Tochter will mit Zucht anfangen, Mutter fragt an... Zuchtbock hergeben?

Diskutiere Tochter will mit Zucht anfangen, Mutter fragt an... Zuchtbock hergeben? im Rassen, Farben und Zucht (Archiv) Forum im Bereich Archiv; Hallo, hätte gerne ein paar Tipps oder Meinungen von Euch, was ich machen soll. Vor kurzem hat eine Frau für ihre Tochter wegen einem Bock...

  1. #1 *Saphira*, 16.05.2010
    *Saphira*

    *Saphira* Guest

    Hallo,

    hätte gerne ein paar Tipps oder Meinungen von Euch, was ich machen soll.

    Vor kurzem hat eine Frau für ihre Tochter wegen einem Bock von mir angefragt . Es wurde hauptsächlich nach dem Preis gefragt, sonst stand nicht viel in der Mail. Habe natürlich erst Aufklärungsarbeit geleistet, weil ich dachte, sie möchten nur ein Tier, und dass ich kein Tier in Einzelhaltung vermittele. Nun hat sich herausgestellt, dass 2 Weibchen (8 Monate, US-Teddies) vorhanden sind und sie meinen Max (GH, creme, auch ca. 9 Monate) für die Zucht haben möchten. Angeblich sind Zuchtkenntnisse vorhanden (von früherer Vogel- und Hundezucht), und auch viel Platz etc. Allerdings ist die Tochter erst 13, hat kaum Genetikkenntnisse und ich habe natürlich meine Bedenken wegen der Zucht geäußert. Natürlich wegen der Genetik, wegen Dalmatiner, Schimmel, dass die Tiere Stammbäume haben sollen, man keine Zoohandlungsschweinchen verpaaren soll, dass ein Zuchtziel vorhanden sein sollte, wohin mit den Jungtieren, Kenntnisse wegen Jungtieraufzucht, evt. Unkosten beim Tierarzt oder wegen Kaiserschnitt, etc. So wirklich scheint das alles nicht zu interessieren (weil ja ausreichen Kenntnisse vorhanden seien), die Tochter möchte unbedingt "züchten", dabei habe ich noch nicht rausgefunden, ob nur "einmal", oder dauerhaft mit vielen Tieren... Die Haltung der Leute scheint gut zu sein, sie haben viel Platz, halten schon lange Meerschweinchen, legen Wert auf das Wohl der Tiere, haben aber noch nie gezüchtet. Ich wollte Ihnen den Bock als Kastrat für die Weibchen geben, das möchten sie aber nicht.

    Was soll ich nun tun? Soll ich Ihnen den Bock geben und damit riskieren, dass sie einfach irgendwie mit diesen Weibchen vermehren? Soll ich Ihnen den Bock wegen mangelnder Erfahrung oder Kenntnisse nicht geben? Ich habe nun mal angeboten Ihnen mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen und auch gesagt, dass sie sich nach einem Zuchtweibchen aus einer guten Zucht suchen sollen (natürlich mit Rücksicht auf Rasse/Farbe/Zuchtziel/Stammbaum), aber ob sie das machen wollen?!
    Bin echt unentschlossen, was das Richtige ist. Denke da nur an das Wohl der Tiere. Was, wenn bei dieser Art von "Zucht" (oder Vermehrung) was schief geht? Soll man sowas unterschützen? Oder soll ich wirklich nur helfen und den Zuchtbock zusichern, wenn Sie sich erst ausreichend informieren und sich passende Zuchtweibchen suchen?
    Auch möchte ich natürlich kein schlechtes Licht auf meine Zucht werfen, wenn ich absage...

    Andere Bedenken sind natürlich auch, dass die Tochter erst 13 ist. Was ist in 1 oder 2 Jahren, wenn sie andere Sachen im Kopf hat? Klar, die Eltern wollen sie anscheinend sehr unterstützen, aber wenn die Tiere dann trotzdem wegen mangelndem Interesse abgeschoben werden?!

    Bin gespannt, was Ihr dazu meint, oder was Ihr machen würdet. Oder hattet Ihr so einen Fall schon mal?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe und Eure Tipps und Meinungen.
     
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  3. #2 caviamama, 16.05.2010
    caviamama

    caviamama Guest

    Ich würde ihr keins meiner Tiere verkaufen, solange nicht alles schlüssig geklärt ist. Wenn sie so beratungsresistent sind, dann musst Du vor Deinem Gewissen verantworten, ob Du ihr ein Tier gibst.

    Sie wird Dich schlecht machen, wenn sie keines bekommt und sie wird Dich schlecht machen, wenn was schief geht.... Du hast so oder so die Popo-Karte.... Und zur Not kaufen sie sich einen Bock aus dem Zooladen, es ist doch immer das gleiche. Das Mädel ist dreizehn, in den meisten Fällen interessieert sie sich in ein, zwei Jahren nicht mehr besonders für die kleinen Wuschel, dann kommen die großen. Allerdings kann sie natürlich eine rühmliche Ausnahme sein, wo aber die Beratungsresistenz gegen spricht.
     
  4. #3 nickidaniel, 16.05.2010
    nickidaniel

    nickidaniel Guest

    oha, das is schwierig. also ich würde den bock nicht dahinhingeben.
    klar, dann holen sie sich ihn woanders, aber ich denke mir dann immer ,,nicht mit meinen meeris,, wer weiss was dann irgendwann mit ihnen geschieht, wenn sie nich mehr gewollt sind oder das interesse verloren geht, wie du schon sagtest. in 1 oder 2 jahren sind die interessen bei einem jungen mädel vielleicht ganz andere.
    ok, ich war schon immer verrückt nach tieren und könnte mir ein leben ohne sie nich vorstellen. mit 15 bekam ich meinen ersten hund und bin morgens noch bevor der schulbus kam mit ihm raus und auch direkt wenn ich nach hause kam, bei wind und wetter. ich hatte damals natürlich auch schon meinen ersten festen freund und alles, aber meine tiere hätte ich nie warten lassen.

    letztendlich würde ich dir raten: lass dein herz und dein bauchgefühl entscheiden!
     
  5. Lucylu

    Lucylu Schweinchen-Guru

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    Ich habe überhaupt nichts mit züchten zu tun, aber ich würde ihr den Bock nicht geben.
    Das hört sich für mich an, als hätten die überhaupt keine Ahnung und möchten einfach ein paar Babies haben.
     
  6. #5 cuddles, 16.05.2010
    cuddles

    cuddles *notmeerivermittlerin*

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    alleine wenn du zweifelst, sollte dies Grund genug sein dort kein Tier hinzugeben
     
  7. #6 Biensche37, 16.05.2010
    Biensche37

    Biensche37 Herr der Schweinchen

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    Frag nach der Abstammung

    Ich würde noch mal nachfragen, ob die Weibchen Stammbäume haben.
    Wenn nicht, dann würde ich den Bock nicht dahin verkaufen.

    Wenn sie Stammbäume haben, dann frag nach von wo sie stammen und welche Farben dort in den Stammbäumen stehen. Und zwar unter dem Vorwand, das du schauen musst, ob dein Bock überhaupt zu den Weibchen passt. Es könnte ja auch Verwandtschaft vorliegen...da müsstest du dich schon vergewissern. Sonst fällt es auf dich und deine Zucht zurück, wenn das nicht passt.

    Hunde- und Vogelzucht kann man nicht mit der Genetik der Meerschweinchen vergleichen. Mach sie auf das Lethal Gen aufmerksam. Und das nicht wie bei Hunden, das Merle Gen zu sehen ist, sondern sich verbergen kann. Alleine wg. dieses Gens darf und sollte man keine Tiere ohne Stammbäume vermehren.

    Notfalls biete ihnen eine 1,2 Zuchtgruppe an, bei der sie sicher sein können.
    Züchten werden sie dennoch. Auch wenn sie deine Hilfe nicht annehmen.
    Aber dein Zuchtname wird dann wenigstens nicht "mißbraucht".


    bine
     
  8. #7 *Saphira*, 16.05.2010
    *Saphira*

    *Saphira* Guest

    Vielen Dank für Eure schnellen Meinungen und Ratschläge.

    Ich glaube, das hilft mir schon sehr viel weiter.

    Wo die beiden Weibchen herstammen, weiß ich eben noch nicht, aber ich habe nun danach gefragt. Je nach dem, wie die Antwort lautet, werde ich weiter handeln. Wenn die 2 Mädels aus dem Zoohandel sind oder keine Abstammungsnachweise haben, werde ich meinen Zuchtbock auf jeden Fall nicht dorthin vermitteln, da mir die Gefahr zu groß ist, dass doch mit den Mädels gezüchtet wird...

    Über weitere Meinungen und Tipps freue ich mich.
    Wenn Ihr möchtet, kann ich weiter berichten.
     
  9. Gini

    Gini Guest

    Ich würde kein Tier dorthin verkaufen.

    Hört sich alles sehr "wischi waschi"-mäßig an, vonwegen heute haben wir lust MS zu züchten aber morgen sind sie vielleicht schon wieder uninteressant.

    Und wer weiß, wo die Tiere landen, wenn kein Interesse mehr vorhanden ist. Oder wer weiß, wie sie die Zucht handhaben - wo gehen die Jungtiere hin, evtl. an Freundinnen der Tochter als Kinderspielzeuge?

    Ne, also mir wär das nichts, sie werden wohl trotzdem "züchten", aber du hast dann nichts damit zutun sondern hast Aufklärungsarbeit geleistet und konsequent keines deiner Tiere an sie verkauft.
     
  10. #9 Dagmina01, 16.05.2010
    Dagmina01

    Dagmina01 Ex-Züchter

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    Hallo Steffi, so wie oben von Biensche geschrieben, würde auch ich dir raten vorzugehen. Und frage ruhig auch nach dem Zuchtziel.
    Vermutl. hat sich das Thema für dich und deinen Bock schnell erledigt .......,

    Komisch daran finde ich ja, dass die Tochter züchten will und die Mutter anfragt.

    Andersherum, wenn die Mutter sagt, sie will züchten und die Tochter macht mit, käme mir "seriöser" vor.
     
  11. #10 honeyisses, 16.05.2010
    honeyisses

    honeyisses Guest

    Ich hatte genau so eine Anfrage auch schon mal. Die Mutter hat für die Tochter angefragt. Sehr schnell hat sich heraus gestellt, dass die Mutter keine Ahnung von Haltung und Co. hatte, geschweige denn von Zucht. Die Tochter war recht flapsig.

    Da meiner Meinung nach die Eltern immer die Verantwortung tragen - gerade wenn die Teenis dann doch andere Interessenten haben - ist das Ende bei einer Zucht mit mehreren Tieren schon fast abzusehen.

    Ich habe mich deshalb dagegen entschieden. Wäre es eine Familie in meiner unmittelbaren Nähe gewesen, dann hätte ich vllt. noch etwas anderes probiert. Aber es war eine größere Entfernung und die Mutter recht beratungsresitent. Von daher habe ich es bei ausführlichen Aufkärungsgesprächen ohne Verkauf belassen.
     
  12. Heidi*

    Heidi* LIEBHABER

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    Hmm.

    Schwer.

    Fängt jeder ja mal an.

    Mich beschäftigt in erster Linie immer, was erwartet mein MS dort?
    Jetzt und zukunftig.
    Ist Verantwortung zum Tier da oder mal nur so ne Schnapsidee?
    Das würde ich wohl klären wollen.

    Je nach Ergebnis der Unterhaltung treffe ich dann die Entscheidung für mein Tier.
    Es ist ja mein Tier, solange es nicht verkauft ist.

    Ich möchte keine Wanderpokale, kein Abschieberbub, wenn er dann seine Arbeit getan hat, uvm.

    Zieh sie hier ja schließlich mit Liebe groß.

    Ich finde, man sollte darüber reden können. Das ist mir wichtig.
     
  13. #12 Fortresca, 16.05.2010
    Fortresca

    Fortresca Guest

    Zum Thema "Tochter will, Mama fragt" würd ich sagen, es ist gut, dass die Mutetr fragt. Das zeigt, dass die von den Plänen der Tochter weiß und da keine Minderjährige aus Lust und Laune dran rumfuhrwerkt, sondern jemand Erwachsenes mit die Verantwortung trägt. Der 13jährigen hätt ich nach der ersten Mail abgesagt gehabt.

    Sonst denke ich, telefonier mal mit denen oder lass sie zu dir kommen. In einem direkten Gespräch ergeben sich oft ganz andere Eindrücke als nur mal so per Mail. Da lassen sich die Leute und ihre Einstellung besser einschätzen. Wenns nicht passt, kannst du sie immer noch wegschicken und das schlimmste, was dabei draufgegangen ist, ist ein Kaffee und ein wenig Zeit - und nciht evtl. das Leben der beiden Teddymädels, sollte das ganze sonst in Dauerträchtigkeiten usw enden.
     
  14. #13 Heumännchen, 17.05.2010
    Heumännchen

    Heumännchen Sonderfarben-Fan!

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    Hi,

    ist schwer zu entscheiden, denn wie schon geschrieben, jeder fängt mal an! Ich war auch froh als ich damals angefangen habe zu züchten, dass sich eine erfahrene Züchterin angenommen hat mir alles zu erklären und auch Tiere gegeben hat. :heart:

    Ich bin mittlerweile auch sehr skeptisch , würde aber jedem einen Chance geben - daher ist meiner Meinung nach der beste Weg -> persönliches Gespräch mit Aufklärung über Kosten, Arbeitsaufwand, usw...

    lg Johanna
     
  15. Sonali

    Sonali Herr der Schweinchen

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    Hallo!

    Ich würd mal eher zu NEIN tendieren... es fehlen aber doch einige Infos.

    Ist das bei Dir in der Nähe und könntest Du Dir mal ein Bild vor Ort machen? Sowie persönlich mit den Leuten sprechen? Die derzeitige Kommunikation läuft ja über E-Mail oder?
     
  16. Abby

    Abby Schweinchen-Guru

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    Ich hatte mal eine Anfrage von einer Mutter, deren Tochter züchten wollte.
    Sie wollten ein Mädel von mir (hatte nur eins zur Abgabe damals), fragten aber am Telefon nicht nach Rasse, Farbe etc...
    Glaube sie fragen auch nur nach dem Preis (bin mir aber nicht sicher, da es schon lange her ist).

    Einen Bock hatten sie schon (oder einen in Aussicht).

    Beide Tiere hätten lange Zeit allein sitzen müssen (oder im schlimmsten Fall hätten sie mein kleines Mädel gleich zum Bock).

    Die Mutter kannte sich nach eigenen Aussagen SUPER aus mit Haltung, Ernährung etc. weil sie früher im Zooladen arbeitete... :ungl:

    Ich entschied mich Gott-sei-Dank dafür mein Weibchen nicht dorthin zu geben.

    Ich bin mir sicher dass ich von denen nie wieder was gehört hätte.

    Ich würde in deinem Fall - wenn ich ein schlechtes Gefühl habe - kein Tier dort hin geben.
     
  17. #16 Allgäu Meerlis, 17.05.2010
    Allgäu Meerlis

    Allgäu Meerlis simply an Otter

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    Hallo,

    es ist wahnsinnig schwer, die Mädels in der heutigen Zeit einzuschätzen.

    Meine Zuchtanfänge waren mit gerade mal 15 Jahren gewesen - damals leider noch Vermehrung aber ich informierte mich damals genau, wann und wie ich die Tiere verpaaren durfte. Nur von Genetik hatte ich damals noch absolut keine Ahnung. Das änderte sich als ich meine Traumfarbe fand und die weiterhin haben wollte und außerdem noch der Ehrgeiz dazu kam auf Ausstellungen zu gehen.

    Mein erster richtiger Wurf fiel 2004. Seitdem hat sich viel getan und sie haben einiges "überlebt". Was auch an meinen Eltern natürlcih lag die mich dahingehend in der Form so gut es ging unterstützt haben. Den Großteil musste ich mir aber selbst erkämpfen.

    Ich kenne mittlerweile zwei Mädels u18, die sehr hinter einer Rassezucht her sind und vor denen ich den Hut ziehe. Allerdings stehen die Eltern auch sehr hinter den beiden undd a wird mal eben 200 km auf ne Austellung zum Zugucken gefahren. Find ich toll.

    Ich würde mit der Mutter nochmal reden. Mit 13 müssen die Eltern vor allem noch absolut dahinter stehen.
    Wecke den Ehrgeiz und schlag ihr vor einmal auf eine Ausstellung zu gehen. Dort sieht sie die verschiedenen Rassen und Farben und vielleicht will sie auch züchten um auf Ausstellungen zu gehen. Dann braucht sie schon die richtigen Tiere und kann nicht mit den ihrigen weitermachen.

    Gib ihr Hilfestellung so gut es geht.

    Aber eins ist leider richtig: wenn sie deinen Max nicht bekommen, dann holen sie sich vom Kleintiermarkt oder aus dem Zoohandel irgendeinen Bock der halt schön aussieht. Ist leider so und das finde ich sehr schade.

    Ich würds auf jeden Fall mal auf der Ehrgeiz-Schiene probieren. Und wenn sie Spaß und Erfolg hat, dann könnte das je nach Jugendlichem auch die neue Erfolgsstory werden :)

    LG,

    Michi
     
  18. #17 Biensche37, 17.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2010
    Biensche37

    Biensche37 Herr der Schweinchen

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    In diesem Falle muss die Mutter quasi anfragen, bzw. deutlich einverstanden mit dem Kauf sein, da ihre Tochter noch keine 16 Jahre alt ist.
    Das ist soweit also o.k.
    Die Frage ist natürlich immer da, ob und wieviel Ahnung von Haltung und Ernährung und vor allem den Konsequenzen einer Zucht vorhanden ist.
    Nichts wäre schlimmer, als dann die ersten Anrufe eines heulenden Teenies, der mit dem Tode von Babies nicht umzugehen weiß, oder im Notfall weder Muttertier noch Babies helfen kann, weil das Taschengeld nicht reicht und die Eltern das Kind da nicht unterstützen. Denn gerade solche Fragen müssen den Eltern gestellt werden. Wie sieht es aus mit tierärztl. Versorgung und der Versorgung von kranken Tieren (auch Nacht), wenn das Kind bis Nachmittags in der Schule ist?
    Hat sich die Mutter darüber Gedanken gemacht und ist sie gewillt ihrem Kind unter die Arme zu greifen?
    Viele werden sich jetzt vielleicht fragen: "Was gehen mich dann diese Fremdtiere an? Die Leute müssen mit dem Problem dann fertig werden, so wie ich mit meinen".
    Antwort: Sobald eines meiner Zuchttiere in solche Sachen verwickelt wird, gerät meine Zucht automatisch mit in Verruf. Aus diesen Tieren entstehen womöglich Nottiere. Die Notstationen erhalten Tiere, in denen mein Zuchtname vorkommt. Ist da ein Züchter scharf drauf? Und liegt es nicht in jedes Züchters Interesse so etwas im Vornherein zu verhindern? Die Aufklärung im Vorfeld kann schlimmes Verhindern. Im Schlimmsten Falle eine Zuchtauflösung mit der Folge, das die Notstationen und involvierte Züchter Tiere quer durch Deutschland karren um sie irgendwie aufzuteilen.
    bine
     
  19. #18 Biensche37, 17.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2010
    Biensche37

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    Punkteplan an die Eltern:

    1. Sind sie bereit ihr Kind finanziell zu unterstützen?
    Stallungen bauen, die gut zu reinigen sind. Späne kaufen und transportieren, Heu kaufen und trocken lagern können. Futter sackweise kaufen und transportieren.
    Mist mit dem Auto abfahren. Pflegemittel, Stallapotheke und Reinigungsutensilien regelmässig kaufen.

    2. Zum Tierarzt fahren
    Trächtigkeits - und Geburtsprobleme, Notkaiserschnitte, Intensivpflege bei Abszessen, Fütterung bei Zahnproblemen, Babies päppeln rund um die Uhr.

    3. Mit dem Tode zurecht kommen bzw. sich von Jungtieren trennen.
    Die Selektion bei der Zucht ist das A und O. Man muss ein Zuchtziel vor Augen haben. Man züchtet nicht für den Zoohandel und nicht für die Leute draußen, sondern in 1. Linie für sich. Um Tiere zu erhalten und zu behalten, die einen dem Zuchtziel näher bringen. Wie wird das Kind mit dem Abgeben und Ableben von Tieren klar kommen? Das muss die Mutter einzuschätzen wissen.

    4. Wohin mit dem Nachwuchs, den man nicht behalten möchte?
    Welche Gedanken werden sich gemacht über den Verkauf von Jungtieren?
    Wird eine Homepage erstellt? Wird in Magazinen und Zeitungen inseriert?
    Will man sie in Internet Portale einstellen? (Z.B. quoka) oder in den Zooladen bringen?

    5.Wie weit reicht der Service?
    Lässt man die Interessenten zu einem ins Haus oder in den Stall?
    Oder möchte man die Tiere lieber per Overnight verschicken?
    Ist man gewillt persönlichen Kontakt zu den Käufern zu halten und Service wie Urlaubsbetreuung, Krallenschneiden und Informationen über Haltung u. Ernährung anzubieten? Unterhält man sich generell gerne mit Interessenten und nimmt sich gerne Zeit für ein Verkaufsgespräch? Oder ist die Zeit knapp bemessen, sodass immer alles ziemlich zügig gemacht werden müsste?

    6. Die Anforderungen der Tiere (die ja in einer Zucht meist die übliche Anzahl von Tieren übersteigen wird) an den Züchter sind sehr hoch.
    Vor allem der Zeitaufwand.
    Inwiefern schätzen die Eltern die Belastungsfähigkeit des Kindes ein?
    Schule und wenige Jahre darauf Studium / Ausbildung erfordern ebenso Zeit, die für den Verlauf des Lebens sehr gewichtig ist.
    Wird die Zucht also nur für 4 oder 5 Jahre geplant? Oder wirklich längerfristig?

    7. Vereinswesen
    Sollte sich die Züchterin entscheiden einem Verein beizutreten und ihren Zuchtnamen etablieren wollen bzw. ihre Tiere bewerten (kören) lassen, so ist hier wieder ein hoher Zeitaufwand gefordert, der auch finanziell nicht zu unterschätzen ist. (Meldegebühren, Fahrtkosten, Hotel)

    8. Das Platzangebot
    Eine Zuchtstätte erfordert viel Platz.
    Verpaarungen nehmen Boxen ein. Rentnertiere und Tiere in Zuchtpause und Aufzucht nehmen Boxen ein. Bockgruppen brauchen viel Platz. Verkaufstiere in Weibchen und Männchen unterteilt, benötigen ebenso Platz. Quarantänekäfige brauchen auch Platz, der von den anderen Zuchttieren getrennt sein sollte.

    9. Die Weiterbildung in Sachkenntniss
    Genetikseminare zum Beispiel. Ein Referat über Meerschweinchen schreiben, evtl. einen Sachkundenachweis anstreben...
    Hier wären wir wieder beim Zeitfaktor. Und umsonst sind diese Dinge leider auch wieder nicht.


    Gerne dürfen hier andere User die Punkteliste ergänzen und Sachen einbringen, die ich jetzt vielleicht vergessen habe. :pc:

    Die Frage an die Eltern: Kann dies alles ein 13 jährigs Mädchen alleine stemmen?

    bine
     
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  21. Goofy

    Goofy Guest

    Gibt es nicht schon genug Züchter / Vermehrer ?
     
  22. #20 Heumännchen, 17.05.2010
    Heumännchen

    Heumännchen Sonderfarben-Fan!

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    Züchter mit Vermehrern gleichzusetzen finde ich schon ganz schön frech!
     
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