Infotext: Unverträgliche Meerschweinchen!?

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  1. #1 cuddles, 11.10.2010
    cuddles

    cuddles *notmeerivermittlerin*

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    Unverträgliche Meerschweinchen?

    Immer wieder findet man Internetanzeigen oder stößt auf Besitzer mit Einzelschweinchen, und wenn man dann nachfragt, bekommt man zu hören, dass dieses Tier absolut unverträglich ist.
    Ich habe durch meine Notstation schon viele Erfahrungen mit solchen Tieren gemacht und somit auch folgende Erfahrungen:

    Mögliche Ursachen der Unverträglichkeit:


    - Fehlendes Sozialverhalten
    - Eierstockszysten
    - Veränderung an der Gebärmutter/Eileiter
    - Schlechte Erfahrungen
    - Schilddrüsenerkrankungen
    - Nicht das richtige Partnertier
    - Falsche Vergesellschaftung
    - Falsche Haltung

    Ich möchte nun einmal auf diese Punkte eingehen.

    Fehlendes Sozialverhalten:

    Es werden leider immer noch sehr häufig Meerschweinchen schon als Baby in Einzelhaltung vermittelt. Normalerweise lernen sie aber in diesem Alter das soziale Verhalten in einem Schweinchenrudel und werden von den erwachsenen Tieren erzogen. Sitzen sie nun aber alleine, lernen sie es nicht und es kann extrem verunsichert und dadurch aggressiv reagieren, wenn dann ein Artgenosse auf es zu kommt. Dies wird dann von Laien als Aggression gedeutet und somit ist das Tier unverträglich. Das gleiche gilt natürlich auch für Babys, die mit Babys gehalten werden. Es sollte immer ein erwachsenes, gut sozialisiertes Tier dabei sein, von dem die Kleinen erzogen werden und lernen können.

    Eierstockszysten

    Die Mädchen können ab ca. 2 Jahren (aber auch schon früher) Eierstockszysten bekommen.
    Es gibt große Zysten und kleine Zysten. Bei den großen Zysten kommt es häufig zu Haarausfall, besonders im Flankenbereich, sowie kann Durchfall auftreten. Die kleinen Zysten können auch Haarausfall verursachen, meistens allerdings sind sie Auslöser für die Aggressionen. Die können sich gegen jedes Tier auswirken, in manchen Fällen aber auch nur gegen Mädchen oder bestimmte Kastraten. Diese Tiere sind dann oft zu einem Kastraten lieb und völlig unauffällig. Oft sind diese aber gut mit Hormonspritzen behandelbar. Nur selten schlagen diese nicht an und man muss das Tier kastrieren.

    Veränderungen an der Gebärmutter/Eileiter

    Es kann auch vorkommen, dass keine Zysten gefunden werden oder aber diese durch die Behandlung weniger werden. Es scheint also anzuschlagen, jedoch ändert sich nichts an dem Verhalten. Ich hatte einen solchen Fall und entschloss mich zur Kastration. Hier stellte sich heraus, dass die Gebärmutter sowie die Eileiter extrem geschwollen waren. Dies war wohl nun also Ursache für dieses Verhalten. Hätten wir nun nichts gemacht, hätte dieses Tier ewig mit diesen Problemen und evt. Schmerzen leben müssen. Zudem kann so was auch mal in eine Gebärmutterentzündung oder Tumore ausarten.


    Schlechte Erfahrungen

    Tiere, die aus schlechten Haltungen stammen und auch Tiere, die evt. vorher in einer Schweinchengruppe gemobbt werden, können ein solches „Fehlverhalten“ zeigen.
    Sie sind dann zum Teil so verstört und unsicher, dass ihnen Angriff die beste Verteidigung ist.


    Schilddrüsenerkrankungen

    Auch Meerschweinchen können diese Erkrankung bekommen. Und auch hier kann dies eine Aggression auslösen. Es wäre also ratsam, wenn sich ein Tier nicht vergesellschaften lässt und auch keine Zysten gefunden werden, hier eine Blutuntersuchung zu machen. Auch dies kann behandelt werden. Es bedarf allerdings eines erfahrenen Tierarztes, der weiß, wie das Tier auf die Medikamente eingestellt werden muss.



    Das falsche Partnertier

    Oft scheitern Vergesellschaftungen an den falschen Partnertieren. Da kann das Alter falsch sein, das Geschlecht oder auch zwei Tiere, die gleich dominant sind und sich somit nicht auf die Rangführung einigen können. Aber auch hier kann die Vergesellschaftung mit dem richtigen Tier wunderbar funktionieren.

    Falsche Vergesellschaftung

    Auch hier scheitern viele Vergesellschaftungen. Wichtig ist hier der Platz, das Inventar und auch wie lange man die Vergesellschaftung laufen lässt. Viele werden zu früh abgebrochen, weil die Besitzer Angst bekommen, wenn die Tiere mit den Zähnen klappern. Es bedarf Erfahrung zu sehen, bis wann das alles noch zur Vergesellschaftung dazugehört und wann man wirklich trennen muss. Eine Vergesellschaftung kann mehrere Stunden dauern, manchmal sogar Tage, bis sich alles geklärt hat. Bitte auch beachten, dass einige Tiere etwas Ruhezeit benötigen, bevor sie in eine VG kommen.


    Was tun?

    Bei allen Problemen gilt eigentlich dasselbe (wenn Erkrankungen erfolgreich behandelt wurden):
    Man muss den Charakter der Tiere gut kennen, um es einschätzen zu können und den richtigen Partner zu wählen. Meistens hat hier eine stabile, größere Gruppe oder ein erfahrener, ausgewachsener Kastrat Erfolg. Dieser muss in der Lage sein, sich durchzusetzen und sich von den Zickereien des Mädchens nicht beeindrucken zu lassen. Dann lernen diese recht schnell, dass dieses aggressive Verhalten nichts bringt und werden ruhiger. Wenn sie dann begreifen, dass nichts passiert, wenn man sich lieb verhält, werden sie meistens sehr schnell wieder verträglich.
    Auch hier ist eine erfahrene Person gefragt, damit nicht noch mehr kaputt geht.

    Auch wo die Vergesellschaftung stattfindet, ist sehr wichtig. Es muss genügend Platz vorhanden sein und Unterstände. Von Häusern ist hier abzuraten, denn dort können Tiere in die Ecke gedrängt werden. Auch sollte viel Heu und Frischfutter im Gehege liegen, denn Futter stimmt die Gemüter friedlich und Essen verbindet das Rudel.
    Seriöse Notstationen und Züchter sind immer ein guter Ansprechpartner, wenn man Hilfe bei einer VG braucht. In der Regel helfen diese gerne.


    Falsche Haltung


    Manchmal kann auch ganz einfach der fehlende Platz die Ursache sein. Dass zwei Böckchen, die in einem 100cm Käfig leben müssen, sich irgendwann nicht mehr verstehen, erscheint doch logisch. Hierzu empfehle ich folgenden Link: http://www.diebrain.de/I-index.html

    Anmerkung: bitte auch nochmal ganz genau das Geschlecht überprüfen! es ist schon vorgekommen, dass Böckchen als Mädchen gehalten wurden.

    Im Großen und Ganzen behaupte ich jetzt einfach mal: Es gibt keine unverträglichen Meerschweinchen. Evt. etwas mutig, jedoch ist mir kein Fall bekannt, wo es nicht irgendwann funktioniert hat. Die Frage ist immer, wie viel ist der Besitzer bereit zu versuchen/untersuchen und sich Hilfe zu holen. Und vor allem, wie viel Geduld hat er.



    hab noch ne kleine Anmerkung hinzugefügt, aber wegen mir kann es jetzt gerne angepinnt werden
     
    Traudl, Bolle und Stanzerle gefällt das.
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