Sterben lassen?

Diskutiere Sterben lassen? im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Gerne würde ich mal wissen, wie ihr das seht. Wenn ein Tier sicher bald sterben wird, lasst ihr es im Rudel,solange es sich nicht quält oder lasst...

  1. Traudl

    Traudl Gurkentaxi seit 89

    Dabei seit:
    15.06.2015
    Beiträge:
    2.246
    Zustimmungen:
    1.071
    Gerne würde ich mal wissen, wie ihr das seht. Wenn ein Tier sicher bald sterben wird, lasst ihr es im Rudel,solange es sich nicht quält oder lasst ihr es einschläfern? ich habe es eben wieder erlebt, das das Rudel sehr lieb zu dem sterbenden ist, immer lag ein gesundes neben dem sterbenden Tier und kuschelte mehr, als es üblich ist unter gesunden.
    und wenn das Tier nur eine sehr geringe Ueberlebenschance hat, wenn man es in der Klinik lässt, dann lass ich ein altes Tier doch nicht da, dann darf es im Rudel sterben, solange es sich nicht quält dabei. Ich meine Summer hat die Sepsis mit Schäden überlebt, hat mit hormon behandelte Cysten, weil sie nicht narkosefähig ist und hatte bereits 33 Grad Körpertemperatur beim TA-sie darf doch gehen und hat keinen Tag mehr gebraucht bis sie gehen konnte.
    leider war es ein fremder TA, weil meine beiden vertrauten nicht da waren.
     
    Daisy-Hu und Wassn gefällt das.
  2. Anzeige

    schau dir mal diese Ratgeber an. Dort wirst du bestimmt fündig.
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Wassn

    Wassn Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    01.08.2017
    Beiträge:
    1.153
    Zustimmungen:
    1.438
    Gute Überlegung.
    Spontan aus dem Bauch heraus: wenn ein Tier nicht leidet und sich nicht quält, würde ich es bei seinen Kumpels einschlafen lassen.
    Ist es während einer OP, so dass ein großer Tumor entdeckt wird und nichts gemacht werden kann, würde ich es nicht mehr aufwachen lassen.
    Wenn ich mit ihm zu unserer Tierärztin fahre, es wird eine unheilbare Krankheit diagnostiziert und man weiss nicht, wann es schlimmer wird, dann wird es schwerer zu entscheiden. Wenn es noch Wochen sein können, würde ich die Nase wieder mitnehmen. Sind es nur ein paar Tage und es ist vor dem Wochenende, dann würde ich es einschläfern lassen, um ihm den Stress, in eine Klinik zu fahren, zu ersparen. Meine Tierärztin ist um die Ecke, zu den Notdiensten mindestens 30 Mins. Aber keine Ahnung wie ich in einer akuten Situation handeln würde. Bei unserem Kater wurde eine Thrombose am der Wirbelsäule diagnostiziert. Dies kann von einer auf die andere Minute sehr starke Schmerzen bedeuten. Und ihn noch ein paar Tage um mich zu haben, bis er Schmerzen hat, kam mir egoistisch vor.
    Aber ich denke, so etwas kommt immer auf die Situation drauf an. Da muss man individuell hinschauen.
     
    Traudl und Krümelchen gefällt das.
  4. #3 Paperhearts, 01.04.2018
    Paperhearts

    Paperhearts Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    16.08.2004
    Beiträge:
    2.010
    Zustimmungen:
    177
    Ich verstehe nicht so ganz … Hast du deine Summer wieder mit nach Hause genommen, um sie dort gehen zu lassen?
    Ein altes Tier mit Zysten und Untertemperatur, das bereits beim Tierarzt ist, würde ich dort erlösen lassen und nicht wieder mit nach Hause nehmen. Habe ich vor einigen Wochen auch so gemacht.
    Ich finde es furchtbar, wie lange Menschen manchmal leiden müssen, bis sie endlich sterben „dürfen“ – und bin froh, dass es bei Tieren eine Möglichkeit gibt, das Leiden zu beenden. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob es richtig ist, was man da tut. Ob es in Ordnung ist, in den Sterbeprozess einzugreifen.
     
    Enkidu und Baierchen gefällt das.
  5. Traudl

    Traudl Gurkentaxi seit 89

    Dabei seit:
    15.06.2015
    Beiträge:
    2.246
    Zustimmungen:
    1.071
    ja, ich habe sie wieder mit nach hause genommen. Sie wurde dort sofort begrüßt und es waren immer 1 oder 2 Kumpel neben ihr- sie war auch beim TA nicht alleine, Und wie es um sie steht, hätte ich mir schon denken können, als Saphir nicht wollte, das sie dort aus der Box genommen wird
    Ich arbeite im Krankenhaus, auch sehr viel mit Sterbenden. Ich finde jeder hat das Recht irgendwann auf weitere Massnahmen zu verzichten, einschließlich Essen und Trinken.
    .
     
  6. nincy

    nincy Schweinchen-Häuptling

    Dabei seit:
    21.06.2005
    Beiträge:
    427
    Zustimmungen:
    71
    Ich schließe mich Paperhearts an.
    Wenn ich mit einem Tier, das scheinbar schon im Sterben liegt (Untertemperatur, Vorerkrankungen) zum Tierarzt fahre, dann würde ich es dort erlösen lassen und nicht wieder mit nach Hause nehmen.
    Ist ein Tier alt und geschwächt oder hat eine bekannte Vorerkrankung und es ist der Tag des gehens gekommen (was bei mir sehr oft an einem Sonntag oder Feiertag vorkommt - komischerweise) lasse ich es unter starken Schmerzmitteln in der Gruppe sterben. Sollte ich aber sehen es schafft es nicht selbst, oder quält sich, fahre ich auch zum Notarzt.
    Anfang des Jahres hatte ich zwei Schweine mit chronischem Nierenversagen und seeeehr schlechten Nierenwerten. Sie haben viel getrunken, viel uriniert und viel abgenommen aber waren bis zu letzt sehr agil, aufmerksam und verfressen. Eins habe ich an dem Tag als er das Fressen einstellte erlösen lassen, der andere lag "ganz plötzlich" tot im Käfig. Eine Stunde vorher hat er noch um Leckerlies gebettelt.

    Zu Wassn: Ich habe hier eine Dame die eine eigentliche Zystenop hatte, vorher wurde noch eine Ultraschalluntersuchung gemacht, dort stellte sich dann herraus das sie einen riesigen Tumor im Bauchraum hat. Da alle wichtigen Organe aber unversehrt waren, nahm ich sie wieder mit nach Hause. Das war vor einem Jahr, sie läuft immer noch fröhlich in der Gruppe rum. Der Tumor scheint ihr wenig oder nichts auszumachen, sie frisst, ist agil und frech. Der Tumor scheint nicht zu wachsen. Ich bin dadrauf vorbereitet das es von den einen auf den anderen Tag ganz anders aussehen kann.
     
  7. Traudl

    Traudl Gurkentaxi seit 89

    Dabei seit:
    15.06.2015
    Beiträge:
    2.246
    Zustimmungen:
    1.071
    ich glaube, die Schwierigkeit besteht darin, das ich mit einem noch nicht sterbenden Tier hingefahren bin, aber ich habe 2 Stunden dort warten müssen. hätte der Sterbeprozess früher eingesetzt wäre ich nicht mehr gefahren. der TA dachte jedoch gar nicht an Euthanasie sondern an stationäre Aufnahme.
     
  8. nincy

    nincy Schweinchen-Häuptling

    Dabei seit:
    21.06.2005
    Beiträge:
    427
    Zustimmungen:
    71
    Ah ich sehe auch es war ein fremder Ta, das ist eh immer schwierig.
    Wir haben hier auch eine "Tierklinik" die finde ich ganz grässlich. Die hat bei uns auch immer Notdienst und ich musste auch dort leider schonmal hin.
     
  9. #8 Elvira B., 01.04.2018
    Elvira B.

    Elvira B. Herr der Schweinchen

    Dabei seit:
    13.02.2004
    Beiträge:
    8.128
    Zustimmungen:
    4.098
    Wenn das Tier nich krank ist und keine Schmerzen hat, darf es bei in seinem Rudel auch einschlafen, ich empfinde es als eine Gnade für das betreffende Tier, friedlich gehen zu dürfen, meist ist es eh anders.

    Warum sollte man den natürlichen Strebeprozess abkürzen, dem Tier noch Stress bereiten, indem man es zum TA schleppt und das Unvermeidliche beschleunigen. Man tut dem Tier nicht böses, wenn man es bei seine Gruppe läßt und es darf von dort aus über die RBB gehen.

    So ein Sterbeprozess zieht sich ja doch auch ein Weilchen hin und da noch störend eingreifen, finde ich unangebracht.
     
    Rosaly, Traudl, heidi und einer weiteren Person gefällt das.
  10. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    30.05.2013
    Beiträge:
    3.419
    Zustimmungen:
    2.958
    Ich sehe das Problem darin, daß man gar nicht wissen kann, ob das Tier leidet!
    Ein Tier, zumal ein Fluchttier, leider stumm!

    Ich habe es immer so gehalten: wenn ich der Ansicht war, daß alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft waren und das Tier das Fressen eingestellt hat, dann „leidet“ es so sehr, daß es sogar die notwendige Futteraufnahme verweigert.
    Dann bin ich in Ruhe mit dem Schweinchen zum TA gefahren, hatte mich noch vorher angemeldet, damit ich nicht unnötig warten muß und habe es einschläfern lassen.
    Oder, wenn möglich, hab ich den TA zu mir nach Hause bestellt und habe es in seinem Zuhause einschläfern lassen.

    Einem Fluchttier, noch dazu so einem kleinen, anzusehen, ob es leidet oder nicht, das würde ich mir nicht sicher zutrauen.
    Im Zweifelsfall habe ich immer entschieden, daß ich es gar nicht zuverlässig wissen kann und deshalb im Sinne des Tieres entschieden, daß ich es zügig beende.
     
    B-Tina :-), Paperhearts, Baierchen und 2 anderen gefällt das.
  11. #10 Elvira B., 01.04.2018
    Zuletzt bearbeitet: 01.04.2018
    Elvira B.

    Elvira B. Herr der Schweinchen

    Dabei seit:
    13.02.2004
    Beiträge:
    8.128
    Zustimmungen:
    4.098
    Ich denke schon, dass man das an Hand seiner Beobachtungen abschätzen kann ;) Meine Esmeralda is ja letzten September im Alter von knapp 8 Jahren daheim, friedlich eingeschlafen.

    Sie war ihr Leben lang gesund, bis auf die Zysten und deswegen wurde sie ja mit 5 kastriert, danach war sie wieder kerngesund, außer das sie alt war, soll ich so ein Tierchen noch zum TA schleppen.

    Wobei ich bei Tieren, die schon länger krank sind, auch nicht warte, bis sie einschlafen, den tu ich die Liebe an und lass sie gehen, leiden soll hier kein Tier.
     
  12. Traudl

    Traudl Gurkentaxi seit 89

    Dabei seit:
    15.06.2015
    Beiträge:
    2.246
    Zustimmungen:
    1.071
    Unsere Tierklinik ist eigendlich ok. Es hängt auch etwas davon ab, wer Dienst hat. Nein, es war eine Kleintierpracis , die für Kaninchen einen guten Ruf hat. Deshalb bin ich ja hin. Meeris sind ja den Kaninchen ähnlicher als Hund und Katz.doch der Ta konnte nicht aufgeben. Und ich hätte das Tier anschließend noch zur Klinik bringen sollen zur stationären Behandlung.
     
  13. #12 trauermantelsalmler, 01.04.2018
    trauermantelsalmler

    trauermantelsalmler Schweinchen-Kenner

    Dabei seit:
    23.11.2008
    Beiträge:
    843
    Zustimmungen:
    318
    Ich halte es da 100%ig wie Nanouk.
    Ich versuche davon auszugehen was in der Natur passieren würde. Bei einem Wildrudel würde ein so schwer krankes Tier entweder ausgestoßen oder vom nächsten Beutegreifer erwischt. Deswegen versuchen die Tierchen ja oft die Symptome so gut wie möglich zu verbergen, auch wenn sie eigentlich schon furchtbar leiden müssten.
    Wenn Sie nun im Sterben liegen, gelingt ihnen nicht einmal das mehr, sie sind also eine Gefahr für das Rudel, weil sie Krankheitserreger in sich tragen können oder Fressfeinde anlocken. Ich könnte mir vorstellen das weiss das kranke Tier instinktiv, kann sich aber nicht mehr anders verhalten, und leidet dadurch vielleicht noch extra Stress. Auch die Gruppe spürt eventuell die Gefahr und hat Stress dadurch.
    Daher halte ich es für besser das Tier lieber beim Tierarzt erlösen zu lassen. So mache ich es auch immer.

    Ich habe aber auch tatsächlich noch nie miterlebt dass ein Tier in der Gruppe gestorben ist, und wie sich die anderen dann verhalten. Und ich bin halt auch kein Meerschweinchen, vielleicht sind meine Überlegungen da ja ganz falsch. Mein Weg erscheint mir aber als die sicherste Alternative, mit der ich hoffe unnötiges Leiden auszuschließen.
     
    Enkidu, Baierchen und Nanouk gefällt das.
  14. #13 Igelball, 01.04.2018
    Igelball

    Igelball Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    08.07.2015
    Beiträge:
    1.250
    Zustimmungen:
    571
    Hier kommt es auf die Situation an und wie die Tiere sich verhalten und die Vorgeschichte. Die Letzte wurde erlöst nach längerfristigenr Beahndlung, die auf Dauer keinen Erfolg brachte und sie weiter abgenoommen hatte. Die Vorletzte schlief starb hier im Gehege, da es nachts und noch auf einen Feiertag zu ging. Sie lag schon auf der Seite als ich siie fand, als ich Futter verteilen wollte. Dem Schwein, dass es eh sein Lebtag dem Menschen aus dem Weg ging, dann noch eine Fahrt zu einer Tierklinik 45km oder einen Not-TA, den ich nicht kenne zuzumuten wollte ich nicht.

    Wenn es eindeutig ist, dass ein Tier massiv abbut oder abgenaut hat, dann wird es erlöst. Es gab auch schon die Situation, dasss ich zum TA bin mit Meeris oder Tieren, wo es auf Dauer nicht mehr weiterging und diese dann eingeschläfert wurden, damit das was sie hatten mal ein Ende hat. Oder die wenn die Prognose schlecht war, haben wir uns entschieden, gleich erlösen. Aber es gab auch schon viele hier, die ihren Behandlungsversuch bekamen, der aber nicht anschlug und dann nach ein bis drei Tagen erlöst wurde usw.
     
  15. #14 Manu911, 01.04.2018
    Manu911

    Manu911 Herr der Schweinchen

    Dabei seit:
    15.03.2005
    Beiträge:
    6.212
    Zustimmungen:
    540
    Ich hab 1 Mal ein Tier nicht mehr aus der Narkose aufwachen lassen weil es hoffnungslos war. Ansonsten wurde hier noch keiner eingeschläfert. Nicht weil ich gegen Einschläferung bin aber weil ich mir genug vertraue, dass ich die Tiere kenne. Bis jetzt konnte ich noch immer sehen wenn sich der Blick verändert, ich wusste noch immer wann sich das Tier auf den Weg macht und hab dem Ganzen dann einen gewissen Zeitrahmen gesetzt in dem es das Tier alleine schaffen kann oder eben eine Erlösung her muss.

    Dabei hab ich aber auch gewisse Punkte. Das Tier soll nicht offensichtlich leiden und hier war es noch immer so, dass man merkt wenn das Tier leidet. Das liegt aber ggf. an der Bindung zu den Tieren, keine Ahnung. Ich habe aber für den Fall der Fälle auch immer Schmerzmittel hier, so dass ich jedes sterbende Tier mit Schmerzmittel versorgen kann für den Fall der Fälle und ich reibe die Öhrchen oft mit Rescue-Tropfen ein zur Beruhigung. Da hier alle Anfassen gewohnt sind ist das für sie auch kein Problem.

    Bis jetzt verlief es auch immer ganz unterschiedlich. Es gibt die menschenliebenden Schweine die selbst im Sterbeprozess den Kontakt zu uns suchen und sie dürfen, wie beispielsweise Jenny und Hägi dann auch sanft bei uns entschlafen. Beide sind bei meinem Mann eingekuschelt eingeschlafen. Da war es wichtig, dass wir Beide da waren, so kehrte Ruhe ein. Sie wollten aber eben gezielt zu uns.
    Dann gibt es die Schweine die mehr gruppenbezogen sind und da findet sich eigentlich immer ein Tier das beim sterbenden Tier wacht. Hier war es aber meist die ganze Gruppe die sich dann auf der gleichen Etage befand. Sie haben sich ruhiger verhalten, haben nicht getobt aber sich ansonsten normal verhalten. Bei diesen Schweinchen beobachte ich dann aus Entfernung den Sterbeprozess um eingreifen zu können wenn nötig. Nach dem Tod des Tieres sind alle auch nochmal zum verstorbenen Tier hin, haben es angestuppst, sind weitergelaufen, sind nochmal zurück, haben nochmal gestuppst und diejenigen die dran waren haben danach die Etage gewechselt. Wenn keiner mehr auf der gleichen Etage ist habe ich dann immer das verstorbene Tier herausgenommen, da kamen dann immer noch Blicke in meine Richtung, ich habe das Tier nochmal gezeigt und gemeint, dass ich es jetzt mitnehme. Danach verteilten sich wieder alle auf allen Etagen, hielten aber auch nach dem Misten oft noch an der Stelle des Todes inne.

    Für mich fand ich das bis jetzt noch immer richtig, würde aber eben wenn ein Tier offensichtlich leidet - sprich nicht nur schwer atmet o.Ä. was zum Sterbeprozess zugehört - natürlich auch einschreiten indem ich einen Tierarzt ins Haus hole oder in der Not zum TA fahre. Direkt Einschläfern wenn ich merke es stirbt eines käme für mich aber nicht in Frage. Tierarzt ist Stress, die Fahrt zum Tierarzt ist Stress, die Spritze ist Stress. Da muss man im Zweifel abwägen.
     
    Rosaly, Hexle und Elvira B. gefällt das.
  16. nincy

    nincy Schweinchen-Häuptling

    Dabei seit:
    21.06.2005
    Beiträge:
    427
    Zustimmungen:
    71
    Ich bin da ganz bei Manu, du hast es sehr schön geschildert.
    Ich denke das nicht nur die Bindung zu dem Tier mitspielt, sondern auch die Erfahrung in dem Bereich.
    Ich merke es mitlerweile, wenn ein Schwein wirklich nicht mehr will oder kann. Aber oft ist man von dieser Situation überfordert, erstrecht wenn man noch nie ein Tier beim sterben begleitet hat.
    Auch ich hatte in der Vergangenheit einige sehr zahme Schweine, die dann in meinen Armen eingeschlafen sind. So unschön diese Momente dann für mich sind, bin ich es dem Tier Schuldig, auch bei diesem letztem, schweren Gang an seiner Seite zu sein.
     
    Elvira B. gefällt das.
  17. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    30.05.2013
    Beiträge:
    3.419
    Zustimmungen:
    2.958
    „WIRKLICH nicht mehr können oder wollen“, das ist mir für meine Tiere einfach viel zu spät!
    Ich warte nicht so lange.
    Bevor ein Tier hier „wirklich nicht mehr kann“, darf es hier längst gehen.
     
    Paperhearts und Baierchen gefällt das.
  18. #17 Manu911, 01.04.2018
    Manu911

    Manu911 Herr der Schweinchen

    Dabei seit:
    15.03.2005
    Beiträge:
    6.212
    Zustimmungen:
    540
    So unterschiedlich kann es sein. Ich denke mir halt, wo zieht man die Grenze?
    Mal jetzt auf den Menschen übertragen sofern man die auch einschläfern dürfte. Wenn da eine ältere Frau gebrechlich ist, nur noch ganz wenig isst und trinkt sondern einfach ihre Ruhe haben will, in ihrem Fernsehsessel sitzen und dösen will - wird sie eingeschläfert weil sie einfach alt ist und ihr Körper am Ende ist, sie aber keine Schmerzen hat.
    Oder man hat eine ältere Frau mit Krebs im Endstadium, die Schmerzen hat und nicht mehr leben will. Da würde man einschläfern.

    Das Sterben gehört zum Leben dazu. Ein Tier dessen Körpersysteme sich zurückfahren und ihre Funktion langsam einstellen das ist im Sterbeprozess. Flößt man ihm Essen oder Trinken ein dann unterbricht man diesen Prozess, führt zu Stress und Aufregung. Das ist beim Menschen nicht anders, einem Menschen der im Sterben liegt sollte man auch nicht noch mit Gewalt etwas einflößen weil es sein muss. Wenn ein Mensch im Sterben liegt kommt auch keiner auf die Idee mitten im Sterbeprozess jetzt noch denjenigen einzupacken und ins Krankenhaus zu fahren sondern man lässt ihn in seinem Umfeld sterben. Klar beim Mensch darf man nicht Einschläfern aber das Tier einpacken, losfahren, die Spritze das reißt das Tier aus dem Prozess heraus und kostet es enorm Kraft und führt zu Stress. Es versucht letzte Reserven zu sammeln und es kann nicht in Frieden gehen. Klar bei Schmerzen ist es besser unnötiges Leid zu beenden und dem Tier die Schmerzen zu nehmen das steht außer Frage aber ansonsten habe ich schon so viele Meeris begleitet in all den Jahren und es war immer ein friedlicher Prozess den ich nicht hätte unterbrechen wollen indem ich das Tier nach Erkennen des "nicht mehr Wollens / nicht mehr Könnens" aus seiner Umgebung reiße.

    Aber ich akzeptiere auf der anderen Seite auch diejenigen die es für besser halten. Die dem Tier den Sterbeprozess ersparen wollen bzw. diesen beschleunigen wollen. Nur denke ich halt man sollte es bei jedem Tier beurteilen und nicht eine pauschale Lösung für alle haben.
     
    Rosaly, Hexle und Elvira B. gefällt das.
  19. #18 Nanouk, 01.04.2018
    Zuletzt bearbeitet: 01.04.2018
    Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    30.05.2013
    Beiträge:
    3.419
    Zustimmungen:
    2.958
    Irgendwie ist so eine märchenhafte Vorstellung vom Sterbeprozess nichts für mich.

    Ein Fluchttier, das seine Körperfunktionen runterfährt oder das nur noch dösen kann/will, das hat keinen Sterbeprozess mehr vor sich.
    Das kann nämlich mit seiner Gemeinschaft nicht mehr mithalten, wird zurückgelassen bzw. bleibt zurück und wird (gnädig) von einem Raubtier gefressen.
     
  20. Anzeige

    Hast du mal hier (hier klicken) geschaut? Bestimmt findest du dort etwas feines.
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. #19 Amy Rose, 01.04.2018
    Amy Rose

    Amy Rose Schweinchen-Guru

    Dabei seit:
    21.06.2008
    Beiträge:
    2.490
    Zustimmungen:
    1.369
    Also wenn ich sehe das ein Schwein im Sterben liegt. Seitlich liegend, schnappatmung, dann ist meist für alles schon zu spät. Ja, dann lasse ich es liegen. Ich lege es vielleicht noch ganz sanft in ein wenig Heu, streichel es kurz, sag das es Ok ist und dann lasse ich es in Ruhe.
    Um ehrlich zu sein kamen andere Schweinchen nur dazu um über das sterbende drüber zu trampeln (und bei 25qm Lauffläche könnten sie auch drumherum gehen), daher halte ich nichts von diesen romantischen ´Abschiedsnehmen´. Ich denke eher das es Stress für das Rudel ist, will aber das Tier weder in eine doofe Box sterben noch halbtot irgendwohin Karren oder gar meiner Hand aussetzen. Ich lege es etwas abseits, in ein wenig Heu, damit es seinen naturgetriebenen Instinkt von dem gefährdeten Rudel abseits zu sterben nachgehen kann.

    Wenn ein Tier beim Tierarzt ist lasse ich es da einschläfern, es zum Tierarzt bringen halbtot und das arme Ding dann wieder nachhause Karren damit es da eben sterben kann würde ich nie machen.

    Aber das muss wohl jeder für sich selber entscheiden.
     
    Paperhearts, Elvira B. und Baierchen gefällt das.
  22. #20 Manu911, 01.04.2018
    Manu911

    Manu911 Herr der Schweinchen

    Dabei seit:
    15.03.2005
    Beiträge:
    6.212
    Zustimmungen:
    540
    Ja in der freien Natur aber 23 Jahre Erfahrung mit Meerschweinchen zeigen mir dass sie beim sterbenden Tier bleiben, Abschied nehmen und nicht panisch rum rennen sondern ruhig sind.
    Vielleicht kommt es da auch auf die Sozialisierung an und wie schissig die Tiere allgemein sind. Meine wissen dass ihnen hier nichts passiert, wenn sie unsicher sind kommen sie zu mir oder schauen mich an. Panisches Rennen hab ich hier nicht Mal mit ner Kreissäge neben dem Bau.
     
    Elvira B. gefällt das.
Thema:

Sterben lassen?

  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden