Heu Frage

Diskutiere Heu Frage im Ernährung Forum im Bereich Meerschweinchen; Kann man das schon füttern? Gemäht am 07.06.15, gepresst am 11.06.15

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  1. Aussie

    Aussie Schweinchen-Häuptling

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    Kann man das schon füttern?
    Gemäht am 07.06.15, gepresst am 11.06.15
     
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  3. #2 Hermanns-Harem, 01.07.2015
    Hermanns-Harem

    Hermanns-Harem Schweinchen-Guru

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    AW: Heu Frage

    Ich würde es nicht füttern, sondern mindestens 6 Wochen liegen lassen. Aber ich kenne Schweinchenbesitzer, die auch frisches Heu geben.
     
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  4. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

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    AW: Heu Frage

    Heu wird nicht vollständig durchgetrocknet zu Ballen gepresst. Durch die Restfeuchte in den Halmen entsteht im Inneren des Ballens eine feuchte Kammer, es entwickelt sich Wärme, Keime aller Art vermehren sich, Gärungsprozesse laufen ab.
    Verfüttert man dieses frische Heu, kommt es zu schweren Vedauungsstörungen.
    Erst wenn das Heu "ausgeschwitzt" hat, d.h. Die Restfeuchte weg ist, ist es zu trocken für eine Keimvermehrung und die Keime sterben ab.

    Dieser Vorgang ist bei ordentlich gepresstem Heu nach da. 6 Wochen beendet. Erst ab dann kann es gefahrlos verfüttert werden.

    Antwort also: nein, es ist zu früh das am 11.06. gepresste Heu zu verfüttern.
     
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  5. Aussie

    Aussie Schweinchen-Häuptling

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    AW: Heu Frage

    Danke. Ich habe es mir schon gedacht.
     
  6. gabi

    gabi Guest

    AW: Heu Frage

    hallo zusammen,
    wie ist es dann bei ungepresstem heu?
    ich hab auf meiner wiese geschnitten, trocknen lassen und nur locker aufgeschichtet;
    das ganze ist auch nur eine kleine menge (etwa 1kg, höchstens).
    kann ich das jetzt direkt verfüttern?
    meine tierärztin meinte neulich, frisches gras solle ich auch erst angetrocknet verfüttern, (1-2tage)
    der eiweissgehalt sei dann niedriger und es würde weniger blähen.
    (den versuch, frisches gras "ad libitum" zu verfüttern hab ich drangegeben, irgendwie hat zumindest hadili immer aufgebläht ausgesehen).
    und ist da ein unterschied zwischen "ausgewachsenem" gras, also halmen mit ähren und kurzen, grünen halmen/"blättern"?
    im gärverhalten und nährstoffgehhalt?
    (wird wohl einer sein, aber was genau)
    schönen dank schon mal,
    gabi
     
  7. Murx

    Murx Guest

    AW: Heu Frage

    Kommt genügend Sauerstoff an das Gras, kann nix gären, wer da verstoffwechselt, verstoffwechselt vollständig, es entsteht nur Kohlendioxid, nix weiter ...
    Wird also Gras locker aufgeschichtet getrocknet, kann es in jedem Trocknungszustand verfüttert werden.
    Wichtig ist, gerade bei diesem warmen Wetter, daß das Gras möglichst dünn ausgebreitet wird, oder mind. einmal am Tag gewendet wird, denn wird in den unteren Lagen der Sauerstoff aufgebraucht, passiert das Gleiche, wie mit gepreßtem Heu - es kommt kein Sauerstoff mehr ran und die Mikroorganismen stellen auf sauerstoff-freies Verstoffwechseln um. Wir nennen das dann Gärung.
    Bei der Gärung entstehen diverse Zwischenprodukte, welche sehr ungesund bis giftig sind.

    Der Eiweißgehalt in der Trockenmasse (also nach Abzug von Wasser) bleibt beim Trocknen gleich, beim Gären dagegen sinkt er.
    Betrachtet man das Ganze mit dem Wasser, was ja verdunstet, steigt der Eiweißgehalt ... in beiden Fällen. Einfach wein 4/5 des Gewichts Wasser ist und das ja dann irgendwann im getrockneten Zustand fehlt.

    Meerschweinchen müssen deutlich mehr Gras fressen, wie sie beispielsweise Möhren fressen würden, um satt zu werden - einfach, weil Gras schwerverdaulich ist. Die Folge ist ein "Grasbauch", die Meerschweinchen sehen kugeliger aus wie Gemüsemeerschweinchen, die einen Meerschweinchen mehr, die anderen weniger. Das ist normal. Es lagert einfach mehr Volumen im Meerschweinchen und wird im Blinddarm von Mikroorganismen aufgeschlossen.

    Allerdings kann Gras in bestimmten Fällen auch blähen ...
    1. Meerschweinchen bekommen zu wenig Gras und kommen nun auf die saftige Wiese - sie werden nun anfangen, das Gras in Windeseile in sich hineinzustopfen, bevor es ihnen wieder weggenommen wird und sie wieder von ungesünderem Futter leben müssen. Meerschweinchen wissen halt, daß Gras das Gesündeste für sie ist, was es gibt.
    Das Schlingen führt dazu, daß Luft mitgeschluckt wird, dadurch kann es zu sog. Magenüberladung kommen oder zum Aufblähen des Magens. Beides ist schlecht fürs Meerschweinchen ... um das zu verhindern, kann Heu oder Stroh auf der Weidefläche ausgelegt werden oder aber man mischt Heu oder Stroh mit dem Gras - so müssen die Meerschweinchen ihr Futter aus dem Gemisch herauspopeln und können dadurch nicht mehr schlingen.
    Das Anwelken lassen, was die TÄ da vorgeschlagen hat, kann auch helfen, dieses Schlingen zu vermeiden - angewelktes Gras schmeckt den Meerschweinchen nunmal nicht so gut, wie frisches Gras, sie wissen halt, daß sie an frisches Gras angepaßt sind.
    2. Der Weidelgrasanteil ist zu hoch ... das ist vor allem bei Trittrasen, Schattenrasen, Weidemischungen etc der Fall. Das, was normalerweise als Rasen in den Gärten wächst, sind Weidelgrasmonokulturen. Weidelgras ist zuckersüß gezüchtet worden und es fühlen sich dort Symbionten wohl, die gefährliche Alkaloide produzieren, welche selbst fürs Meerschweinchen giftig sind. Robuste Meerschweinchen kommen irgendwie selbst mit solchem Gras klar, viele Meerschweinchen dagegen nicht ... sie bekommen davon Blähungen.

    Vor der Blüte ist der Nährstoffgehalt insgesamt sehr viel höher, wie nach der Blüte. Haben die Gräser schon Samen gebildet, hat man nur noch nährstoffarmes Stroh.
    Mit Treiben der Blüte werden in den Stengel und die Blätter immer mehr Lignine eingelagert, welche von Meerschweinchen nicht verdaut werden können. Zwar wird ein Teil dieser Lignine im Blinddarm von Mikroorganismen abgebaut, aber die daraus entstehenden Phenole sind giftig - insbesondere für schnellwachsende Mikroorganismen. Meerschweinchen nutzen diese Lignine, um Hefen, Chlostridien und Escherichia coli in Schach zu halten, diese können sich also nicht mehr richtig vermehren, wenn viele Lignine im Darm abgebaut werden.
    Meerschweinchen bevorzugen die nährstoffreichen Gräser vor der Blüte, nur, wenn sie Darmprobleme bekommen, fressen sie auch ältere Gräser gern - einfach, um im Darm aufzuräumen. :D
     
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  8. Eliza

    Eliza Herr der Schweinchen

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    AW: Heu Frage

    Nach 25 Jahren Pferdehaltung und Erfahrung mit diversen Kolikpferden ...

    frisches Heu darf nur frisch verfüttert werden, heißt es kommt von der Wiese kann man dies auf die Pferde verteilen, natürlich nicht in rauhen Mengen.

    Danach gilt unbedingt 6 Wochen Lagerung einhalten!

    Mein Bauer war da pingelig ohne Ende.


    LG Eliza
     
  9. gabi

    gabi Guest

    AW: Heu Frage

    hallo murx, vielen dank für die ausführliche antwort!
    nach weidelgras hab ich gleich gegoogelt.
    meine wiese ist zwar zum glück keine monokultur (vor jahren mal für kaninchen angelegt worden),
    aber "das dünne zeug" hätte ich nicht als sehr gehaltvoll eingestuft, bauchmässig.
    da mir aber klar war, dass gras ein starkzehrer ist (wie kohl, also mehr nährstoffe aufnimmt als z.b. möhren), war ich schon auf der suche nach infos.
    und hab noch ne frage: wenn der gehalt in den halmen zurückgeht, ist er aber doch in den ähren höher?
    mein bauch flüstert mir die ganze zeit: ähren sind körner, pass auf!
    (ich hab mit stroh als einlage aufgehört, nachdem ich gemerkt hab, wieviel weizen da noch drin ist)
    und jetzt erst mal, ganz milchmädchen, nach größe der körner gefüttert.
    hast du da noch weitere infos über stärke/eiweißgehalt und wie das sich im laufe juni/juli verändert?
    und, da ich noch ein tütchen "echten" süßgrassamen da hab (mariengras, hierochloe odorata), wie es sich damit verhält.
    lecker und gesund oder lecker und besser weniger geben? (nicht die samen, die pflanzen)
    dass der vergleich grasähren/weizen hinkt, ist mir klar.
    ("normaler" weizen ist ja extrem durch dünger gepuscht).
    es geht mir eher um das gärverhalten im schweinebauch durch ungleichgewicht von rohfaser/stärke/eiweiß.
    und noch so ne frage, wie ist das mit dem pollen?
    als ich neulich eine portion "ähren" auf dem dunklen holzboden liegen hatte, war danach eine deutliche menge pollen liegen geblieben und ich dachte, so einen teelöffel voll bekommen die am tag davon, ist doch sicher auch seeehr gehaltvoll?? weißt du da was?? danke schonmal, gabi
     
  10. Murx

    Murx Guest

    AW: Heu Frage

    Unter den Gräsern gibt es Starkzehrer, wie beispielsweise das Knaulgras (Dactylis glomerata) und Schwachzehrer, wie beispielsweise das Borstgras (Nardus stricta). Die meisten Gräser verbrauchen deutlich weniger Nährstoffe, wie andere Pflanzen, da Gräser an nährstoffarme Steppen angepaßt sind. Nur vergleichsweise wenig Grasarten sind Starkzehrer.

    Die Samen der Gräser sitzen in den Ähren, bei den meisten Grasarten sehr gut geschützt in silikat- und ligninreichen Hüllen (Spelzen). Einige wenige Gräser mit wenig Spelz haben wir Menschen für unseren Bedarf umgezüchtet - Nacktgerste gehört dazu. Die Körner fallen hier sehr leicht aus den Spelzen raus und können bequem, ohne zu dreschen, zu Mehl verarbeitet werden. Einige wenige Grasarten machen das von Natur aus, weil sie in extrem trockenen Gegenden vorkommen, wo die Wahrscheinlichkeit für Fraßfeinde gering ist - Teff gehört dazu. Hier fallen die Körner aus den Ähren, sobald sie reif sind. Sie besitzen kaum Stärkekörper und sind deshalb sehr, sehr klein.
    Wenn die Ähren blühen, enthalten sie noch vergleichsweise wenig Silikate und Lignine (der Silikatgehalt ist jedoch dennoch deutlich höher, wie bei Wegerichen oder Ampfer), wenn die Körner wachsen, steigt sowohl der Silikatgehalt, als auch der Ligningehalt stark an und Nährstoffe werden von den Spelzen, vom Stengel, den Blättern und aus dem Boden in die Körner verbracht. Die Körner selbst werden also immer nährstoffreicher, der Spelz wird immer nährstoffärmer. Das Verhältnis von Silikaten/Ligninen zu Nährstoffen von Körnern und Spelz bleibt bei kleinen Grassamen etwa gleich, bei sehr, sehr kleinen Grassamen sinkt der Nährstoffgehalt und der Silikat-/Ligningehalt steigt an, bei großen Körnern (wie Weizen, Hafer etc) steigt der Gesamtnährstoffgehalt.
    Was dabei auch wichtig ist zu wissen, daß die Größe der Körner hauptsächlich über den Stärkekörper selbst bestimmt wird - je größer die Nährstoffreserven für den Keim, desto größer das Korn. Die Keime selbst sitzen gut geschützt unterhalb des Stärkekörpers und sind stärkearm und enthalten viel Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und was halt so ein Keimling sonst noch so zum Wachstum braucht. Der Stärkekörper ist nur die Futterkammer für den Keim, er besteht nur aus leichtverdaulicher Stärke.
    Der Stärkekörper mit Keim hat einen Stärkegehalt zwischen 40% (das sind dann diese staubfeinen Körner bei Teff beispielsweise) und 80% (wo wir bei Weizen und Roggen angelangt sind, also Körner, die wir zum Brotbacken umgezüchtet haben). Durch den Spelz relativiert sich das wieder, beispielsweise hat die vollreife Knaulgrasähre (also mit Spelz, Tragblättchen und alles, was eben sonst noch so an Material zum Schutz der Körner drumrumgebaut ist) nur noch einen Stärkegehalt von unter 10%, während das Korn selbst einen Stärkegehalt von ca. 50 - 60% hat.
    Meerschweinchen sind nicht daran angepaßt, die Körner aus den Ähren zu puhlen, sie fressen die gesamte Ähre ... und damit ist der Stärkegehalt nicht zu hoch, zudem Meerschweinchen ja nicht nur die Ähren abweiden, sondern alles, was noch nicht ganz zu Stroh geworden ist, auch noch futtern ... wir haben es also mit Wiese mit einer gänzlich anderen Situation zu tun, als wenn wir unsere Meerschweinchen mit Haferflocken oder Erbsenflocken mästen. Der Stärkegehalt bleibt exttrem niedrig, da Meerschweinchen nunmal die ganze Graspflanze bis zur Wurzel abfressen und weil sie noch zusätzlich ein paar Kräuter futtern.
    Daumenregel (die natürlich wie alle Daumenregeln nur etwas veranschaulichen soll und nicht exakt stimmt :D ):
    Meerschweinchen fressen natürlicherweise 80% Gräser und 20% Kräuter, in der Gesamternährung sind ca. plusminusdaumengepeilte 0,5% - 2% Sämereien mit Schale bei, die mit den Gräsern und Kräutern mitgefressen werden.
    Hausmeerschweinchen fressen natürlicherweise und zwangsweise bis zu 50% pflanzliche Küchenabfälle, der Rest sind Gräser. Das hat sich eigentlich erst in der mordernen Haltung die letzten 80 - 100 Jahre geändert. Wenn Meerschweinchen die Möglichkeit haben, fressen sie genau so, wie ihre Vorfahren - also bis zu 80% Gras, ergänzt wird das mit Küchenabfällen und Kräutern.
    Solange also niemand anfängt, nur die Ähren zu pflücken und den Schweinchen zum Fraße vorzuwerfen, sondern wirklich richtig in die Wiese reingreift zum Pflücken, ohne Vorselektion, hat immer die perfekte Mischung für seine Meerschweinchen - wer auf Gemüse ausweichen muß, sollte zusehen, so viele Gräser wie irgendmöglich aufzutreiben (Maisblätter, Zitronengras, Katzengras, Bambus oder, was man halt an Gräsern sammeln kann)
    Wiesenheu ist übrigens nur ein sehr unzureichender Ersatz für Gras ... das genügt vom Nährstoffgehalt und fehlendem Wassergehalt nicht für Meerschweinchen. Sie überleben es zwar, aber wenn Meerschweinchen von hauptsächlich Heu leben müssen, wird ein Teil sichtbar krank (Bauchgluckern, Blähungen, Blasensteine, Kieferprobleme, Zahnspitzen- und Zahnbrückenbildung, ab und an mal Matsche, vor allem, wenn es mal etwas mehr Frisches dazugibt usw usf), ein Teil der Meerschweinchen sieht man nicht an, daß sie im Grunde genommen mangelernährt sind, die scheinen gesund zu bleiben bis ins hohe Alter.
    Das hat allerdings nix damit zu tun, daß Wiesenheu so gesund für Meerschweinchen ist, sondern das hat was mit der individuellen Robustheit dieser Meerschweinchen zu tun ... soll ja auch starke Raucher geben, die 80 Jahre und älter werden, ohne daß man ihnen ansieht, daß das Rauchen gesundheitliche Schäden hinterlassen hat.
    Fazit:
    Solange die Wiese aus Grasarten besteht, die normalgroße Körner haben, braucht man nicht aufpassen, erst, wenn angefangen wird, Weizen und Roggen zu verfüttern, sollte gut beobachtet werden, ob das die Meerschweinchen überhaupt vertragen ...

    Wie schnell die Grassamen reifen, ist abhängig von den Grasarten, wie oft gemäht wird etc ...

    Das duftende Mariengras (Hierochloe odorata) schützt sich zusätzlich mit Cumarinen. Cumarine gehören zu einer gesunden Kost für Meerschweinchen dazu, fehlen jedoch weitestgehend in einer normalen Wiesenheu-Gemüse-Ersatznahrung. Dadurch ist das duftende Mariengras ein sehr wichtiges Futtergras für Meerschweinchen.
    Da Cumarine sehr häufig bei Gräsern vorkommen und Meerschweinchen an Gräser angepaßt sind, ist ihnen angeboren, wieviel dieser Cumarine sie zu sich nehmen müssen, damit sie gesund bleiben. So können sie sich nicht daran überschätzen, was üble Folgen hätte - ihnen schmeckt das Gras nicht mehr, wenn sie genug Cumarine gefuttert haben und sie suchen nach cumarinfreien Gräsern und Kräutern. Meerschweinchen verhungern lieber, wie zuviel duftendes Mariengras zu sich zu nehmen!
    Die Schalen um die Körner sind recht dick, wodurch der große Stärkekörper der Körner nicht mehr ins Gewicht fällt, das Verhältnis von Fraßschutzstoffen zu Nährstoffen bleibt bei der gesamten Pflanze einschließlich der Körner etwa gleich. Fallen die Körner endlich aus den Fruchtständen, weil sie reif sind, sind sie für Meerschweinchen uninteressant - das nährstoffarme Gras ohne Körner allerdings auch, das ist nur noch wie Papier für sie ... heißt also, vom duftenden Mariengras dürfen Meerschweinchen so viel bekommen, wie sie freiwillig fressen ... und noch viel mehr, da der Cumaringehalt der einzelnen Mariengraspflanzen sich erheblich unterscheiden kann und so die Meerschweinchen beispielsweise die cumarinärmeren Mariengrashalme aus dem Futterberg raussuchen können, wenn sie weniger Cumarine brauchen.
    Noch besser ist natürlich, wenn man ein Grasgemisch aus Gräsern und Kräutern füttern kann - auch Wiese genannt ^^

    Gräser sind auf Windbestäubung angewiesen, deshalb sind ihre Pollen auf das Wesentlichste reduziert. Gräserpollen haben einen extrem hohen Mineralstoff- und Vitamingehalt, enthalten jedoch so gut wie keine Energiespeicher und keine unnötigen Pflanzenfasern, denn das würde die Pollen zu schwer für den Wind werden lassen. Die Pollen sollen ja möglichst weit vom Wind getragen werden ... die Pollen sind also ein natürliches Nahrungskonzentrat, ein Futtermehl und sie gehören nicht zu den Kraftfuttersorten.
    Meerschweinchen fressen den Pollen nur zwangsweise mit, dabei fällt viel Pollen auf die Erde, weil er einfach so wahnsinnig leicht ist - Meerschweinchen können also dieses Nährstoffkonzentrat gar nicht nutzen, sobald es auf dem Boden aufkommt, ist es uninteressant - Meerschweinchen fressen das gesamte Gras.
    Da bei blühenden Gräsern schon ein Großteil der lebenswichtigen Mineralstoffe und Co in den Pollen sitzen und nicht mehr in den Blättern, ist es sogar gut, wenn Meerschweinchen doch noch ein paar Pollen zwangsaufnehmen, wenn sie die gesamte Graspflanze futtern. Ansonsten wäre die Graspflanze zu nährstoffarm und es würden Nährstoffmängel entstehen.
     
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  11. #10 Angelika, 04.07.2015
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    AW: Heu Frage

    Hausmeerschweinchen fressen seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden Küchen(=Gemüse-)abfälle, ihr Darm ist demzufolge inzwischen gegenüber dem der Wilden deutlich kürzer - insoferrn sind ihre Nahrungsbedarfe von diese auch deutlich unterschiedlich. Man könnte man durchaus sagen, dass ihnen über all diese Generationen Gemüse (jedenfalls südamerikanische) "angeboren" sind.
     
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  12. #11 Snow-Snow, 04.07.2015
    Snow-Snow

    Snow-Snow Schweinchen-Kenner

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    AW: Heu Frage

    Auch in Südamerika ist das grundfutter andengras und grünschnitt. Nur mit den Gemüseresten der familie würden die kleinen fleischlieferanten niemals bestehen können.

    Es gibt videos bei youtube die sogar zeigen wie für die zuchtfarmen extra getreidegras und futterpflanzen angebaut werden.
    Da gibts kein Gemüse in rauen mengen wie es hier üblich ist. Das wäre purer Luxus.
     
  13. Murx

    Murx Guest

    AW: Heu Frage

    Es ist richtig, daß Hausmeerschweinchen an die Gefangenschaftsverhältnisse inzwischen angepaßt haben - auch vom Darm her.
    Allerdings ist der Nahrungsbedarf nicht wirklich viel anders, wie bei ihren nächsten wilden Verwandten, den Tschudis.

    Vergleicht man die Darmlänge im Verhältnis zur Körperlänge, kann man beobachten, daß Meerschweinchenarten aus Trockengebieten einen deutlich längeren Darm im Verhältnis zur Körperlänge aufweisen, wie Arten aus feuchteren Gebieten. Die gemeinsamen Vorfahren von Tschudi-Meerschweinchen und Hausmeerschweinchen kamen in zwar feuchten, aber nicht überschwemmten Gebieten in höheren Höhenlagen vor.
    Der Darm der Hausmeerschweinchen ist noch kürzer, wie der Darm der Tschudis - aber die Ernährung ist genauso feucht ... das ist also nicht der Grund für die Verkürzung des Darmes.
    Der Nährstoffgehalt von geschnittenen Gräsern und Gemüseresten gleicht auch in etwa dem Nährstoffgehalt von dem, was die Tschudis so vorfinden - ist also auch nicht der Grund für diese Anpassung.
    Der Anteil der Gräser in der Ernährung von Tschudis und Hausmeerschweinchen hat sich auch nur wenig geändert, Hausmeerschweinchen wird traditionell jeden Tag, auch im Winter, Gras geschnitten und hingeschmissen, mehr wie sie fressen können. Sie schwimmen förmlich im Gras. Weniger Gras ist also auch nicht der Grund für die Darmanpassungen.

    Was sich aber geändert hat, das ist der Giftgehalt des "Kräuter"anteils! Gemüseabfälle in Peru und den Anden sind nämlich neben Maisstroh sowas, wie Kartoffelkraut, Auberginenkraut, Tomatenkraut etc ... alles stark solaninhaltiges Material. Je kürzer der Darm wird, desto weniger Solanin gelangt in den Körper.
    Hausmeerschweinchen haben sich also an eine solaninhaltige Kost angepaßt!

    Aber nicht nur Solanin ist etwas, was in den Haltungen der Menschen stark selektierend wirkt, sondern auch der Krankheitsdruck. Vor allem Darmparasiten werden in der beengten Haltung ständig von einem Schwein zum anderen über den Kot weitergegeben - die Tschudis dagegen haben den Platz, ihrem eigenen Kot aus dem Wege zu gehen und nur dort zu fressen, wo wenig oder gar kein Meerschweinchenkot rumliegt. Somit haben die Tschudis überhaupt nicht das Problem, ständig ihre eigenen Darmparasiten aufzunehmen.
    Je kürzer der Darm, desto schneller die Darmpassage und desto weniger Zeit haben die Darmparasiten den Futterbrei im Darm zur Verfügung ... die Nutzung von Solanin als Darmreinigungsmittel tut ein Übriges, wer viel Solanin verträgt, kann davon viel fressen und somit die Parasiten im Darm vergiften.
     
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  14. jackie

    jackie Jedem Meeri mind. 1qm!

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    AW: Heu Frage

    Tönt spannend. Deine Quellen würden mich sehr interessieren...?
     
  15. #14 Angelika, 05.07.2015
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    AW: Heu Frage

    Da die Meerschweinchen hier in den letzten 500 Jahren vermutlich eher kein Auberginenkraut etc. bekommen und daher - sollten sie dies früher mal vertragen haben, eine entsprechende Toleranz, sollte sie jemals bestanden haben, inzwischen sicher längst verloren haben, würde ich doch sehr davon abraten, diesen künftig solaninhaltige Kost zu servieren.
    Abgesehen davon war und ist man in der "Heimat" der Schweine ja an deren langem und gesundem Leben gar nicht interessiert, da sie in der Regel ja sehr jung geschlachtet werden. Ob es da überhaupt Beobachtungen/Untersuchungen gab oder gibt, was den Tieren langfristig zuträglich ist oder war?
     
  16. gabi

    gabi Guest

    AW: Heu Frage

    hallo angelika,
    viele füttern doch auch tomaten, fast alle paprika.
    und neulich hab ich hier doch irgendwas von jemandem gelesen, dessen schwein nur noch paprikakerne essen wollte (bis der thread durch war, frass es wieder "normaler"),
    500 jahre sind nicht soooo viel für die evolution,
    und für "medizin" gilt doch immer, dass erst die dosis das gift macht.
    es ging nicht um den nährwert von solanin.
    und, lieber murx:
    ich war schon für den hinweis mit dem cumarin sehr dankbar, das mit dem solanin find ich auch sehr nützlich.
    danke!! nochmal ganz ausdrücklich.
    bei mir fallen im moment viele überlegungen an "die richtige stelle", einiges ist auch noch am arbeiten....
    quellenangaben würden mich auch interessieren, sofern sie für mich erreichbar sind, ansonsten: darf ich dich noch ein wenig als enzyclopädie für meeri-nahrungsaufnahme nutzen?
    und ähnliches, denn bei der hitze hab ich eher folgendes problem/überlegung:
    was ist schlimmer, hohe luftfeuchtigkeit oder 2-3grad mehr??
    die meißten kühlversuche haben ja mit wasser zu tun, bringt das überhaupt was in der gesamtbilanz?
    das ist aber sicher etwas off topic -
    vielleicht was für nen neuen thread?
    ich wünsche allen eine kühle brise,
    gabi
     
  17. #16 Snow-Snow, 05.07.2015
    Snow-Snow

    Snow-Snow Schweinchen-Kenner

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    AW: Heu Frage

    500 jahre sind nix für die Evolution.
    Es haben sehr viele tausend jahre mehr es nicht geschafft den hund zum getreidefresser zu machen...auch wenn der mensch sich wirklich bemüht.

    Ich finde immer wieder interessant was der mensch sich anmaßt einschätzen zu können.
    Es geht sicher auch nicht darum nun nur noch nachtschattengewächse zu füttern aber das der Strunk der Paprika mehr nutzt als schadet sollte doch in einer aufgeklärten Gesellschaft bekannt sein.

    PS: Ist murx eigentlich Murx Pickwick von der man in anderen foren so oft liest?
     
  18. Eliza

    Eliza Herr der Schweinchen

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    AW: Heu Frage


    Ja das ist sie und sie steht hier im Forum eigentlich auf Gast!


    Hier geht es eigentlich um Heu bzw. die TE fragte ...

    Nanouk hat diese Frage sehr gut beantwortet :top:

    Und die Frage der TE war beantwortet :)

    Das Heu nicht alleine als Grundnahrung zur Verfügung stehen sollte ist hier wohl jedem klar.


    LG Eliza
     
  19. Murx

    Murx Guest

    AW: Heu Frage

    ja, ich bin Murx Pickwick ...
    Ich wurde hier unter Murx Pickwick gelöscht, weil ich angeblich mit anderen Forenusern identisch gewesen sein soll ... nun, ich muß ehrlich gestehen, ich kenne nichtmal auch nur einen einzigen User dieses Forums persönlich, geschweige denn, daß ich mit jemand anderem aus diesem Forum identisch bin. Ich bin nur unter den Nicks Murx und Murx Pickwick in Tierforen unterwegs ... man kann also auch gut nach mir googlen. Hätte man mich vorher persönlich angeschrieben in dem Punkt, hätt ich auch durchaus zu Threads in einigen Foren verlinken können, in welchem Bilder von mir ausgestellt sind.

    Da sich inzwischen die Forenpolitik hier doch ein wenig normalisiert hatte, hab ich mich wieder angemeldet ...

    Ich bin vor zwei Monaten gerade umgezogen, mein Arbeitsplatz steht deshalb immer noch nicht ... man möge mit mir Geduld haben mit den Quellennachweisen (notfalls immer mal dran erinnern, für mich persönlich ist momentan alles mögliche Persönliche wichtiger, wie für ein Forum nach Quellennachweisen zu suchen, auch wenn mir bewußt ist, wie wichtig solche Quellennachweise nunmal sind und das es ohne nunmal nicht geht)

    @Angelika: Wie resistent gerade Meerschweinchen auf Solanin reagieren, hatte ich jahrelang stets vor Augen gehabt ... ich hatte lange Zeit Meerschweinchen auf der Weide gehalten. Dabei ist es durchaus auch ab und an passiert, daß die Meerschweinchen sich unter dem Zaun durchgedrückt hatten und in meinem Gemüsegarten sich gütlich taten. Oft genug war das der Tod meiner Paprikapflanzen, Chilipflanzen und Tomatenpflanzen - ohne, daß auch nur ein einziges Meerschweinchen Durchfall bekommen hätte.
    Im Gegenteil, meine Meerschweinchen waren deutlich robuster, wie manch ein behütetes Meerschweinchen ...
    Es tauchen immer wieder Hilferufe in Foren auf, Hilfe, mein Meerschweinchen hat Tomatenblätter gefressen oder ähnliches - auch hier, es gab mehrere Berichte darüber, aber keinen einzigen Bericht, daß auch nur Durchfall aufgetreten wäre ... das gilt sogar für Meerschweinchen, die hauptsächlich Pellets oder gar Kuntibunti bekommen hatten, was aus den Berichten in anderen Threads hervorging. Ich habe bis heute keinen Fall ausfindig machen können, wo das Fressen von Tomatenpflanzen und Co den Meerschweinchen nachweislich geschadet hätte - und ich hab gesucht und bin mehreren Fällen direkt nachgegangen! Im Gegenteil, es stellte sich nur allzuoft raus, daß vor dem Fressen der solaninhaltigen Kost durchaus ab und an Matsche und Co normal waren - nach dem Fressen des solaninhaltigen Pflanzenmmaterials dagegen verschwand die Matsche, oft für über ein Jahr.

    Was das Schlachten im jungen Alter angeht - das gilt nur für in morderner Massentierhaltung gehaltene Mastmeerschweinchen, die unter beengten Verhältnissen eh mit Pellets und Gras gefüttert werden und um effizient kontrollierte Schlachtkörper zu gewinnen, nach Alter aufgeteilt werden. Traditionell dagegen wurde und konnte gar nicht aufs Alter geachtet werden, da die Meerschweinchen frei im Wohnbereich oder speziell abgetrennten Umfriedungen in der Wohnung umherliefen (und heute noch bei vielen Indiofamilien umherlaufen). Es bilden sich unter solchen Verhältnissen sehr stabile Familienverhältnisse unter den Meerschweinchen aus, für die Menschen war nicht erkennbar, welches Tier sie gerade vor sich hatten. In den Kochtopf kamen hier hauptsächlich die zahmen Meerschweinchen - und das sind oft genug die Alten, nicht die Jungen!
    Man kann aus diesem Grund einen Riesenunterschied zwischen den Mastmeerschweinchen und den bei der indigenen Bevölkerung gehaltenen Meerschweinchen sehen ... die Nachfahren der Mastmeerschweinchen werden selten älter wie zwei bis vier Jahre, dafür bekommen sie Rekordgewichte von über 2kg drauf, wenn sie lange genug leben. Die Meerschweinchen aus traditionellen Haltungen dagegen leben durchaus genau wie unsere Meerschweinchen zwischen vier und acht Jahre und es kommen unter den gleichen Bedingungen auch dort immer wieder Methusalem vor. Dafür haben sie oft nur ein Gewicht von 500g - 1000g ... sind also im Schnitt leichter, wie die seit Jahrzehnten bei uns gezüchteten Meerschweinchen.
    Kann jeder ausprobieren, der die Ressourcen für mehrere Meerschweinchengruppen hat und die Möglichkeit, sich aus traditioneller Haltung und Massentierhaltung Meerschweinchen mitzubringen.

    Was hier die Meerschweinchen bekommen, sind eher die für sie ungesunden Früchte, weniger das Blattwerk von Tomaten, Auberginen und Co ... da hat Angelika recht. In den Früchten unseres mordernen Gemüses und der Knolle der Kartoffeln ist so gut wie kein Solanin mehr enthalten, auch nicht in Tomatenkernen. Dazu kommt, die Meerschweinchen, die im vorigen Jahrhunderten gehalten wurden, wurden bis ins frühe 20. Jhr hauptsächlich von der ärmeren Bevölkerung gehalten und die dürften eher weniger Tomaten und Co im Nahrungsangebot gehabt haben. Allerdings waren die durchaus losgelaufen und hatten sich Wiese und Wegrand für die Meerschweinchen gepflückt bzw dürften die Abfälle von Gemüsehändlern abgeschnorrt und verfüttert haben. Wenn man für sich kaum was zu Beißen hat, wird man seinen Tieren normalerweise keinen Luxus gönnen.
    Die Reste in der eigenen Küche dürften für Meerschweinchen nicht ausgereicht haben. Und in dieser Futterauswahl sind durchaus wieder solaninhaltige Pflanzen zu finden, einschließlich Tomatengrün und sogar heimische Nachtschattengewächse, da man früher keinesfalls erst giftige Pflanzen raussortiert hatte, bevor man etwas verfüttert hatte. Weiterhin waren Kartoffeln, bevor man sie auf Ertrag gezüchtet hatten, durchaus noch solaninhaltig, das meiste Solanin fand sich in den Kartoffelkeimen - und die Armenbevölkerung hat genau diese Keime in Form von Kartoffelschalen durchaus verfüttert! Und die Meerschweinchen haben diese Schalen gefressen ... erst die mordernen, nur auf Ertrag hin optimierten Kartoffelsorten sind seit ein paar Jahrzehnten, auch in den Keimen und grünen Schalenteilen, nahezu solaninfrei.

    Was die Hitze angeht - höhere Luftfeuchtigkeit ist deutlich schlimmer bei gleich hoher (Hitze-)temperatur, wie niedrige Luftfeuchtigkeit, es sind also eindeutig ein paar mehr Grad weniger gesundheitsschädlich, wie ein paar mehr Prozente relative Luftfeuchtigkeit.
    Durch das Anbringen von feuchten Handtüchern zur Kühlung in geschlossenen Räumen kann man deshalb sogar einen Hitzschlag regelrecht provozieren! Es entsteht türkische Dampfsauna, die nicht nur wir Menschen nur über einen sehr begrenzten Zeitraum aushalten, sondern auch Meerschweinchen ... wenn man unbedingt mit nassen Handtüchern in der Wohnung hantieren will, müßte man sie so ins offene Fenster hängen, daß sie gut durchlüftet sind. Nach eigener Erfahrung - bringen tuts nicht viel und führt mit höherer Wahrscheinlichkeit dann doch zu einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.
    Besser sind solche Tips, wie in Kühlschrank gelegte Kühlaggregate, die man mit Fleece oder ähnlichem schützt und zu den Meerschweinchen legt.

    Meerschweinchen haben übrigens einige sehr effektive Anpassungen an zu warmes Wetter, das macht sie bei Hitze robuster, wie Kaninchen ... die nackten Ohren und nackten Fußsohlen gehören zu diesem System, durch eine starke Durchblutung von Ohren und Füßen wird Wärme abgeführt - was natürlich besonders gut klappt, wenn die Luft relativ trocken ist bzw sie kühle Steine oder halt Kühlaggregate zum Drauflegen haben. Die Anpassung der Kaninchen an besonders heiße Tage dagegen sind ihre Kaninchenbaue, in die sie sich zurückziehen - oder schattige, kühle Plätzchen unter Büschen.
    Wenn die Ohren der Meerschweinchen rot werden (oder dunkler bei schwarzen Ohren), dann wirds allerdings auch für Meerschweinchen kritisch ... das heißt nämlich, daß die Wärmeabfuhr nicht mehr genügend funktioniert und sie das Letzte aus diesem System herausholen. Soweit sollte man es besser erst gar nicht kommen lassen ... der nächste Schritt wäre der Hitzschlag oder Kreislaufkollaps, weil das System schlichtweg überlastet ist.

    Wenn ich irgendwelche Fragen, wichtigen Anmerkungen etc vergessen hab zu behandeln, einfach nochmal posten ... bei dem Wetter kann ich nicht mal richtig denken, irgendwie bin ich mit Terry Pratchetts Trollen verwandt, die fahren auch erst zu höchsten Intelligenzleistungen auf, wenn man sie in den Eisschrank packt ... :D
     
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  21. jackie

    jackie Jedem Meeri mind. 1qm!

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    AW: Heu Frage

    Ich finde halt, wer so viele (ziemlich spezielle) Behauptungen aufstellt, sollte auch mit Quellen dienen können... sonst könnte man noch auf die Idee kommen, das entspringt alles nur deiner eigenen Anschauung - und dann wärs mir ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig viel wert.

    (Und ich hoffe schwer, dass jetzt niemand hingeht und seine Schweinchen mit Tomatengrün und Co. füttert, weil das ja soooo gesund ist.)
     
    Eliza und (gelöschter Benutzer) gefällt das.
  22. Murx

    Murx Guest

    AW: Heu Frage

    Da geb ich dir unbesehen Recht!
    Wenn darauf von Anfang an geachtet worden wäre, dann gäbe es viele Mythen im Kleintierhaltungsbereich gar nicht, da keine Quellen hätten vorgebracht werden können ...
     
Thema: Heu Frage
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