Hunde bellen, vermieter sind sauer - was soll ich tun?

Diskutiere Hunde bellen, vermieter sind sauer - was soll ich tun? im Andere Tiere (Archiv) Forum im Bereich Archiv; Hallo ihr lieben, grad eben sind wir heim gekommen und haben einen riesen großen anschiss von unseren vermietern bekommen. unsre zwei hunde...

  1. #1 Küsschen, 21.02.2008
    Küsschen

    Küsschen Schweini-Süchtig

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    Hallo ihr lieben,

    grad eben sind wir heim gekommen und haben einen riesen großen anschiss von unseren vermietern bekommen.
    unsre zwei hunde (zwergschnauzer) würden die ganze zeit ohne ende kläffen.
    sie wollen jetzt wissen was wir dagegen machen und zwar sofort, denn sie sagen, dass es so nicht weiter gehen kann.

    was soll ich denn jetzt machen?

    wenn wir das haus verlassen sind sie ruhig und eigentlich auch ruhig wenn wir nach hause kommen...
    unsere vermieter wohnen unten, sind aber nur selten da.. 1-2mal die woche. und sie haben auch einen hund und naja wenn unsere vermieter da sind, dann bellen unsre hunde schon, aber doch nur weil der hund unten, von den vermietern, bellt.
    die wohnung ist eben sehr hellhörig.
    ich kann die jetzt ja aber auch nicht "anmachen" und sagen, dass unsre hunde bellen, weil ihr eigener hund auch bellt. das bringt ja nichts.

    ich kann ja mit ihnen aber auch garnicht üben, also mir fällt grad nichts ein, absolut nicht, denn wenn wir ja die wohnung verlassen sind sie ruhig und gehen in ihr körbchen und schlafen

    ich brauch dringend eure hilfe.
     
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  3. Jessi

    Jessi Guest

    Ich bin da jetzt wirklich nur in ausnahmefällen dafür.

    Es gibt solche Sprühhalsbänder die anspringen wenn der Hund bellt. Ist nur so eine Idee.
     
  4. #3 mümmels, 21.02.2008
    mümmels

    mümmels Guest

    also um da erstmal einen Beweis dafür zu haben würde ich dir raten, stell ne Videokamera hin und nimm das mal auf, was deine Hunde machen, wenn ihr nicht da seid.
    hast du keine Videokamera dann versuchs mit einer Kassette (ok da geht halt nicht so viel drauf, aber vielleicht reicht das ja schon)

    Und wenn du konkret weißt, was Sache ist, dann würde ich mit dem Vermieter auch drüber reden.

    Ansonsten würde ich mir evtl. überlegen, ob du dir nicht nen Hundesitter für deine Hunde suchst, während du aus dem Haus bist oder aber eine Hundetagesstätte.
     
  5. #4 Heissnhof, 21.02.2008
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Hi Ihr,
    ich kann nur sagen, daß wir das problem auch hatten, als wir noch 2 Hunde hatten. Gingen wir weg, lagen beide tiefschlafend im Körbchen. offenbar war das Telefon meistens der Grund anzufangen und dann heulten und bellten sie 10 Minuten, manchmal länger. In dem FAll waren zwar wir die Vermieter, aber das tut ja nichts zur Sache, daß sowas einfach nerven kann, - mich nerven ständig kläffende hUnde auch. Wir haben erst mal einen Cassettenrekorder aufgestellt - naja - es war schon einiges drauf. Wir haben die Hunde in der Abwesenheit dann im Garten gelassen - das war nichts und nach dem Sommer mußten wir die HÜndin einschläfern lassen. Der Rüde alleine ist still. Ich denke, das hängt mit der Zweisamkeit zusammen - die spielen dann einfach Wolfsrudel und schreien nach dem REst :cool: .
    Ich fürchte, das wird schwierig, ihnen das abzugewöhnen.
     
  6. Carla

    Carla Guest

    Die Dinger springen leider auch an, wenn der andere Hund bellt... Eine Freundin hat es mal ausprobiert mit ihrem kläffenden Hund und auch wenn der zweite Hund gebellt hat, ist das Teil angesprungen - sehr zum Schaden des ersten Hundes...

    Ist schon ne blöde Situation...
     
  7. Betti

    Betti Guest

    Wir hanen unsrem immer bei bedarf nen maulkorb angezogen, wenn wir wußten, es kommt jemand fremdes.

    Unsrer hat nur bei der Türklingel gebellt.

    Eure 2 müssten dann den maulkorb ja länger anlassen, und ob die Hundes des dann so angenehm finden?

    Wahrscheinlich net.

    Ist aber immer noch besser, wie z.B. die Hunde abzugeben.
     
  8. #7 Schweinchenfreundin, 21.02.2008
    Schweinchenfreundin

    Schweinchenfreundin Guest

    Ich habe/ hatte das Problem auch mit meinen Hunden. Meine Hündin (ebenfalls Zwergschnauzer-winke zu Küsschen) ist immer leise gewesen, konnte bis 9 Stunden alleine bleiben.
    Nur ihr Sohn, der bei uns geblieben ist, hat es irgendwie nie richtig gelernt.
    Was ich da schon versucht habe, würde Bände füllen. :dage:
    Er bellte (bzw. jaulte wie ein Wolf :nut: ) beim Alleinesein, beim Angebundensein vor'm Laden, beim Spazierengehen (2 Stunden ohne Unterlass) etc....
    Nun muss man sagen, dass sein Vater n Chihuahua ist und sehr bellfreudig! :eek2:
    Letztendlich habe ich ein Sprayhalsband gekauft, aber das störte ihn nur 3 Tage lang.
    Der Flur roch nach Zitrone und der Hund bellte immer noch.
    Als es dann fast zur Kündigung kam und auch ne Hundeschule nichts brachte (denn er bellte zum Teil 4 Stunden am Stück), habe ich ein Teletakt-Halsband gekauft.
    Es ging einfach nicht anders. Angeblich braucht man das nur 6 Wochen, aber Linus bellt, sobald er es nicht um hat.
    Und er hat es von März-Dezember letzten Jahres gehabt.
    Die ersten Tage war es echt schlimm, aber letztendlich führte es zum Erfolg.
    Leider hat mein Sohn das Halsband verloren beim Gassigehen, bzw. irgendwo in der Wohnung.
    Und letzte Woche hat er wieder Stunden gebellt und Lucy auch gleich.
    Wenn ich nächste Woche umziehe und es nicht wiederfinde, werde ich wohl ein neues kaufen.
    Aber auf kurz oder lang wird es wohl auf das Abgeben des Hundes hinauslaufen, denn sowas macht kein Vermieter lange mit.


    LG Susa
     
  9. #8 Küsschen, 21.02.2008
    Küsschen

    Küsschen Schweini-Süchtig

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    also eins steht fest, ich würde meine hunde niemals weggeben. egal was kommt.

    das problem ist echt, dass wir die hunde niemals bellen hören. wir sind auch schon mal fast ne stunde vor dem haus gestanden und haben gehört ob sie bellen - nichts.
    es ist eben immer nur dann, wenn unsere vermieter unten sind und ihr hund bellt und sie eben auch "krach machen".
    das mit den halsband finde ich keine gute idee, denn der hund in der wohnung unter uns bellt super oft und die wohnung ist übelst hellhörig.. also wenn die vermieter da sind, kann ich fast nie schlafen, da ich ihn schnarchen höre (sie haben das schlafzimmer unter unserem)

    und ob maulkorb wirklich vom bellen abhält? ich weiß nicht..
     
  10. #9 Schweinchenfreundin, 21.02.2008
    Schweinchenfreundin

    Schweinchenfreundin Guest

    Naja Küsschen, die Teletakt (auch unter dem Namen Stromhalsband bwekannt) springen nicht an, weil sie nicht auf den Laut, also das Bellen reagieren, sondern auf das die Bewegung des Kehlkopfes beim Bellen.
    Tja weggeben ist natürlich keine leichte Entscheidung, aber ich wohne eben zur Miete und nicht in nem eigenen Haus.
    Und ich will nicht wegen des Hundes irgendwann obdachlos mit den Kindern werden.
    Es würde mir zwar schwer fallen, aber möglicherweise wäre eine Abgabe für ihn echt das Beste. Ich habe nämlich schon festgestellt, dass ich ihn von der Zeit, die ich habe, nicht genug ausgelastet bekomme.
    Ich denke, das Bellen ist auch ein Zeichen für Langeweile.
    Aber ich bin gerade dabei, meinen beruflichen Weg zu finden-da muss sich der Hund mir anpassen , nicht anders rum.
    Denn dem Amt kann ich schlecht erklären, dass ich aufgrund eines Hundes nicht arbeiten gehen kann.
    N Maulkorb würde bei ihm jedenfalls nicht helfen, weil er ja eher jault.
    Und wenn ich weggehe, dann sind die Hunde auch leise.
    Aber nach ner Zeit gehts los und Lucy stimmt eben dann manchmal mit ein.
    Wenn ich wiederkomme höre ich auch nichts.
    Aber wehe, es klingelt...dann kläfft Linus erst richtig.
    Weiß nicht, woher er das hat-so'n Hund wie den habe ich noch nie gehabt. :nut:


    LG Susa
     
  11. #10 Anne, 21.02.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.02.2008
    Anne

    Anne Guest

    Hallo,

    ich hatte mir damals ein Halsband ausgeliehen, das beim Bellen Luft abstieß und es hat nur bei meiner Hündin Beanie reagiert und nicht, wenn Momo gebellt hat. Das Teil war sehr zuverlässig und eine für mich einzige und in Frage kommende sinnvolle Variante. Ich hatte es damals nur im Auto benutzt, weil Beanie fast durchgehend bellte.

    Wie lange sind die Hunde denn allein? 9 Stunden, wie Susa schrieb, finde ich schon mehr als heftig und wesentlich zu lang (es sei denn, sie können selbständig in den Garten gehen).

    Lieben Gruß

    Anne
     
  12. #11 Nicky774, 22.02.2008
    Nicky774

    Nicky774 Guest

    Das ist jetzt nciht dein Ernst???

    Die Hunde sollen wenn sie unbeaufsichtigt (eben wenn alleine zu Hause) einen Maulkorb tragen um nicht zu bellen und das ist besser als sie abzugeben???????

    :dage: :dage: :dage:
     
  13. #12 Arme-Schweine, 22.02.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22.02.2008
    Arme-Schweine

    Arme-Schweine Guest

    hi,

    teletac und maulkorb als vorschläge??????
    sonst aber alles klar???

    ich denke das eine abgabe in diesen fällen wesentlich besser ist oder gewesen wäre....


    9 stunden sind extrem lange wenn der hund nicht zwischendurch von jemandem rausgelassen wird oder selber die möglichkeit hat...

    ich halte 6 stunden für die obere grenze einen ausgelasteten hund alleine zu lassen......


    küsschen,
    habt ihr die möglichkeit das jemand nach den beiden guckt wenn 1 oder 2 mal in der woche die vermieter mit ihrem hund da sind???
    würde das ganze sicher entschärfen...

    liebe grüße
    andrea
     
  14. Betti

    Betti Guest

    Also wie gesagt, bei unrer Joy hat das mit dem Maulkorb geholfen.

    Sie hat nur gebellt, wenn es an der Tür geklingelt hat.

    Und wenn wir vorher wußten, das gleich jemand kommt, dann Maulkorb an, Besuch klingelte, kam rein, und dann Maulkorb wieder aus. Sie hatte das teil max. 10 Minuten an.

    Bei den Vorbesitzern musste sie das Teil fast den ganzen tag anlassen, das sie den Hund von morgends bis in die Nacht allein gelassen haben, da er sonst nur gejault, und alles zerbissen hat.

    das find ich schon richtig krass.

    Dadurch konnte sie auch net alleine bleiben, was dann auch der grund war, warum wir sie abgegeben haben, da wir beide gearbeitet haben.

    Aber durch den maulkorb konnte sie halt net bellen, aber wie gesagt, für länger...

    ist ja auch net gut.
     
  15. #14 Arme-Schweine, 22.02.2008
    Arme-Schweine

    Arme-Schweine Guest

    hi,

    sorry, aber warum sollte ein hund nicht kurz bellen wenn es klingelt???

    und das es bei den vorbesitzern noch krasser war rechtfertigt in meinen augen ein abgeschwächtes ähnliches vorgehen in keinster weise...

    liebe grüße
    andrea
     
  16. Betti

    Betti Guest

    Weil der Hund schon etwas größer war, jeden auch noch angesprungen hat, und die leute alle Angst vor dem hund hatten.

    Und wenn mein Sohn Freunde erwartet, und diese ängstlich vor der tür stehen, weil da nen Riesen bellender hund steht, der die beim anspringen umwirft, finde ich das sehr wohl gerechtfertigt, ihm einen Maulkorb für 5 Minuten anzuziehen, damit Leute ohne angst die wohnung betreten können.
     
  17. #16 missy, 22.02.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22.02.2008
    missy

    missy Guest

    Das problem hatte ich vor kurzem auch.

    Unsere Samary hat immer wenn wir längere zeit weg waren nen rießen Zirkus gemacht.

    Obwohl es unser eigenes haus ist, wurde mit Mietminderung usw gedroht, und mir gesagt, ich muss Samary abgeben.

    Im eigenen haus, nett gell.

    Ich hab dann ein Sprayhalsband gekauft, und habs damit super in griff bekommen. Es schadet dem Hund nicht, welche mit Stromschlag usw. würde ich auf keinen Fall nehmen.

    Ansonsten, lass den beiden immer eine Beschäftigung da. Am besten was zum nagen. Allte schuhe, stoffier, Kauknochen usw.

    Wenn du des net in Griff bekommst, läufst du schnell gefahr gekündigt zu werden.
    Gut bei mir gings net, aber nun sind 3 parteien vom Haus hier stinkig, weil sie wollten das wir den Hund abgeben. Das würd ich aber im Leben nie machen. Die Hunde sind nun ruhig und gut ist. Aber seitdem ist die Stimmung hier echt mies. Naja damit kann ich leben.

    Ich hab das Halsband noch hier, würde es evtl billger abgeben. Sind ja doch ganz schön teuer.

    LG

    P.S
    Übrigens darf man erst von "Belästigung" sprechen, wenn der Hund länger als 10 min am stück bellt. Gelegentliches Anschlagen ist "normal" und darf kein Kündigungsgrund sein.
     
  18. #17 Arme-Schweine, 22.02.2008
    Arme-Schweine

    Arme-Schweine Guest

    hi,

    betti,
    es rechtfertigt das nicht....
    man kann auch "erziehen" und nicht unbequeme sachen auf diese art lösen...mag zwar praktisch sein ändert aber nichts an der problematik...
    ich wünsche mir nur für den hund das er bei seinen jetzigen besitzern den maulkorb nicht mehr umkriegt.

    liebe grüße
    andrea
     
  19. #18 Nicky774, 22.02.2008
    Nicky774

    Nicky774 Guest

    Schließe mich Arme-Schweine absolut an!

    Und nochmal zu den Halsbändern die ja aus Bequemlichkeit so gerne verwendet werden...


    Köpfchen statt Knöpfchen...

    ...das gilt auch für die viel gepriesenen Sprühhalsbänder, die in verschiedenen Ausführungen den Markt erobert haben. Spätestens seit uns Hundenanny Katja Geb-Mann allwöchentlich im deutschen Fernsehen vorführt, wie jeder Hund, ganz gleich welches Problem er seinen Haltern vermeintlich oder tatsächlich bereitet, mit Einsatz einer Fernbedienung in das Verhalten gepresst werden kann, das Herrchen oder Frauchen beliebt, finden die Halsbänder, die einen angeblich völlig harmlosen Spraystoß von sich geben, steigenden Absatz.

    Doch schon der gesunde Menschenverstand lässt einen aufhorchen, wenn Hersteller und Anwender behaupten, dass der jederzeit auszulösende Sprühstoß für den Hund "gar nicht schlimm" sei. Da fragt man sich doch selbst nach nur kurzem Nachdenken, wie es denn möglich sein soll, instinktive, genetisch fixierte Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Jagdverhalten durch etwas zu unterdrücken, das dem Hund gar nichts ausmacht?! Dem Hundehalter wird generös angeboten, das Gerät doch selbst mal in die Hand zu nehmen oder um den Hals zu legen, während der Trainer den Auslöser betätigt... und tatsächlich, so schlimm war das doch gar nicht. Ein kurzes "Zischhhh" mit etwas feucht-kalter Luft. "Ja", bestätigt der überzeugte Hundehalter, "das war gar nicht schlimm." Was Hersteller und Trainer jedoch geflissentlich verschweigen (aus Unwissenheit oder in betrügerischer Absicht?!), ist die Tatsache, dass plötzlich auftretende, nicht eindeutig zuzuordnende Zischlaute beim Hund als Angst auslösende, sogar lebensbedrohliche Laute abgespeichert sind, bei denen sofort die Flucht ergriffen werden muss. Jeder kennt den Anblick eines Hundes, der sich selbst im Körbchen `zig mal um die eigene Achse dreht, bevor er sich schließlich gemütlich niederlegt. Es handelt sich bei dieser Verhaltensweise um ein Erbe aus den Zeiten, in denen der Hund noch weitgehend draußen in Freiheit lebte. Bevor er sich hinlegte, drehte er sich mehrfach im Gras oder Laub, um die ausgesuchte Liegestelle als ungefährlich abzusichern. Sollte beim Drehen ein Zischlaut (zum Beispiel von einer Schlange) zu hören sein, würde er sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Biologisch sinnvoll... und diesen genetisch fixierten, Angst auslösenden Zischlaut bringen wir Menschen nun in den unmittelbaren Kopfbereich des Hundes! Und drücken vielleicht gleich mehrfach das Auslöseknöpfchen, worauf der Hund ganz leicht nicht nur in Angst, sondern sogar in Panik versetzt werden kann - ohne die Möglichkeit, sich durch die Flucht zur retten!

    Eigentlich ist dieser Umstand allein schon Grund genug, niemals zu erlauben, dass einem uns anvertrauten Lebewesen ein solches Gerät angetan (im wahrsten Sinne des Wortes!) wird. Es gibt aber noch mehr Probleme:

    Der Hund weiß nie, wann und vor allem warum der Sprühstop ausgelöst wird, befindet sich also in ständiger Erwartungsunsicherheit. Wer wissen möchte, wie sich das anfühlt, dem empfehle ich folgendes Eigenexperiment, das nicht in Anwesenheit eines Hundes durchgeführt werden sollte, damit dieser nicht unnötig verunsichert wird: Bitten Sie ein Familienmitglied oder einen Freund, Sie wirklich stark zu erschrecken, zum Beispiel durch einen lauten Schrei oder dadurch, dass er plötzlich die Stereoanlage zu voller Lautstärke aufdreht oder zwei Töpfe aufeinander schlägt, wenn Sie gerade überhaupt nicht damit rechnen, sich zum Beispiel entspannt im Sessel zurücklehnen oder gerade mit Freunden Karten spielen. Das Experiment sollte mindestens mehrere Stunden, am besten ein oder zwei Tage dauern und der Schreckreiz sollte in dieser Zeit mehrfach ausgelöst werden - ohne dass Sie wissen, wann dies sein wird. Sie werden merken, dass der eigentliche Reiz, wenn er dann endlich auftritt, bei weitem nicht so schlimm zu ertragen ist, wie die zermürbende Warterei auf ihn. Obwohl man ihn fürchtet, wünscht man ihn schon beinahe herbei in der Hoffnung, dann wieder eine Weile Ruhe zu haben, was aber nicht so ist, da er kurz nach dem Auftreten ein zweites oder drittes Mal ausgelöst wird und dann wieder stundenlang gar nicht, ganz wie es Ihrem Helfer beliebt. Keine angenehme Vorstellung, nicht wahr?!

    Aber es gibt noch weitere Probleme. Gleich mehrere ergeben sich aus der Tatsache, dass Hunde über gedankliche Verknüpfung lernen. Trägt der Hund das Halsband und erhält den Sprühstoß, wenn er zum Beispiel auf mehrfachen Zuruf nicht kommt, so möchte der Mensch ihm damit zeigen, dass er dafür mit Schreckreiz bestraft wird, dass er ungehorsam ist. Es kann aber gut sein, dass er in genau diesem Moment zu einem kleinen Kind, einem Jogger oder einem anderen Hund schaut - und den Strafreiz damit verbindet. Das Ergebnis ist dann ein Hund, der noch immer nicht besser auf Abruf reagiert, dafür aber Ängste, evtl. sogar durch die Angst ausgelöste Aggressionen, gegen das entwickelt, was er gerade sah. Die Hundehalter sind dann ratlos, weil ihr Hund "plötzlich" kleine Kinder meidet oder Jogger anknurrt, mit denen er doch bisher bestens auskam. Viele solcher Beispiele finden sich in meiner Hundeschule ein, erst kürzlich ein Rodesian Ridgeback Rüde, dessen Sprühhalsband immer ausgelöst wurde, wenn er zum Wildern durchbrennen wollte. Bei diesen Spaziergängen war allerdings auch immer seine Gefährtin, der Zweithund der Familie, anwesend. Die Halter kamen nun nicht wegen des unerwünschten Jagdverhaltens zu mir in die Hundeschule, mit dem sie sich inzwischen abgefunden hatten, sondern weil der Rüde seit Wochen die Nähe der Hündin mied. Immer wenn diese den Raum betrat oder sich, so wie früher, zu ihm kuscheln wollte, verließ er mit ängstlichem Gesichtsausdruck das Zimmer und das konnte man sich nicht erklären... Was hatte man diesen beiden Hunden angetan! Welche Gefühle wurden in den Tieren ausgelöst?! Der Rüde hatte nun Angst vor seiner Gefährtin, die er früher heiß und innig liebte, während diese nicht verstehen konnte, weshalb er, der vorher immer leidenschaftlich mit ihr spielte und tobte, sie jetzt mied. Die gleiche Trainerin, die den Einsatz des Sprühhalsbandes empfohlen hatte, empfahl jetzt übrigens, einen der Hunde abzugeben, weil die Tiere sich unterschiedlich entwickelt hätten und einfach nicht mehr gut zueinander passen würden. Die Ängste des Rüden erklärte sie über die angeblich dominante Ausstrahlung der Hündin. Man könnte weinen, wenn Hunden mit einem solchen Schicksal gegenüber steht - oder es packt einen einfach nur die Wut.

    Die Probleme gehen noch weiter, denn nichts generalisiert sich bei Hunden so schnell, wie Geräuschangst. Nicht nur dieser Rüde, sondern auch zahlreiche andere Hunde entwickeln nach Einsatz des Sprühhalsbandes Ängste vor allen möglichen Geräuschen. Das Öffnen einer kohlsäurehaltigen Getränkeflasche, das Zischen von heißem Fett in der Pfanne, Knall- und Schussgeräusche, die dem Hund vorher egal waren, versetzen ihn jetzt in Angst und Schrecken. Der oben erwähnte Ridgeback Rüde zum Beispiel verzog sich mit eingezogener Rute unter den Tisch des Besprechungsraums, als ich eine Wasserflasche öffnete. Dies tat ich nicht, weil ich Durst hatte - trauriger Weise gehört es inzwischen schon fast zum Standardprogramm beim ersten Kennenlernen und Analysieren eines mir vorgestellten Hundes auszutesten, ob er schon mit Sprühhalsband gearbeitet wurde und welche Wunden dies an seiner Seele hinterlassen hat. Die Halterin war auch sehr erstaunt, als ich ihr nach dem "Flaschentest" auf den Kopf zusagte, dass an ihrem Hund sicher schon mit Sprühhalsband gearbeitet worden war. Das wollte sie mir eigentlich gar nicht erzählen, weil sie schon gehört hatte, dass ich gegen den Einsatz dieser Geräte bin. Nachdem ich sie auf die Reaktion ihres Hundes hingewiesen hatte, war sie sehr betroffen. Und wütend, nachdem ich ihr erklärte, weshalb ihr Rüde jetzt Angst vor der Hündin und vor allen möglichen Geräuschen hatte. Wütend auf die Trainerin, die sie auf diese "unerwünschten Nebenwirkungen" nicht aufmerksam gemacht, sondern immer erklärt hatte, wie harmlos der Einsatz des Gerätes sei. Für mich stellt sich die Frage, ob Kollegen, die es einsetzen, um diese Nebenwirkungen nicht wissen, oder ob sie diese bewusst verschweigen, weil kaum jemand bereit wäre, den Einsatz zu erlauben, wenn sie bekannt wären. Und ich stelle mir die Frage, was von beiden eigentlich schlimmer ist...

    Last not least gibt es Probleme mit der Technik. Es soll schon vorgekommen sein, dass das Gerät durch andere Funkfrequenzen oder sogar die Fernbedienung eines in der Nähe befindlichen Halsbandes an einem anderen Hund ausgelöst wurde. Der Strafreiz wird dann also einem Hund verabreicht, der einfach nur herumsteht oder gerade spielt oder sonst etwas tut. Das steigert die Erwartungsunsicherheit natürlich noch mehr und erhöht die Trefferquote auf Fehlverknüpfungen immens. Zusätzlich löst es nicht immer zuverlässig aus, kann zum Beispiel durch Wetterlagen mit feuchter Luft (Nebel, Regen) verzögert oder gar nicht reagieren. Schließlich zeigt es auch nicht an, wann die Batterie leer ist, wodurch es passieren kann, dass der Auslöser gedrückt wird und nichts geschieht. Dann käme man durch das Ausbleiben des Strafreizes (wenn der Hund denn überhaupt verstanden hätte, wofür er eigentlich bestraft werden soll) in den Bereich der variablen Bestätigung, was das unerwünschte Verhalten sogar noch verstärkt. Der Hund würde nämlich lernen, dass er das Verhalten nur immer wieder zeigen muss, bis er schließlich wieder zum Erfolg (in diesem Fall das Ausbleiben des Strafreizes und die erfolgreiche Durchführung des Verhaltens) kommt.

    Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Sprühhalsbänder sind ganz und gar nicht harmlos, im Gegenteil sogar sehr gefährlich. Manche Hunde werden durch sie so verunsichert, dass sie in die so genannte erlernte Hilflosigkeit fallen, was zur Folge hat, dass sie kaum noch Aktionen zeigen oder Handlungen anbieten, weil sie in ständiger Angst vor dem für sie unkalkulierbaren Strafreiz leben. Um diesen Tieren - und ihren verzweifelten Haltern - zu helfen, braucht es ein meist lang angelegtes, gut durchdachtes Training, das den Hund aus dieser erlernten Hilflosigkeit und seinen vielfältigen Ängsten wieder herausholt.

    Sprühhalsbänder gaukeln dem Hundehalter vor, mal eben schnell per Fernbedienung eine Lösung für vermeintliche oder tatsächlich entstandene Probleme zu haben. Aber so einfach ist das nicht. Hunde sind uns anvertraute, fühlende und denkende Lebewesen, die nicht beliebig manipulierbar sind und deren Lernverhalten sich von dem unseren ganz erheblich unterscheidet. Ich kann deshalb nur dringend empfehlen, jeden Ausrüstungsgegenstand und jede Methode, der/ die durch Hersteller oder Trainer empfohlen wird, vor Anwendung am Hund genau zu prüfen, sich gut zu informieren und im Zweifelsfall nach dem guten alten Motto zu entscheiden, das auch für unsere Hunde gelten sollte: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

    © Clarissa v. Reinhardt
    animal learn

    P.S.: Hiermit lade ich alle Hundefreunde ein, bei der Verbreitung dieses Textes zu helfen. Ich erlaube als Autorin ausdrücklich, ihn (vollständig und unverändert und unter Nennung der Quelle) auf anderen Homepages zu veröffentlichen, auszudrucken und zu verteilen oder auf ihn hinzuweisen. Je mehr Menschen um die Tücken und Gefahren des Sprühhalsbandes wissen, je mehr Hunden bleibt dessen Anwendung - hoffentlich - erspart. Ein herzliches DANKE an jeden, der diesen Text weiter gibt.
     
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  21. missy

    missy Guest

    Also ich hab das Halsband auf Empfehlung meiner TA, und einer sehr guten Hundetrainerin gekauft.

    Es hat gut funktioniert, und mein Hund ist seitdem weder schreckhaft noch hat er Angst vor anderen Geräuschen. Ich hab mehrere kompetente Leute gefragt, und jeder hat mir den Einsatz empfohlen.

    Welche Methode würdest du denn dann vorschlagen um einem Hund das bellen abzugewöhnen???
     
  22. Betti

    Betti Guest

    da hast du ja Recht, nur der hund war dermaßen verzogen, das gibts net.

    Sobald ich nur aufgestanden bin, ist der ausgerastet, hat gebellt, ist wie ein verrückter zur Tür gelaufen, weil er dachte, ich geh weg, und er muss hier bleiben.

    Draussen wurde alles angekläfft, er hat an der Leine gezogen und gezerrt, das ich manchmal Probleme hatte, ihn zu halten. In den knapp 2 Jahren, wo wir ihn hatte, hat die 3 halsbänder und Leinen aus Leder gefetzt, und ein Kettenhalsband.

    Und das mit dem alleine bleiben hätten wir konseqenter üben müssen.

    Nur wenn mann 2 kleine babys hat, und die 30 mal am tag anziehen muss, um dem Hund bei zu bringen das er alleine bleibt...

    Das ging echt net.

    Und die ganze zeit hats ja auch geklappt, das wir ihn immer mitgenommen haben.

    Nur letztes jahr im August musste er innerhalb von 3 tagen leider weg, weil ich nen job bekommen hab.

    Er ist jetzt bei den Schwiegereltern vom Vorbesitzer, kann den ganzen tag im Garten rumtollen.
     
Thema: Hunde bellen, vermieter sind sauer - was soll ich tun?
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