Pro Böckchengruppen

Diskutiere Pro Böckchengruppen im Haltung und Verhalten (Archiv) Forum im Bereich Archiv; Ich lese hier in letzter Zeit vermehrt, daß eigentlich nur die Konstellation Kastrat + Weibchen wirklich natürlich und schön sei und daß vor allem...

  1. #1 Shelley_EU, 26.05.2008
    Shelley_EU

    Shelley_EU Guest

    Ich lese hier in letzter Zeit vermehrt, daß eigentlich nur die Konstellation Kastrat + Weibchen wirklich natürlich und schön sei und daß vor allem auch einige Leute Böckchen nicht in eine reine Böckchenhaltung vermitteln. Andererseits sind es dann auch wieder die gleichen Leute, die sich dann beschweren, daß sie die Böckchen nur sehr schwer vermittelt bekommen ...

    Ja bitte, wie soll denn das gehen??? Die ideale Kombination besteht aus Kastrat + mehrere Weibchen, das ist unbestritten. Aber rein rechnerisch entsteht daraus ein Böckchen-Überhang ... und was soll dann mit denen passieren?

    Irgendjemand muß doch auch den unzähligen Böckchen ein Heim geben, damit sie nicht als Futtertiere enden müssen ... Die Rechnung mit den ausschließlich gemischten Gruppen wird für die Meeriböckchen nicht aufgehen ...

    Ich finde, gerade Notstationen und Züchter sollten auch zur Aufklärung beitragen, daß auch Böckchengruppen durchaus funktionieren können und diese Haltungsform auch unterstützen.

    Ich finde es äußerst bedenklich, wenn männliche Tiere in Vermittlungsstationen oder Tierheimen festgehalten werden, statt ihnen die Möglichkeit, ein schönes Zuhause in einer Männer-WG zu finden, offen zu halten.

    Natürlich finde ich, daß gemischte Gruppen zu bevorzugen sind, aber eine reine Böckchenhaltung rigoros abzulehnen, halte ich auch nicht für den richtigen Weg ...
     
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  3. #2 Olivia_Stein, 26.05.2008
    Olivia_Stein

    Olivia_Stein Guest

    mich kannst du damit ja nicht gemeint haben. genau deswegen hab ich selbst nur böcke. ich finde die mädchen auch süß,das hat nichts mit dem geschlecht zu tun, aber eben aus dem genannten grund des überhangs der böcke. ich hoffe, dass sich meine zeitlebens vertragen u. ich auch wieder mit böcken vergesellschaften kann u. es dann mit einem kleinen dann nicht mehr klappt, hoff ich nicht!
    für anfänger eine bockgruppe von mehr als 2-en,die auch keine geschwister sind u. schlimmstenfalls niemand ums eck,sondern "nur" das forum ist vielleicht nicht soo optimal, es seie denn er kennt leute wie ich, die immer telefonisch erreichbar sind, fachkundiger ta ist so o. so voraussetzung
    das platzproblem haben evtl. noch sehr viele!
     
  4. #3 Chaoshexchen, 26.05.2008
    Chaoshexchen

    Chaoshexchen Guest

    Ich kann Olivia nur zustimmen. Aus diesem Grund habe ich auch nur Böcke.

    Und ich für meinen Teile finde einfach, eine Bockgruppe ist durchaus die bessere Alternative als Böcke, die ihr Leben alleine fristen müssen.

    Sicher ist es nicht so natürlich wie eine gemischte Gruppe.
    Aber auch in der freien Wildbahn gibt es schon mal Männergruppen, die sich zusammenschliessen um zu jagen etc, da die Chancen auf Erfolg dann besser sind.
     
  5. #4 Sonnenhuepferin, 26.05.2008
    Sonnenhuepferin

    Sonnenhuepferin Schweinchen-Guru

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    Hi,
    privat habe ich nur Gruppen Kastrat plus Weibchen, weil es doch "einfacher" ist und schonender für meine Nerven ;) weil es insgesamt meist harmonischer ist.

    In meiner Notstation vermittele ich hin und wieder aber auch Bockpaare, wenn es sich anbietet. Erst neulich sind 2 Böckchen in ein schönes, großes Gehege gezogen und es geht ihnen super.

    Allerdings mache ich das bei den Tieren Charakterabhängig.
    Wenn sich in einem Wurf z.B. zwei Brüder super verstehen, vermittele ich sie gerne zusammen.

    Wenn ich bei manchen Böcken aber merke, dass sie nicht für Böckchenhaltung "gemacht sind", dass die Anwesenheit eines anderen Bockes sie nur aufregt und sie mit Weibchen viel glücklicher wären - da vermittele ich dann schon gezielt zu Weibchen, auch im Sinne des Tieres.

    Vielen Böckchen wäre auch schon geholfen, wenn Leute mit Weibchengruppen sich einen Kastraten holen würden - denn es gibt noch genug Weibchengruppen, denen einer fehlt ;) da versuche ich auch aufzuklären.

    Sonnenhuepferin
     
  6. #5 VonDerPegnitzwiese, 26.05.2008
    VonDerPegnitzwiese

    VonDerPegnitzwiese Guest

    hallo,
    ich habe auch drei reine Bockgruppen und was soll ich sagen .... ja keiner will sie haben weil es nun mal so ist das böcke nicht so leicht zu halten sind wie Mädels... was ja in sofern wahr ist wenn man zwei sich völlig fremde böcke zusammenschmeisst. meine kennen sich schon von klein auf und vertragen sich bombe!
    aber trotzdem will sie keiner haben. Ich hab sie auch hier inseriert und ich habe erst eine nachfragen bekommen die sich wohl auch erledigt hat da nach einer kastration gefragt wurde, ich den preis genannt habe und auch darum gebeten habe das ich bitte mindestens die hälfte der kosten vorweg überwiesen bekommen haben möchte. wobei cih mich da auch gefragt hab warum wenn die beiden sowieso miteinder ihr leben leben dürfen... Sie werden im August ein jahr alt und haben sich seit ich den neuen stall habe nicht ein einziges mal in der wolle gehabt. OK. ein kleines brommseln hier und da ja das gibt es schon aber das ist auch das schlimmste was die beiden tun. Meistens liegen sie kuschelnder weise in ihrem Unterschlupf und schlafen oder aber sie fressen miteinander von einem haufen gras obwohl ich vorsichtshalber immer zwei mache das es nicht mal wegen fressen zu streitereien kommt. Tja soviel zum Thema Böcke sind komplizierter zu halten.
    LG Conny
     
  7. Asrael

    Asrael Guest

    bei unserer notstation wird kaum nach böcken angefragt. mir persönlich wäre es egal, ob der bock von uns kastriert wird und dann haremswächter wird, oder ob er in ne jungs-wg zieht. solange es klappt und es keinen nahkampf gibt, warum nicht?

    ich habe hier gerade 6böcke für die noch nicht einer angefragt hat. auch babys!

    bei piggedy und percy zb (vater und sohn) haben wir extra dabei geschrieben, daß sie gern zusammen ausziehen können, da sie sich gut verstehen. trotzdem... nicht eine anfrage und es sind echt ganz schöne böcke...

    es fragt hier kaum jemand mit ner bockgruppe an... das ist eher unser problem.... alle wollen nur weiber! :mist:
     
  8. Elli

    Elli Schweinchen-Guru

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    Ich muss sagen, dass ich auch nur gemischte Gruppen habe... Aber das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

    Leider vertreten viele Laien noch die Meinung, dass man Böcke nicht in Gruppen halten kann :uhh: Wie auch Kaninchenböcke- was ja sogar fast stimmt, die müssen nunmal kastriert werden, dann klappt das auch.

    Es gibt sicher auch Böcke, die einfach bockunverträglich sind. Da verstehe ich dann, wenn sie auf keinen Fall in Bockgruppen vermittelt werden sollen.

    Ich sehe es auch so, dass Züchter, Notstationen, usw. auch über Böckchenhaltung aufklären sollten, vielleicht auch Hilfe anbieten sollten. Machen aber sicher auch viele. Eine Freundin (Züchterin) klärt über Böckchenhaltung auf, das weiß ich definitiv.
     
  9. #8 Heissnhof, 26.05.2008
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Na - war ich damit gemeint???
    So jedenfalls sehe ich es nicht. Böckchengruppen sind, genau wie Du es formuliert hast, erforderlich. Allerdings ist nicht jeder Halter für die Haltung von Bockgruppen geeignet. Bockgruppen können immer auseinanderbrechen, eine Umgruppierung kann erforderlich sein. WEr nur 2 Tiere will, für den kann es dann unbequem werden.
    Kindern gebe ich in der Regel keine Bockgrüppchen, weil mir das Risiko einer nicht optimalen Haltung, des fehlenden Verständnisses und der fehlenden Möglichkeiten bei ggf. auftretenden Harmonieproblemen zu groß ist. Auch ist es traurig für Kinder, wenn die 2 geliebten Böckchen sich doch verstreiten sollten. Hinzu kommt die bei Kastraten ausfallende GEfahr versehentlich oder im Vorbeigehen produzierter Babies, viel zu spät gedeckter WEibchen der Nachbarskinder. Für all das trage ich als Züchter auch die Verantwortung, wenn ich unkastrierte Tiere in Kinderhände abgebe.
    Mein Ziel ist, die Abgabe unkastrierter Böckchen und die Bildung von Böckchengruppen durch die Form der Abgabe so weit es geht zu reduzieren.
    Ein unkastrierter erwachsener Bock, der in der Bockgruppe streitet, ist für viele Halter schnell ein Problem und wird weiter geschoben. Ein Kastrat wird nie so schnell weiter geschoben, denn die Kastration war ja mal teuer. Leider ist die WElt heute so gestrickt.

    Kritisieren tue ich die Informationen, die oft von Züchtern abgegeben werden, von wegen "Böckchenhaltung kein Problem", denn Böckchen werden sehr schnell zu einem Problem, wenn es viele sind und sie sich nicht mehr vertragen sollten. Für die Züchter ist die Böckchenpaarabgabe schön einfach - denn man bekommt pro Tiere seine 15-20 Euro und hat keinen weiteren Aufwand. Bei der Abgabe eines Kastraten erhält man für das Tier eigentlich nichts, sondern muß noch den Aufwand der Kastration auf sich nehmen.

    Eine Verbesserung der gesamten Lage würde aus meiner Sicht eintreten, wenn vor allem Züchter da ehrlicher beraten würden und das würde heißen: Bockgruppe - kann gut gehen, kann auch schief gehen. Ein Haltungseinsteiger ist aus meiner Sicht mit einer Bockgruppe schnell überfordert und Überforderung für den Halter bedeutet meist schlechte(re) Bedingungen für die Tiere.
    Solange jedoch an der Kollektivlüge "Böcke sind ja so einfach, man muß nur ein paar Dinge beachten" festgehalten wird, wird sich die Situation der weiter geschobenen Böcke nicht groß ändern.

    Ich lehne also nicht Bockgruppen generell als Haltungsform ab, sondern als vermeintlich unkomplizierte Haltungskonstellation - denn das ist sie nicht.
     
  10. #9 MeeriAnja, 26.05.2008
    MeeriAnja

    MeeriAnja Schweinchen-Guru

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    Eines meiner beiden unkastrierten Bockpaare hat zwar 2-3 Wochen lang, die Rangordnung neu festgelegt (das war schon nervig), aber seit dem ist es angenehm ruhig und harmonisch. Sie besteigen oder jagen sich nicht

    Ich stelle es mir für meine Nerven viel stressiger vor, wenn Kastraten ständig Weibchen jagen/besteigen und diese dann auch noch mit Urin durch die Gegend spritzen.
     
  11. #10 Heissnhof, 26.05.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.05.2008
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    WEnn nach den Rangkämpfen wieder Ruhe einkehrt, ist ja alles in Ordnung. Wenn es aber blutig wird und nicht aufhört, dann muß anderweitig gehandelt werden.
    Das Spritzen mit Urin habe ich eigentlich weder bei meinen Verpaarungen noch bei meinen Kastraten-WEibchen-Gruppen. Von ständig jagen kann auch bei den Verpaarungen nicht die REde sein und bei den älteren Kastraten schon mal gar nicht.

    Wie gesagt, von den Bockgruppen geht immer die GEfahr aus, daß sie nicht funktionieren und dann eine tiergerechte Lösung zu finden, ist nicht immer leicht.

    Als Züchter sehe ich nicht den Einzelfall - also Fälle von "...meine beiden vertragen sich prächtig..." - das stellt ja niemand in Frage, es klappt ja oft gut.
    Als Züchter muß ich mir eine Abgabepolitik überlegen, die den Haltern möglichst wenige Probleme beschert.
    Ich produziere ich je nach Abgabebedingungen viel oder wenige Bockgruppen und damit viele oder wenige Risiken für weiter geschobene Böcke. Ich habe mich dafür entschieden, möglichst wenige davon zu produzieren und ich denke, es wird genauso wenig in Frage zu stellen sein, daß in der Regel Kastrat-Weibchen-Paare unkomplizierter sind als Bockpaare. Stellt man 20 beliebige Paare jeder Kategorie zusammen, dann sind bei den Bockpaaren schnell 3 dabei, die nicht funktionieren - bei Kastrat-WEibchen funktioniert vielleicht bei 100 Paaren eines nicht. Ich behaupte , daß die Konstellation junger Kastrat und junges WEibchen in 99,9 % der Fälle unkompliziert funktioniert. Daher versuche ich möglichst häufig, in dieser Verbindung abzugeben.

    Sehr wichtig finde ich übrigens den von Sonnenhüpferin genannten Aspekt, daß es schade ist, um die reinen Weibchengruppen, denn in denen wäre wirklcih immer Platz für einen Kastraten.
    Man sollte mehr zu dem Denken kommen, daß die Weibchen eigentlich den Kastraten gehören sollten und nicht den Haltern, die um die Kastrationsgebühren herum kommen wollen, was leider meist der Grund ist, weshalb die Leute die 2 jungen, bunten Weibchen wollen.

    WEnn Züchter, Notstationen oder Tierheime nicht oder nicht gerne in Bockgruppen vermitteln, dann liegen dort einfach genügend Erfahrungen vor, daß es bei dieser Haltungsform oft eine verübergehende Vermittlung ist.
    Erst letzte Woche rief hier wieder jemand an, der für seine beiden unkastrierten Böckchen aus dem Tierheim 2 Weibchen will, damit beide noch einmal dürfen, bevor sie kastriert werden, denn verstehen tun sie sich nicht mehr. Das sind die Fälle, die Vermittler zu hauf mitbekommen.

    Die wirklich verantwortungsvolle Böckchenhalter ist selten - häufig hier im Forum anzutreffen, wo ein ganz anderer Kenntnisstand vorliegt.
     
  12. #11 Sonnenhuepferin, 26.05.2008
    Sonnenhuepferin

    Sonnenhuepferin Schweinchen-Guru

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    Natürlich ist jeder Fall individuell. Aber bei mir sind die Gruppen Kastrat mit 3-6 Weibchen total ruhig und harmonisch. Klar gibts auch Tage, wo der Kastrat versucht bei nem Weibchen zu landen, aber es nicht schafft.
    Aber die Weibchen werden nicht aggressiv, selbst wenn sie den Kastraten mal ablehnen.

    Bei meinen Bockgruppen hingegen (in der Regel Altbock mit Babybock/ Babyböcken) ist es hingegen viel heikler. Bei der jetzigen Gruppe ist schon wieder richtig "Zunder" drin. Da muss ich viel mehr beobachten, denn Zähneklappern eines aufmüpfigen Halbstarken gegenüber dem Altbock kann schnell in einer Beißerei ausarten.
    Bei solchen Gruppen muss ich immer abwägen, wie lange sie es "gefahrlos" miteinander aushalten... gerade mit Jungböckchen, die irgendwann ihre Rappelphasen haben :uhh:

    Bockpaare, die sich wirklich dauerhaft gut verstehen, sind nicht nicht unbedingt die Regel. Wenn es mal gut funktioniert - umso besser.

    Sonnenhuepferin
     
  13. #12 Martina96, 26.05.2008
    Martina96

    Martina96 Guest

    Ich finde es auch "schlimm" wenn manche sagen Böckchengruppen sind nciht gut. Böckchen rangeln halt öfter miteinander, aber so ist das auch bei anderen Tieren.

    Ich persönlich halte eine 3-Mann-WG und habe keine Probleme. Man sollte sich dafür allerdings auch informieren, das es auch schlimme Streitereien gibt.
    Böcke haben ihren eigenen Kopf, und setzen sich gerne durch, sind öfters kleine Kampfmäuser, Weiber aber auch ;)
    Wenn man die Böcke im jungen Alter aneinander gewöhnt, kommt es zu keinen schlimmen Streiterein
     
  14. #13 Heissnhof, 26.05.2008
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Das genau ist der Unsinn - sorry - der übers Internet viel zu sehr verbreitet wird. Mit dieser Erwartungshaltung wird viel Tierleid produziert - nicht in den ersten Wochen, aber später.
    Es tut mir leid, aber da fehlt Dir etliches an Erfahrungen - denn dieser Satz stimmt absolut nicht.
     
  15. #14 Shelley_EU, 26.05.2008
    Shelley_EU

    Shelley_EU Guest

    Daß es nicht einfach ist, mit den Böckchen, das erlebe ich selbst gerade ... aber ich hatte auch den Fehler begangen, drei zusammen zu halten - mit Krach hatte ich schon gerechnet früher oder später. Jetzt wartet einer auf einen neuen Kumpel, die anderen beiden kommen miteinander klar.

    Ich finde halt nur, daß man es grundsätzlich versuchen sollte und nicht rigoros ablehnen. Einfach, um den Jungs eine Chance auf ein schönes Zuhause zu geben. Bei mir kam das hier im Forum - und auch anderswo im Web - in letzter Zeit einfach häufig so an, daß teilweise Bockhaltung grundsätzlich abgelehnt wird, weil nicht artgerecht.

    Und, klar, wer Mädels hat, der hat auch auf jeden Fall Platz für einen Kastraten. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein ... - darüber hatte ich wieder gar nicht nachgedacht, daß Leute NUR Mädels haben wollen, aus Kostengründen oder was auch immer. Eben weil es für mich selbstverständlich wäre ...

    Ich habe selbst vor der Entscheidung gestanden, neulich, einen meiner Böcke abzugeben oder die Haltungsbedingungen zu ändern und zwei Gruppen zu machen. Ich habe mich für den schwierigeren Weg entschieden und hoffe, ich werde es nicht bereuen... Ich habe jetzt zwei Böcke, Altbock und Jungbock, die miteinander klarkommen. Es gibt Gebrommsel seitens des älteren, aber bisher keine richtigen Streitereien. Der Dritte sitzt derzeit alleine, wartet auf seinen neuen Partner, der derzeit noch bei der Mama bleiben muß. Die beiden werden sich dann hoffentlich auch vertragen ...

    Ein bissel einfacher hatte ich es mir auch vorgestellt, als ich die Schweine angeschafft hatte ... leider bin ich FALSCH beraten worden (von einem Händler, wo auch sonst). Jetzt gehört den Schweinen die halbe Küche (die ziemlich groß ist) ...

    Eine gute Beratung ist für die Bockhaltung Pflicht, keine Frage!
     
  16. #15 Shelley_EU, 26.05.2008
    Shelley_EU

    Shelley_EU Guest


    Kann ich nur bestätigen ...
     
  17. #16 schweinchenshelly, 26.05.2008
    schweinchenshelly

    schweinchenshelly überzeugter Außenhalter

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    Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich auch sagen, dass das Funktionieren von Bockgruppen auch insgesamt an der Erfahrung mit Meerschweinchen liegt. Meine erste Böckchengruppe habe ich mit 10 Jahren bekommen, ohne große Ahnung, falsche von der Zoohandlung beraten und es ging natürlich schief. In den folgenden 9 Jahren hatte ich keine Böckchengruppe mehr, weil ich es mich nicht getraut habe und auch immer gemischte Gruppen hatte.
    Erst jetzt, nach langer Information und auch mit den Erfahrungen, die ich bis jetzt sammeln konnte, habe ich jetzt wieder 2 Böcke zusammen, 2 Brüder, und es harmoniert weit besser als meine Gruppe 6 Weibchen+Kastrat, wo ich am Wochenende erst wieder ein blutiges Ohr gefunden habe, weil sich die beiden ranghöchsten Weibchen um den Chefposten streiten.

    Aber ich finde ehrlich gesagt auch, dass Böckchengruppen nicht in Anfängerhände gehören, weil man meiner Meinung nach schon ein Gespür für die Tiere mitbringen muss, um das Verhalten richtig einschätzen zu können und natürlich ist Platz und die Art der Unterschlüpfe, Einrichtung... noch viel wichtiger als bei gemischten Gruppen.
     
  18. #17 Martina96, 26.05.2008
    Martina96

    Martina96 Guest

    Warum??? :mist:
     
  19. #18 Heissnhof, 26.05.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.05.2008
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Weil es nicht damit getan ist, einfach 2 Jungböcke zu nehmen und sie immer zusammen zu lassen. Da kann man auch 2 erwischen, die sich nach einem halben Jahr lieber umbringen.

    Zur verantwortungsvollen Bockhaltung gehört das sehr genaue Beobachten und vor allem die Möglichkeit und Bereitschaft Umgruppierungenen vornehmen zu können. Wer also definitiv nur 2 Tiere will, der hat mit 2 jungen Böckchen "die man ja nur von jung auf aneinander gewöhnen muß" einfach eine falsche Beratung bekommen.

    Es stimmt so einfach nicht - die Charaktäre müssen passen - dann kann es sogar mit einer Vergesellschaftung im höheren Alter klappen.
    Hat man Glück und man hat bei den Jungböckchen 2 passende erwischt, kann man glücklich sein - man sollte sich aber vor Verallgemeinerungen, die andere veranlassen, das ganz unproblematisch zu sehen, im Interesse der Tiere hüten.

    Das Problem ist also das Fragezeichen, ob es friedlich bleibt oder nicht.

    Dennoch ist es gut, wenn das Verständnis für Bockgruppen wächst und auch die Bereitschaft, notfalls ein Tier abzugeben oder auszutauschen.
    Wenn man bei Liebhabern auf dieses Risiko hinweist, will bei mir aber komischerweise keiner Böckchenpaare, sondern fast alle nehmen dann gerne kastrat-WEibchen-Paare und zahlen sogar den Mehrpreis.
    Ich frage mich da immer, wie andere Züchter da beraten.
     
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  21. #19 tirili62, 26.05.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26.05.2008
    tirili62

    tirili62 Guest

    Bockgruppen oder Bockpaare sollte man nur an Leute vermitteln, die bereit und räumlich in der Lage sind, im Notfall ohne Zögern zu trennen und jeden Bock mit einem Weibchen zu vergesellschaften.
    Der Normalinteressent möchte das in der Regel nicht, er möchte 2 nette verträgliche Tiere und keinen Stress. Leider ist so die Realität.
    Daher befürworte ich auch die ausschließliche Abgabe kastrierter Böcke. Hobbyzüchter und Notstationen sollten das durchziehen und so Vorbild sein.
    Es ist einfach sicherer, da man nie weiß, wie der Lebensweg verlaufen wird.

    Es gibt unendlich viele alte unkastrierte Böcke, deren Partner verstorben ist und die den Rest ihres Lebens alleine versitzen müssen, da sie tatsächlich zu gebrechlich für eine späte Kastration sind oder dies als Argument vorgeschoben wird.

    Nach meiner Erfahrung läuft es in der Bockgruppenhaltung meist darauf hinaus, dass sich je ein Drittel
    prächtig versteht / neutral zusammenlebt / ernsthaft bekämpft.
    Dies gilt allerdings nur, wenn die Tiere zusammen aufwachsen durften und sich den Partner selber aussuchen dürfen. Ansonsten dürfte die Trefferquote bezüglich Harmonie eher niedriger liegen.

    Meine momentanen Bockpaare sind absolute Kleber. Mehr Liebe geht nicht.

    Aber ich habe auch schon sehr schlimme Verletzungen gesehen, bis hin zum regelrechten an die Gurgel gehen in offensichtlicher Tötungsabsicht.
    Schlimme Bisswunden, mit Entzündungen, abgebrochene Zähne mit folgender Kiefervereiterung, alles kommt vor, und leider nicht selten.

    Ernsthafte Kämpfe gehen leider oft nicht mit langer Vorwarnzeit und viel Getöse vonstatten, sondern blitzschnell und leise.

    Böcke, die sich wirklich mögen und ein glückliches Leben miteinander führen werden, vertragen sich von Anfang an. Diese sollte man auf jeden Fall zusammen vermitteln.
    Die Leute werden glücklich mit den Tieren sein und ihrerseits positiv über Bockpaare berichten, was sich wiederum positiv auf die weitere Vermittlung auswirken wird.

    Die Böcke, die Rangordnungskämpfe ausfechten, sind für mich immer heikle Kandidaten und ob sie wirklich glücklich sind, wage ich zu bezweifeln, selbst bei guter Einrichtung des Geheges.
    Niemand möchte sein Leben nur im Waffenstillstand verbringen und ständig einen erhöhten Pegel schlechten Stresses deswegen haben.
    Weder die Tiere noch einfühlsame Halter werden besonders glücklich damit sein und so entsteht weitere Negativwerbung.
    Als Züchter oder Notstation würde ich also nur wirklich harmonische Bockpaare abgeben und immer ein absolutes Rückgaberecht und ständige Ansprechbarkeit für Beratung zusichern.

    Abgesehen davon denke ich auch, dass es ein ausgemachtes Unglück ist, dass es bei Liebhaberhaltern Weibchengruppen ohne Bock gibt.
    Niemand sollte das auf Dauer tun!!!
    Man ist mit seiner Haltung nicht nur für seine Tiere verantwortlich sondern man sollte auch das Ganze sehen.
    Aus diesem Grund befürworte ich mittlerweile Paarhaltung. Auch wenn das nicht so artgerecht sein kann wie ein Harem.

    Aber immer noch besser jeder Bock hat nur ein Weib, als diese Unmengen unglücklicher einsamer oder unglücklich vergesellschafteter Böckchen.

    Jeden Halter in dieser Hinsicht zu überzeugen/aufzuklären als Züchter oder Notstation, und aufgrund der 50/50 Geschlechterverteilung auch ruhig an das Verantwortungsgefühl jedes Käufers zu appellieren, halte ich für absolut wichtig.
     
  22. #20 Chaoshexchen, 26.05.2008
    Chaoshexchen

    Chaoshexchen Guest

    Kann dem nur zustimmen.

    Bislang habe ich das Glück, dass meine Böcke sich vertragen. Klar es gibt mal Geklapper und nicht jeder kann mit dem einen so gut wie ein anderer. Dann gehen sie sich halt aus dem Weg. :-) Dafür haben sie zum Glück genug Platz.
    Es gibt aber dann auch solche, die man ständig zusammen sieht.

    Aber ich beobachte ganz genau, wie sie sich verhalten und bemerke mittlerweile ziemlich schnell (hoffe ich jedenfalls :nuts: ), wenn sich was verändert.
    Bislang habe ich meine Jungs immer richtig eingeschätzt. Sogar die VG mit einem Altbock hat geklappt.
    Aber ich bin mir immer bewusst, dass sich das auch jederzeit ändern kann.

    Und darauf weise ich auch jeden, der mich nach Bockhaltung fragt, sehr nachdrücklich hin.
     
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