Palliativmedizin -Erfahrungen

Diskutiere Palliativmedizin -Erfahrungen im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Nachdem hier Mitglieder sind, die auch kranke und ältere Tiere haben würde ich gerne zusammen Gedanken zu diesem Thema sammeln. Einerseits denke...

  1. Noel

    Noel Guest

    Nachdem hier Mitglieder sind, die auch kranke und ältere Tiere haben würde ich gerne zusammen Gedanken zu diesem Thema sammeln. Einerseits denke ich sollte man sich selbst mit dem Thema Sterbeprozess und Tod befassen, aber auch welchen Möglichkeiten gibt es. Bei Tieren gibt es die Euthanasie um ein schwerkrankes Tier zu erlösen), nun wird heutzutage je nach Erkrankung beim Tier auch alles medizinische versucht und ausgeschöpft um das Tier entweder gesund zu bekommen oder in einen stabilen Zustand.

    In meinen Augen hat jedes Lebewesen je nach Erkrankung und Diagnose einen Behandlungsversuch verdient, wenn es die Erkrankung zulässt.


    Warum ich das Thema nun eröffne, ich mache derzeit eine Ausbildung zum Demenzbetreuer und da behandeln wir auch das Thema Sterbebegleitung. Wir bekommen dazu auch einige Erfahrungen aus dem medizinischen Bereich erklärt die ich sehr interessant finde. Diese kann man auch auf Tiere anwenden, weil es einfach Dinge sind die im Körper passieren, wenn ein Körper dauerhaft abbaut.
    Mich haben haben letzte Woche drei Aussagen erschreckt und mir sehr viel Respekt eingeflösst.

    Essen und Trinken bedeutet häufig eine enorme Kraftanstrengung und die darauf verwendete Kraft fehlt unter Umständen für andere Dinge, die dem Patienten weitaus wichtiger sind (z. B. Gespräche mit Angehörigen und Freunden). Essen bedeutet oft auch, dass der Sterbende danach deutlich müde wird. Der Patient soll nicht zum Trinken oder Essen gedrängt oder gar gezwungen werden. Auch sollten Essen und Trinken nicht danach ausgewählt werden, was gesund oder medizinisch sinnvoll ist! In diesen letzten Lebenstagen sind allein die Wünsche des sterbenden Patienten von Bedeutung. Da hat uns der Dozent ein bisschen was aus seiner Hospizarbeit erzählt was Angehörige der Sterbenden alles so machen, "Das kannst du doch nicht essen, ... ist absolut ungesund!" ist eine der häufigsten Sätze.
    Doch sollte Hunger und Durst der subjektiv empfunden wird gestillt werden.


    Die zweite Aussage war, wenn man Patienten/Bewohner hat, die psychisch und pysisch abbauen passt sich der Körper erstmal bis zu einem gewissem Maß an. Auf Dauer verkürzen sich aufgrund der Bewegungsabnahme die Muskeln, solange sie arbeiten geht es noch. In der Phase gibt es schon Schmerzzustände, die sich meist gut behandeln lassen. Baut der Patient weiter ab, das geht innerhalb von wenigen Tagen verkürzen sich die Muskeln und die Sehnen gehen auf vollen Zug und das verursacht weiter Schmerzen, diese lassen sich erfahrungsgemäss immer schwerer medikamentös einstellen.

    Der Aspekt ist nicht zu unterschätzen, wenn wir ein schwerkrankes Haustier haben. Ich kann mir vorstellen, dass dies bei unseren Tieren genauso ist. Sie sind krank ziehen sich zurück und bauen Muskeln ab und bekommen dadurch schon Schmerzen.


    Der dritte Aspekt war das man keine "aggressiven" Ernährungstherapien durchführen sollte, sogar eine nicht gewohnte höhere Flüssigkeitszufuhr (Patient hat sein lebenlang nicht mal einen Liter am Tag getrunken und soll nun dauerhaft 1,5l täglich bekommen) kann Schmerzen bringen. Diese scheinen erfahrungsgemäss auch schwer einstellbare Schmerzzustände zu verursachen.
    Auch die Zufuhr von fester Nahrung schränkt sich stark ein, da sich der Körper auf das Befinden "anpasst". Es reichen kleinste Mahlzeiten und Trinkmengen.
    Es besteht ein katabolischer (katabolisch= Abbau von Nahrungsmittel oder körpereigenen Stoffen) Stoffwechsel. Das heisst auch hochkalorische Nahrung führt zu keiner Gewichtszunahme. Das Gewicht sinkt weiter.




    Dieses ist in meinen Augen nicht zu unterschätzen, wenn man einen schwerkranken Päppelkandidaten vor sich hat.


    Beim Tier denke ich kann man auch die Phasen anwenden, wie es in der Palliativmedizin gemacht wird, um zu sehen welche Lebensqualität das Tier hat.

    Phase 1: Rehabilitationsphase, die Patienten nehmen weitesgehend am normalen Leben teil, trotz fortschreitender Krankheit.

    Phase 2: Präterminalphase, die fortgeschrittene Erkrankung ist deutlich sichtbar und der Patient ist deutlich in seinem Leben eingeschränkt ("die letzten Wochen mit guten und schlechten Tagen")

    Phase 3: Terminalphase, Patient nimmt Abschied, ist bettlägrig, ist ruhelos oder zieht sich zurück. (letzte Woche/Tage).

    Phase 4: Finale- oder Sterbephase, "der letzte Tag/Stunden", also der unmittelbare Sterbeprozess hat begonnen (Bewusstsein des Sterbenden schwindet)


    Dann haben wir noch besprochen, wie das mit der Ausschaltung von Schmerzzuständen sein kann, meist setzt man mehrere Mittel als Kombitherapie an. Schwerkranke und Sterbende sind in der Schmerztherapie für die Mediziner eine große Herrausfordeung eine gute Schmerztherapie zu finden, die beim jeweiligen Patienten wirksam ist.



    Bei Tieren findet das meist nicht statt, wir haben vielleicht ein Mittel da oder auch zwei.

    Ich will hier weder ein schlechtes Gewissen machen noch provoziern, nur kommen mir halt Gedanken, wie das nun bei unseren Haustieren aussieht. Wir haben oft schwerstkranke Tiere vor uns, die uns gewaltig an unsere Grenzen bringen. Viele Behandlungen heilen nicht, sie sollen die Lebensqualität steigern (Tumore, Athrosen, Zahngeschichten, etc.)


    Veilleicht wäre es sinnvoll einen Beitrag zum Thema Sterben/Euthanasie festzupinnen. Einerseits für User zur Aufklärung oder auch zur Entscheidungshilfe was man nun tun soll.
     
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  3. #2 B-Tina :-), 11.10.2014
    B-Tina :-)

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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Interessantes Thema.

    Ich finde: Lebensqualität geht vor Lebensquantität.
    Habe auch meine eigene Patientenverfügung in diesem Sinne verfasst.

    Nicht alles, was medizinisch-technisch machbar ist, tut dem alten/kranken/sterbenden Lebewesen wirklich gut.
    Schmerzlinderung ist ganz wichtig!

    LG
     
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  4. #3 Angelika, 11.10.2014
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    @ Noel:
    Das Problem bei Tieren ist, dass vielfach nicht so einfach zu erkenne ist, ob ein Tier sich erholen wird, oder ob es sterben wird. Als Halter will man alles geben, damit es gesund wird, und oft drängen die Ärzte auch dazu.

    Ich persönlich bin froh, dass man in der Humanmedizin z. B. inzwischen nachgewiesen hat, dass eine Ernährung über Magensonde/PEG die Lebensspanne dementer Menschen nicht verlängert - vor ein paar Jahren wurden Angehörigen noch massivst unter Druck gesetzt, einen solchen Eingriff zuzulassen.
    Was meine Tiere angeht, bin ich froh, in den Ärztinnen und Ärzten der Tierklinik, die sie behandeln lassen, kompetente Gesprächspartner zu haben, mit denen ich den Zustand meines Tieres besprechen kann, damit keine unnützen Maßnahmen ergriffen werden. Das bedeutet dann auch schon mal eine zusätzliche diagnostische Maßnahme (um z. B. einen Tumor zu erkennen, der nicht tastbar war).
    Das mit den Sterbephasen ist natürlich ein "Idealbild", nicht alle Patienten halten sich daran.
    Tatsache ist dass das nachlassende Interesse an Nahrung und Flüssigkeit mit einem reduzierten Stoffwechsel einhergehen, und dem Sterben voraus gehen können. Deshalb ist "Päppeln um jeden Preis" ein zweischneidiges Schwert. Die Grenze ist m. E. erreicht, wenn ein Tier den Brei nicht mehr abschluckt.

    Mein letztes Erlebnis mit unnötiger, ja schädlicher Therapie eines "akut" sterbenden Tieres liegt ca. 8 Jahre zurück - da war ich mit einem Tier, das tagelang schlecht gefressen hatte, dem die Zähne gemacht wurden, sonntags im Notdienst, weil es völlig schlapp war und das Fressen eingestellt hatte. Die TÄ spritzte ein Flüssigkeitsdepot - daraufhin wurde das Tier extrem unruhig und empfand deutlich sichtbar große Schmerzen. Eine Sonografie zeigte dann einen walnussgroßen Lebertumor, der wenige Tage zuvor auch nicht tastbar gewesen war. Das Tier starb während der Sono in meiner Hand. Die therapeutische Intervention zuvor hatte dem Tier tatsächlich Leid zu gefügt, denn es befand sich bereits im Sterbeprozess, was damals leider weder ich noch die TÄ richtig erkannt hatten.
    Seither habe ich gelernt, und die Ärzte auch. Vor 1,5 Jahren hatte ich einen 5jährigen Kastraten mit extremer Magenaufgasung, die trotz Sab, Schmerzmitteln und sogar Sondierung zum Abziehen des Gases nicht nachließ, sondern binnen 18 Stunden stärker wurde. Das Tier wurde initial geröngt, und nach 18 Stunden noch einmal. Es war deutlich zu sehen, dass die Ausdehnung des Magens zugenommen hatte, die Schmerzmittel wirkten nicht ausreichend. Sie hätte noch einmal sondieren können, wir hätten weiter Sab geben können, aber es lag wohl ein Darmverschluss vor, und es bestand keine Aussicht auf Rettung. Päppeln war nicht möglich, da der Magen bereits zum Platzen gespannt voll mit Luft war, die Verdauung würde also nicht mehr in Gang kommen - wir haben entschieden und das Tier gehen lassen.
     
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  5. #4 B-Tina :-), 11.10.2014
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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Leider geschieht das auch heute noch, Angelika. Musste ich gerade diese Woche wieder erleben. Was die betroffenen Menschen dabei empfinden, scheint niemanden zu interessieren. Die Gefühle bleiben den Demenzkranken ja erhalten bis zuletzt. Ich könnte ganz viel dazu schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen.
     
  6. Noel

    Noel Guest

    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Angelika, klar weiss man das nicht, dennoch ist eine Erkrankung ein Prozess der Folgen hat je nach nach Verlauf. Es gibt ja auch Patienten, die liegen schon im Hospiz und ziehen nach einiger Zeit wieder aus, weil sie sich stabilisieren. Dennoch ist die Erkrankung weiterhin vorhanden. Bei chronischen Erkrankungen gibt es auch dann neuere Erkenntnisse und dadurch neue Therapieansätze.

    Meist sterben ja auch die Patienten nicht an der Primärerkrankung (Tumore, Demenz, chronisch verlaufende Erkrankungen als Beispiel) sondern an dem Verlauf der Erkrankung und hinzukommenden sekundären Erkrankungen (bei vielen Sepsis-Organversagen, weil der Körper keine funktionierende Abwehr hat oder die Lungenentzündung, Kreislaufzusammenbruch weil ein Tumor lebenswichtige Gefässe einengt).

    Deine Erfahrung, die du vor acht Jahren gemacht hast, diente bei uns im Kurs als ein Beispiel als Krankheitsverlauf. Dies wird oft beobachtet bei Patienten, die so eine Behandlung erfahren.
    Insbesondere bei Tiere erkennt man nicht gleich alles, weil auch die diagnostischen Möglichkeiten entweder an Grenzen stossen oder sich Symptome erst nach und nach zeigen.


    B-Tina, ich halte es schon für sinnvoll etwas dazuschreiben, insbesondere wenn es im Tierbereich ähnliche Erfahrungen oder Beobachtungen gibt. Ein altes Tier, wenn es abbaut, dann ist das ja auch ein Prozess am laufen und am Ende stirbt derjenige.
     
  7. #6 B-Tina :-), 12.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 12.10.2014
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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Ich meinte das auf (alte) Menschen bezogen.

    Bei den Schweinchen habe ich - Gott sei Dank - bisher nicht so dramatische Erfahrungen machen müssen.

    Als ich mit Friedolin, damals noch ein Baby-Schweinchen, zum ersten Mal bei unserem lieben alten TA hier im Ort war und er den kleinen Wuschel in seinen riesigen Händen hielt, habe ich ganz spontan gesagt "ich liebe dieses Tier viel zu sehr ..." - Der TA schaute mich ruhig und ernst an und antwortete: "ich appelliere an Ihre Vernunft."
    In diesem Moment hat es "klick" gemacht ... kann es schlecht beschreiben.

    Trotzdem ist mir - aus heutiger Sicht - bei Winni-Mama der Fehler unterlaufen, dass ich trotz Inappetenz, dünnen Kots und verlangsamter Bewegungsabläufe 3 Tage gewartet habe, bis mein Bruder (FTA) aus dem Urlaub zurück war. Unser Orts-TA, eigentlich schon in Rente, hat keine moderne Praxisausstattung mit bildgebenden Verfahren, ich war noch nicht lange :wusel:-Halter (Kindheit zähle ich nicht mit :-(), und mein Mann wollte mich trösten und sagte, das geht bestimmt schnell wieder weg ...

    Heute würde ich bei solchen Symptomen sofort in die Tierklinik fahren. Das hätte Winni nicht heilen können, aber ihr wahrscheinlich 3 Tage verminderter Lebensqualität, bedingt durch Angst und Schmerzen, erspart.

    Winni wurde dann von meinem Bruder erlöst. Er hat sie obduziert und festgestellt, dass die Leber von Tumoren völlig zersetzt war. Ich habe die Fotos gesehen. Winni hätte nie wieder gefressen ...

    Vielleicht "vermenschlicht" und sentimental, aber ich habe danach jedem meiner Tiere versprochen, dass es nicht lange leiden muss, und wenn es mir das Herz zerreißt.

    Auch wenn mir mein liebes Traudchen unendlich fehlt, bin ich erleichtert, dass sie sich nicht quälen musste. Sie hat mir innerhalb weniger Stunden ganz deutlich gezeigt, dass sie nicht mehr konnte und wollte. Hockte zusammengekauert in einer Ecke, drehte sich demonstrativ weg, wenn ich ihr Lieblingshäppchen anbot, hing ganz schlaff auf meinem Arm, aber leckte an meinem Finger (war immer eine zärtliche Geste von ihr, ich nannte es "Schweineküsschen"), legte ihr Köpfchen dann wieder ab.
    Sie war schlaff, müde ...
    http://www.meerschweinforum.de/traudchen-liebe-kleine-seele-t303975.html

    Ich finde es ganz, ganz wichtig, sowohl bei Menschen als auch bei Tieren auf "Zeichen" zu achten, die nonverbalen Signale, die sie ausstrahlen, und diese zu respektieren, auch wenn das unseren eigenen Einstellungen und Wertvorstellungen erst mal widerstrebt.

    Welches Recht haben wir, unsere Interessen/Wertvorstellungen über die der (leidenden) Kreatur zu stellen?
    Was würden wir für uns selber wollen bzw. was WOLLEN wir für uns selbst ...?

    Nachdenkliche Grüße,
    BTina
     
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  8. #7 B-Tina :-), 23.11.2014
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    B-Tina :-) NotschweinchenHalterin

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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Hallo,

    ich benutze jetzt mal diesen Thread, weil ich meine, hier passt es am besten hin - sicherlich habt Ihr das Sterben von Rüdi gestern abend mitbekommen ... http://www.meerschweinforum.de/ruedi-stirbt-t305151.html. Habe das alles gelesen, als ich vom Dienst kam. Und muss immerzu daran denken.

    Ist es normal, wenn die Sterbephase bei Meerschweinchen so lange dauert, über 2 Stunden?

    GsD musste ich das in der Form noch nicht erleben, allein die Vorstellung ist entsetzlich. Und es gibt bestimmt nicht überall Tierärzte, die man Tag und Nacht anrufen kann und die nach Hause kommen ...
     
  9. Anschi

    Anschi Guest

    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Ich habe meine Omas und meine Mutter durch Krebs verloren und musste unendliches Leid miterleben.

    Das werde ich keinem meiner Tiere antun. Wenn Samy mit der Diagnose OD am Kiefer aus der Narkose erwacht wäre, hätte ich ihn bestimmt nicht mehr mit nach Hause genommen. Auch mein Tomschwein habe ich sofort nach der Diagnose Hodenkrebs erlösen lassen. Eine Kastration war aufgrund seines hohen Alters und eines Lungenproblems unmöglich. Auch unser Familienpferd habe ich mit 27 Jahren in den Himmel geschickt, als die Arthrose ihr nicht mehr ermöglichte eigenständig grasen zu gehen und das Leben mit Schmerzen verbunden war. Natürlich schmerzt es , einen Partner gehen zu lassen. Mir bleiben aber die schönen Erinnerungen an eine gute gemeinsame Zeit und das Wissen, unnötiges Leid vermieden zu haben.
     
  10. #9 Settergirl, 23.11.2014
    Settergirl

    Settergirl "Danke Milka-Maus"

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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Ich hab meine Oma auch am Krebs sterben sehen und sowas werde ich hier keinem meiner Tiere antun. Bis jetzt habe ich immer noch im Sinne der Tiere entschieden und sie rechtzeitig von ihrem Leiden erlösen lassen.

    Es ist wirklich eine der schwersten Entscheidungen die man als Tierhalten treffen muss und es ist auch wirklich nicht einfach. Ich allerdings bin froh, dass man bei Tieren die Möglichkeit zur Euthanasie hat und daher nehme ich diese auch in Anspruch.

    Bei mir zuhause sind noch nicht viele Tiere von selbst gestorben, eigentlich nur die überraschenden Todesfälle. Ich hab dieses Jahr 3 Meerschweinchen einschläfern lassen. Heaven mit fortschreitenden Nierenversagen, Chenoa mit akuter Leukose und Knut mit einem geplatzten Milztumor. Für alle 3 war es die richte Entscheidung den Tod schneller eintreten zu lassen..... Für was die Tiere unnötig lange am Leben erhalten und unnötig quälen. Es gab keine Chance auf Heilung, jede Stunde länger wäre reine Quälerei gewesen. Sowas gab und wird es hier nie geben. :runzl:
     
  11. #10 sabrina, 23.11.2014
    sabrina

    sabrina Gelöscht

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    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Bei meinem Mogli hat es eine Stunde gedauert :heulen:

    Er hatte eine Augen-OP, ganz langsam ging es ihm etwas besser und als er selbstständig gefressen hat durfte ich ihn aus der Klinik abholen.

    Wir waren noch nicht lange daheim, er hat Balu freudig begrüßt und dann wurde es schlimm und konnte nicht mehr laufen usw. Meine TA kommen leider nicht nach Hause, habe dort aber sofort angerufen und bin los. Auf dem Weg ist er in meinem Arm gestorben.

    Es war schrecklich!

    Ich musste ihn übrigens zu mir nehmen, da Balu versucht hat ihn noch zu animieren aufzustehen usw., aber er konnte nicht mehr :-(
     
  12. Anschi

    Anschi Guest

    AW: Palliativmedizin -Erfahrungen

    Meine Tierärztin hat eine Notfallhandy-Nummer. Sie kommt schnell und auch gerne nach Hause. Wenn sie eines meiner Tiere erlösen musste, haben wir auch schon zusammen geheult. Wir kennen uns schon seit unserer Jugend, unsere Pferde standen im selben Stall.
     
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  14. #12 Lucilla, 23.11.2014
    Lucilla

    Lucilla Schweinchen-Kenner

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    Bei Benny hatten wir Palliativmedizin gemacht. Er hatte von Geburt an ein zu großes Herz und die Lunge war voller Wasser. Benny wurde sehr gut behandelt und es ging ihm gut, bis kurz vor seinem 7. Geburtstag. Da wurde es schlimmer. Ich hatte die Wahl: Medikamente so weitergeben und Benny hätte weiterleben können, allerdings ständig kurzatmig und mit der ständigen Panik, zu ersticken. Wenn man das einmal gesehen hat, ist das keine Option mehr. Das ist schlimm. Oder Dosis drastisch erhöhen, was ihm eine gute Lebensqualität ermöglichte, jedoch über kurz oder lang zu einem Multiorganversagen führen würde. Ich hatte mich für letzteres entschieden. Benny hatte noch ein gutes halbes Jahr, dann trat ein, was die TÄ vorausgesagt hatte. Ich wußte es, als es so weit war und bin sofort mit ihm in die TK gefahren.

    Jenny konnte ich nicht loslassen. Sie wurde innerhalb von 4 Tagen schwerkrank (Eierstocktumoren), zu schwach für eine OP und als sie starb, ist sie in den Käfig gegangen (wir haben einen großen Auslauf aber auch einen Käfig, die Tür ist immer offen und es geht eine Leiter hinein). Tommy - ihr Mann, von dem sie die Kinder hatte und auch danach ihr Lebensschwein - ließ mich nicht an Jenny heran. Er wurde richtig aggressiv. Ich habe die beiden gelassen, was will man denn auch morgens um 4 Uhr früh tun? Ich habe es noch geschafft, ihr Schmerzmittel zu geben. Dann schlief sie friedlich ein, Tommy blieb noch immer bei dem Engelchen.
     
  15. #13 B-Tina :-), 24.11.2014
    B-Tina :-)

    B-Tina :-) NotschweinchenHalterin

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    Habe jetzt beim Lesen richtig Gänsehaut bekommen.
    Bisher war ich der Meinung, dass Schweinchen relativ schnell sterben, wenn es so weit ist.
     
Thema: Palliativmedizin -Erfahrungen
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  1. palliative behandlung bei meerschweinchen

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