Zahnprobleme beim Meerschwein nach Abszess

Diskutiere Zahnprobleme beim Meerschwein nach Abszess im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo Ihr Lieben und ein gesundes neues Jahr! Es ist schon längere Zeit her, dass ich ein Thema hatte, bei dem ich eure Hilfe benötigte, aber...

  1. #1 marpheus, 01.01.2018
    marpheus

    marpheus Schweinchen-Häuptling

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    Hallo Ihr Lieben und ein gesundes neues Jahr!
    Es ist schon längere Zeit her, dass ich ein Thema hatte, bei dem ich eure Hilfe benötigte, aber jetzt ist es mal wieder soweit und ich würde da gerne Eure Erfahrung erfragen.
    Mein Kalle (5+, Kastrat) hatte vor über einem Jahr einen Kieferabszess, dabei haben wir uns aber noch nichts gedacht und haben diesen durch OP entfernen lassen. Vor ca. 4 Monaten dann der Schock, wieder ein Kieferabszess an derselben Stelle, den unteren Schneidezähnen. Wieder wurde dieser operativ entfernt, diesmal aber auch das "granulierende" Gewebe des Schneidezahns, welcher nun auf der linken unteren Seite nicht mehr nachwächst. Ursache des Abszesses war wohl wirklich der Schneidezahn, jedenfalls haben wir seit der Entfernung von diesem keine Abszessprobleme mehr. Allerdings führte dieser Eingriff zu ein paar anderen Problemen. Zum Einen hat Kalle nun wirkliche Probleme, fressen in den Mund zu ziehen, selbst wenn ich es mundgerecht schneide, er wiegt nur 850g und würde, würde ich ihn nicht regelmäßig mit selbstgemischtem Päppelfutter aus Haferflocken und Böllern gemischt mit Herbicare, weiter abbauen. Was wir dann noch bei der Nachkontrolle des Abszesses gesehen haben war, dass die Backenzähne alle nicht korrekt stehen. Diese sollten optimalerweise wie eine 45°-Brücke (oder weniger) in den Mundraum stehen, ohne dass sich eine wirkliche Brücke bildet, bei Kalle liegen die Backenzähne eher im spitzen Winkel nach unten, was zwangsläufig wohl schon seit längerem zu einem Backenzahnproblem führt, aber solange er Heu gefressen hat (was er ja nun nicht mehr tut dank der Schneidezahnentfernung, weil er nichts mehr so wirklich reinziehen kann) ging das wohl wenn es auch für ihn nicht angenehm war.
    Soviel zu Vorgeschichte, nun kommt der entscheidende Teil... Also empfahl mir die TA, die Backenzähne unter Narkose abfeilen zu lassen. Narkose deshalb, weil es schonender für das Tier ist und sie ungern das bei Bewusstsein durchführt, da die Tiere dadurch soviel Stress haben können, dass sie versterben. Ihr ist wohl mal ein Kaninchen beim Blut abnehmen gestorben, weshalb Sie da nun wohl ein wenig Angst hat. Aufgrund des ärztlichen Vorschlags und meiner Unwissenheit stimmte ich zu, Backenzähne unter Narkose abschleifen, nicht gezogen. Nun ist das Problem, dass seit dieser Maßnahme Kalle sehr schlecht frisst. Würde ich nicht zufüttern (und er verlangt sich leider mittlerweile regelrecht den Päppelbrei und reißt mir die Spritzen gar aus der Hand), würde er sich nicht von selbst mit dem Gewicht halten können. Nun habe ich also ein Zahnschweinchen, dessen Probleme durch die Maßnahmen an den Zähnen die Situation nur immer verschlimmert haben und wenn es nach dem TA geht, lasse ich alle 2 Monate eine Backenzahnabschleifung unter Narkose für über 80 Euro durchführen. Ich bin hier am Ende meines Lateins und Frage was ihr von diesem Vorgehen haltet. Mal davon abgesehen dass das alles mit diesem Vorgehen ins Geld geht (Ich bin nicht geizig, ich gebe mein letztes Hemd für meine Tiere aber damals in der anderen Klinik habe ich für die Zahnkorrektur mit Zahnbesteck bei Bewusstsein 15 Euro bezahlt und 80 Euro wenn sich nichts bessert ist zu viel vor allen Dingen in einem so kurzen Turnus) frisst Kalle auch sehr schlecht alleine. Er hat ja Hunger, ich merke es wie der den Päppelbrei wegschlingt. Er liebt Möhrenkraut und Dill, aber wenn ich ihn davor sitze frisst er ein bisschen und langsam was kaum ausreicht, sein Gewicht langfristig zu halten. Wenn er von alleine frisst, dann auch nur in Gesellschaft seiner Damen, alleine geht garnicht, und die Damen fressen ihm natürlich alles weg weil er so langsam ist.

    Also folgende Fragen an Euch:
    1. Haltet ihr es für vertretbar das Risiko einzugehen, die Backenzahnkorrektur ohne Narkose durchführen zu lassen?
    2. Habt ihr Tips wie ich Kalle das selbstständige Essen wohlwollend beibringe und er sich nicht darauf verlässt, dass ich ihm helfe?
    3. Was kann ich für ein Zahnschweinchen sonst tun, damit es Heu frisst? Ich habe Bergwiesenheu von heukorb.de und ich habe ihn wirklich lange kein Heu mehr fressen sehen, meist nur getrockneten Löwenzahn oder Hafer (bin froh wenn er ein wenig was zunehmen würde).

    Ich danke Euch für Eure Mühe!

    Viele Grüße

    Markus
     
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  3. Wassn

    Wassn Schweinchen-Kenner

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    Das alles klingt echt nicht so dolle.
    Wie lange ist denn die letzte Zahnop her? Vielleicht hat er noch Schmerzen oder muss sich erst noch an seine neuen Zähne gewöhnen. Das etwas nicht ganz so dolle ist, spricht dafür, weil er sein Futter noch recht langsam in seinen Mund einzieht.
    Hast du mal versucht, ihm das Päppelfutter über einen Löffel anzubieten? Vielleicht schleckt er es runter und er frisst doch selbstständig.
    Aus Heu kann man auch einen Heusud herstellen. Wie genau, müsstest du hier im Forum nachlesen. Ich möchte dir da keinen falschen Tips geben.
    Du könntest sein Päppelfutter auch mit Baby-Karrottenbrei aus dem Gläschen anreichern. Sind auch noch ein paar Kalorien. Diese muss er nicht großartig kauen, sondern kann sie schlucken.
    Wie oft bietest du ihm das Päppelfutter an? Ich habe so eine Zeit auch gerade erfolgreich hinter mich gebracht, mit einem meiner Wutzis.
    Ich habe meiner Kleinen noch Globulis für Nager in Wasser aufgelöst und eingeflösst. Morgens: zur Appetitanregung und abends gegen Entzündung und für das Immunsystem. Gleichzeitig hat sie auch Sab Simpl. gegen Blähungen bekommen, da sie durch die spärliche Futteraufnahme leicht aufgegast war.
    Ich bin raus ins Feld und habe Schnee zur Seite geschafft, um an lange zähe Grashalme zu kommen, die sie mir aus der Hand gerissen hat. Das Gute an diesem Gras war, dass es von der Struktur recht grob und doch nicht so hart wie Heu war.
    Vielleicht auch eine Idee für deine Nase. Dill und Karrottengrün hat sie zu dieser Zeit gar nicht gefressen.
    Ich würde noch nach einem anderen Tierarzt suchen. Es kann ja gut sein, dass in recht kurzen regelmäßigen Abständen eine Zahnkorrektur notwendig sein wird. So etwas blüht mir bei meiner Wutz auch. Da würde ich dann schon nach jemanden schauen, dem ich vertrauen kann.
    Meine Kleine hat im Januar ihren Kontrolltermin, 6 Wochen ca nach der letzten Korrektur.
     
  4. Hexle

    Hexle Schweinchenversteher seit 1997

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    zu 1:) notwendig und üblich, leider im Einzelfall sogar alle 4 Wochen notwendig,

    zu 2.) schwierig...Geh mit ihm zu einem Zahnspezialisten, der dir ehrlich rät, was zu tun ist. Durch das Schneidezahnproblem dürfte da leider ohne regelmäßige Korrektur wenig zu machen sein. Aber ich bin nicht der Tierzahnspezialist. Evtl. auch an Schmerzmittel denken....

    zu 3:)Mein Zahnschwein fraß auch so gut wie kein Heu mehr, was das Ganze noch verschlimmerte. Von der Gurke nur das Innere und Tomaten wurden auch ausgehöhlt., leider. Sie starb an ihrer ca. 10ten Inhalationsnarkose beim Zähne kürzen mit 6 J und 4 Monaten und wog dann nur noch 580g, wobei sie immer ein Winzigschwein war-

    Ich bin im Wartezimmer immer fast kollabiert aus Angst vor genau dem, was dann passiert ist. Zuschauen ging schon gar nicht.

    Hexle
     
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  5. #4 Angelika, 01.01.2018
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Wenn die Backenzähne tatsächlich gekippt wären, hätte das nicht mehr viel mit Heu fressen oder nicht zu tun - dann hilft nur, sie regelmäßig zu schleifen. Das Problem ist in der Regel progredient, d.h., die Intervalle werden zwangsläufig kürzer. Und wenn sie unter vier Wochen sinken, wird es mit der Narkose schwierig, weil das Mittel nicht mehr ausreichend abgebaut werden kann.
    Schleifen ohne Narkose ist, wenn das Tier nicht wirklich total cool ist - sehr stressig für das Tier, und auch den Arzt. Bei den hinteren Molaren ist es gefährlich, weil da große Blutgefäße laufen
    Mein Zahnschwein hatte am Schluss wöchentliche Intervalle, alle ohne Narkose, das Tier hat es toleriert, die Ärztin hatte eine super ruhige Hand - aber es dauerte dann auch schon mal 20 Minuten, weil das Tier dabei immer Zeit zum Luftholen/entspannen bekam.
    Das Tier hat sich sehr bemüht, selbst zu fressen, und hat auch gut zugegriffen, aber am Ende habe ich drei- bis viermal am Tag zugefüttert.
    Das Ganze hat - damit du eine Vorstellung hast - 1700 Euro gekostet (also nur Schleifen, da die Narkosten weg fielen) in 10 Monaten, die er noch hatte (bis die Sache so gekippt war, dass die Intervalle eigentlich unter 1 Woche gesunken wären - da war dann gerade noch 1 mm Spalt, in dem die TÄ hätte schleifen können).
     
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  6. #5 marpheus, 02.01.2018
    marpheus

    marpheus Schweinchen-Häuptling

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    Ich danke euch für eure Antworten. Ich war heute bei der Chef-TA mit Kalle. Diese stellte am Unterkiefer eine verknöcherte Expansion des Knochens fest, offensichtlich hatte der Abszess eine Kieferzersetzung eingeleitet, welche irreparabel ist und welche wohl auch die Ursache seiner Schmerzen ist. Leider kann man an dieser nichts mehr tun, außer sein restliches Leben ihn soweit zu unterstützen wie es geht damit er noch ein paar schöne Monate hat. Er bekommt nun alle 2 Tage Metacam Schmerzmittel, Zufütterung auf Bedarf. Sollte sich die Situation verschlechtern, werde ich ihn erlösen. Die Zähne werden alle 5-6 Wochen abgeschliffen/geknipst, aber aufgrund der Risikoabwägung zwischen schwierigem Allgemeinzustand, Alter und Narkoserisiko werden wir dies bei Bewusstsein machen, die Ärztin äußerte das selbst so. Wurde heute auch so getan, Kalle hat es gut weggesteckt und ich finde es 10 mal besser als jede Narkose und die Kosten sind überschaubar.

    Ich hoffe natürlich darauf, dass ihm das Schmerzmittel ein wenig hilft, selbst zu fressen. Ansonsten helfe auch ich mit Brei nach, solange es ein würdiges Dasein ist, was es aber momentan wie ich finde durchaus noch ist.
     
  7. #6 Angelika, 02.01.2018
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Angegriffene bzw. veränderte Kieferknochen - da kann die Behandlung tatsächlich leider nur palliativ sein. Ich wünsche ihm und dir noch eine gute Zeit miteinander.
    Wobei die Wirkung von Metacam auf 24 Stunden ausgelegt ist, alle zwei Tage macht eigentlich keinen Sinn. Da das Tier ja nichts zu verlieren hat, würde ich damit nicht sparen und ihn, wenn er Schmerzen hat, das Zeug entsprechend so geben, dass ein gleichmäßiger Pegel erreicht wird.
     
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  9. Hexle

    Hexle Schweinchenversteher seit 1997

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    Ich finde das ist eine vernünftige Einstellung in Anbetracht der Ernsthaftigkeit der Lage und auch die TÄ scheint nicht nur aufs Geld aus zu sein..
     
  10. Mira

    Mira Schweinchen-Guru

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    Ich stimme Angelika zu.

    Metacam wirkt höchstens 24 Stunden, oft wird deshalb die Tagesdosis auf zwei Gaben pro Tag aufgeteilt. Das Schmerzmedi nur alle zwei Tage zu geben, hilft dem Tier nicht bzw. verursacht Lücken, in denen das Schweini Schmerzen leidet.

    Ich würde auch nicht mit Schmerzmitteln geizen. In einem solchen Fall spielen ja allfällige Spätfolgen - leider - keine Rolle mehr. Es geht nur noch darum, dem Tierchen einen möglichst schmerzfreien letzten Lebensabschnitt zu gönnen.

    Das "würdige Dasein", wie du es nennst, finde ich sehr wichtig. Lebensqualität kommt immer vor Lebensquantität. In diesem Sinne wünsche ich Kalle noch eine gute Zeit.
     
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Zahnprobleme beim Meerschwein nach Abszess

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