gezielte Rückverpaarung?

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  1. #1 burlington1986, 11.11.2007
    burlington1986

    burlington1986 Guest

    Hi,ich habe mich eben mit einer Züchterin hier aus dem Forum unterhalten.
    Es ging darum,dass ich auf ihrer HP gesehen habe,dass sie Vater und Tochter miteinander verpaart.
    Schrieb sie darauf hin an und sie sagte zu mir,dass es eine gezielte Rückverpaarung ist und Inzucht nicht immer schlimm ist.

    Was ist denn bitte schön eine gezielte Rückverpaarung und was soll es bezwecken?

    Ich danke euch schon mal im Vorraus,weil ich absolut nicht weiß,was daran nicht schlimm sein soll.
    Naja bin ja auch kein Züchter.

    Vielen Dank und LG Jennifer
     
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  3. #2 Buddy3333, 11.11.2007
    Buddy3333

    Buddy3333 Guest

    huhu,
    dieses nennt man linienzucht.
    Bei dieser Art der Zucht festigt man bestimmte Genmerkmale und eigenschaften die man herrauszüchten möchte.
    Ohne Linienzucht ist ein Zucht fast gar nicht möglich.
    Bei Nagern darf man den Inzuchtprozess nicht mit dem eines Menschen vergleichen.
    In der Natur macht der Vater auch nicht vor der Tochter halt. Dort ist es vorgesehen, das man sich möglichst oft reproduziert.

    Ein weiterer Aspekt der Linienzucht ist, das man hier auch genetische defekte aufdeckt, bzw aufdecken kann um zu verhindern das diese Defekte verdeckt weitergetragen werden.

    Hoffe ich hab nix vergessen und es verständlich erklärt.
    Linienzucht ist normal und durchaus nicht schlimm wenn man es vernünftig macht.
    Wenn man keine Ahnung hat, kann es auch in die Hose gehen.

    LG Sandra
     
  4. #3 burlington1986, 11.11.2007
    burlington1986

    burlington1986 Guest

    Aber gibt es denn in der Linienzucht keine behinderten Babys?
    Jeder warnt doch immer vor Inzucht.Und was anderes ist das doch im Grunde auch nicht.Ja sicher die Natur.Aber Züchter sind nicht die Natur.Die können sowas ja verhindern und so.
     
  5. #4 SoulDream, 11.11.2007
    SoulDream

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    Hallo,

    nein die Linienzucht (Inzucht) produziert keine kranken oder mißgebildeten Babys,sondern deckt nur letale, also versteckte, Gendefekte die Missbildungen hervorufen auf.

    Verhindern kann es ein Züchter auch nicht das Missbildungen zu Tage kommen, aber durch solche gezielten Verpaarungen von engen Verwandten aufdecken und somit alle betreffenden Tiere aus der Zucht nehmen.
     
  6. #5 burlington1986, 11.11.2007
    burlington1986

    burlington1986 Guest

    Machen das denn viele Züchter?
    Also ich wäre ja noch nie auf die Idee geklommen,sowas zu machen,weil ich bisher immer dachte,Inzucht ist nicht gut.
     
  7. #6 SoulDream, 11.11.2007
    SoulDream

    SoulDream Wutzenhalter

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    Es machen sehr , sehr viele Züchter, ja!


    Die Inzucht an sich ist wie gesagt nichts schlimmes, sie deckt einfach nur verborgene Erbschäden auf. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Zwischendurch sollte man Fremdblut einkreuzen um Inzuchtdepressionen vorzubeugen. Diese äußern sich in Immunschwäche und Kleinwüchsigkeit, um nur mal 2 Beispiele zu nennen.
     
  8. #7 burlington1986, 11.11.2007
    burlington1986

    burlington1986 Guest

    Das ist ja sehr interessant.Habe das vorher noch nicht gewusst.Ich war echt voll geschockt,dass eine Züchterin Vater und Tochter Verpaart und nun höre ich,dass es sehr viele Züchter so machen.

    Naja aber eine Zucht funktioniert doch auch ohne diese Linienzucht,oder?
     
  9. Nehle

    Nehle Schweinchen-Guru

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    Zitat von meiner Homepage:
    Inzucht bzw Linienzucht ist in meinen Augen für eine gesunde Zucht unumgänglich, denn nur so kann man sich sicher sein mit gesunde Linien zuziehen, denn Inzucht verursacht keine Genschäden sondern deckt sie auf, so kann man durch selektion zu einer gesunden Linie kommen.

    Deshalb setzte ich durchaus Rückpaarungen (Vater/Tochter, Mutter/Sohn), und verpaare Cousinen und Neffen ect. untereinander...

    Nur so kann man seine Linie festigen und zu gesunden und guten Ergebnissen kommen.
    LG nehle
     
  10. #9 burlington1986, 11.11.2007
    burlington1986

    burlington1986 Guest

    Aber was ich noch nicht verstehe.Wie deckt man denn dann die Gendeffekte auf?Indem man dann ungesunde Babys bekommt?
     
  11. #10 SoulDream, 11.11.2007
    SoulDream

    SoulDream Wutzenhalter

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    Sollte in 2 Tieren ein Gendefekt schlummern, deckt man ihn mit dieser Methode auf. Die leider dann missgebildeten Babys verbleiben beim Züchter oder werden in ausgesuchte Hände vermittelt, je nach Schweregrad der Missbildung. Teilweise überleben es die Jungtiere auch nicht lange. Doch nur so kann man sicher sein, das man mit den stärksten und vor allem gesündesten Tieren in seiner Zucht weiterkommt.

    Sicherlich kann man auch züchten ohne Inzucht, doch kann man hier nie wirklich sicher sein, ob die eigenen Tiere nicht doch irgendwelche letalen Erbschäden mit sich führen. Früher oder später kommen sie hier dann auch zu Tage.
    Die Inzucht bietet da einfach die Möglichkeit dem schneller beizukommen und die Tiere aus der Zucht auszuschließen.
     
  12. #11 burlington1986, 11.11.2007
    burlington1986

    burlington1986 Guest

    Danke für eure Antworten.Jetzt habe ich es wirklich ganz verstanden.

    Naja aber ist aj auch nicht so schön,wenn man dann tatsächlich Genfehlertiere und dabei dann halt kranke oder misgebildete Tiere bei raus kommen.

    Aber es ist schon richtig.Ein guter Züchter möchte natürlich auch nut mit guten Tieren züchten.
     
  13. #12 fleurxxx, 11.11.2007
    fleurxxx

    fleurxxx Schweinchen-Guru

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    Das Problem ist, wenn man keine Inzucht betreibt, riskiert man daß sich krankhafte Erbanlagen immer weiter vererben, über Generationen versteckt bleiben und sich mit den Abgabetieren verbreiten.
    Somit schadet man der ganzen Rasse!

    Also nicht vorschnell die Linienzucht verteufeln ;-)

    Wird im übrigen bei so ziemlich allen Zuchtieren angewandt. Ob nun Hunde, Katzen oder auch Pferde.
     
  14. #13 BlackPanther05, 11.11.2007
    BlackPanther05

    BlackPanther05 Guest

    Linienzucht ist wichtig für Rassen/Farbvielfalt und die Gesundheit der Tiere.

    Man nimmt doch lieber eine Testverpaarung in Linie hin, bei der eventuell missgebildete/nicht lebensfähige Babys rauskommen, als diesen Defekt lange mit sich herum zu schleppen und sich bei jeder Abgabe nicht im Klaren sein zu können was nun in den Tieren steckt.

    Lieber ein mal ein aufgedeckter Gendefekt, als zufällige Missbildungen, deren Ursprung dann nicht mehr so leicht aufzudecken ist.
     
  15. #14 Heissnhof, 12.11.2007
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    LInienzucht hat Vor- und Nachteile. Wenn man sich seinen Bestand aus wenigen Tieren selber ausbaut, so ist es sehr wertvoll, gleich zu Anfang Verwandtschaftsverpaarungen vorzunehmen. Sind die Verpaarungen Vater/Tochter, Sohn/Mutter erfolgreich, so kann man recht sicher sein, genetisch gesunde Ausgangstiere ausgewählt zu haben.

    Linienzucht führt zu einer Vereinheitlichung des Typs eines Bestandes. Man kann also Eigenschaften herausarbeiten. Allerdings nicht nur die guten - auch die schlechten. Da setzt dann das Geschick des Züchters ein, die Nachzuchten zu selektieren und gezielt und sparsam Fremdblut so einzukreuzen, daß die schlechteren Eigenschaften durch die besseren linienfremder Tiere ersetzt werden. Ist man auf dem Weg weiter, dann hat man seinen eigenen Stamm, mit Tieren, die genetisch und phänotypisch dem entsprechen, was man haben will. Erst dann ist man sicher hinsichtlich dessen, was die Tiere so mit sich herum schleppen. In meinen Augen gehören Verwandtschaftsverpaarungen fest zu einer gezielten Zucht dazu. Auch zeigen sie Schwächen der eigenen Linien recht schonungslos auf. Das muß nicht immer gleich ein behindertes Tier sein, sondern das deutlicher werden weniger erwünschter Merkmale.
     
  16. #15 Meerie-Mama, 12.11.2007
    Meerie-Mama

    Meerie-Mama Engel auf Erden

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    für mich hört sich das sehr schlimm an. darf mir gar nicht vorstellen was es bedeuten würde sowas mit menschen zu tun. ja dann bekommen diese bstimmten frauen halt evt. behinderte babys, aber dann wissen wir wenigstens, das sie keine kinder mehr bekommen dürfen! dabei hätte sie ohne diese sache mit fremdblut wahrscheinlich ein oder sogar mehrere gesunde kinder zur welt gebracht. von den armen behinderten wesen die nun so leben müssen und deren qualen mal ganz zu schweigen.

    aber mit tieren kann mans ja machen :sick:

    ich find das total schlimm!! das wußte ich ja noch gar nicht.

    ich danke dir für diese threaderstellung, echt. nun bin ich wieder etwas schlauer.
     
  17. #16 Heissnhof, 12.11.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.11.2007
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Hallo,
    also - es gibt in der Natur unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien. Viele Arten produzieren sehr viel Nachwuchs, betreuen sie kurz und produzieren fleißig weiter. Dazu gehören u.a. die meisten Nager. Ziel dieser Strategie ist, so schnell und so viel wie möglich zu produzieren.
    Dann gibt es die Arten, zu denen wir auch gehören. Sie produzieren sehr wenige Nachkommen und betreuen sie recht lange. Manche Primatenarten betreuen ihre Zöglinge 4 Jahre, bevor wieder neuer Nachwuchs ansteht (Menschen heben sich durch das Orgelpfeifensystem von diesen ab, ein Grund für unser massenhaftes Auftreten). Tiere mit dieser Fortpflanzungsstrategie investieren sehr viel eigene Lebenszeit in die Nachzuchten, die anderen sehr wenig.
    Bei Arten, die bei der Fortpflanzung auf Menge abzielen und dazu gehören unsere Meerschweinchen, können in der Regel gut ingezogen werden, bevor inzuchtbedingte Schäden auftreten. Bei höher entwickelten Arten geht das nicht so einfach. Schäden, wie oben beschrieben, sind nicht inzuchtbedingt, sondern treten inzuchtbedingt zutage - das ist ein großer Unterschied.

    Es geht daher an der Wirklichkeit vorbei, die Fortpflanzungsstrategien von Menschen mit denen der Meerschweinchen zu vergleichen. Es ist kein Zufall, daß es bei uns (und in allen Naturvölkern) ein Tabu ist, daß der Vater über die eben geschlechtsreif gewordene Tochter herfällt. Diese Normen haben ihren biologischen Grund. Diesen biologischen Grund gibt es bei den Meerschweinchen nicht. Daher gibt es bei Meerschweinchen auch keine Verhaltensweisen, die Inzucht unterbinden.
    Daher ist es moralisch auch nicht verwerflich, bei Meerscheinchen gezielt Inzucht zu betreiben. Wildlebende Nagerbestände sind im Übrigen häufig viel stärker ingezogen, als unsere aus Linienzucht stammenden Zuchttiere.
    Also bitte nicht die Wirklichkeit des Menschen auf die der Tiere übertragen, damit werden wir weder den Menschen noch den Tieren gerecht.
     
  18. #17 kneifzange, 16.11.2007
    kneifzange

    kneifzange Guest

    Ich denke, daß es tierschutzwidrig ist, mit Meerschweinchen zu züchten bzw. gewisse Verpaarungen vorzunehmen bei denen mit behindertem Nachwuchs zu rechnen ist.

    Ich kenne mich mit dem Tierschutzgesetz leider nur unzureichend aus.
    Wäre schön, wenn jemand, der vom Fach ist, etwas dazu schreiben könnte.
     
  19. #18 Cs Schnabbel, 16.11.2007
    Cs Schnabbel

    Cs Schnabbel Guest

    Interesting topic!
     
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  21. #19 ponchini, 16.11.2007
    ponchini

    ponchini Guest

    Hallo,
    viele Gendefekte oder Erbkrankheiten treten phaenotypisch erst im Alter auf. Das sollte meiner Meinung nach bei Verpaarungen unter Verwandten ebenfalls berücksichtigt werden.
    Eine Dokumentation des Gesundheitszustands der Tiere bis ins hohe Alter wäre wünschenswert, um gesunde Linienzucht zu gewährleisten. So lassen sich Gendefekte mit größerer Sicherheit ausschließen.
     
  22. #20 Heissnhof, 16.11.2007
    Heissnhof

    Heissnhof Guest

    Hallo,
    nur für die Logik: Nimmt man eine Verpaarung vor, dann immer mit der Hypothese ""Tiere gesund". Fallen defekte Tiere, so ist dieser Ansatz zu verwerfen.

    Keiner verpaart Tiere mit dem Ziel behinderter Tiere, und vor allem nicht mit der Gewissheit, daß sie fallen - genau das verbietet das GEsetz. Es ist ja auch sehr selten, daß solche Defekte überhaupt vorhanden sind. Viel häufiger ist es doch so, daß man durch INzuchtverpaarungen die Schwächen und Stärken der Tiere deutlicher erkennt.
    Eine Langzeitbeobachtung der Tiere ist sinnvoll. Wenn man eine linie auf wenigen Tieren aufbaut, macht es Sinn, diese zeitlebens zu beobachten. In vielen Fällen kann das frühe Versterben aber auch einfach Pech sein - werden die Tiere alt, so ist das lediglich ein gutes Zeichen, aber immerhin hat man das dann - aber wirklcih weitreichende Aussagen kann man dennoch nicht machen.

    So genau kenne ich mich im Tierschutzgesetz auch nicht aus, aber Inzuchtverpaarungen bei Meerschweinchen widersprechen dem Gesetz sicher nicht (Schimmel ausgenommen).
     
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gezielte Rückverpaarung?

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