Genetik beim Meerschweinchen

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  1. Gizmo

    Gizmo Guest

    Genetik beim Meerschweinchen
    Teil 1: Die Fellfarben


    Für die Vererbung der Fellfarben sind beim Meerschweinchen 6 verschiedene Gene, in jeweils mehreren Allelen (= „Zustandsformen“ von Genen = Variationen) bekannt => A B C E P S



    Das Meerschweinchen besitzt „nur“ zwei Grundfarben (Schwarz und Rot) – und zusätzlich Weißscheckung.

    Durch die verschiedenen Allele und ihre Kombination untereinander, entsteht die uns heute geläufige breite Farbpalette beim Meerschweinchen.



    Im Genom des Meerschweinchens sind Allele immer doppelt angelegt (diploid), mit Ausnahme der Keimzellen (Ei und Samen).



    Dominante Allele werden mit großen Buchstaben gekennzeichnet – sie überdecken (verbergen) die rezessiven Allele (= mit kleinen Buchstaben beschrieben).



    Im Folgenden versuche ich eine möglichst vollständige Zusammenfassung aller bisher bekannten Farbgene (und ihrer Variationen) beim Meerschweinchen, aufzuzeichnen.

    Ich beginne jeweils mit den „dominantesten“ Allelen eines Gens und arbeite mich dann zu den „rezessivsten“ durch. Oftmals besteht jedoch keine vollständige Dominanz, so daß auch die (eigentlich überdeckten) rezessiven Allele ein dominantes Allel beeinflussen.

    Zwei kleine Buchstaben zusammen, meint eine „Potenz“ – bsp. ca = c „hoch“ a.



    A --> „Agoutifaktor“
    A = Agouti

    ar = Solid-Agouti (= Agouti ohne Bauchstreifen, vollständiges Ticking)

    at = Tan/Fox

    a = „non-Agouti“ -> schwarz



    B --> „Schwarz/Schoko“
    B = Schwarz

    b = schoko = „Schokofaktor“ -> veranlaßt die Pigmentkörner sich in Klümpchen zu

    lagern, so daß das Fell schoko erscheint.

    Beeinflußt die ganze Fellfarbe:

    - hellt diese auf (bsp. Gold, Creme, ..)

    - verleiht „Braunstich“ (bsp. Slate Blue – unerwünscht!)

    * keine vollständige Dominanz von B gegenüber b!

    --> Tiere mit Bb erreichen nicht die gleiche Farbtiefe und –intensität, wie

    Meerschweinchen mit BB.

    Das ist vor allen Dingen bei der Zucht der Vollfarben (Schwarz und Rot)

    zu beachten. Bei anderen Farben ist die reine bb-Form erwünscht

    (bsp. Schoko, Creme, Buff, ...).



    C --> „Verdünnungsfaktor“ = volle Pigmentierung bis starke Aufhellung
    C = rot/schwarz (volle Farbe)

    cd cd = buff/dunkelsepia (Schwarzverdünnung/Rotverdünnung) ...

    cd cr = dunkelcreme/dunkelsepia

    cd ca = (hell)creme/hellsepia --> Sable

    cr cr = weiß d.e./dunkelsepia --> „Chinchillafaktor“ (bsp. b. Silberagouti)

    cr ca = weiß f.e./hellsepia --> Sable

    ca ca = weiß p.e./Himalaya --> „Himalayafaktor“



    ck => ein Gen, daß das schwarze Pigment wenig und rotes Pigment stark verdünnt.

    In der Rassemeerschweinchenzucht spielt es „keine“ Rolle.

    ck ck und ck cd = zu dunkles Creme

    ck cr und ck ca = weiße Tiere mit cremefarbenem Anflug (Eiscreme)

    Mit Hilfe des ck ist das Lemonagouti entstanden: AA BB ckck EE PP SS

    Es ist ähnlich dem Grauagouti, jedoch mit klar schwarzem Ticking auf dem dunkelcremefarbenen (buff?) Fell.


    E = Extension --> „Farbausdehnungsfaktor“
    E = volle Ausdehnung von Schwarz --> Schwarz (aa) bzw. Agouti (A*)

    ep = trennt rote von schwarzen Feldern/Haaren -> Schwarz bzw Agouti neben

    Rot

    bsp.: dieses Gen spielt eine zentrale Rolle bei den Farbzeichnungen

    Schildpatt, Brindle, Japaner, ...

    e = volle Ausdehnung von Rot – mit gleichzeitiger Überdeckung von Schwarz bzw

    Agouti (= „macht den Agoutifaktor unsichtbar“)

    è Tieren mit ee (bsp. einfarbig rot oder creme) ist nicht anzusehen, ob sie

    AA (Agouti) oder aa (schwarz) haben!



    P = „Pale(Aufhellungs)-Faktor“ --> führt zur Aufhellung von Schwarz, ohne
    Rot zu beeinflussen
    P = „Dunkelauge“ --> keine Aufhellung = Schwarz

    pr = „Rubinaugenfaktor“ --> Schwarz wird zu blaßgraubläulich (Slate Blue)

    p = „Rotaugenfaktor“ --> Schwarz wird zu blaßgraurosa (Lilac) *



    * diesen Faktor haben alle Agentes (= rotäugige Agoutis mit Tipping statt Ticking) – AUßER die Slate Blue-Agentes!



    S = Weißscheckung (hat nichts mit Schimmel zu tun!)

    hierbei intermediärer Erbgang (= eigenes Erscheinungsbild der spalterbigen

    Form Ss)

    SS = keine Weißscheckung (ein oder zwei weiße Zehen sind jedoch möglich)

    Ss = weniger als 50% weiß --> geeignet für Schildpatt-weiß, da hierbei die

    vorkommenden Farben (schwarz, rot, weiß)

    zu gleichen Teilen (jeweils 1/3) vorkommen sollen.

    ss = über 50% Weißscheckung (bis hin zu fast vollständig weißen Tieren, die

    irgendwo noch ein Pünktchen Farbe aufweisen)





    Rn = „Schimmelfaktor“ --> verantwortlich für das Entstehen von Schimmeln und
    Dalmatinern (je nach Zuchtselektion)



    Über die Vererbung von Schimmeln/Dalmatinern gibt es vielfältige gute Informationen. Ich möchte sie nur kurz an dieser Stelle erwähnen.

    Der Vollständigkeit halber und um ausdrücklich zu betonen, daß diese Farbzeichnung NICHTS mit der Weißscheckung oder der sonstigen Fellfarbe zu tun hat – es ist ein eigenes, selbstständiges Gen.

    Inwiefern es Sinn macht, von einer Farbe die Schimmel-Variante zu ziehen oder wo es gefährlich ist, gehört in das Kapitel „Schimmelzucht“.



    Rn Rn = letal (= nicht lebensfähig) --> „Letal Whites“

    Rn rn = Schimmel/Dalmatiner

    rn rn = kein Schimmel --> jedes Tier mit Weißscheckung sollte rn rn haben,

    d.h. KEIN Schimmel sein!
     
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  3. #2 Eickfrau, 08.08.2003
    Eickfrau

    Eickfrau Herr der Schweinchen

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    Haj Jenny,

    fehlt nur noch mein Copyright :D .

    Viele Grüße
    Bianca
     
  4. Gizmo

    Gizmo Guest

    Soll ich es rein machen?
     
  5. Gizmo

    Gizmo Guest

    *hochschieb*
     
  6. #5 piper_1981, 09.08.2003
    piper_1981

    piper_1981 Schweinchen-Kenner

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    17
    hallo,
    danke!!
    habs mir ausgedruckt.

    sandra
     
  7. Gizmo

    Gizmo Guest

    *hochschieb*
     
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  9. Gizmo

    Gizmo Guest

    Ich darf ja mal;) *hochschieb*
     
  10. Gizmo

    Gizmo Guest

    Und noch mal:ohnmacht: :D
     
Thema: Genetik beim Meerschweinchen
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