Tumor (?) an der Pfote - Amputation oder einschläfern?

Diskutiere Tumor (?) an der Pfote - Amputation oder einschläfern? im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo ihr Lieben, wir hatten nun länger nichts mit Krankheitsfällen zutun, dafür ist der jetzige Fall umso heftiger. :runzl: Eins unserer...

  1. #1 gummibärchen, 04.08.2018
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Hallo ihr Lieben,

    wir hatten nun länger nichts mit Krankheitsfällen zutun, dafür ist der jetzige Fall umso heftiger. :runzl:

    Eins unserer Schweinchen hatte plötzlich eine total dicke, deformierte Vorderpfote. Seitlich, am inneren Zeh und oben drauf waren je eine größere und eine kleinere Beule. Die Beulen fühlten sich weich an, waren nicht schmerzhaft.
    Es sah schrecklich aus, ich hatte sowas noch nie gesehen und machte mir zunächst Vorwürfe, dass ich es nicht eher bemerkt habe, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass so etwas so plötzlich entstehen kann. Beim letzten TÜV war es definitiv noch nicht da.
    Der TA bestätigte später auch, dass sowas unglaublich schnell gehen kann.

    Mein TA war leider im Urlaub. Für seine Vertretung deutete es auf bakterielle Arthritis hin und sie schlug zunächst eine Bahanlung mit Baytril und Metacam vor.
    Im Verlauf der nächsten 7 Tage zeigte es keinerlei Besserung, im Gegenteil, es wurde eher noch dicker und ich hatte das Gefühl, dass es sich mit Flüssigkeit füllt.
    Nach einer Woche stand dann röntgen an. Mein TA war wieder zurück und nahm sich sehr viel Zeit für uns.
    Auch er hatte sowas noch nie gesehen und er hat wirklich viel Erfahrung.
    Er punktierte den Knubbel auf der Pfote zunächst.
    Heraus kam jede Menge Blut. Die Knubbel waren gekammert und es bestand eine Verbindung.
    Meine Vermutung, ob es ein Knochentumor sein könnte, verneinte er zunächst.

    Dann röntgte er und sein Gesichtsausdruck ließ schon nichts gutes vermuten.
    Auf dem Röntgenbild sah man, dass sich die beiden inneren Zehen auflösten und daraufhin äußerte er dann doch die Vermutung Krebs. Es ist eine äußerst untypische Stelle, aber eine andere Erklärung gab es für ihn fast nicht. :heulen:

    Ich fragte, ob er das punktierte Blut untersuchen, oder einschicken könnte, um zu sehen, ob da veränderte Zellen drin sind, aber er sagte, dass man dabei meistens nichts findet und wir uns das Geld sparen können.
    Um eine sichere Diagnose zu erhalten müsste man etwas vom Knochen abkratzen und da käme man so jetzt natürlich nicht ohne weiteres dran.

    Ich fragte, was wir nun tun können und er überlegte gemeinsam mit uns, was nun sinnvoll erscheint.
    In „Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu“ hatte ich zuvor gelesen, dass im Falle von Knochentumoren von einer Amputation abgeraten wird, da sie sehr aggressiv sind und sich oft schon Metastasen in der Lunge gebildet haben.
    Typischerweise sitzen Knochentumore aber meistens eher körpernah am Kiefer, der Schulter, oder dem Humerus Knochen.
    Nicht aber an der Pfote.


    Ich sprach ihn auf die Möglichkeit einer Anputation an und er schüttelte direkt den Kopf.
    Er sagte, er müsse dann bis oben hin amputieren und er glaubt, dass das Tier sich davon nicht erholt und es seine Lebensqualität wenn stark einschränken würde. :wein:

    Wir röntgten dann trotzdem nochmal in Seitenlage, um zu schauen, ob Metastasen in der Lunge sind. Da war Gott sei Dabk nichts.
    Auffällig war, das die Rippen alle von der Struktur ziemlich uneben aussahen, als hätten sie stellenweise Einlagerungen.
    Er sagte, dass es eine Stoffwechselstörung gibt, bei der der Calciumstoffwechsel der Knochen gestört ist. Wenn wir ganz viel Glück haben, könnte es auch das sein. Er denkt aber eher an Krebs. :runzl:

    Die Stoffwechselstörung lässt sich nicht nachweisen und ist auch nicht gezielt behandelbar.
    Wenn wir es damit zutun hätten, könnten wir Glück haben, dass sich die Knubbel, jetzt wo der Druck raus genommen wurde, zusammen ziehen und das der Zersetzungsprozess des Knochens vielleicht irgendwann zum Stillstand kommt.

    Falls es sich wieder füllt, heißt das eher nichts gutes und wir müssten ans einschläfern denken, wenn Schmerzen auftreten, oder das Tier leidet. :heulen:

    Wir sollten erstmal beobachten, Metacam geben und für einen weichen Untergrund sorgen. (Den haben wir natürlich ohnehin)
    Nach zwei Wochen sollen wir zur Kontrolle kommen, wenn vorher etwas ist, natürlich eher.

    Bereits als wir wieder zu Hause waren, war die Pfote wieder genau so dick gefüllt, wie vorher.

    Das Allgemeinbefinden des Schweinis ist dabei völlig ungestört, es läuft und springt herum, verteidigt sein Futter, bettelt, liegt entspannt und mit wackelnden Öhrchen auf der Seite zum schlafen und wenn man es nicht wüsste, würde man überhaupt nichts merken.

    Da kann ich dich jetzt nicht her gehen und ein quietschvergnügtes Tier einschläfern lassen. Das fühlt sich irgendwie total falsch an, zumal es erst 4 Jahre alt ist.

    So lassen kann ich die Pfote aber auch nicht, da ich Angst habe, dass Schmerzen, oder unangenehmes Spannungsgefühl auftreten, wenn sich die Pfote immer weiter füllt.

    Ich telefonierte also gestern nochmal mit unserem TA und fragte, was wir nun, wo die Pfote bereits jetzt wieder so dick ist, für Möglichkeiten haben.
    Er sagte, man könne es nochmal punktieren und tapen. So gewinnt man etwas Zeit. Ändern würde es an dem Krankheitsgeschehen aber natürlich nichts.

    Eine andere Möglichkeit wäre in seinen Augen, die zwei Zehen, die sich auflösen zu amputieren. Dann könnte man die Knochen untersuchen und würde eine sichere Diagnose erhalten, mit was wir es genau zutun haben.
    Wenn es aber Krebs ist, geht dieser Zersetzungsprozess weiter, auch das Bein hoch.
    Das kann sehr schnell gehen, ebenso wie sehr schnell Metastasen auftreten können.

    Es wäre dann also nur ein verlängern. Heilbar wäre es nicht.
    Etwas bessere Chancen hätte man, wenn man das komplette Bein amputiert, aber er rät davon ab.

    Möglichkeit drei wäre nur das einschläfern.
    Ein einschläfern eines top fitten Tieres im mittleren Alter wegen zwei kaputten Zehen.

    Wir haben bis Montag Bedenkzeit und wollen dann entscheiden, was wir tun.
    So bleiben wie jetzt kann es nicht. Da hätte ich auch Angst, dass die Pfote vielleicht irgendwann aufplatzt, oder so.

    Ich habe keine Ahnung, wie ich mich entscheiden soll, daher wüsste ich gern euren Rat.

    Ist es gerechtfertigt und vertretbar, ein Tier was top fit ist, vergnügt am Gruppenleben teilnimmt etc. und aktuell keinerlei Einschränkungen oder Schmerzen hat, einschläfern zu lassen?

    Ich möchte natürlich auch nicht, dass es erst so weit kommt, dass Schmerzen auftreten, oder es leidet, aber wäre eine OP nicht wenigstens einen Versuch wert?

    Würdet ihr wenn eher nur die Zehen, oder das gesamte Bein amputieren lassen?
    Vorne lastet das meiste Gewicht, kann das überhaupt klappen, oder werden dann die Gelenke und der Fußballen des anderen Beinchens zu sehr in Mitleidenschaft gezogen?

    Habt ihr andere Ideen, was man noch tun könnte?

    Sorry, dass es so lang geworden ist. Ich hoffe, ich habe nichts ausgelassen.

    Dies ist das Pfötchen:

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  3. Enkidu

    Enkidu Schweinchen-Häuptling

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    Eins meiner Meeris hatte einmal ein dickes Zehengelenk. Die Tierärztin hat die betroffene Zehe amputiert, weil sich auch schon der Knochen aufgelöst hat.
    Die Amputation hat das Meeri gut überstanden, aber leider hatte sie noch andere Baustellen und ist kurz darauf trotzdem gestorben.
    Wahrscheinlich war es tatsächlich eine bakteriell bedingte Entzündung. Bakterien können auf vielen Wegen in die Blutbahn kommen.

    Wenn es das bei deinem Schweinchen auch wäre (und eben kein Krebs oder was anderes), dann würde eine Amputation der Zehen Sinn machen.
     
  4. #3 gummibärchen, 04.08.2018
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Ja das sehe ich auch so.
    Die Frage ist, hätte es dann nicht mit dem Baytril und dem entzündungshemmenden Schmerzmittel besser werden müssen?

    War es bei deinem Schweinchen „nur“ dick, oder war es auch mit Blut, Eiter, oder irgend etwas gefüllt?
     
  5. #4 trauermantelsalmler, 04.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 04.08.2018
    trauermantelsalmler

    trauermantelsalmler Schweinchen-Kenner

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    Hallo,

    ich persönlich würde bei Bedarf großzügig mit Metacam arbeiten, und das Schweinchen laufen lassen solange es einen munteren und schmerzfreien Eindruck macht. Sobald es Einschränkungen hat, würde ich es sofort gehen lassen.
    Bei der Prognose würde ich persönlich keine Amputation mehr versuchen, ich wäre hier davon überzeugt dass ich höchstwahrscheinlich dem Tierchen die letzten einigermaßen beschwerdefreien Tage so noch zunichte mache, ohne dass es einen Nutzen an Lebensqualität oder Quantität daraus zieht. Ich musste auch schon kerngesunde Zahnschweinchen gehen lassen, weil eben nur der Kiefer dahin war, der Rest vom Schwein war munter und fit. Das ist immer besonders frustrierend und man fühlt sich machtlos, ich verstehe dich so gut....

    Ich glaube aber auch es gibt hier keine richtig oder falsch, jeder entscheidet da anders, und für beide Wege gibt es gute Gründe.
    Aber so würde ich persönlich es machen.

    Aller Gute deinem Schweinchen!
     
  6. #5 B-Tina :-), 04.08.2018
    B-Tina :-)

    B-Tina :-) NotschweinchenHalterin

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    Vielleicht ist das Schweinchen resistent gegen Baytril?

    Ich würde, wenn überhaupt, dann "nur" die beiden Zehen amputieren lassen ...

    Daumen und Pfötchen sind gedrückt!!
     
  7. jackie

    jackie Jedem Meeri mind. 1qm!

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    Ich sehe es wie Trauermantelsalmler.

    Alles Gute euch!
     
  8. #7 Traudl, 04.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 04.08.2018
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    Ein Tier mit fehlender Pfote kann noch sehr viel Lebensqualität haben. Ich sehe es täglich bei meinem 2 1/2beinigen Sabinchen. Ich Frage mich nur, ob nicht eine Osteomyelitis die Ursache für die sich auflösenden Knochen in der Pfote ist. In der Humanmedizin wäre es nach der Beschreibung die wahrscheinlichste Ursache.
    Baytril greift oft nicht gut bei einer Osteomyelitis. Ich würde sehr gut Überlegen, ob eventuell Clindamycin einen Versuch wert wäre. Es muß dir aber klar sein, das dein Tier durch das Clindamycin ev. gesund wird und dennoch 6Wochen nach Clindamycingabe plötzlich sterben kann(ohne zu leiden). Das ist bekannt, das Meeris 6 Wochen nach Clindamycingabe manchmal plötzlich sterben. Zum Glück nur wenige, aber du weißt nicht, ob deines dazu gehören wird.
    Euch alles Liebe
     
  9. #8 trauermantelsalmler, 04.08.2018
    trauermantelsalmler

    trauermantelsalmler Schweinchen-Kenner

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    Das bestimmt, aber zunächst muss es eine schmerzhafte Operation über sich ergehen lassen, die Wunde muss abheilen, und es muss wieder lernen zu laufen.
    Und die Wahrscheinlichkeit dass ein krebskrankes Tier mit vermutlich Metastasen in der Lunge (wenn noch nicht jetzt, dann sicherlich bald) gar nicht mehr solange lebt, um das beschwerdefreie Leben dann noch zu erleben, ist bei der Prognose sehr hoch.
    Deswegen würde ich nicht amputieren, zumindest hier nicht.
     
  10. Traudl

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    Wir haben außer der fehlenden Wirkung von Baytril und der sich auflösenden Knochen nichts was für ein tumoröses Geschehen spricht. Nun wirkt aber Baytril oft nicht genug bei Entzündungen im Knochen und die Stelle ist untypisch für einen Knochentumor. Es ist eine typische Stelle für eine Osteomyelitis und ich würde erstmal einen Behandlungsversuch in diese Richtung machen. Bei Sabinchen hat bei einer Osteomyelitis im Knochenstumpf erst Clindamycin geholfen. Wenn sie mir sicher geht ohne Clindamycin, dann war es mir den Versuch wert und sie ist immer noch da. Ob ich dem Tier eine OP zumuten würde weiss ich nicht,eher nicht., aber gleich aufgeben das könnte ich nicht. Wenn sie dann zu den Tieren gehört, die 6 Wochen nach Clindamycin plötzlich sterben, so hat der Behandlungsversuch ihr wenigstens kein zusätzliches Leid verursacht.
     
  11. Nanouk

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    Wenn es mein Schweinchen wäre, würde ich die 2 betroffenen Zehen amputieren lassen.
    Die Histologische Untersuchung zeigt ja dann, was es ist.
    Je nachdem was da rauskommt, kann man dann weiter überlegen.
     
  12. #11 gummibärchen, 05.08.2018
    gummibärchen

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    Danke für eure Ratschläge und Erfahrungswerte schonmal.

    Es sind viele interessante Ansätze dabei, die ich mir alle aufgeschrieben habe und Montag mit unserem Tierarzt besprechen werde.

    Der Begriff „Osteomyelitis“ fiel beim Tierarzt auch kurz, als es darum ging, was als Ursache in Frage kommt. Er hat dann aber nichts weiter dazu gesagt und ich war zu sehr durch den Wind um nochmal genauer nachzufragen.
    Jetzt, wo der Begriff hier genannt wurde, fiel es mir wieder ein.
    Ich hatte damit noch nie zutun, habe gerade aber mal gegoogelt und ich finde, das könnte passen.
    Muss dabei denn zwangsläufig hohes Fieber auftreten, oder kann das auch fehlen? Hätte man das aufgrund eines stark reduzierten Allgemeinbefindens merken müssen?
    Klar, sie verstecken sehr gut, aber ich hab bisher immer kleinste Auffälligkeiten bemerkt und kenne meine Tiere. Hätte ich das nicht merken müssen?
    Wie kommt eine Osteomyelitis zu Stande?

    Ich hab gelesen, dass es beim Menschen zwei Formen, die exogene und die endogene Osteomyelitis gibt. Bei letzterer gelangen die Bakterien über einen anderen Infektionsherd (genannt waren als Beispiele entzündete Talgdrüse/Furunkeln, Nagelbettentzündung, Nasennebenhöhlen Entzündung etc.) über das Blut ins Knochenmark.
    Das Tier hatte mal einen Knubbel in der Nähe der Zitze. Eine Vertretungstierärztin hielt es für ein Lipom und wir machten nichts weiter daran. Es ist irgendwann von selbst verschwunden. Vielleicht war es gar keins, sondern es war in Wirklichkeit eine entzündete Talgdrüse, oder ein kleiner Abszess, weil sich was rein gepiekst hat, oder so... könnte das vielleicht die Ursache sein?
    Oder vielleicht eine unbemerkte Verletzung der Kralle, die sich dann entzündet hat?

    Im Infotext stand ebenfalls, Dass in manchen Fällen Verbindungsgänge vom Ort der Infektion zu anderen Organen oder an die Hautoberfläche entstehen können. Sogenannte Fisteln. Das runde knubbelige Ding oben drauf auf der Pfote könnte ja vielleicht so etwas sein. -Wobei man da jetzt seit gestern etwas hartes (Knochen?) fühlt.

    Mit Clindamycin musste ich noch nie arbeiten, aber es wäre, trotz der krassen Nebenwirkung sicherlich einen Versuch wert, bevor man die Flinte ins Korn wirft.
    Vielen Dank für den Hinweis.
    Wie lange hast du mit dem Clindamycin behandelt, Traudl?
    Woran sterben die Tiere, wenn sie sterben? Ist das unbekannt, oder ist es ein bestimmtes Organ, was da durch die Behandlung nicht mehr mitmacht?
    Was passiert mit den „Resten“ der aufgelösten Zehen, falls das Clindamycin anschlägt? Lässt man das so, oder muss das dann trotzdem operativ versorgt werden?
    Woran merkt man, ob es wirkt? Würden die Knubbel sich dann wohl zurück bilden?

    Eine andere Überlegung war, ob man nochmal punktiert, das Punktat auf Entzündungszellen untersucht und gleichzeitig ein Antibiogramm mit macht.
    Meint ihr, dass würde noch etwas bringen?

    Ich möchte ja auch nicht, dass ein Tier leidet, oder ich ihm die letzten halbwegs angenehmen Tage nehme, die es noch gehabt hätte, daher kann ich sehr gut verstehen, dass manche hier von einer Amputation abraten.
    -Aber wie schon geschrieben wurde, steht ja derzeit nicht fest, ob es wirklich Krebs ist. Bisher ist es „nur“ eine Vermutung. Aber es sind (Gott sei Dank) keine Metastasen da und es ist eine untypische Stelle.
    Vielleicht hätten wir ja doch Glück und es ist gar kein Krebs.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt, ihr kennt das und man klammert sich manchmal an jeden Stohhalm.

    Kampflos aufgeben passt nicht zu mir persönlich, zumindest solange nicht, wie ich noch eine kleine Chance für mein Schweinchen sehe, es noch ein gutes Allgemeinbefinden hat und aktiv und munter am Gruppenleben teilnimmt.

    Die Frage ist, wie man jetzt am besten weiter vorgeht.
    Den Versuch mit dem Clindamycin kann ich mir gut vorstellen, ebenso wie (wenn es nötig ist) die Amputation der Zehen um diese dann untersuchen zu lassen und eine sichere Diagnose zu erhalten.
    Ich denke, dass muss der TA entscheiden, wie unser nächster Schritt aussieht.
    Ich rufe ihn morgen an und werde nochmal mit dem Schweinchen hin fahren.

    Wenn ihr noch weitere Ideen habt, immer gern her damit.
     
  13. #12 Traudl, 05.08.2018
    Zuletzt bearbeitet: 05.08.2018
    Traudl

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    Clindamycin bekam Sabinchen 4 Wochen. Es war nach der ersten OP eine Wunde zurück geblieben die nicht heilen Wollte. Es bildeten so h Fisteln um die Schulter herum. Bei einer erneuten OP hätte das Schultergelenk teilweise entfernt werden müssen. Das erschien mir zu viel Quälerei mit ungewissem Ausgang. Wenn ich um die Knochenbeteiligung gewusst hätte, hätte es schon die erste OP nicht gegeben.
    Unter Clindamycin heilte die Wunde zügig und die Osteomyelitis auch.
    Unter Clindamycin können sich Toxinbildner im Darm vermehren. Wenn das passiert, ist ca nach 6 Wochen soviel Toxin da, das die Tiere plötzlich schmerzlos sterben. Den Fall hatte ich nicht, doch mein TA hat das schon mal gesehen.
    Sabinchen wurde während der Clindamycingabe von mir mit allem vollgestopft, was die Darmflora stärkt: Laktulose, Apfelpektin, Benebac und Fibreplex. Zudem habe ich ihr immer vor dem Antibioticum eine Portion Critical Care zukommen lassen.
    Gentamycin hat übrigens das gleiche Risiko, obwohl manche TA es noch geben, ohne den TE auf die Gefahr hin zu weisen.
    In der Humanmedizin ist Clindamycin in diesen Fällen gängig.
    Sabinchen hatte übrigens auch kein Fieber. Die Temperatur lag jedoch meistens im oberen Normbereich.
     
  14. Traudl

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    Ich würde nicht mit einer OP rechnen, wenn das Clindamycin greift. Wenn zu viel abgestorbenes Gewebe da ist, könnte ich mir jedoch vorstellen, das dennoch eine kleinste OP im Sinn einer Abszesseröffnung oder einer Nekroseñabtragung nötig wird. In der Humanmedizin kann man beides in Lokalanästäsie machen. So habe ich es beim Schwein auch schon bei der Abszesseröffnung erlebt. Nekroseñabtragung hatte ich noch nicht.
     
  15. Nanouk

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    Ich würde weiterhin die Entfernung der betroffenen Zehen favorisieren.
    Grund:
    Wenn auf dem Röntgenbild zu sehen ist, daß der Knochen schon weitgehend zerstört ist, dann dämmt man sicherlich mit einer Antibiose eine etwaige Entzündung ein, aber die verbleibenden, angefressenen Knochenreste sind immer ein unberechenbares Reservoir für Keime. Das heißt dann, daß die Infektion jederzeit und vor allem immer wieder aufflammt.

    Mein Weg wäre: Zehen entfernen, Gewebe zur histologischen Untersuchung, Abstrich für Antibiogramm.
    Falls es „nur“ eine Entzündung ist, kann dann gezielt ein Antibiotikum ausgewählt werden.
     
  16. Traudl

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    Wenn Gewebe zurück bleibt, das ein Keimresoivar sein könnte, ist eine Nekroseñabtragung nötig. Nur Nekrosen bergen diese Gefahr. Bei Sabinchen sind übrigens keine Nekrosen zurück geblieben. Allerdings hatten wir hier eine offene Wunde durch die Op
     
  17. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

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    Nun, dann sind wir eben anderer Ansicht bzw. reden aneinander vorbei.
    Zehe ohne Knochen drin belassen?
    Oder was meinst Du mit „Nekrosenabtragung“?
     
  18. Helga

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    Ja, mir ist das auch zu "technisch" erklärt, verstehe auch nur die Hälfte.
     
  19. Traudl

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    Entschuldigung für die zu medizinische Ausdrucksweise. Mit Nekrose ist abgestorbenes Gewebe gemeint. Wenn man dieses entfernt redet man von einer Nekroseñabtragung. Belässt man es, kann es der Herd für ein wieder aufflammen der Entzündung sein, da abgestorbenes Gewebe nicht durchblutet ist. Es muss nicht so sein. Mein Kollege ist jahrelang mit einer Nekrose im Sprunggelenk herumgelaufen. Man muss dann einfach abwägen. Sabinchen hätte ich nicht einer erneuten OP ausgesetzt, es sei denn es wäre unvermeidlich. Ich hätte sie auch nicht der ersten OP ausgesetzt, wenn ich von Anfang an gewusst hätte das der Knochenstumpf auch betroffen ist.
     
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    Da ich etwas Zeit habe. Eine Osteomyelitis entsteht, wenn sich Keime im Knochen ansiedeln. die daraus resultierende Entzündung zerstört den Knochen.
    Es gibt 2 Möglichkeiten, wie die Keime zum Knochen kommen. Zum einen kann sich bei einer winzigen Verletzung eine Entzündung bilden, die irgendwann den Knochen erreicht. Das würde ich bei einer Osteomyelitis an der Pforte vermuten. Hanni bekam von einem entzündeten Zahn eine Osteomyelitis im Unterkiefer. Zum anderen können die Keime von einer Entzündung irgendwo im Körper über die Blutbahn zum Knochen wandern und ihn angreifen. Wenn das geschieht erwarte ich deutliche Krankheitszeichen.
     
  22. #20 gummibärchen, 05.08.2018
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    Danke für eure ausführlichen Erklärungen.
    Jetzt kann ich mir ein besseres Bild von dem ganzen machen.

    Ich hab mir alles aufgeschrieben und werde morgen schauen, wann unser TA Zeit für uns hat, um das nochmal alles persönlich zu besprechen.

    Die Pfote hat sich finde ich ein wenig verändert. Der Knubbel seitlich ist vielleicht etwas kleiner geworden und der rundliche Knubbel oben drauf ist jetzt offensichtlich nicht mehr mit Flüssigkeit/Blut gefüllt. Er ist komplett hart und man fühlt jetzt den Knochen(?) oder was auch immer... Wenn der Knochen sich aufgelöst hat, dürfte man den ja eigentlich nicht so spüren können?!
    Keine Ahnung, ob das nun ein gutes, oder ein schlechtes Zeichen ist.

    Mal sehen, was der TA morgen sagt und wie er jetzt vorgehen möchte.
     
Thema:

Tumor (?) an der Pfote - Amputation oder einschläfern?

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