Kastrationsabszesse - Bitte um Meinungen

Diskutiere Kastrationsabszesse - Bitte um Meinungen im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Guten Abend liebe Meeri-Freunde, wir haben letztes Jahr berichtet, dass zwei unserer Weibchen Nachwuchs bekommen haben (siehe Signatur). Nun...

  1. magic

    magic Schweinchen-Junior

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    Guten Abend liebe Meeri-Freunde,

    wir haben letztes Jahr berichtet, dass zwei unserer Weibchen Nachwuchs bekommen haben (siehe Signatur). Nun wurde uns dazu geraten, die kleinen frühkastrieren zu lassen und es wurde immer dazu gesagt, dass die kleinen direkt wieder zur Gruppe zurück sollen, um den nötigen Sozialkontakt zu bekommen. Wir haben uns auch an den Aussprüchen orientiert wie: "Jüngere Böckchen verkraften die OP besser als ältere" im Bezug auf das geringe Alter der Böcke. Nun hatten wir wie wir meinten einen TA gefunden, der die FK zuverlässig bei beiden machen wollte und letztlich auch durchgeführt hat. Über Risiken wurden wir trotz Nachfragen nicht aufgeklärt, ebenso wenig wurde uns etwas über Narkoseart oder Nachsorge erklärt - trotz Nachfragen. Wir haben bewusst nachgefragt, ob wir die kleinen direkt wieder in die übliche Streu zu der Gruppe setzen dürften. Dies wurde mehrfach bejaht. In den ersten Tagen hatten wir auch einen sehr guten Eindruck und frühere Erfahrungen mit der Kastra eines Kaninchens hatten mich auch bestätigt.

    Nun haben wir bei unseren beiden Kerlen Abszesse entdeckt, der eine war sogar schon aufgegangen. Wir waren direkt bei unserer eigentlichen TÄ, also nicht dem TA der die OP gemacht hat. Sie hat die Abszesse eröffnet und gereinigt und uns erklärt, dass der eine Bock nur einen einseitigen Abszess hat, was sich gut behandeln lässt. Der andere hat aber einen beidseitigen, welcher auch noch verkapselt ist. Für beide haben wir die Augensalbe Floxal bekommen um Bakterienbildung in der Wundhöhle vorzubeugen sowie für den verkapselten Abszess Masti Veyxym, eine Mastitis-Salbe ohne Antibiotika, eigentlich für Rinder, die die Kapsel auflösen soll.
    Im Übrigen benehmen sich beide Kerle normal, fressen gut und sind relativ agil.

    Ich bitte an dieser Stelle nun um ergänzende Meinungen zu denen der Tierärzte. Der TA, der die OP vorgenommen hat, hat uns nun per Mail geschrieben, dass wir die kleinen hätten noch eine Woche auf sauberem Untergrund halten sollen, so wie wir das jetzt tun. Davon war keine Rede, als wir dort speziell nachgefragt hatten. Die jetzige TA hat dem zwar zugestimmt, meinte jedoch, es hätte sich so oder so auf diese Art entwickeln können. So wirklich überzeugt sind wir nun nicht mehr, was da los ist. Wir hätten es sehr begrüßt, wenn sowohl seitens des Forums, da ihr uns die FK empfohlen habt, als auch seitens des TAs über Risiken aufgeklärt worden wäre. Nun ist es zu spät und wir hadern damit, den Tieren die Medikamente in die Wundhöhlen zu geben, da dies mit Schmerzen und Stress für sie verbunden ist und zugegeben wir auch nicht unbedingt mit dem Anblick der Wunden umgehen können. Wir können auch nicht kontrollieren in wie weit die Masse nun nachgebildeter Eiter ist oder noch die nicht verstoffwechselten Medis.

    Da hier einige mit Erfahrungen mit solchen Kastra-Abszessen im Forum unterwegs sind, würden wir gern wissen, ob die Behandlung wie wir sie von der TA erklärt bekommen haben, ausreichend ist bzw. ob man etwas anders machen muss. Weiterhin würde ich gern wissen, ob es schadet, wenn man die Medikamente nicht direkt in die Wundhöhle hinein bekommt, sondern nur an den Eingang? Wir möchten wirklich alles richtig machen, sind jedoch der Meinung der Situation nicht gewachsen zu sein. Am Montag haben wir wieder Termin. Da werden wir das natürlich nochmal ansprechen, aber ist es denn normal, dass man als Halter in so einer Situation alles allein machen muss, vom Eiter entfernen abgesehen, wenn der TA weiß, dass man damit keine Erfahrung hat? Wir haben einfach so Angst, dass vor allem Panda, der mit der Eiterkapsel, uns doch noch wegstirbt unter den Händen, weil wir die Bakterien einfach nicht rausbekommen oder what ever. -.- Und das alles nur, weil der TA nicht den Mund aufgemacht hat...

    Inzwischen würde ich eine FK nur noch unter gewissen Bedingungen weiter empfehlen. Wir waren absolut glücklich, dass die kleinen laut TA sofort wieder in die Gruppe konnten und nicht allein sein mussten und sind nun maßlos enttäuscht. Das musste ich mir jetzt auch mal von der Seele schreiben.

    Traurig-verzweifelte Grüße, magic
     
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  3. #2 Flora_sk, 02.02.2013
    Flora_sk

    Flora_sk Schweinchen-Guru

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    Es tut mir leid, dass Ihr Probleme habt bei Euren Böcklein und hoffe, dass die Abszesse rasch verheilen. Ich selber habe keine Erfahrung mit Abszessen.

    Ich habe nachgelesen, wann Euer Nachwuchs zur Welt kam und habe als Geburtstermin den 3.11.2012 gefunden. Somit waren die Böcke gut 8 Wochen alt, als sie kastriert wurden.

    Dann war das aber eine normale Kastration, keine Frühkastration, denn mit 8 Wochen waren sie bestimmt schon geschlechtsreif.

    Wie schwer waren die Jungs zum Zeitpunkt der Kastration und wieviel wiegen sie heute?
     
  4. Smarti

    Smarti Rosetten-Fan

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    Also, meine Kastra-Patienten gehen abends wieder in ihre Gruppe. Ganz normal auf die (saubere) Streu. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Einstreu der Auslöser der Abzesse ist, denn ein vollgepullertes Handtuch ist auch nicht hygienischer.

    Zur Behandlung der Abzesse kann ich nicht viel sagen. Mein damaliger Patient wurde gespült und bekam AB oral sowie BBB.

    Bei dem kleinen Mann, der beidseitig verkapselte Abzesse hat, könnte eine Unverträglichkeit gegen das Nahtmaterial vorliegen. Sollte es so sein, stößt er den Faden ab. Dieser muss raus. Je nanchdem, muss erneut operiert und mit Spezialfaden genäht werden. Das kenne ich auch. Wit durften danach eine Woche lang täglich zum spülen, danach war der Spuk vorbei.

    Das der TA nicht aufgeklärt hat ist mehr als fahrlässig. Natürlich kann immer ein Tier bei der OP sterben und das sollte vorher gesagt sein!
    Die Nachsorge besteht hier aus dem täglichen Beobachten der Kastra-Wunde und einem Termin zum evtl. Fädenziehen nach 10 Tagen. Es ist schon merkwürde, dass dir kein Wort dazu gesagt wurde.

    Ich hoffe, dass ihr es schnell wieder in den Griff bekommt!

    LG Julia
     
  5. #4 Holli von Sachsen, 02.02.2013
    Holli von Sachsen

    Holli von Sachsen Schweinchen-Senior

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    Unverträglichkeit gegen das Nahtmaterial ist immer mal wieder der Grund für Kastra-Abszesse.
    Es gibt Fäden die das Risiko minimieren - kosten ein paar Euro mehr.

    Es gibt aber auch verschiedene OP-Techniken mit kleineren oder etwas grösseren Wunden.

    Unsere Schweine werden für die ersten 7-10 Tage immer auf Textilien bzw Zellstoff gehalten.
    Wenn die Patienten vorher Mitbewohner hatten die weiter mit ihnen zusammen bleiben Bleiben die natürlich zusammen.

    Wenn die Wunde OK ist gibt es wieder Einstreu.

    Zur Behandlung hab ich wo anders schon geschrieben.
     
  6. #5 schweinchenshelly, 02.02.2013
    schweinchenshelly

    schweinchenshelly überzeugter Außenhalter

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    Ich hatte hier einen Kastrationsabszess, der 6 Wochen nach der Kastration kam. Da helfen Tücher die ersten Tage auch nicht. Ich glaube, dass das keinen Unterschied macht und meistens das Material schuld ist, wenn es dazu kommt.

    Ich musste die Wundversorgung auch selbst machen, aber das hat auch praktische Gründe, wer fährt denn schon gerne 2x täglich zum TA. Wenn es einem der TA richtig zeigt, schafft man das eigentlich. Es ist natürlich blöd, wenn man sich dem nicht gewachsen fühlt, aber dann kann man doch anrufen und nen Termin machen.
     
  7. #6 Glubschi, 02.02.2013
    Glubschi

    Glubschi Reuschenberger Schnuten

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    Ja die Fäden können der auslöser sein, oder der Knoten wurde zu fest gemacht... Hier hat sich einer meiner Kastraten, 2 Tage nach der Kastra unten rum alles aufgebissen. Ich dachte schon ich müsste ihn einschläfern, weil da nichts mehr heilen würde... und ich meine es sah wirklich sehr fies aus! Er hatte da alles vereitert, voller Abszesse hier und da und das nur weil er die Fäden nicht vertragen hat und sie ihn so sehr gestört haben.
    Das einzige was ich da gemacht hab war die Wunde jeden Tag mit Wasser zu spülen, Eiter vorsichtig auszudrücken und danach es zu desinfizieren(mit 45% Ethanlösung). Es dauert lange, weil er immer wieder anfing zu knabbern, aber dann wurde es besser und heute sieht er fast wieder normal aus unten rum. Aber das war Selbstverstümmlung der fiestesten Art. Aber sowas weiß man vorher auch nicht ob einer die Fäden verträgt oder ein anderes Schwein besser die.
    Und ich hatte ihn die ersten Tage nur auf Küchenpapier und Zeitungspapier, auch auf Handtüchern... danach musste ich ihn so halten, bis er wieder gesund war.Neue Fäden wurden auch nicht gemacht, da war alles dick.

    Heute sitzt der Kasper alias Stripes in meiner Großgruppe und hat keine Probleme. Das kann immer passieren mit Abszessen, ob es nur an dem Nahtmaterial liegt oder sonst was. Es ist ein Eingriff und bei so einem Eingriff können auch Bakterien an die Wunde dran. Meeris sind da auch empfindlicher als wir Menschen.

    Wichtig ist auf alle Fälle, dass die Abszessstellen täglich kontrolliert werden, mehrmals täglich gereinigt und desinfiziert werden, dann wird es auch schnell abheilen ;) Mehr hab ich bei meinem Patienten hier auch nicht machen können, dabei war ich sehr oft beim TA, die konnte aber auch nicht mehr machen. :heul:
     
  8. #7 Meerie-Mama, 02.02.2013
    Meerie-Mama

    Meerie-Mama Engel auf Erden

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    oh man, die kleinen tun mir voll leid. sie sind doch noch s jung und müssen jetzt schon durch solch eine behandlung durch :(

    ich kann mir gar nicht so recht vorstellen, dass das nahtmeterial schuld sein soll für die abzesse. das kann natürlich vorkommen, aber ist ja dch sehr selten. und dann gleich bei beiden?

    mein doch hat mir bestimmt schon 100 böcke frühkastriert it 3-4 wochen und noch nie gab es probleme. und sie durften auch gleich wieder aufs streu.

    daher würd ich ja eher von unhygiene ausgehen bei der op. aber gut, man kann es nicht wissen. vielleicht sind sie einfach noch nicht genug drauf spezialisiert.

    jedenfalls klingt die nachbehandlung aber ok. ich drück die daumen das es schnell wieder gut ist.
     
  9. #8 Angelika, 02.02.2013
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Meine Böckchen (6 in den letzten 2,5 Jahren) wurden im Alter zwischen 6 und 10 Wochen kastriert.
    Die Wunden wurden jeweils geklammert, nicht genäht.
    Die Tiere saßen direkt wieder auf Streu (in den Pipi-Ecken täglich gewechselt) bei ihren Jungs-Kumpels.
    Fast alle haben sich in den ersten drei Tagen ihre Piercings sämtlich selbst gezogen - die Wunden waren aber bereits geschlossen.
    Abszesse gab es keine.

    Abszesse können auftreten als Folge von Unverträglichkeit des Nahtmaterials, oder infolge von Hygienemängeln. Bei Unverträglichkeit kann es länger dauern, bis der Abszess auftritt. Dieses Risiko wird durch das Klammern der Wunde vermieden.

    Zur Abszessbehandlung: Standardbehandlung bei allen Abszessen ist regelmäßiges Spülen und das Einlegen von Leukasekegeln, bei kleineren Abszessen Leukase-Salbe. Bei hartnäckigen Abszessen kommen auch Gentamicin-Schwämmchen zum Einsatz.
     
  10. #9 McLeodsDaughters, 02.02.2013
    McLeodsDaughters

    McLeodsDaughters Schweinchen-Guru

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    "Meine" Kastras sind etwas her (rund 5 Jahre), aber bei uns hatte einer noch Wochen nach der Kastra einen Abzess bekommen. Das war damals KEINE Frühkastra und wie gesagt auch Wochen nach der OP.
    Wir hatten sie damals 2 - 3 Wochen auf Handtüchern, allerdings waren beide älter, dafür war ihre Schwester allein (im Nachhinein hätte sie 3 Wochen länger allein sein müssen, es gab Nachwuchs...). Der junge Bock von unseren Wurf wurde damals auch normal kastriert, kam dann aber zu den anderen beiden Herren dazu, die wir dann von dem Weibchen getrennt hatten.
    ABER sie wurden nur normal kastriert, weil wir keinen TA gefunden haben, der FK gemacht hat.

    Wenn ich mich recht erinnere, wurde damals gar nicht genäht, also es wurde so gelassen, aber ich weiß es nicht mehr.

    Ich hab mir deinen Text jetzt nicht intensiv durchgelesen, aber Augensalbe in den Abzess?

    Aber zu normalen Abzessen kann ich was sagen: Habe hier ein Schwein, wo kaum ein Monat vergeht, ohne das ein Abzess ist. Allerdings am Backen.
    Sie bekommt jedes Mal einen Leukase-Kegel, wir müssen Spülen und sie bekommt Metacam (Schmerzmittel) & Baytril (Antibiotheka).
    Woher es bei ihr kommt, kann keiner sagen... Zähne sind eig. unauffällig (Röngtenbild), ihr Kieferknochen ist aber auffällig, entweder ist da wegen den Genen was (ihre Tochter war auch krank, leider verstorben & ihr Sohn hat auch Probleme, der lebt bei einer Bekannten) oder vom Eiter ist der nicht mehr so toll.
    Ich muss übrigens nur einmal am Tag spülen und bekomme vom TA inzwischen schon die Metal-Dinger mit zum Spülen, die Plastikdinger sind käse.

    Du siehst: Es muss nicht immer mit einer OP zusammen hängen.

    Wenn du dir das nicht zutraust (hab ich Anfangs auch nicht), dann fahr jeden Tag hin zum Spülen. Kostet bei meinem TA 4 Euro, musste mit einem Kastraten (der wurde von einem Weibchen in den Backen gebissen als er sich mutig dazwischen gestellt hat ^^) täglich hin, weil die Wunde sehr schnell zu war.
     
  11. #10 angelssend, 02.02.2013
    angelssend

    angelssend Schweinchen-Senior

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    Der Abzesse werden sicher nicht an der FK gelegen haben, das hätte dir bei einer normalen Kastra genauso gehen können (wenn es nicht sogar eh eine war, wg des Alters)

    Ich setzte die frisch Entbömmelten bei mir auch direkt auf Streu.
    Bis jetzt hatte nur einer einen Abzess, der trat aber erst ca 3 Wochen danach auf, denke es war da wohl ne Unverträglichkeit.

    Wichtig ist, das die jeden Tag gespült werden bzw der Eiter rausgedrückt wird und dann gespült.
    Das bekommt man auch gut hin vorrausgesetzt man hat halbwegs kooperative Schweinchen.

    Also keine Panik und einmal tief durchatmen, Du schaffst das schon!
     
  12. #11 Minimuff, 02.02.2013
    Minimuff

    Minimuff Guest

    Du kannst die täglichen Behandlungen sicherlich vom TA durchführen lassen, falls du es nicht sicher hinbekommst (ich stelle mir das auch sehr knifflig vor, gerade bei so kleinen, flinken Schweinchen!), nur wird es dann ganz schön teuer.

    Ich drücke die Daumen, dass alles schnell und gut verheilt!
     
  13. #12 gummibärchen, 02.02.2013
    Zuletzt bearbeitet: 02.02.2013
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Es kommt immer auf die Fähigkeiten des TA an, FK, die mir bekannt sind, haben auch immer problemlos alles überstanden und das sind nicht wenige.

    Die Behandlung des TA lässt in meinen Augen zu wünschen übrig. Ich würde die Abszesse mit Octenisept spülen und was unerlässlich ist, ist wie ich finde auch ein orales AB. Natürlich ist das schei*e bei so kleinen Schweinchen, aber da die Gefahr einer Sepsis besteht, würde ich es wirklich lieber geben, als die zwei am Ende zu verlieren. Zudem ein entzündungshemmendes Schmerzmittel.

    Baytril wäre bei Abszessen das Mittel der Wahl. Ich weiß, dass sich immer noch hartnäckig das Gerücht hält, man sollte es Tieren im Wachtum nicht geben, weil es Knorpelschäden etc. hervor rufen könnte, aber das stimmt nicht. Diese Aussage bezieht sich auf großwüchsige Hunderassen über 30kg und da unsere Schweinchen selten so groß werden :D hat man da nichts zu befürchten.

    Ich musste Baytril auch schon bei Babies und Jungtieren geben, es wurde gut vertragen und sie sind ganz normal gewachsen. (Wichtig ist nur, dass 2-3 Stunden zeitversetzt zum AB ein Probiotikum für die Darmflora gegeben wird.)
     
  14. magic

    magic Schweinchen-Junior

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    Guten Abend,

    danke für eure zahlreichen Meinungen! Ich möchte, da die Frage aufkam, nochmal kurz erklären, dass es wirklich eine FK war. Unsere kleinen sind alle mit einem Geburtsgewicht zwischen 50-90g auf die Welt gekommen, sie sind auch jetzt nicht grade schwer obwohl sie keinen Mangel zu haben scheinen. Auch wenn sie schon älter sind als das normalerweise der Fall ist, so hing es doch mit dem Gewicht zusammen. Bei der OP hatten beide ca. 250g und die Hoden waren schon auf dem Weg nach unten aber noch nicht ganz abgesetzt, die Geschlechtsreife war noch nicht eingetreten. Somit würde ich das durchaus als FK bezeichnen.

    Aktuell geht es den beiden äußerlich ganz gut. Die Wunde von Unicorn ist nur ganz klein und er hat auch keine Schwellung oder Eiter mehr in der Wunde. Wir geben da regelmäßig die Augensalbe drauf. Bei Panda sieht es heftiger aus. Vor allem rechts ist noch ein riesen harter Knubbel und links wo es aufgemacht wurde ist noch ein kleiner Knubbel da. Ich habe vorhin beim Öffnen der recht großen Wunde jede Menge bröckligen Eiter rausgeholt, ich schätze die Verkapselung löst sich langsam. Sieht aber natürlich sehr heftig aus, das riesen Loch. Mein Freund kann sich das gar nicht angucken ohne einen Kreislaufzusammenbruch zu bekommen. Mir gehts dabei auch nicht grade gut, aber was muss, das muss. Darum habe ich ja geschrieben, wir sind der Sache nicht ganz gewachsen. Da sich Unicorns Wunde heut so positiv dargestellt hat in unseren Augen und auch Panda wieder fitter wirkt, sind wir nun ein kleines bisschen lockerer. Trotzdem kann natürlich immer noch genug passieren, womit wir nicht gerechnet haben.

    Ach ja, zu den OP-Wunden: Wir haben uns die natürlich die erste Woche täglich mehrmals angesehen. Wir wussten aber nicht, dass solche Abszesse auch so "lange" nach einer OP auftreten können, sodass wir nach der Woche schon der Meinung waren, dass das Ding durchgestanden sei. Die kleinen waren nach der OP fast direkt wieder fit, haben normal gefressen und sich bewegt in der Gruppe. Die Fäden haben sie sich nach 1-2 Tagen scheinbar selbst gezogen. Es waren wohl laut TA selbstauflösende, aber ich denke nicht, dass die sich so schnell aufgelöst haben sollen. Es gab keine Schwellungen oder Rötungen wo man hätte erkennen können, dass da was nicht ok ist. Man hat am Anfang noch ein wenig die Nacht gesehen, klar. Das ist aber sehr schnell auch verschwunden und es sah aus als wäre da nie ein Eingriff gemacht worden. Darum waren wir auch so geschockt, dass es sich nun so entwickelt hat...

    Also wir sind hoffentlich auf einem guten Weg. Den TA der die OP gemacht hat, haben wir informiert, dass wir zumindest einen Teil der nun anfallenden Behandlungskosten wieder haben wollen, denn zumindest aufgrund seiner mangelnden Aufklärung über Risiken und über die Nachsorge trägt er doch einen enormen Schuldteil. Was dabei rauskommt müssen wir sehen. Ich persönlich halte da nicht so viel von, aber da wir eh nicht sooo gut betucht sind und sowiso jetzt mit der TÄ einen Ratenplan für diese Behandlung machen müssen, finde ich das schon wichtig sowas zu klären.

    Zu den Medikamenten kann ich als solches nicht viel sagen. Die TÄ hat uns nur gesagt, dass sie u.a. diese Medikation gewählt hat, da beide Tuben eine kanülenartige Öffnung haben womit man also besser in die Wunden reinkommt, damit die Medis auch da landen wo sie hinsollen. Wir werden sie nochmals genau fragen, was diese Medikamente bewirken und welche Nebenwirkungen es gibt.
    Ich würde gern noch etwas zum Thema Spülen wissen. Bisher drücken wir nur den Eiter aus und geben direkt die Medikamente hinein. Unsere TÄ hatte uns geraten, wenn die Wunden mit einer dünnen Haut zuwachsen, dass wir sie mit Kamillentee aufweichen und wieder öffnen sollen. Sollten wir den Tee auch zum ausspülen der Wunden nutzen oder reicht es die Medikamente hinein zu geben? Ich weiß, dies hier ist keine adäquate Beratung oder sonstwas. Aber da es bis Montag noch ein bisschen hin ist und wir Angst haben, dass sich dann wenn wir nicht explizit spülen noch mehr Bakterien bilden, wäre es eine große Hilfe das zu wissen.

    Vielen lieben Dank für eure Anteilnahme, das hilft wirklich sehr.
    LG, magic
     
  15. #14 Angelika, 03.02.2013
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Die Versorgung der Abszesse ist inadäquat, aber das haben wir dir ja schon geschrieben!
    Wechselt den TA!
    Kamillentee ist nicht steril, und ihr bringt Schwebstoffe zusätzlich in die Wunde, wenn ihr damit spülen würdet.
    Gespült werden sollte z. B. mit Ringerlösung, und zwar mit einer Knopfkanüle, jeweils so lange, bis kein Eiter und keine Wundflüssigkeit mehr kommt und die Spülflüssigkeit klar. Erst dann wird das Medikament eingebracht - und bei dem schlimmeren Abszess, mit größerer Höhle, kämen Leukase-Kegel in Frage. Das sollte erst einmal ein Tierarzt machen, der sich damit auskennt.
    Salbe in die Eitermasse zu drücken, wie ihr es zumachen scheint, ist ziemlich sinnfrei.
     
  16. Abby

    Abby Schweinchen-Guru

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    Also ich hatte bis jetzt bei allen Frühkastrationen auch wirklich NIE Probleme!

    Dafür aber bei älteren Schweinchen (im Alter von ca. 6 Monaten bis 4 Jahren).
    Da hatte ich leider schon ab und zu Abszesse.
    Einige waren wirklich auf Nahtmaterialunverträglichkeit zurück zu führen (bei der Tierärztin hatte ich bei ALLEN Kastras Abszesse!).

    Bei dem Tierarzt, der auch die Frühkastrationen macht, hatte ich leider auch bei einigen wenigen älteren Tieren Abszesse (glaube bei zwei oder drei), aber die hatte er dann nur geöffnet, gesäubert und dann wars gut.

    Meine allererersten Kastraten (glaube 4 oder 5) hielt ich auf Handtücher und trotzdem hatte ich da zwei oder drei leider auch Abszesse.
    Das ist wie gesagt dann oft auf das Nahtmaterial zurück zu führen oder leider auf unsaubere Arbeit.
    Habe die Kastraten seitdem dann immer gleich wieder in ihren Stall gesetzt auf normale Holzspäne-Streu.

    Komplikationen kann es aber leider immer geben, auch wenn alles 1A läuft und sauber gearbeitet wird.

    Ich habe bis jetzt um die 30 Kastrationen machen lassen.
     
  17. #16 gummibärchen, 03.02.2013
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Kann mich dem, was Angelika schreibt nur anschließen.

    Kamillentee auf keinen Fall.

    Ringerlösung oder Octenisept würde ich zum spülen nehmen und ein orales AB.
     
  18. magic

    magic Schweinchen-Junior

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    Hallo,

    dass wir auf Anraten der TÄ keine gute Behandlung durchführen, war mir nicht bewusst, so hatte ich das nicht aufgefasst. Danke, dass es nochmal so deutlich gesagt wurde. Ich werde mich mit meinem Partner nochmal dazu beraten. Morgen haben wir ja sowieso den Termin und besprechen die Medikamentengabe nochmal genauer. Und dann werden wir sehen, ob wir nochmal einen anderen TA zurate ziehen.
    Bisher spülen wir übrigens gar nicht. Ich versuche die Wunde von Panda vorsichtig so lange auszudrücken, bis nur noch Wundwasser/Blut kommt und dann gebe ich eben erst dieses Mastitis-Zeug zur Kapselauflösung rein und direkt drüber die Augensalbe als AB. Ich hab auch das Gefühl, dass sich rechts die Verhärtung auflöst/ kleiner wird. Insofern würde mir als Laie jetzt nicht direkt klar, dass an der Behandlung was falsch ist (abgesehen davon, dass der kleine ordentlich Schmerzen bei der Prozedur haben muss), wir sind daher dankbar, dass hier so klare Worte gefunden werden. Morgen nach dem Termin melde ich mich nochmal.
    LG
     
  19. #18 gummibärchen, 04.02.2013
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Das mit dem ausdrücken ist auch nicht effektiv genug, es bleiben immer kleine Eiterpartikelchen in der Wundhöhle zurück und da gebt ihr dann die Salbe drauf, das ist in meinen Augen nicht gut.
    Von dem Risiko einer Sepsis, dadurch das kein orales AB gegeben wird mal ganz abgesehen...
     
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  21. magic

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    Huhu, hiermit gebe ich mal einen aktuellen Stand ab. Seit dem letzten TA-Termin hat sich ein bisschen was gebessert.
    Zum einen habe ich die TÄ nun nach den Inhaltstoffen der Salben gefragt. Sie hat erklärt, dass in der Augensalbe Batryl (schreibt man das so?) drin ist und in der Mastitis-Tinktur sind verschiedene Enzyme, die auch in manchem Obst vorkommen, die die Eiterkapseln auf "natürlichem" Weg zerfressen sollen. Dies klappt auch schon sehr gut. Die Verkapselung von Panda auf seiner linken Seite ist weg, es bildet sich nur noch wenig Eiter nach. Dafür hat die TÄ auf seiner rechten Seite einen unabhängigen Abszess festgestellt, nachdem wir dachten, dass dieser mit der linken Seite zusammen hängt. Sie hat ihn eröffnet und nun sind wir dabei auch das in den Griff zu kriegen.
    Sie hat uns nun auf Nachfrage ein Mittel zum Spülen mitgegeben, auf der Dose (von der TÄ abgefüllt) steht "Nano-Liquid" oder sowas. Ich habe mir den genauen Namen leider nicht merken können. Das heißt, wir drücken den Eiter weiterhin aus und spülen dann und geben anschließend die Medikamente rein. Nachdem mir die TÄ nun die Inhalts-/Wirkstoffe der Salben erklären konnte, bin ich weniger von einer Falschbehandlung überzeugt. Sie meinte, dass sie die Augensalbe aus einem bestimmten Grund gegeben hat. Die von euch angesprochenen Kapseln, die man in die Wundhöhle hineingibt, sind für unsere Zwerge zu hoch dosiert und zudem nur schwer zu bekommen. Mit der Salbe sei die Dosierung an das Gewicht der kleinen deutlich besser angepasst, sodass es auch besser vertragen wird. Ich bin vorerst mit der Erläuterung zufrieden und hoffe, dass sich auch für euch damit einige Bedenken geklärt haben.

    Wir halten euch auf dem Laufenden. :)
     
  22. #20 Angelika, 06.02.2013
    Angelika

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    Da die Präparate und Inhaltsstoffe nicht genannt sind, kann hier wohl niemand etwas fundiertes zu der Therapie sagen sagen.
    Bezüglich der Leukase-Kegel jedenfalls gilt: Schwer zu bekommen sind sie definitiv nicht, sie gibt es in jeder Internet Apotheke für den Endverbraucher auf Rezept. Teuer ist natürlich relativ. Wenn der für 100 Kegel ca. 52 Euro zahlen würde, ist dies sicher nicht der Preis für den Arzt.
     
Thema: Kastrationsabszesse - Bitte um Meinungen
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