Wer zahlt die TA-Rechnung bei Fundtieren?

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  1. #1 reiskeks, 12.02.2008
    reiskeks

    reiskeks Guest

    Kennt sich jemand mit der rechtlichen Lage aus:

    Wer zahlt die TA-Rechnung bei Fundtieren?

    Ich weiß, dass es so ist, wenn jemand ein verletztes Tier im öffentlichen Raum findet und zur tierärztlichen Versorgung zur nächsten Praxis bringt, Tierärzte diese allererste Versorgung des Tieres nicht berechnen. Sie machen dann allerdings auch nichts aufwändiges, sondern gewissermassen die nötigste Notfallmedizin. Oft empfehlen sie dann, das Tier zur weiteren Versorung ins nächste Tierheim zu bringen.

    Wenn sich jemand dafür entscheidet, dass Fundtier zu behalten, hat er auch für die Kosten der Behandlung aufzukommen. Aber was ist, wenn jemand das Fundtier nicht behalten will/kann, es aber auch nicht ins Tierheim bringen will/kann (Wochenende, Tierheim zu weit entfernt etc.) oder auf einen Platz in einer Pflegestelle eines Tierschutzvereines wartet? Wer übernimmt dann die Kosten?

    Wird in der rechtlichen Beurteilung zwischen Wildtier und Haustier unterschieden? Gibt es einen Unterschied zwischen ausgesetzten Tieren? Verletzten Tieren?

    Und wie lange bleibt ein Fundtier ein Fundtier? Wenn ein Tier z.B. 3 Tage bei einer Person bleibt und dann erst ergibt sich ein Grund für einen TA-Besuch, ist es dann noch ein Fundtier oder gilt es schon als eigenes Tier des Finders?
     
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  3. #2 Saphira, 12.02.2008
    Saphira

    Saphira Guest

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die TÄ das auf eigene Rechnung machen. Ich kenne es nur so, dass man bei Wildtieren nichts bezahlen muss, Haustiere werden immer bezahlt.

    Selbst verletzte Stadttauben gelten als Haustiere und man muss die Behandlung bezahlen - weiß ich aus eigener Erfahrung, weil ich oft genug schon halbtote oder verletzte Tauben in der Innenstadt aufgelesen habe und bei einigen dann die Behandlung, bei anderen das Erlösen bezahlet habe, obwohl der TA wußte, dass es eine Stadttaube ist. :verlegen:
     
  4. drueli

    drueli Schweinchen-Guru

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    wie die rechtliche lage ist, weiss ich auch nicht. jedoch kenne ich bei uns in der CH eine tierklinik, da steht auf der homepage dass die behandlung von wild- und fundtieren kostenlos ist. jedoch was sie alles machen steht nicht.

    ich würde eventuell da einfach vorher mal anfragen bei verschiedenen kliniken. ich denke da ist es vielleicht überall anders geregelt. weiss ja nicht ob sie müssen oder es freiwillig einfach machen.


    Aber jedenfalls gibt es Kliniken die es gratis machen. Ich hoffe das hilft dir bisschen weiter....
     
  5. #4 Maggiefis2002, 12.02.2008
    Maggiefis2002

    Maggiefis2002 Schweinchen-Kenner

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    Unsere Tierärztin hat schon mehrmals kostenlos behandelt!3 ausgesetzte Goldhamster,ein junger Igel und eine Katze.Alles ohne Bezahlung,obwohl ich diese von mir aus jedesmal übernehmen wollte.
     
  6. #5 Klostergarten, 12.02.2008
    Klostergarten

    Klostergarten Guest

    Manche Tierärzte haben "Fundtierkassen", wo zufriedene Kunden was spenden können statt "Trinkgeld oder Kaffeekasse". Davon werden dann die Auslagen (Medis, Rö-Filme) für Fundtiere ersetzt.
     
  7. #6 VonDenRheinauen, 12.02.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.02.2008
    VonDenRheinauen

    VonDenRheinauen Guest

    Jepp, so ist es.
    Wildtiere, wie Tauben (keine Brieftauben!), Igel, Hasen etc. werden umsonst behandelt, Fundtiere kleineren Ausmaßes werden durch den Finder bezahlt, herrenlose 'Groß'tiere (Hund, Katze), bei denen der Besitzer unbekannt ist, werden zunächst von der Stadt übernommen. Sollte der Besitzer ausfindig gemacht werden (was in der Regel der Fall ist), trägt er die Kosten.

    Kommt aber auch immer auf die Situation und den Arzt an.
     
  8. Jacob

    Jacob Guest

    Hallo!

    Ich kenne es so, dass die Erstbehandlung von Wildtieren kostenlos ist. Für ausgesetzte Haustiere haftet der Halter, bzw. der das Tier zu TA bringt tritt in Vorleistung und bleibt natürlich meistens auf dem Geld sitzen..

    Danach sind die Tiere dem Tierschutz zu übergeben.

    VG Holger
     
  9. #8 Smilla, 12.02.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.02.2008
    Smilla

    Smilla Guest

    1) Zunächst ist das Tier auf Halsband oder Tätowierung zu untersuchen, die eventuell Hinweise auf den Besitzer geben. Im Falle einer Tätowierung können Tierarzt und Tierheim bei der Suche nach dem Besitzer weiterhelfen. Dies ist aufgrund der Existenz verschiedener Registrierstellen der beste Weg. Eine Meldung beim Argus-Suchregister des DTHW ist ebenfalls sinnvoll.

    2) Der Fund des Tieres muß in jedem Fall gemeldet werden: beim Tierheim bzw. örtlichen Tierschutzverein, der Polizei und der Gemeinde bzw. Ordnungsbehörde (Fundbüro). Die Meldung bei der Gemeinde muß schriftlich erfolgen (Fundtieranzeige), da ansonsten kein Anspruch auf Erstattung entstehender Kosten (v.a. Tierarzt) besteht.

    Es ist zu überlegen, ob man das Tier ins Tierheim abgibt oder lieber bei sich behält, bis die "Besitzverhältnisse" geklärt sind. Zu beachten dabei ist: Eine Erstattungspflicht der Pflegekosten durch die Gemeinde existiert nur für die ersten vier Wochen. Diese Frist gilt, obwohl das Tier erst nach sechs Monaten endgültig an den Finder übergehen kann - vorausgesetzt, es meldet sich bis dahin kein Besitzer.

    3) Der Gang zum Tierarzt ist der nächste Schritt. Dieser untersucht nicht nur den allgemeinen Gesundheitszustand, sondern sucht mit einem speziellen Lesegerät auch nach einem möglichen Microchip. Die Kosten hierfür übernimmt i.d.R. die Gemeinde/Stadt, wenn bei ihr eine schriftliche Meldung der "Fundsache" vorliegt. Somit soll verhindert werden, daß sich einige Personen ihr eigenes Tier auf Kosten der Gemeinde behandeln lassen.

    4) Hängen Sie Zettel in Ihrem Wohngebiet aus. Achten Sie auf eventuelle Vermißtmeldungen.

    Fall 2: Fund eines verletzten Tieres: Vorsicht:
    Hier gibt es nach Gesetz eine - für Tierfreunde häufig unverständliche - Unterscheidung verschiedener Tiergruppen:

    I. Haustiere (Katzen, Hunde etc.)
    Hier gibt es kein Zögern:

    1)Das Tier muß unverzüglich, aber behutsam zum Tierarzt gebracht werden. Nach Versorgung der Wunden kann dieser auch nach einem eventuell vorhandenen Microchip suchen.

    2) Anschließend kann man sich auf die Suche nach dem Besitzer machen. Auch hier gilt: Der Fund muß gemeldet werden
    (s. Text zu Fall 1). Die schriftliche Meldung an die Gemeinde sollte eine Bestätigung des Tierarztes über Behandlung und Kosten enthalten.

    3) Sie sollten unbedingt Zettel aushängen und umfragen, wem das Tier gehört. Findet man eine tote Katze oder einen toten Hund an bzw. auf der Straße, sollte man auch dies dem Tierheim melden, um die Suche des Besitzers zu beenden.

    II. Wildtiere (Igel, Rehe, Kaninchen etc.)

    Vorsicht: Tiere, die zum "jagdbaren Wild" gehören (so das Amtsdeutsch) dürfen nicht vom Fundort entfernt werden. Dies wäre "Wilderei", denn sie sind Eigentum des Jägers. Dieser muß sofort informiert werden. Ist er nicht bekannt oder erreichbar, ist die Polizei zu benachrichtigen. Die betroffenen Tiere werden i.d.R. noch am Unfallort erlöst.

    Verletzte Igel und andere Wildtiere, an denen der Jagdpächter kein Interesse hat, dürfen dagegen bedenkenlos zum Tierarzt gebracht werden. Viele Tierarztpraxen übernehmen die Behandlungskosten freiwillig. Wildtiere unterstehen dem Naturschutzgesetz und müssen nach Gesundung unbedingt in die Nähe des Fundortes zurückgebracht werden - außerhalb der Gefahrenzone versteht sich..

    Quelle : Deutsches Tierhilfswerk
     
  10. #9 *Morgenstern, 12.02.2008
    *Morgenstern

    *Morgenstern Löwenzahn-Sammlerin

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    ja - das habe ich auch schon erlebt: da wollte ein Polizist einer aus dem Fenster gefallenen Katze allen Ernstes im Hinterhof den "Gnadenschuss" geben... Passanten konnten ihn aber davon zum Glück abbringen und haben die Katze dann zum TA gebracht, wo sie dann eingeschläfert wurde.

    Ich habe auch schon ab und an schwer verletzte Wildtiere (leider zum Einschläfern) zum TA gebracht und nie etwas dafür bezahlt.
     
  11. #10 Saphira, 12.02.2008
    Saphira

    Saphira Guest

    Offtopic:
    In dem von dir zitierten Teil geht es ja um Jagd-Tiere, also in erster Linie wohl Rehe, Wildschweine etc.

    Was die Katze betrifft: Ein gezielter Schuss aus der Flinte eines erfahrenen Jägern hätte ihr weiteres Leiden erspart.
    Ich finde es durchaus vertretbar, wenn jemand, der mit einer Waffe umgehen kann, einem sterbenden Tier den Gnadenschuss gibt.
    Bei uns hat die Polizei auch schon mal eine Katze, die von der S-Bahn erfasst wurde und auch mehr tot als lebendig war, auf der Straße am Bahndamm erschossen, als Anwohner das Tier fanden und sich nicht anders zu helfen wußten als die Polizei zu rufen.
     
  12. #11 Maya&Coco, 12.02.2008
    Maya&Coco

    Maya&Coco Schweinchen-Kenner

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    Also ich habe auch schon eine Taube zum TA gebracht. Habe sie am Bahnhof gefunden, sie hatte beide Flügel und Beinchen gebrochen und war total angepickt von den anderen Tauben :(.
    Ich musste nichts für die Einschläferung bezahlen.
    Es kommt denke ich mal, auf den TA an.
    Aber ich glaube die Behandlung von Fundtieren muss man nicht bezahlen. Das wäre auch echt schlecht, es gibt eh schon genug Leute die wegschaun und den Tieren nicht helfen.. aber wenn sie noch im Hinterkopf haben, dass sie womöglich 20-50€ beim TA lassen müssen für ein fremdes Tier dann gibt es noch weniger Leute die helfen.

    Ich glaube Fundtiere bleiben auch erstmal beim TA (wenn er dazu Platz hat). Sonst kommen wahrscheinlich manche Leute auf die Idee ihr verletztes/krankes Tier als Fundtier auszugeben und dann nach der Behandlung mit nach Hause nehmen.
     
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  14. #12 Schweinebäckchen4, 12.02.2008
    Schweinebäckchen4

    Schweinebäckchen4 Guest

    Also meine Mutter hatte vor einiger Zeit einen Falken im Vorgarten gefunden. Er konnte nicht mehr fliegen. Habe ihn dann in die Tierklinik gebracht. Er wurde untersucht und die TÄ stellte fest dass der eine Flügel doppel gebrochen war. Sie sagte, dass es das beste für das Tier ist es zu erlösen. Gerne hätte ich dem kleinen Kerl geholfen, aber die Ärztin meinte, dass er wohl nie mehr fliegen geschweigedenn selbständig jagen könne. Also hat sie ihn erlöst. Dafür musste ich auch nichts bezahlen. Aber was mich dann verwundert hat ist, dass ich den Falken dann mitnehmen musste. Sie sagte, wenn ich ihn in der Klinik lasse, dann kommt er in die Tierkörperbeseitigung und das kostet Geld und das müsse ich dann bezahlen. Ich habe ihn dann mitgenommen und mein Vater hat ihn dann in der Nähe vom Wald beerdigt.
     
  15. #13 Limone, 12.02.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.02.2008
    Limone

    Limone Guest

    Hallo,

    grundsätzlich ist es von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, wie sie es mit Fundtieren handhaben.

    In der Praxis sieht es aber meistens so aus, dass die TA es ebenso unterschiedlich abrechnen.

    Ich habe bei mir die Tierrettung angerufen, sie haben aufgenommen, dass der Besitzer unbekannt ist, und dann wurde das verletzte Tier ins Tierheim gebracht.

    Meine Freundin hat einen verletzten Kater zum TA gebracht, dessen Besitzer nicht ermittelt werden konnte, und somit ist sie auf über 600 € Kosten sitzengeblieben, da die Gemeinde sich weigert, diese zurückzuerstatten.

    Eine pauschale Aussage kann man also nicht wirklich treffen, dass sollte man mit den zuständigen TÄ, dem Tierheim bzw. der zuständigen Gemeinde absprechen.

    Im schlimmsten Fall bleibt man auf den gesamten Kosten sitzen.

    LG,
    Limone
     
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