Linienzucht?

Diskutiere Linienzucht? im Rassen, Farben und Zucht (Archiv) Forum im Bereich Archiv; Sinnvoll oder nicht? Was spricht dagegen?

  1. Atlana

    Atlana Guest

    Sinnvoll oder nicht? Was spricht dagegen?
     
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  3. Nehle

    Nehle Schweinchen-Guru

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    Oh ja sehr sinnvoll. Betreibe ich hier seit jahren. Ich denke ohne Linienzucht ist es unmöglich seinem Zuchtziel vernünftig näher zu kommen.
    LG nehle
     
  4. Atlana

    Atlana Guest

    Danke :)
    Und??? Schon was gehört? Ist er vergeben?
     
  5. #4 pueppy05, 11.06.2010
    pueppy05

    pueppy05 Guest

    Wenn man es mit Sinn und Verstand betreibt bestimmt sehr nützlich weil man so halt seinem Ziel näher kommt.
     
  6. Atlana

    Atlana Guest

    Was spricht denn dagegen?
     
  7. #6 caviamama, 11.06.2010
    caviamama

    caviamama Guest

    Atlana, benutze doch mal die Suchfunktion. Da kommen einige Threads zum Thema raus. Die letzten sind gerade mal 2 - 3 Monate alt. Vielleicht hilft Dir das weiter....
     
  8. #7 Allgäu Meerlis, 11.06.2010
    Allgäu Meerlis

    Allgäu Meerlis simply an Otter

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    Linienzucht hat seine Vor- und Nachteile!

    Vorteile:
    - der Genpool wird weniger das heißt die unerwünschten rezessiven Trägereigenschaften werden nach und nach ausgemerzt, Reinerbigkeit wird angestrebt
    - positive Merkmale werden gefestigt wie z. B. Körperbau, Zeichnung
    - man kommt schneller zum Ziel denn ständig Fremdtiere einzukreuzen bringt nur wieder unerwünschte rezessive Trägereigenschaften

    Nachteile:
    - negative Merkmale können auch gefestigt werden und sind dann sehr hartnäckig
    - der Ahnenverlust geht irgendwann ins unendliche
    - man benötigt gesunde Ausgangstiere

    Meerschweinchen sind übrigens ziemlich inzuchtresistent.
     
  9. #8 taschapascha, 11.06.2010
    taschapascha

    taschapascha Meerschweinchen Verrückte

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    Was genau ist den Linienzucht ?
     
  10. #9 Allgäu Meerlis, 11.06.2010
    Allgäu Meerlis

    Allgäu Meerlis simply an Otter

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    Linienzucht ist es, wenn du Tier A und Tier B verpaarst. Mädchen aus dieser Verpaarung gehen auf den Papa und Jungs auf die Mama. Aus diesen Verpaarungen wird dann wieder auf A bzw. B verpaart. und so weiter und sofort.

    Es wird immer wieder auf die Ausgangstiere zurückverpaart. Eben drum sind halbwegs ordentliche Ausgangstiere Pflicht.
     
  11. #10 Meerihüterin, 13.06.2010
    Meerihüterin

    Meerihüterin Guest

    Kleiner Nachtrag :-), fällt aus diesen Verpaarungen ein Sohn oder Tochter die ihre Eltern in ihren Eigenschaften übertreffen, kannst du dann weiterhin auch auf diese Tiere zurückverpaaren, was ja auch Sinn macht.

    LG Sabine
     
  12. #11 Fortresca, 13.06.2010
    Fortresca

    Fortresca Guest

    Dann sag mir mal, warum ich aus einer Verpaarung von Halbgeschwistern damals ein Polydaktylietier bekommen hab.

    Seitdem lass ich sowas und verpaare so blutfremd wie möglich.
     
  13. #12 honeyisses, 13.06.2010
    honeyisses

    honeyisses Guest

    Polydaktylietier steht nicht zwingend in direktem Zusammenhang mit der Linienzucht und kann durchaus auch bei Fremdblutverpaarungen auftreten.

    Sollte es an der Linienzucht gelegen haben, dann stellt sich hier der Vorteil gleich heraus: in der Linienzucht entdeckst Du Gendefekte viel schneller, als bei Fremdblutverpaarungen (wo Du so etwas u.U. über Generationen unentdeckt mitschleppst).

    In Deinem Fall wäre interessant zu wissen, ob es bei mehreren Babys aufgetreten ist und bei mehreren Würfen?

    Übrigens: Geschwisterverpaarung ist keine Linienzucht.........
     
  14. #13 Fortresca, 13.06.2010
    Fortresca

    Fortresca Guest

    Kam bei mir aber noch nie vor...

    Ein Argument, das ich nie verstanden habe - ein unentdeckter Fehler ist ja offensichtlich nicht dramatisch, sonst würde er auffallen.

    Diese Verpaarung habe ich nur einmal gemacht. 1 von 3 Babys hatte Polydaktypie (Wurfgröße was 2,1, betroffen war das Mädel). Den Vater habe ich weiter nicht eingesetzt, weil sich seine Fellentwicklung nicht als ideal herausstellte. Die Mutter wurde noch einmal mit einem fremden Bock verpaart, war alles problemlos.
     
  15. #14 weihersberg, 13.06.2010
    weihersberg

    weihersberg Guest

    Hallo,

    das ist doch ganz einfach :

    Verpaarst du ein Tier mit einem verdeckten Fehler mit einem Fremdblütigen, kann es rezessiv weiter vererbt werden, ohne das es auffällt.
    Treffen irgendwann einmal Tiere zusammen, die es beide tragen - kann es sichtbar werden.

    Bei einer Rückverpaarung fällt es sofort auf, nicht erst wenn du schon massig Tiere gezüchtet hast, die diesen Fehler unbemerkt mit sich rumschleppen :-)
     
  16. lia

    lia sidefin

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    hej, Linienzucht/Inzucht führt nicht zu Gendefekten. Das muss man vielleicht mal festhalten. Ich werde jetzt kurz mal Aufführen, was der Sinn/Vorteil von Linienzucht ist und was die Gefahr.

    Wenn man Linienzucht macht, hat man Tiere mit recht ähnlichen Genen. Möchte man ein Gen in der Linie festigen, braucht man Homozygote Tiere in all den Genen. Wenn man immer Blutsfremde Tiere nimmt, bring man immer wieder neue Farb- und Fellstrukturgene rein, was einem eigentlich mit jeder Generation die ganze Arbeit zerstört. Im Prinzip ist jede "Zucht" die nicht in der Linie züchtet schlicht keine Zucht, da man einfach nichts raus züchten kann. Sowas geht unter vermehrung, selbst wenn nur creme farbene Shelties oder sowas verwendet werden, es entspricht nicht den Kriterien, was eine Zucht ausmacht.

    Ein weiterer Vorteil, der zugleich auch ein Nachteil ist, sind die defekten Gene. Bei JEDEM Organismus häufen sich mit der Zeit solche schlechte Gene an. Sind sie Dominant, werden die ersten Merkmalzeiger sterben oder Kränkeln und ausselektioniert. Sind sie rezessiv, hat das Tier noch ein gesundes Gen, welches den Mangel verdeckt. Treffen nun zwei solche rezessive, schlechte Gene zusammen, wird der Defekt sichtbar. Das geschieht natürlich in einer viel höheren Wahrscheinlichkeit, wenn man Verwandte verpaart. Der Vorteil ist, dass man nun diese Familie (Eltern, Geschwister, ev. Grosseltern, je nach Schweregrad) schnell ausschliessen kann und dann halt nochmals weiter hinten weiterfahren muss. Verpaart man immer Blutsfremde Tiere, sind die Gene viel länger versteckt, und kommt erst nachvielen Generationen zum Vorschein. Wenn es dumm lauft, hat das Gen schon einen grossen Teil der Zuchten dieses Farbschlags unterwandert und tritt immer häufiger Zufällig irgendwo auf. Das Gen wäre nur noch durch enge Linienzucht wieder raus zu kriegen, da man es anders nicht mehr entdecken kann. Das Nachteil von defekten Genen, ist, dass sich vielleicht bei einem Züchter ein solches Gen in der gesammten Linie schon ausgebreitet hat, denn auch in der Linienzucht kann es sich einige (aber viel weniger) Generationen versteckt halten. Dann müsste der Züchter im schlimmsten Fall (letales Gen oder sonst negative Folgen) seine Tiere aufgeben und ganz neu beginnen. Aber es kann sich dennoch weniger ausbreiten, wenn das Problem gut Kommuniziert wird (was ja leider auch nicht immer geschieht).

    Der letzte Punkt ist ein Nachteil: wenn die Gene immer homozygoter werden, wird auch das Immunsystem immer Homozygoter. Ein heterogenes Immunsystem ist aber wichtig für die Tiere, um allen möglichen Krankheiten möglichst gut zurecht zu kommen. Bei Rindern sind so Fälle bekannt, wo eine Rasse nur noch von einem BAuern gezüchtet wurde. Als er Tiere verkauft hatte, wurden diese Regelmässig krank und starben. Der Grund war, dass das Immunsystem seiner Tiere super zu seinen Stallbakterien,-pilzen und was auch immer passte, aber nicht mehr mit einer neuen Umgebung zurecht kam.

    Ein Trick dagegen ist Auskreuzen: Man nimmt zwei Tiere aus guten LInienzuchten. Die F1 wird dann vielleicht etwas schlechter, jedoch ist das Immunsystem besser. In den Folgenden Generationen macht man wieder Linienzucht und ist so auch recht schnell wieder auf dem gleichen Niveau, und vielleicht bringt man noch weitere gute Gene rein...

    Es gibt übrigens Labormäuse die seit etwa 1930 Bruder-Schwester verpaart werden, ohne dass die Linien an Inzuchtdepressionen leiden würden. Natürlich ist das Immunsystem sehr einseitig. Würde man sie aussetzen, würden fast alle Labormäuse sterben. Jedoch sind die Mäuse genetisch identisch und somit kann man sinnvolle Versuche ansetzen. Man weiss, dass die Unterschiede in der Versuchsgruppe (Behandlung, z.B. Medikament Test) und Kontrollgruppe (bekommt ein Placebo) nicht daher kommen, dass die Tiere aufgrund ihrere Gene anders reagieren, sondern an der Versuchssubstanz selber liegen. (Ob es sinnvoll ist, Resultate, die an einer Mäuselinie getestet wurden auf andere Mäuse oder sogar Menschen zu übertragen, ist dann eine gaaanz andere Frage. Ich finde es nicht.)
     
  17. #16 Fortresca, 13.06.2010
    Fortresca

    Fortresca Guest

    Das sind alles wunderschöne Theorien.

    Warum sind dann aber fast alle Tiere aus Kinderzimmervermehrung kleinwüchsig?
    Warum treten dann auch, und zwar etwa genauso oft, Genfehler bei Fremdverpaarungen aus?
    Warum sagt man dann, dass manche Linien zusammenpassen und manche nicht?
    Wie soll man sich dann jewmals was eigenes aufbauen?
    Wer definiert die Grenze zwiaschen gesund und krank?
    Warum liest man dann so oft von einem "gesunden Anteil" Framdblut?

    Aber nunja, anscheinend gibts dazu einfach verschiedene Philosophien wie bei so viel anderem auch ;)
     
  18. #17 lia, 13.06.2010
    Zuletzt bearbeitet: 13.06.2010
    lia

    lia sidefin

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    Schlechte Ernährung, falsche Haltung. Viele Weibchen wurden mit 4 Wochen trächtig und hatten zu wenig Energie um selber zu wachsen. Zudem werden bei Zuchten grosse Säue gewählt, gewöhnliche Meerschweinchen sind oft kleiner, und ein Wildmeerschweinchen wiegt nur 400-800g. Als Haustiere werden sie grösser gezüchtet...
    Was soll das jetzt zeigen? Defekte sind konstant vorhanden. Es können ja auch zwei gesunde Menschen ein krankes Kind bekommen. Zum eine wurde nicht immer Linienzucht gemacht, zudem entstehen ständig neue Mutationen die dann irgendwann irgendwo zusammen treffen können. Linienzucht verhindert nicht Mutationen, das kann man nicht. Es hilft nur sie ein bisschen schneller aufzudecken und somit gesundere Tiere zu bekommen.
    Sagt man das? Das verstehe ich auch nicht, wie man das sagen kann.
    In dem man ein Paar recht gute Tiere sucht und die Verpaart. Am besten hat man etwa 5-10 Tiere und nimmt in jeder Generation die besten Tiere. Nach einiger Zeit tauscht man einige Tiere mit anderen Züchtern aus und baut dann weiter an seiner Linie. Um eine perfekte Linie aufzubauen braucht es gut mal 5-10 Jahre. Das braucht einfach viel Geduld. Zucht ist nicht etwas, was man heute entscheiden kann und morgen hat man seine fertige Zucht, setzt super Verpaarungen und hat tollen Nachwuchs. Das ist ein langer Prozess, aber wer das wirklich will, hat auch Spass am Weg zum Ziel :rolleyes:
    Krank ist: nicht lebensfähig oder behindert. Weitere Krankheiten wie Zahnprobleme würde ich dazu nehmen, wenn sie gehäuft auftreten und man sich recht sicher sein kann, dass keine äusseren Einflüsse (Bakterien, Ernährung, Durchzug, Allergie...) daran schuld sind.
    Weil oft bei Inzucht diese rezessiven Gene zusammen Treffen und dann kranker Nachwuchs entsteht. Den Menschen ist das oft aufgefallen, ohne zu wissen wesshalb das so ist. Natürlich kann man unter Menschen nicht selektionieren und Kranke ausschliessen. Desshalb wird Fremdblut bevorzugt weil so negative Gene länger verborgen bleiben. Desshalb ist Inzucht bei Menschen tabuisiert und das wurde so auch auf Tiere übertragen. Jedoch ist eine Vermeidung in der Zucht einfach quatsch, die Tiere sind an sich nicht gesunder mit Fremdblut.

    Nein, Genetik ist keine Philosophie, sondern eine Naturwissenschaft. ;) Wenschon: Es gibt es verschiedene Theorien. Aber diese hier, sind die naturwissenschaftlich Anerkannten und entsprechen dem heutigen Wissensstand. Das wirst du in jedem Biologiestudium in Genetikkursen zu hören bekommen. :nuts:
     
  19. #18 Biensche37, 13.06.2010
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    ZITAT::..Dann sag mir mal, warum ich aus einer Verpaarung von Halbgeschwistern damals ein Polydaktylietier bekommen hab.

    Seitdem lass ich sowas und verpaare so blutfremd wie möglich.

    War die Kralle lose baumelnd, ohne Knochenverbindung, oder mit Knochen zum Fußballen verbunden?


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  21. #19 pueppy05, 13.06.2010
    pueppy05

    pueppy05 Guest

    Also das ist schon ein Unterschied,die Baumelzehe vererbt sich reszessiv,die Vielzehigkeit semi-dominant bis dominant.so weiss ich es von den Cuys.
     
  22. #20 Biensche37, 13.06.2010
    Biensche37

    Biensche37 Herr der Schweinchen

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    @Fortresca: War die Kralle lose baumelnd, ohne Knochenverbindung, oder mit Knochen zum Fußballen verbunden?

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