Pferdebesitzerin verbietet Leckerlies... - Wie Pferd sonst belohnen/locken?

Diskutiere Pferdebesitzerin verbietet Leckerlies... - Wie Pferd sonst belohnen/locken? im Andere Tiere (Archiv) Forum im Bereich Archiv; Ich werde bald eine Reitbeteiligung an einem Haflingerwallach haben. Er steht immer draussen, zusammen mit weiteren Pferden. Jetzt hatte ich...

  1. #1 Frischling, 31.01.2008
    Frischling

    Frischling Guest

    Ich werde bald eine Reitbeteiligung an einem Haflingerwallach haben.
    Er steht immer draussen, zusammen mit weiteren Pferden.

    Jetzt hatte ich beim letzten Mal die Idee, eine kleine Tüte mit klein geschnittenen Äpfeln mit zu bringen, damit ich nicht über die ganze, zermatschte Wiese (inkl. Bachlauf) rennen muss, um ihn einzufangen.

    Habe dann nur ein wenig mit der Tüte geraschelt und es hat geklappt.

    Auch als er uns nachher ausgebrochen und Richtung Straße gerannt ist, kam er sofort beim knistern der Tüte zurück.

    Jetzt hat die Besitzerin aber jegliche Art von Leckerchen verboten.
    Aus dem Grund, weil die Pferde dann "zu Mördern" würden. Sprich, die würden mich umrennen vor lauter Gier.
    Das kann auch durchaus sein, die Pferde sind alle sehr verfressen und man konnte bei diesem einen Mal schon merken, dass sie einem nicht mehr von der Seite gegangen sind und auch nach einem geschnappt haben.

    Was kann ich da machen?

    Wir (Freundin und ich) wollten demnächst auch mal Bodenarbeit und kleine Zirkuslektionen mit den Pferden üben (z. B. Kompliment).
    Aber da brauche ich ja irgendeine Belohnung.
    Nur für Hals-klopfen o. ä. werden die nämlich garantiert keinen Meter weit gehen...

    Eure Tipps?
     
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  3. balou

    balou Futtergeber

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    Hi,

    versuche es doch bei den Zirkuslektionen mit dem Clicker. Ich hab es bisher noch nie selbst ausprobiert, soll aber helfen.

    Ich bin eigentlich auch gegen Leckerli, aber meine Pferde kommen trotzdem zu mir, wenn ich sie rufe. Meistens freuen sich doch die Pferde auch auf die Arbeit, weil es mal etwas Abwechslung ist.
     
  4. #3 Frischling, 31.01.2008
    Frischling

    Frischling Guest

    Also ich glaube, das ist dem kugelrunden Haflinger vollkommen wurscht, ob da jemand klickert oder nicht...
    Zumal es ja ein Schulpferd ist, der ist was Umgebungsgeräusche usw. angeht eh vollkommen abgestumpft.
     
  5. Vittje

    Vittje Schweinchen-Senior

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    Hi.

    Clickertraining wird nicht wirklich etwas bringen, denn um dem Tier (Pferd, Hund, etc.) das Clickern als Belohnungssignal beizubringen, muss man erst mit Leckerlies arbeiten. Sprich: Clickern, 1 sek später Leckerlie, clickern, Leckerlie... Irgendwann lässt man mal ein Leckerlie weg und so weiter und so fort.

    Zum Thema "Leckerlie füttern, während andere Pferde zusehen": Aua. Wenn man mitten in einer Herde steht und einem Pferd etwas gibt, wird es oft von den anderen Pferden daraufhin verkloppt. Pferde kennen so etwas wie "Teilen" nicht. Ergebnis wird eher sein, dass die gesamte Gruppe ans Tor gerannt kommt, wenn die Tüte raschelt, ein Chaos entsteht, weil jedes Pferd etwas haben will und dann versuch mal, nur das eine Pferd aus der Weide zu holen.

    Dann irritiert mich noch der Satz "Auch als er uns nachher ausgebrochen und Richtung Straße gerannt ist...". Warum bricht das Pferd aus? Frei? So ohne Zaun? Oder war er noch auf der Koppel?

    Um es dem Pferd schmackhaft zu machen, von der Koppel zu gehen bzw. erstmal zu euch zu kommen, arbeitet nicht jedesmal mit ihm. Frag die Besitzerin, ob er Kraftfutter/Müsli bekommt und ob du es ihm geben darfst. Dann läufst du erstmal über die Koppel und holst das Pferd, gehst zum Stall (außer Sichtweite der anderen Pferde) und gibst ihm das Müsli. Anschließend etwas putzen oder anderweitig betüddeln und ab zurück auf die Koppel.

    Irgendwann interpretiert er das als "Hey, die ruft, es gibt Müsli!" und kommt angeflitzt. Da es ein Haflinger ist, wird das meiner Meinung nach sehr flott funktionieren (hab selber einen ^^).
    Kannst auch das Müsli aufteilen. Eine kleine Handvoll nachdem du ihn geholt hast und den Rest nach der Arbeit. Somit bleibt die "Gier" nach dem Futter erhalten, wenn er dafür über die Koppel läuft.

    Zum Thema Zirkuslektionen: Habt ihr da einen Trainer an der Hand, der euch das korrekt beibringt? Oder habt ihr damit schon Erfahrung? Wenn nicht, lasst es lieber sein. Viele Zirkuslektionen, die falsch beigebracht wurden, können in einem großen Desaster enden.
    Beispiel Kompliment: Ihr bringt dem Pferd bei, bei der Berührung an Punkt A sich hinzuknien. Ergebnis, was passieren kann: Hufschmied/Hufpfleger kommt, will den Huf ausschneiden und auf einmal liegt neben ihm 500 Kilo auf dem Boden.

    Von daher würde ich eher Vertrauensübungen machen und Gehorsam üben (Plastikplane, Stangenarbeit, Flatterbänder, Rappelsäcke, etc.), somit wäre auch irgendwann das Problem mit dem "Ausbrechen" gelöst ;) Bei solchen Trainings braucht man auch keine Futterbelohnungen, denn Gehorsam und Vertrauen haben nichts mit Futter zu tun.

    Viel Erfolg *daumendrück*
     
  6. #5 Frischling, 31.01.2008
    Frischling

    Frischling Guest

    Zum Thema ausbrechen:
    Wenn die Pferde Abends in den Offenstallpaddock gelassen werden, dann wird einfach die Koppel aufgemacht und die Pferde rennen dann im Idealfall schnurstracks in die Paddocks.
    Das sind nur ein paar Hundert Meter.
    Diesmal ist er aber nicht in den Paddock gerannt, sondern eben Richtung Straße.

    Zum Thema Leckerchen:
    Ich hatte ja nicht dem einzelnen Pferd was gegeben, sondern der ganzen Herde. Und während die am fressen war, hab ich den Hafi dann raus geholt.
    Aber es stimmt schon, er schnappte schon...

    Zum Thema Müsli:
    Nein, er bekommt kein Müsli und darf auch keins bekommen. Hatte ich nämlich schon gefragt, ob die irgendein Zusatzfutter kriegen. Aber die sind so kugelrund, die bekommen nichts.

    Zum Thema Zirkuslektionen:
    Nein, wir haben keinen Trainer, der uns sowas beibringt. Wollen uns entsprechende Bücher dazu ausleihen.
    Stangen, Planen usw. haben wir nicht und diese wären den Pferden wahrscheinlich eh vollkommen egal, da sie eh ganzjährig draussen stehen und alles kennen.

    Außer mir reiten noch dutzende andere auf ihm, von daher dürfte es nur mit loben sehr schwer werden...
     
  7. Vittje

    Vittje Schweinchen-Senior

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    Huhu.

    Im Idealfall rennen sie in die Paddocks? Hehe, diesen Idealfall kenne ich auch... Bei uns im Stall wird das ähnlich gehandhabt, bis die Ponys mal raus hatten, dass man ja zu 10. die Treppen hochgaloppieren kann und die Straßen entlangflitzen auch einen Heidenspaß macht. Ergebnis ist, dass wir jetzt dort einen Zaun gestellt haben. Wäre das bei euch nicht auch möglich? Grad fünf Minuten, bevor man die Gruppe holt, schnell den Zaun zu und Tor auf? Wenn dann nämlich doch mal was passiert (Pferd auf einem Auto ist kein schöner Anblick), hat die Stallchefin dann ein etwas größeres Problem.

    Mit den Leckerchen nochmal: Es bringt auch nichts, jedem etwas zuzustecken aus der Gruppe. Man hat ja nicht 10 Hände und kann alle gleichzeitig versorgen :) Dass der Haffi dann noch schnappte, ist auch nicht schön. Aber da kannst ja jetzt du nichts für, das hat er woanders gelernt, denke ich mal.

    Im Stall, wo wir sind, ist auch Schulbetrieb. Die Reitschüler dürfen ihren Pferden und Ponys auch nichts aus der Hand füttern, ist einfach ein Sicherheitsaspekt. Wir hatten nämlich schonmal das Problem (als das Füttern noch erlaubt war), dass ein kleines Kind eins der Pferde streicheln wollte und das Pferd das Kind dann am Daumen hochzog (halben Meter überm Boden). Seitdem ist das Füttern durch die Schüler untersagt, bevor so ein Finger dann tatsächlich mal fehlt.

    Zum Müsli: Das ist natürlich dann doof, dass er keins bekommt. Aber gut, Haflinger halt, die werden nur vom Heu ansehen dick (*an meine Dicke denk*). Aber vielleicht hat er (so wie meine Kleine) eine Lieblingsstelle zum Gekratzt-werden? Meine liebt es zum Beispiel unterm Hals oder zwischen den Hinterbeinen. Da wird die Nase immer länger und sollte ich aufhören, geht sie solange mit dem Hintern hinter mir her (ja, rückwärts ^^), bis ich weitermache.

    Stangen und Planen, etc: Ich glaube nicht, dass es den Pferden egal ist. Unsere Pferde stehen im Offenstall und bekommen täglichen Weidegang. Die kennen auch nicht alles, glaub mir. Die Plastikplane, die in der Reithalle noch so ungefährlich war, ist auf dem Reitplatz plötzlich ein Monster. Und wenn so ein Taschentuch hinter einem Baum im Gelände hervorspringt und die Zähne zeigt, ist es auch vorbei mit der Ruhe :D Es geht ja auch darum, das Pferd zur Mitarbeit anzuregen und es im Kopf mal zu beschäftigen. Und je mehr du dir ausdenken musst, um das Pferd aufmerksam zu bekommen, umso besser ist das (was hab ich früher für Sachen gebastelt...).

    Und glaube mir, auch ein "Schulpferd", das von vielen Reitern geritten wird, hat gerne einen Menschen, den es sein "Eigen" nennen darf. Viele der Schulpferde bei uns im Stall haben auch eine Reitbeteiligung und sie freuen sich auf genau diese Menschen und kommen, wenn sie von ihnen gerufen werden (zur Erinnerung: auch bei uns ist das Füttern verboten). Auch ein Schulpferd genießt das Kraulen und das Lob, wenn es richtig ist. Es ist ja leider immer noch sehr verbreitet, ein Pferd zu "klopfen", wobei das Klopfen an sich ja in Ordnung ist. Wenn ich aber sehe, wie manche Reiter mit der flachen Hand auf den Hals ballern, versteht das kein Pferd der Welt mehr als Lob (hier sei gesagt: ich unterstelle dir das garantiert nicht, ich rede im Allgemeinen ^^).

    Wenn du wirklich eine Stelle finden solltest, wo das Pferd es genial findet, gekratzt oder geschubbert zu werden, hast du dein perfektes Lob gefunden! Wenn du während der Arbeit eine kleine Pause machst, weil das Pferd die Übung prima gemeistert hat und du es an der Stelle kratzt, dann ist das Pferd zufrieden damit, glaub mir :) Und es wird dieses Lob verstehen. Und zusätzlich hast du ja noch deine Stimme, mit einem "Sooooo ist braaaaav" kann man schon viel erreichen.
     
  8. #7 Bobnzorro, 31.01.2008
    Bobnzorro

    Bobnzorro Schweinchen-Häuptling

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    Gilt die Leckerlie-Regel überall oder nur auf der weide/wenn andere Pferde dabei sind?

    Im Prinzip würde ich ihm was geben wenn du ihn von der Weide runter hast, weg von den Anderen.

    Das dauert wahrscheinlich etwas bis er das verknüpft, aber ich würde ihn rufen, ihn holen wenn er nicht kommt und ihm dann ein kleine Belohnung geben wenn du ihn sicher von der Wiese runter hast und das Weidetor hinter dir geschlossen hast.

    Die Zirkuslektiontionen werden wohl ohne Clicker (und die Konditionierung auf den Clicker mit Leckerchen) oder ohne Leckerchen nix werden. Allerdings bist du doch mit dem Pferd dabei nicht in der Herdensituation also sollte das doch kein Problem sein?!

    Ich würde es an deiner Stelle mit dem Clicker-Training versuchen. Damit schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe...

    Ich muss immer durch den Matsch, selbst für das tollste Leckerchen würde sich meine Stute nicht von ihrer geliebten Herde Trennen und zum Tor gerannt kommen. (Allerdings würde sie auch niemals vor mir wegrennen, das ist auch schon was wert :elach: )
     
  9. #8 Frischling, 31.01.2008
    Frischling

    Frischling Guest

    Das Problem ist ja nicht der Neid der Herde, sondern das schnappen/beißen.

    Ich meine, bei mir ist das kein Thema, wenn er mich beißt, dann kriegt er auch einen entsprechenden Klaps dafür.
    Aber da reiten auch 8-9 Jährige Kinder usw. drauf und da ist das dann schon schlecht...
     
  10. #9 Schokobaerchen, 31.01.2008
    Schokobaerchen

    Schokobaerchen Futtertütenöffner

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    meine pflegeponys haben nie leckerlies bekommen....hast du dich mal eingehend mit der methode nach pat parelli befasst? ich habs bei meiner ersten pflegestute nur ansatzweise gemacht und sie ist so vom einen ende der koppel zu mir gekommen und ohne strick mit in den stall gegangen,
    mit zirzensischen lektionen wäre ich vorsichtig, schau lieber ob du irgendwo gebrauchtes material fürs level 1 vom PNH bekommst (ist teuer, aber verdammt gut!) das bringt dir und dem pferd mehr ;)
     
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  12. #10 Heissnhof, 31.01.2008
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Hallo Ihr,
    gute Entscheidung von der Besitzerin, jegliche Leckerlie-Fütterung zu unterbinden. Es ist weit gefehlt, zu meinen, man könne Pferde nur mit Leckerli belohnen. Ich ärgere mich oft maßlos, wenn ich mit meinen Reitschülern die Pferde trainiere und sie dann bei jeder Gelegenheit irgendwas in die Pferde reinstopfen und die armen Tiere nur am Zappeln sind.
    Wenn ihr ruhige umgängliche PFerde wollt, lasst die leckerlis da wo sie sind: Im Laden.
    Ein Pferd ist ein Fluchttier. Es strebt Druckfreiheit von der Umwelt an. Jeglicher Umgang mit dem Pferd ist mit dem Ausüben von Druck verbunden, auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen. Halfter anlegen, Führen - auch da herrscht Druck, denn das PFerd muß sich unterordnen.
    Wenn man Pferde darauf trainiert, daß sie Druckfreiheit als Belohnung empfinden, weil sie es eh anstreben, braucht man kein einziges Leckerli und hat liebenswerte, umgängliche und gefällige PFerde.
    Das muß man lernen - Pat Parelli war da ein guter Tip.
    Leider gibts dann immer wieder die Leute, die wollen, daß PFerdi gleich kommt, wenn sie da sind, und das ist mit Leckerli einfach - ohne sich je um das eigentliche Verhältnis zum Pferd ehrlich zu bemühen. Sieht toll aus, aber wenn man genau hinschaut, ist es ein mieser Deal. Hottie läuft halt der Karotte hinterher und ist die weg ist oft genug PFerdi auch weg.
    Tausende gut erzogener Pferde werden mit Leckerlis verdorben, weil sie in eine ständige Erwartungshaltung gebracht werden, während eine vernünftige Ausbildung den PFerden deutlich macht, wann sie zu erwarten haben und wann nicht. Wer Leckerlis einsetzen kann, der kann, wenn Pferd nicht bettelt ist das ok - das bekommen die meisten aber nicht hin. Häufiger ist der beschriebene Fall des Schnappenden, schiebenden, unverschämten Pferdes.
    Dabei ist es doch keine Schande, das Pferd mit Halter vom Auslauf zu holen. Lächerlicher ist für meine Augen, wenn ich sehe, wie Pferdi nur dem Leckerli hinterher läuft.

    Also - akzeptier das, es ist eine sehr, sehr vernünfitge Entscheidung, die ich bei vielen PFerdebesitzern begrüßen würde - daraus spricht Kompetenz.
    Finde andere Ebenen der Verständigung als das Genlteman-Agreement: Karotte gegen scheinbare Zuneigung - es ist eh eine Lüge und zeigt dem Pferd nur, daß Du nichts anderes drauf hast.
     
  13. balou

    balou Futtergeber

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    @heissnhof: :top:
     
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