Notmeeris und Nachkontrolle

Diskutiere Notmeeris und Nachkontrolle im Allgemeine Fragen und Talk Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo ihr Lieben, vor kurzem haben wir unseren Kastraten verloren. Nach viel Mühe mussten wir ihn doch gehen lassen, was mich persönlich sehr...

  1. #1 Oktarines Grasland, 07.05.2018
    Oktarines Grasland

    Oktarines Grasland Schweinchen-Neuling

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    Hallo ihr Lieben,

    vor kurzem haben wir unseren Kastraten verloren. Nach viel Mühe mussten wir ihn doch gehen lassen, was mich persönlich sehr schmerzte. Nun bin ich gedanklich hin und her gerissen zwischen der kompletten sofortigen Aufgabe der letzten 2 verbliebenen Weibchen, der langsamen Aufgabe bis eine von beiden stirbt und die letzte dann abgegeben wird, oder ob wir tatsächlich noch einen Bock holen.

    Wie gesagt bin ich hin und her gerissen. Dafür habe ich natürlich Gründe. Die jetzt zu erklären wäre mühsam, langwierig. Und ehrlich auch unnötig.

    Mir ist aber bei den Überlegungen und dem Umgucken nach Kastraten aufgefallen, dass viele private, wie auch offizielle Notstationen sich immer wieder das Recht herausnehmen wollen, auch Nachkontrollen zu machen.

    Bitte erklärt mir jetzt nicht, warum das angeblich nötig wäre. Erkennen tue ich das schon. Nur kann ich es nicht anerkennen.

    Zu unseren jetzigen Meeris sind wir über Köln-Poll gekommen. Da ich im Süden SH lebe, ist natürlich klar, dass weder eine _persönliche_ Vor-, noch Nachkontrolle stattgefunden hat. Ich hatte Gründe, warum ich mich für Köln-Poll entschieden hatte. Und die lagen nicht darin, dass ich vorgehabt hätte, eine Notstation zu betrügen oder mir unter einem Vorwand Tiere anzueignen, denen ich schaden wollte. Ich hatte bestimmte Vorstellungen von der Haltung (Außengehege) und hatte mich vorher viel erkundigt. Die Pflegestelle unserer Meeris hat uns noch ein bisschen beraten und natürlich haben sie uns die Meeris nicht ohne Nachfragen, Gespräche usw einfach geschenkt.
    Und ich kann sagen, dass sowohl die Pflegestelle, wie auch die Organisation Köln-Poll einen ganz tollen Dienst geleistet hat. Wir haben auf einen Schlag 5 Meeris bekommen (falls eine von euch hier lesen sollte: Huhu :winke: wir habe vor etwa 4 Jahren Liam, Molly, Sunny, Balea und Nora übernommen). Wir haben viel miteinander gesprochen und dabei noch Tipps bekommen, die Vergesellschaftung wurde auf der Pflegestelle übernommen, es wurde sich um eine MFG gekümmert und auch hinterher stand mir die Pflegestelle noch bei einigen Fragen zur Stelle. Ich finde das alles wirklich beispielhaft.

    Die Meeris hatten und haben ein schönes Leben bei uns. Wir zahlen viel für die Gesundheit unserer Tiere. Ob TA oder Nahrung. Wir machen uns Gedanken und handeln definitiv auch entgegen der eigenen Bequemlichkeit und nehmen einige Umstände auf uns. Wie vermutlich jede/r von euch.

    Aber es gibt etwas, was mir absolut widerstrebt. Und das sind Fremde in meinem Zuhause. Wenn beispielsweise Familie oder Freunde unserer Kinder da sind, ist das kein Problem. Aber jemanden (vielleicht sogar unangemeldet) vor der Tür stehen zu haben, der sich anmaßt eine Inspektion durchzuführen und danach unser/mein Zuhause und unsere Tierliebe zu bewerten und evtl sogar zu verurteilen - nein. In der Vergangenheit habe ich damit schon Erfahrung sammeln dürfen, denn unsere Tiere sind immer Second Hand gewesen. Und was ich da für mich als Quintessenz rausziehen konnte bzgl des Passus` Nachkontrolle, lässt sich eigentlich auf Machtdemonstration und Selbstgerechtigkeit reduzieren. Es ist definitiv nicht so, dass jemals eine Nachkontrolle stattgefunden hätte. Ich vermute, da sind die "Tierschützer" dann doch zu faul zu gewesen. Das bezieht sich definitiv nicht auf Köln-Poll, sondern auf die TS-Damen, die uns unserer Hunde vermittelt haben, sich mit Kaffee und Kuchen bei der Vorkontrolle bewirten ließen, mit kostspieligen Forderungen über die Zaunhöhe kamen und nach Zug um Zug "Alter Hund gegen einige Hundert Euros" nie wieder gesehen wurden. Aber ganz wichtig war der Passus natürlich. Nachkontrolle! Witzig war dann, als ich die Tierhaltung der TS-Dame kennen lernte. Aber das ist ein anderes Thema.


    Für mich kommt es nicht in Frage, von Menschen, die eine rechtlich nicht haltbare Forderung in einen Schutzvertrag schreiben, der per se null und nichtig ist, ein Tier zu erwerben. Da gibt es für mich keinen Diskussionsspielraum.
    Deswegen fallen für mich einige NS schonmal weg, die sich im Hamburger Raum befinden. Gibt es das denn nicht mehr im Tierschutz? Zum Wohle der Tiere das eigene Geltungsbedürnis hintenanstellen? Es gibt
    immer noch Züchter, Tierläden und Kleinanzeigenportale. Dort gibt es wieder nur die Bedingung Zug um Zug. Geld gegen Tier. Wer sich billig ein Tier besorgen möchte, zumal ein Meerschwein, der kann für kleines Geld anderweitig fündig werden und braucht nicht beim TS suchen.

    Was mich angeht, bin ich bereit Geld auszugeben. Ich erwarte nicht, dass man uns ein Tier schenkt oder für einen geringen Symbolischen Wert überlässt. Ich erwarte nicht, dass man nur meinen Worten Glauben schenkt. Ich bitte darum, dass die NS sich im Sinne der Tiere um die Tiere kümmert bis zur Vermittlung und auch eine gewisse Sorgfaltspflicht bei der Vermittlung aufzeigt. Aber eine Nachkontrolle? Nein. Nicht bei uns.


    Gibt es das nicht mehr ohne diesen unsinnigen Passus?
     
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  3. #2 B-Tina :-), 07.05.2018
    B-Tina :-)

    B-Tina :-) NotschweinchenHalterin

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  4. #3 Oktarines Grasland, 07.05.2018
    Oktarines Grasland

    Oktarines Grasland Schweinchen-Neuling

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    B-Tina, ich danke dir :-)
     
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  5. #4 B-Tina :-), 07.05.2018
    B-Tina :-)

    B-Tina :-) NotschweinchenHalterin

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    Gerne :-)
     
  6. Enkidu

    Enkidu Schweinchen-Häuptling

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    Und wo ist jetzt der Unterschied zwischen Vorkontrolle und Nachkontrolle?

    Eine Notstation würde sich der grenzenlosen Naivität schuldig machen, wenn sie jedem Interessenten alles unbesehen glauben würde, was der so erzählt. Es werden ohnehin zu wenige Kontrollen gemacht, und ich möchte nicht wissen, wie oft es passiert, dass vermittelte Tiere irgendwo krank oder in Einzelhaltung sitzen, weil das Partnertier irgendann gestorben ist und sich keiner mehr an den Schutzvertrag erinnert.

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, was an einer Nachkontrolle schlimm ist, wenn man nichts zu verbergen hat. Ich wurde selber schon kontrolliert, das waren zwei nette junge Mädchen damals, und es gab keinerlei Probleme. Wer nichts zu verbergen hat, braucht sich auch nicht so anzustellen.
     
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  7. #6 Oktarines Grasland, 07.05.2018
    Oktarines Grasland

    Oktarines Grasland Schweinchen-Neuling

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    Enkidu, das ist aber ein Totschlagargument. Wer nichts zu verbergen hat, kann auch bei FB schreiben ohne einschränkende Einstellungen. Wer nichts zu verbergen hat, kann nicht gegen Videoüberwachung an allen öffentlichen Plätzen sein. Wer nichts zu verbergen hat, kann ruhig beim Telefonieren abgehört werden und Mails/WA Nachrichten dürfen gespeichert und ausgewertet werden.

    Ich schrieb schon meine Meinung und Begründung oben hin, genauso, wie den Ablauf mit Köln-Poll, der von einer sorglosen Überlassung weit entfernt war. _Da_ habe ich tatsächlich nichts zu verbergen. Dass du das nicht nachvollziehen kannst macht nichts, ändert aber auch nichts an meiner Entscheidung.
     
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  8. #7 trauermantelsalmler, 08.05.2018
    trauermantelsalmler

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    Hallo,
    mir geht es da tatsächlich genau so wie Oktarines Grasland. Mit Vor-und Nachkontrollen sowie mit Eigentumsvorbehalten kann ich mich nicht wirklich anfreunden.
    Ich habe zwar zum Glück noch nie schlechte Erfahrungen mit Notstationen oder Tierschutzvereinen diesbezüglich gemacht, sondern immer sehr netten Kontakt. Aber seitdem das in den meisten Schutzverträgen auftaucht, sehe ich meistens davon ab, Schweinchen in Notstationen anzufragen, sondern wende mich an Züchter, die mir gefallen. Dort habe ich auch Hilfe bekommen bei Fragen, Hilfe bei einer schwierigen Vergesellschaftung (inklusive Umtausch des Neuzuganges, das zweite Mädel hat sich dann auch sehr gut bei mir eingefügt und fühlt sich wohl), und habe immer noch netten Kontakt zu einigen Züchtern meiner Tiere.

    Ich verstehe das Dilemma der Tierschutzvereine durchaus, man möchte verständlicherweise verhindern, dass das Tier vom Regen in die Traufe kommt, und diese Gepflogenheiten (unangemeldete Kontrollen o. ä.) sind mit Sicherheit die Folge schlechter Erfahrungen, was traurig und verständlich ist.
    Aber ich möchte das eben nicht für mich, denn meine Wohnung gehört mir, da hat keiner das Recht einzufordern sie unangemeldet zu betreten. Das darf höchstens die Polizei.
    Daher schaue ich genau den Schutzvertrag und die Abgabebedingungen an. Wenn sie mir nicht gefallen, hole ich meine Tiere woanders.
    Man muss sich hier eben entscheiden, möchte man unbedingt einem Tierschutztier helfen, muss man die Bedingungen akzeptieren, denn sie haben auch ihren berechtigten Grund.
    Möchte man einfach nur ein neues Tier zu seiner Gruppe weil man Spaß am Hobby hat oder weil man ein verwitwetes Schweinchen sitzen hat was Gesellschaft braucht, muss man sich ja nicht an den Tierschutz wenden.
    Meerschweinchen gibt es genug.
     
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  9. Dattel

    Dattel Schweinchen-Neuling

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    Diese Schutzverträge sind genau so unsinnig wie die Schutzverträge für Pferde. Kann man positiv und auch negativ bewerten. Kommt es hart auf Hart sind die Schutzverträge nichts weiter als Gekritzel auf Papier.
     
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  10. #9 trauermantelsalmler, 08.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 08.05.2018
    trauermantelsalmler

    trauermantelsalmler Schweinchen-Kenner

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    Das mag sein, davon habe ich auch schon gelesen bzw. gehört. Aber verlassen möchte ich mich darauf nicht.
    Ausserdem finde ich es grundsätzlich nicht richtig, einen Vertrag zu unterschreiben, mit dem ich von vorneherein nicht einverstanden bin, und einfach darauf zu spekulieren, dass mein Vertragspartner das eh nicht umsetzen wird, weil keiner Zeit für eine Kontrolle hat oder so. Selbst wenn das dann nicht rechtlich bindend ist. Wenn man so was unterschreibt, sollte man es auch ernst nehmen.
    Die Zeit und das Geld eines eventuellen Rechtsstreites, falls doch mal was ist, kann man sich und der Notstation ersparen, die können beide Seiten besser investieren. Auch im Sinne der Tiere.
     
  11. #10 lunalovegood, 09.05.2018
    lunalovegood

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    die miesen erfahrungen mit "nachkontrollen", die du @Oktarines Grasland mit geltungsbedürftigen "ts"-vertretern gemacht hast, sind natürlich blöd & haben dein bild sicher auch geprägt, was schade ist.

    da wir auch schon einige tiere, vor allem hunde, aus dem ts hatten, kenne ich den passus auch & unter so manchem steht auch meine unterschrift. stehe jetzt auch nicht unbedingt darauf, irgendjemandem pauschal & zudem noch unangekündigt :eek: zugang zu haus & hof zuzugestehen wegen eines "knebelvertrages" (keine unterschrift = kein tier).

    habe mich insoweit damit arrangiert, daß ich es vor allem als im interesse des vierbeinchens interpretiert habe. auf die idee, daß es auch andere varianten, wie deine hier geschilderte, gäbe, bin ich ja garnicht erst gekommen...

    für mich gabs insofern kleine zweifel, da solche besichtigungstouren ja auch geld kosten, das ggf. den tieren im ts nicht zur verfügung steht.

    was ich richtig bekloppt finde & was mich ärgert ist, daß diese & auch andere, mitunter echt realitätsferne bedingungen verhindern, daß tiere ein neues, sicher meistens auch gutes heim finden können!

    wir selbst haben unsere ts-hunde fast immer von weit & weiter weg geholt, so daß nachkontrollen eh fast nur von beauftragten vor ort hätten durchgeführt werden können, was auch schon zur ablehnung - trotz ich sag mal so gut wie optimaler bedingungen - geführt hat. wir haben aber immer diverse bilder unserer eckdaten & google-earth-ausdruck (lage & größe unserer ranch) angeboten, so daß das zumindest einsehbar war. aber wie gesagt, nicht jedeR läßt sich drauf ein.

    hast du @Oktarines Grasland denn bei einem tier von interesse mal angesprochen, was du hier geschrieben hast? vielleicht hat frau es ja auch nicht immer nur mit erbsenzählern & sturköpfen zu tun, zumal dieser passus ja eh juristisch schwer durchsetzbar wäre.

    (bei uns ist nach fast 20 jahren adoptierter hunde nun gerade zum allerersten mal tatsächlich eine anfrage wegen nachkontrolle eingetroffen. ausgerechnet wegen uschi, unserer bullmastiff-lady, die nur ein jahr bei uns blieb. ihr ging es schlagartig ganz schlecht, die ursache konnte nie diagnostiziert werden...

    eigentlich habe ich dann immer die stelle informiert, wo der hund herkam. ausgerechnet bei ihr hab ichs - wegen eigener krankheit noch ausreichend mit mir selbst beschäftigt - vergessen & drücke mich schon ein paar tage darum, es jetzt zu tun...)
     
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  12. #11 Traudl, 09.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2018
    Traudl

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    hier habe ich oft schwer vermittelbare Tiere aus dem Tierheim aufgenommen. Nachkontrollen habe ich bis jetzt keine gehabt, was vieleicht auch daran lag, das mein TA der TA vom Tierheim war und er die Tiere ohnehin immer mal wieder zu sehen bekam. vor Jahren habe ich mich in ein Nottier aus der Nähe von Frankfurt verliebt und alles hat gepasst,ich hatte ein super gespräch mit den Leuten am Telefon. Das war schlagartig vorbei, wie sie hörten wo ich wohne. Ich habe dann noch gebeten, das sie doch den nürnberger Tierschutzverein bitten sollen, die Nachkontrolle zu übernehmen oder den Tierarzt des Tierheim fragen sollen, weil der meine Tiere kennt- aber da ging nichts, sie waren nicht mal bereit dort anzufragen. Das Tier saß dann noch über ein Jahr in der Notstation und ich habe ein ähnliches Tier von einer Züchterin aus Alzey aufgenommen.
     
  13. jackie

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    Von Meeris kenne ich das mit den Schutz-(Knebel-)Verträgen nicht. Aber ich hatte mich letztes Jahr einmal ziemlich ernsthaft nach einem Katzenkumpel für meinen Kater umzusehen begonnen und wollte gerne ein Tier aus dem Tierschutz. Tja, wo immer ein Kandidat gepasst hätte von Alter, Charakter und Bedürfnissen her - überall gab es diese speziellen Schutzverträge. Mit einer Vorkontrolle hätte ich gut leben können, es ist für mich okay, wenn eine vermittelnde Person/Organisation mit eigenen Augen sehen will, wo ein Tier hinkommt, wie das neue Zweibein tickt und wie das neue Zuhause ausgestattet ist. Schutzgebühren hätte ich in beliebiger Höhe gezahlt, auch bisherige TA-Behandlungskosten, Reisekosten bei Katzen aus dem Ausland, alles - kein Problem. Selbst mit einer Nachkontrolle hätte ich mich arrangiert.

    Das Kriterium, mit dem ich mich dann aber absolut nicht leben konnte, war der Eigentumsvorbehalt. Wenn ich ein Tier bei mir aufnehme, will ich, dass es MEIN Tier ist, dass sein Chip auf MICH eingetragen ist und dass ICH entscheide, wann welche Tierarztbehandlung erforderlich oder gar eine Euthanasie notwendig ist. Laut all diesen Verträgen, die von Organisation zu Organisation sehr ähnlich waren, wäre aber die Vermittlungsstelle Eigentümerin geblieben und hätte letztlich das Sagen und jegliche Entscheidbefugnis gehabt. Selbst wenn das nur auf dem Papier so wäre - gefühlsmässig geht es für mich einfach nicht. Und dann mag ich das Papier auch nicht unterschreiben.
    Am Ende wurde ja dann nichts daraus, mein Katerchen wurde schwer krank und ich musste ihn im Februar gehen lassen :mist: . Ob ich nochmals Katzenbesitzerin (und damit auch -eigentümerin :fg: ) werde, steht noch in den Sternen. Aber ich fürchte, Tierschutzkatzen können es nicht werden, wenn alle Organisationen auf diesen doofen Verträgen bestehen...
     
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  14. #13 Paperhearts, 09.05.2018
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    Gibt es tatsächlich Notstationen (etc. pp.), die unangemeldet vor der Tür stehen? :eek: Wenn, dann würde ich die nicht reinlassen, ganz einfach.
     
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  15. #14 lunalovegood, 09.05.2018
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    oh @jackie, so hatte ich den eigentumsvorbehalt bisher garnicht verstanden.

    sondern eher in die richtung, daß, wenn betreffendes tier, warum auch immer, wieder abgegeben werden muß, es zuerst an den ts zurück ginge bzw. die sich vorbehalten, den weiteren verbleib zu regeln.

    das fand / finde ich so eigentlich ganz sinnvoll. hält zb. ein befreundeter molosser-züchter auch so. habe es deshalb auch nicht hinterfragt.

    das würde im ernstfall ja bedeuten, daß der ts einem das leben noch schwerer machen kann, als ein bockiger vater (ja, oder mutter) bei geteiltem sorgerecht.

    nee, oder?
     
  16. #15 Angelika, 09.05.2018
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    Der angebliche Eigentumsvorbehalt dient nur zur Abschreckung, soweit der Abnehmer daran glaubt. Rechtlich durchsetzbar ist er nicht, da Geld gegen Tier geflossen ist und das ganze damit einen Kauf darstellt.
     
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  17. #16 trauermantelsalmler, 09.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2018
    trauermantelsalmler

    trauermantelsalmler Schweinchen-Kenner

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    So ist es bestimmt normalerweise auch nur gedacht. Ist ja eigentlich alles nur gut gedacht....

    Es hat aber eben auch das zur Folge was Jackie schreibt, und das ist eben die Kehrseite der Medaille. Ich habe das auch schon auf Züchterseiten gelesen, und auch da frage ich prinzipiell gar nicht erst an. Ich habe damit die gleichen Probleme wie Jackie. Ich sorge gerne für meine Tiere. Aber eben für MEINE Tiere, und für die bin ich auch verantwortlich und treffe Entscheidungen, nicht für die Tiere fremder Leute. Zumindest nicht auf eigene Kosten und nicht auf Dauer.

    Mit Eigentumsvorbehalt kann dir das Tier jederzeit weggenommen werden, wenn den Leuten deine Nase nicht mehr passt, und auch TS Vereine sind Vereine mit den entsprechenden Klüngeleien, wo es immer auch Leute gibt die eigene Interessen verfolgen. Ausserdem will ich gerade wichtige Entscheidungen beim Tierarzt nicht mit fremden Leuten diskutieren, schon hier im Forum gibt es ja sehr unterschiedliche Vorstellungen, wann man ein Tier einschläfern sollte, und wann eine Behandlung Sinn macht.

    Manche Vereine haben zum Beispiel eine generelle Kastrationspflicht für Hunde, und schon daran scheiden sich die Geister ja auch sehr. So was will ich eben selber entscheiden.
     
  18. jackie

    jackie Jedem Meeri mind. 1qm!

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    Nun, wenn es für dich eine erstrebenswerte Option darstellt, einen Vertrag einzugehen, bei dem du schon im Moment der Unterschrift weisst, dass du den Inhalt für Humbug hältst und dich nicht daran zu halten gedenkst... okay. Für mich ist das nicht der richtige Weg.

    So sonnenklar, dass es sich bei solchen Schutzverträgen um Kaufverträge handelt, ist es im Übrigen auch nicht. Oft wurde angenommen, es handle sich um einen sog. atypischen Aufbewahrungsvertrag. Es gibt leider nur wenige Gerichtsentscheide dazu. In einem Fall hat das Landgericht Krefeld immerhin entschieden, dass es sich nicht um einen Kauf handle: die Annahme eines Kaufvertrages scheitere daran, dass die kaufvertraglichen Gewährleistungsvorschriften keine Anwendung fänden und der Schwerpunkt des Vertrages nicht in der für den Kaufvertrag prägenden entgeltlichen Übergabe und Eigentumsverschaffung des Tieres, sondern in der Übergabe des Tieres zur Haltung und Pflege durch den Übernehmer liege.
    Das Landgericht Hamburg ging dagegen in einem anderen Urteil davon aus, es handle sich doch um einen Kaufvertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Organisation verstiessen gegen Treu und Glauben, indem sie den Erwerber eines Tieres unangemessen benachteiligen. Eine feste Praxis, die diese Auffassung stützt, existiert aber nicht. Im Zweifelsfall käme es also eben zum (Rechts-)Streit, und ich persönlich hätte darauf entschieden keine Lust.

    Es wurde übrigens auch versucht damit zu argumentieren, die Klauseln der Tierschutz-/Übergabeverträge seien, soweit sie einen Eigentumsvorbehalt zugunsten der Vermittlungsorganisation vorsehen und dieser umfangreiche Besuchs-, Auskunfts- und Entscheidungsrechte gewähren, überraschend und somit unwirksam. Darauf haben die Organisationen so reagiert, dass diese Klauseln nun farblich abgehoben, fett gedruckt und absolut unübersehbar in den Vertragsbedingungen stehen und oft noch gesondert unterzeichnet werden müssen. Das Argument "hab ich nicht gelesen, befand mich deshalb in einem Irrtum, das Ganze ist somit ungültig" zieht dann nicht mehr. Und mit dem Argument "hab ich zwar gelesen, aber nicht verstanden, deshalb doch wieder Irrtum und ungültig" muss ich als Juristin wohl auch nicht um die Ecke kommen wollen...

    Für mich bleibt als Fazit nur: Finger weg von Übergabeverträgen, durch die ich nicht Eigentümerin des übernommenen Tieres werde.
     
  19. Wassn

    Wassn Schweinchen-Guru

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    Fast alle meine Tiere stammen vom Tierschutz und ich habe bei allen diese Verträge unterschrieben. Seit 14 Jahren. Ich hatte noch nie Probleme. Einmal wurden für Nachkontrollen immer Termine gemacht und den Tierarzt habe ich immer selbst gewählt. Auch beim Einschläfern. Nie hat nur eine der Organisationen auch nur irgend etwas bemängelt. Ich habe das Ableben der jeweiligen Tiere gemeldet und das war es. Für mich sind diese Verträge kein Hinderungsgrund, ein Tier aus dem Tierschutz zu nehmen. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass das Tier nicht mir gehört. Und ich finde es absolut in Ordnung, dass falls ich das Tier abgeben muss, die jeweilige Organisation ein Vorrecht auf das Tier hat und es wieder zurück nehmen möchte. Welch ein Elend sehen diese Leute jeden Tag, wie Menschen mit Tieren umgehen. Da kann ich gut verstehen, dass man da solche Verträge entwickelt hat.
     
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  21. #19 trauermantelsalmler, 09.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 09.05.2018
    trauermantelsalmler

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    Hallo Wassn,
    das ist bestimmt in mindestens 90% der Fälle auch genau so. Wie gesagt habe ich selbst auch noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Ich finde es wirklich toll dass du Tiere aus dem Tierschutz nimmst, das ist auf jeden Fall wichtig.
    Aber mir ganz persönlich (und anscheinend nicht nur mir) ist der Preis dafür - nämlich einen solchen Knebelvertrag zu unterschreiben- zu hoch, weil ich mich nicht an diesen halten möchte. Und ich bringe meinem Vertragspartner genug Respekt entgegen, um mit ihm keine Vereinbarungen zu treffen die ich nicht einzuhalten bereit bin.
     
  22. #20 trauermantelsalmler, 09.05.2018
    trauermantelsalmler

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    Ich glaube das verstehen alle hier, dass diese Absätzen in den Verträgen nur eine Folge entsprechender frustrierender Erfahrungen der Tierschutz Orgas sind. Die gibt es nicht aus Langeweile oder übertriebenem Geltungsbedürfnis, sondern eben weil die Organisationen hintergangen und belogen wurden, und sie die Tiere dann doch wieder einzeln im Hamsterkäfig in der Garage wiedergefunden haben, weil die Kinder keinen Bock mehr drauf hatten, oder sie an irgendwen verschenkt wurden, weil der neue Freund mit dem man jetzt zusammengezogen ist keine Tiere mag. Das ist auch echt Obermist.
    Aber ich unterschreibe so einen Vertrag trotzdem nicht, ich kann ja auch nix dafür dass andere Leute verlogen und verantwortungslos sind.
     
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