Wenn ein Meerschweinchen stirbt

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  1. #1 MeerschweinchenTimmy, 17.07.2018
    MeerschweinchenTimmy

    MeerschweinchenTimmy Guest

    Liebe Meerschweinchen-Freunde!


    Wir halten eine größere Gruppe Meerschweinchen. Insgesamt haben wir 8 in drei Gruppen. Wir haben seit mehr als 10 Jahren Meerschweinchen und arbeiten auch mit Auffangstationen zusammen, die Tiere immer wieder gerne zu uns geben, da die Haltungsbedingungen stimmen. Man kann also sagen, wir kennen uns mittlerweile recht gut mit Meerschweinchen aus. Trotzdem lernt man nie aus.

    Was ich poste, ist uns erst kürzlich passiert und mich würden eure Meinungen interessieren, da ich bisher nicht weiss, ob wir uns richtig verhalten haben oder nicht und wie wir es in Zukunft besser machen könnten.

    Dabei geht es um das wohl traurigste Thema, wenn man Meerschweinchen hat. Den Tod eines Tieres. Bisher war es so, dass unsere Tiere entweder altersbedingt irgendwann tot im Käfig gefunden wurden oder aber wir sie wegen einer Krankheit einschläfern lassen mussten. Beim erst kürzlich verstorbenen Meerschweinchen, unserem Timmy, war das anders.

    Timmy war ein fröhliches Tier, bis es eines Abends, das war sehr plötzlich, das Futter verweigerte. So etwas fällt uns immer sofort auf, da wir darauf achten, dass unsere Schweine alle fressen und sie auch regelmäßig wiegen.

    Wir sind gleich am nächsten Vormittag zum Tierarzt gefahren. Am Abend des selben Tages, nachdem wir wie vereinbart das Medikament gegeben haben, ist das Tier plötzlich (2 Minuten später) verstorben. Möglich, es ist erstickt am Medikament, möglich, es hatte einen Herzanfall. Wir waren einfach überfordert mit der Situation und waren trotz 10 Jahre Schweineerfahrung noch nie beim Tod eines Tieres dabei.

    Zunächst ließen wir das Tier im Käfig, damit die anderen sich verabschieden konnten. Da wir die Todesursache aber nicht kannten, nahmen wir es bereis nach 30 Minuten heraus. Wir dachten dann, wir frieren es ein und lassen die Todesursache dann bestimmen, da wir einfach nicht wussten, was dem Tier gefehlt hat.

    Nach weiteren 30 Minuten, vermutlich immer noch im Schock, entschlossen wir uns, es doch zu beerdigen, was wir dann auch taten.

    Seither gehen mir viele Gedanken durch den Kopf.

    Wenn ein Schweinchen stirbt, lassen wir es normalerweise ca. eine Stunde im Gehege, sofern es keine ansteckende Krankheit hatte, damit die anderen sich verabschieden können. Dann verabschieden wir uns. Wir streicheln das Tier, spielen noch ein Lied vielleicht und legen es dann in eine ausgepolsterte Kiste mit Heu. Danach wird es begraben.

    Bei Timmy waren wir so im Schock, dass dieses Ritual nicht stattgefunden hat. Wir haben ihn auch einfach so in die Erde gelegt. Wir haben nicht kontrolliert, weil wir gar nicht wussten wie, ob er sicher tot ist. Ja, er atmete nicht mehr, er zeigt keinen Lidreflex. Aber woher weiss ich, ob ein Meerscheinchen tot ist? Woher weiss ich, ab wann es keinen Schmerz mehr empfindet? Ich werde das Gefühl nicht los, dass es vielleicht es noch gemerkt hat, dass es unter die Erde kommt – Erde in die Augen bekommt etc.

    Ich wusste nicht wie und wie lang man die Augen des Tieres schließen kann … etc.

    Wie ist eure Erfahrung? Was würdet ihr machen? Was würdet ihr mir raten? Ich habe sogar schon den Gedanken gehabt, das Tier nochmal aus zu graben, in eine Kiste zu legen und das Ritual nach zu holen. Es lliegt nun 4 Tage unter der Erde. Was meint ihr dazu?

    Ich komme mir in diesem Punkt so unendlich dumm vor. Zudem – da wir kein Verabschiedungsritual dieses Mal hatten – bin ich wesentlich trauriger, als die letzten Male, da wir eine ordentliche Verabschiedung mit Trauer hinbekommen haben.

    Ich bin froh, wenn mir jemand Tipps geben kann, was man in so einem Fall am besten tut oder wie lange ihr etwa die Tiere noch in der Gruppe belasst etc.


    Vielen Dank!
    D.
     
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  3. #2 Amy Rose, 17.07.2018
    Amy Rose

    Amy Rose Schweinchen-Guru

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    Schwierig. Ich persönlich würde die Totenruhe nicht stören und das Tier nicht ausbuddeln. Der Anblick könnte nicht schön sein.
    Das das Ritual nun fehlt verstehe ich. Vielleicht richtet ihr als Alternative das Grab schön her? Blumen? Grablicht? Steine drumherum?

    Bei uns werden Schweine sobald wir es sehen rausgenommen. Anschließend werden sie beerdigt. Ich lege immer was zu fressen ins Grab und ne Blume. Das Grab wird nicbt geschmuckt. Ich lege wegen Wildtieren oder meinen Hunden nur was schweres oben drauf.

    Mir ist vor kurzen von Tierarzt nachhause ein Tier verstorben. Tierarzt sagte noch es ist gesund und zuhause war es tot.
    Ein trauriger Schock. Hab herzmassage, Luft zuführen gemacht und schließlich nur noch geschaut ob irgendwelche Reflexe da sind. Da alles nicbt der Fall war, habe ich es beerdigt.
    Tut mir leid um das Tierchen.
     
  4. #3 Paperhearts, 17.07.2018
    Paperhearts

    Paperhearts Schweinchen-Guru

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    Tut mir leid um euren kleinen Timmy und dass ihr nun so zu kämpfen habt.
    Ich kenne diesen „Ist das Tier wirklich tot?“-Gedanken. Was mir hilft, ist, abzuwarten, bis es auskühlt. Und man sieht es irgendwann in den Augen, die man übrigens meiner Erfahrung nach nicht schließen kann.
    Lasst Timmy dort, wo er jetzt ist. Ich weiß nicht, wie so ein Tier nach vier Tagen aussieht, wenn man es wieder ausbuddelt, und glaube nicht, dass es helfen würde.
     
  5. Fini

    Fini Crazy Guinea Pig Lady

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    Hallo,
    Das tut mir wirklich sehr Leid um Timmy :wein:
    das ist wirklich ein schwieriges Thema, jeder geht mit dem Verlust eines Tieres anders um.
    So einen schockierenden Tod hatte ich noch nicht, ich kann mir vorstellen wie schlimm das ist.

    Meine Schweine werden kremiert, da ich zur Miete wohne und ich den Gedanken, sie einfach irgendwo einzubuddeln und sie dann nicht mehr bei mir sind nicht ertragen könnte. Bisher musste ich 2 Schweine gehen lassen, der TA war so nett und hat sie von der Tierklinik direkt zum Krematorium geschickt und keine Woche später war mein Schatz wieder bei mir. Ein Abschied der hinterbliebenden Schweine gab es also nicht. Sie waren 24h lang sehr ruhig, weiß aber nicht ob es aus eigener Trauer oder aus meiner Trauer war.

    Ausgraben würde ich ihn auch nicht mehr. Vllt kannst du zu seinem Grab gehen und eine Hand auf die Stelle legen und einen Moment inne Halten. Vllt noch ein Lieb spielen, was dich an ihn erinnert. So würde ich das glaub ich machen.
    (so blöd das jetzt vllt klingen mag) Ich lege auch ab und an mal eine Hand auf die Urne und halte einen Moment inne.
    Ich stelle mir oft vor, dass alle Tiere auf ihren Wolken sitzen und auf denen durchs Regenbogenland flitzen, das ist irgendwie ein schöner Gedanke.

    [​IMG]
    Hier ein selbstgemaltes Bild meiner geliebten Wilma, die auf ihrer Wolke durch die Gegend düst. Vllt hilft dir die Vorstellung ja auch, so wie mir.
     
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  6. #5 Daisy-Hu, 17.07.2018
    Daisy-Hu

    Daisy-Hu Herr der Schweinchen

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    Auch ich kenne diesesgefühl zu gut.Hatte ihnen auch schon hier einletztes Lied gespielt. Aber eher bei den Schweinchen wo zuhause Verstorben sind.
    Bin da auch sehr emfindlich. Wenn eines zuhause Stirbt,halte ich auch mein Ohr an die Brust,ob ich noch einen Herzschlag höre oder nicht.
    Warte aber auch bis es Kalt ist. Lege es in den Schuhkarton und schaue ob sich wirklich nichts mehr Bewegt.
    Einer hatte hier einen Sekunden Tot. Das hat besonders getroffen.Hatte zuvor Zahnfehlstellung. Trotz OP war es nicht besser.
    Hat aber Trotzdem bis zuletzt noch gefuttert.Nahm zuletzt sogar noch Päppelbrei an. Davor war er sogar noch auf der Etage. Plötzlich beim Päppeln viel
    der Kopf zu seite.Dachte erst er habe sie verschluckt. Den war aber nicht so.Konnte noch mal in sein Mäulchen fühlen,mit dem Finger und fühlte
    hinten eine Brücke.Wundere mich Heute noch,wie er damit Futtern konnte.
    Liegt auch im Garten. Da war am Anfang auch der drang,ihn noch mal Auszugraben.Glaube aber es ist eine normale Reaktion,weil man es nicht
    Wahr haben möchte. Aber wirklich Ausgraben würde ich nicht mehr.
    Nur bei den Schweinchen wo Eingächtert wurde,geht das natürlich nicht. Sammeleinäscherung. Hätte aber mal den Wunsch diesen Friedhof zu Besuchen.
    Nur weiss man natürlich nicht,welche Asche zu welchem Tier gehört.

    Aber ein Lied ist zum Ritual geworden. Von Andreas Gabalie. Einmal sehn wir uns wieder.
    In Gedanken an den Bildern an der Wand wenn ich ihnen da in die Augen schaue,fühle ich mich ihnen nahe.
    Schreibe das Datum immer in den Taschenkalender und Zähle die Jahre. Zünde an diesen Tagen oft noch eine Kerze an.

    Oder wenn ich von ihnen Träume,Glaube ich immer an ein Zeichen von ihnen.Das sie einem noch im Traum Begegnen.


    Aber ich sehe hier das ich mit solchen Gedanken und Rituale nicht alleine bin. Gut zu wissen. Da weiss man das man die Tiere noch über den Tot hinaus liebt.
    Können uns nur gegenseitig immer wieder trösten.:troest:
     
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  7. #6 meerschweinchen82, 17.07.2018
    meerschweinchen82

    meerschweinchen82 Schweinchen-Guru

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    Das tut mir sehr leid. Ich würde es nicht mehr ausgraben.
    Dass er noch gelebt hat, kann ich mir nicht vorstellen. Es war ja dann schon 1 Std vergangen und wenn sich ein Tier in der Zeit nicht rührt und nicht atmet, lebt es nicht mehr! Ich musste bei meinen aber auch immer ganz sicher sein. Da ich sie bei meinen Eltern im Garten vergraben habe und da immer erstmal hinfahren musste, waren sie immer etwas länger (mehrere Stunden oder auch mal 1 Tag) schon nicht mehr am Leben und dementsprechend steif und die Augen, die ich nie ganz schließen konnte, wurden matt. Das war dann für mich ein absolut sicheres Zeichen.
     
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  9. #7 MeerschweinchenTimmy, 17.07.2018
    MeerschweinchenTimmy

    MeerschweinchenTimmy Guest

    Hallo zusammen!

    Vielen Dank für eure Antworten. Sie haben mir seelisch sehr gut getan und praktisch auch weitergeholfen! Vielen Dank dafür! :-) Schön zu wissen, dass man nicht allein ist.

    Liebe Grüße!
     
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  10. #8 Daisy-Hu, 17.07.2018
    Daisy-Hu

    Daisy-Hu Herr der Schweinchen

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    Ich habe auch schon gedacht,ich tue sie zu sehr Vermenschlichen,Nur weil ich hier mit ihnen alleine lebe und sie zumgrössten teil als Gesprächspartner habe. Bin ich damit also doch normal,das ich ihnen meine ganzen gefühle gebe?
    Den ersten habe ich auch in den Karton gelegt,auf Heu und drum herum noch Gurken mit rein gelegt,das er Unterwegs nicht Verhungern soll.
     
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