressen? Wird es das jemals wieder können?
    2. Kann das Tier weglaufen und/oder sich eigenständig bewegen? Wird es das jemals wieder können?
    3. Nimmt das Tier am Leben teil?
    4. Gibt es eine Chance auf Heilung?
    Wenn 4. "nein", dann:
    5. Ist ein Palliatives Begleiten möglich ohne das Tier dabei zu Quälen?

    Ich liebe alle meine Schweine (und alle nicht meine Schweine) und ich möchte ihnen Leid ersparen, es ist meine Aufgabe, meine Verantwortung sie nicht zu Quälen. Ich will nicht ihr Leben künstlich lange hinziehen, nur weil ich es so will und weil ich mich nicht trennen kann, auch wenn es mir das Herz in viele winzige kleine Schnipsel zerreißt.


    Ich wünsche dir und deinem Schweinchen alles erdenklich Gute.
    Vielleicht hilf mein Post die richtige Entscheidung zu treffen.
     
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  7. #6 B-Tina :-), 08.01.2019
    B-Tina :-)

    B-Tina :-) NotschweinchenHalterin

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    Liebe Mods, kann man das irgendwo festpinnen?
     
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  9. chisai

    chisai Schweinchen-Neuling

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    Danke für die vielen Antworten, das hilft wirklich sehr, den "richtigen Moment" nicht zu verpassen.
    Das Problem ist, das ich derzeit schwer einschätzen kann, ob es jemals wieder richtig gut wird, weil das alles so schwankt..
    Nachdem ich gestern diesen Thread hier erstellt habe, fing er plötzlich wieder von alleine im Käfig !!! :) ( nicht auf meinem Schoß oder neben mir, wie er es sonst manchmal getan hat) zu fressen an.
    Als hätte er gemerkt das ich wieder drüber nachdenke ihn gehen zu lassen..
    Das Schema zieht sich auch durch die letzten Wochen, immer wenn ich mir um das Einschläfern Gedanken mache, macht er wieder nen Gesundheitssprung..und wenn ich denke das wirs geschafft haben, wirds wieder schlimmer. ._.
    Und als weiteres Problem kommt jetzt dann noch hinzu, das mein Urlaub vorbei ist, was bedeutet das ich das zufüttern natürlich nciht mehr wie bisher aufrecht halten kann. ._.
    Aber ich werd ja heute abend sehen wie er sich mit 10h allein zu Hause geschlagen hat,vllt hilft as dann auch bei der Entscheidung.
    Und danke bezüglich des Tipps zu Metacam, wenn er heute nicht efressen haben sollte, wechsel ich wohl wirklich nochmal dahin zurück, habs ja noch zuhause. Hatten halt, wie du schon angenommen hast, wegen der Niere auf Novalgin gewechselt.

    Und wirklich nochmal danke an alle die hierzu was geschrieben haben, das hilft wirklich sehr.
    Weil bisher hatte ich noch kein augenscheinlich "gesundes" Schweinchen mit so derben Problemen..bei den meisten waren die Diagnosen und Prognosen so eindeutig das es nie Überlegungen oder Alternativen, geschweige denn Hoffnung gab.
    Aber bei Kenai ist das jetzt anders i-wie.. ._.
     
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  10. Helga

    Helga Meerschweinchensüchtig

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    Ich drücke Euch beiden die Daumen, dass er wieder gesund wird :troest:
     
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