einfach alt werden lassen...

Diskutiere einfach alt werden lassen... im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; mein Oma-Schwein ist ruhiger geworden. neulich hatte es eine Blasenentzündung. die Beine sind nicht mehr so gut, aber keine wirkliche Arthrose....

  1. #1 Betula123, 22.02.2019
    Betula123

    Betula123 2nd-Hand-Meerschweinchenbesitzer

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    mein Oma-Schwein ist ruhiger geworden. neulich hatte es eine Blasenentzündung. die Beine sind nicht mehr so gut, aber keine wirkliche Arthrose. organisch ist alles ok, was Anfang diesen Monats abgeklärt wurde.
    jetzt baut sie ab.
    wie mit 6,5 Jahren ist sie halt schon älter. das laufen fällt ihr schwer. man merkt eine Verschlimmerung. kann es nicht einfach das Alter sein?

    ich muss zugeben, dass ich ein altes Tier nicht bis zum Äußersten therapieren will. und am Ende wird es eingeschläfert. ich wünsche mir nämlich, dass mein Tier einfach nur sterben darf, wenn es das Alter erreicht hat.
    aber je mehr ich darüber nachdenke, desto schwerer ist es für mich, den Unterschied zwischen Alter und Krankheit zu erkennen.

    wie entscheidet ihr für eure alten Tiere?
     
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  3. #2 gummibärchen, 22.02.2019
    gummibärchen

    gummibärchen Herr der Schweinchen
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    Ein altes Schweinchen baut nicht automatisch ab, nur weil es alt ist. ;)
    Ich hatte hier schon Senioren, die waren auch mit 8 Jahren nich fit, sind in die Heuraufe gesprungen und haben ihr Gewicht ohne Probleme gehalten.

    Das ist der Idealfall, es kann aber auch anders laufen, da jedes Tier verschieden ist, der Stoffwechsel unterschiedlich arbeitet und jedes Tier eine andere Ausgangslage mitbringt.

    Was heißt denn „die Beine sind nicht mehr so gut aber keine wirkliche Arthrose“?
    Wurde das geröntgt?

    Wenn alte Tiere abbauen, liegt das oft am Herz, an der Schilddrüse, oder anderen Dingen.
    Kannst du das sicher ausschließen?

    Manche Tiere brauchen im Alter einfach etwas Unterstützung für die Gelenke, oder brauchen in akuten Schüben bei Arthrose halt mal ein potentes Schmerzmittel. Das heißt aber nicht, dass ihr Leben nicht trotzdem noch lebenswert ist.

    Solange sie mit den Medikamenten gut leben können, am Gruppenleben teilnehmen und Lebensqualität haben, sehe ich keinen Sinn darin, ihnen diese Zeit zu nehmen, indem ich sie vorzeitig einschläfern lasse, oder ihnen die Medikamente vorenthalte, die sie vielleicht benötigen.
    Zwischen „bis zum Äußersten therapieren“ und einfach die Schmerzen nehmen, damit das Tier seine verbleibende Zeit noch genießen kann, gibt es für mich einen großen Unterschied.

    Es wird eh der Tag kommen, wo das Herz nicht mehr mit macht, oder das Tier alt und müde ist und nicht mehr will. Dann kann man es gehen lassen, aber die Zeit vorher soll schön sein und wenn ich dies je nach Art der Erkrankung mit vorübergehender Schmerzmittelgabe und etwas für die Gelenke (wie z.B. Flexivet Go o.ä.) sicherstellen kann, dann tue ich das.
     
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  4. #3 Betula123, 22.02.2019
    Betula123

    Betula123 2nd-Hand-Meerschweinchenbesitzer

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    ja, ich weiß, dass die älteren Tiere fit sein können.
    Anfang des Monats wurde geröntgt und geschallt.
    und ich weiß, da muss jetzt Schmerzmittel ins Tier.
     
  5. #4 Angelika, 22.02.2019
    Angelika

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    Ich würde das Tier röntgen lassen bzw. ein CT machen lassen um zu sehen, warum das Laufen schwer fällt. Dann bekommt das Tier eine anständige Diagnose und im Idealfall eine passende Therapie.
    Bei einem meiner Tiere war die Ursache ein Tumor im Beckenbereich, inoperabel.
     
  6. #5 Betula123, 09.03.2019
    Betula123

    Betula123 2nd-Hand-Meerschweinchenbesitzer

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    ich war mehrfach beim Tierarzt und wir haben auch eine Therapie begonnen.

    aufgrund des Röntgenbildes gehen wir davon aus, dass meine Oma aufgrund der Verknöcherung in Rücken und Beinen nicht mehr laufen kann. Niere funktioniert wieder nach der Blasenentzündung. Leber haben wir nicht untersucht. Macht auch keinen Unterschied mehr. Fakt ist also: es ist sehr wohl das Alter, es wird nicht mehr besser...

    Sie bekommt dauerhaft Schmerzmittel, Medikamente zum Unterstützen des Immunsystems und Krankengymnastik, Unterstützung bei der Körperhygiene.
    Folgeschäden sind Einblutungen in den Füßen (nein, Fleecehaltung hat das nicht besser gemacht) und die Zähne sind auch nicht mehr gut (Zähne richten wird langfristig nichts ändern, wegen Elefantenzahn, der in dem Alter wohl eher nicht mehr gezogen wird; meine letzte Erfahrung mit Elefantenzahnziehen war auch nicht gut)

    Ja, sie ist immer wieder neugierig. Die Therapie hat die Reflexe in den Füßen besser gemacht. Laufen ist aber nicht wirklich möglich. Ihr Bewegungsradius ist sehr eingeschränkt, sie vermeidet es, woanders hin zu gehen. Nach den Untersuchungen hing sie aber total in den Seilen, so dass die Erschöpfung und der Schmerz mehr als ersichtlich war. Hätte sie in den nächsten Tagen nach Diagnosestellen aufgegeben, hätte es meine TÄ auch nicht verwundert.

    Ich habe also ein Fluchttier, das nicht flüchten kann. Sie hat chronische Schmerzen.
    Sie hat aber einen wachen Blick und lässt sich gerne Päppeln, man merkt hier ihren eigenen Willen.

    ...
     
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  7. Wassn

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    Ich würde sie gehen lassen.
    Der Lebenswille ist nicht alles. Ich habe vor nicht langer Zeit ein Schwein gehen lassen, dessen Lebenswille ungebrochen war. Sie hatte aufgrund des zusammengebrochenen Immunsystemes am ganzen Körper einen Pilz mit offenen Stellen. Kein Medikament hat mehr geholfen. Da war für mich der Zeitpunkt, ihr über die Regenbogenbrücke zu helfen.
    Ein Fluchttier, was nicht flüchten kann, kommt in Situationen, in denen es flüchten möchte, mächtig in Not und in Stress....
    Was macht ein Meerschweinchen, wie sieht sein Alltag aus:
    1. es frisst.... Kann sie nicht mehr alleine
    2. es wandert durch die Gegend, sucht sich Schlafplätze, gutes Futter... nimmt sich vor Feinden in acht... Kann sie nicht mehr
    3. sie hat chronische Schmerzen: kann man mit Medikamenten helfen.

    Für mich zu viele: kann sie nicht mehr.
    Es tut mir sehr leid für euch und für die kranke Nase.
     
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  8. Silvia

    Silvia Glücksschweinchen

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    Hallo, traurig aber ich würde sie auch gehen lassen, so möchte ich selber auch nicht mehr leben wollen.
     
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  9. #8 rexinchen, 09.03.2019
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    Glaube das muss man selbst entscheiden. Aber wenn ein Tier nicht mehr laufen kann finde ich es auch nicht mehr lebenswert.

    Ich hatte auch mal einen Bock, der könnte nicht mehr laufen.

    Habe noch Röntgen Bilder gemacht. Als klar das es nicht mehr ging habe ich ihn gegen lassen.

    Letztes Jahr könnte mein flitzi nicht mehr laufen . Unklare Diagnose trotz Röntgen. Ich habe ihn gepflegt. Dann lag er röchelnd morgens im Gehege.

    Habe nachträglich bereut das ich mir keine 2. Meinung geholt habe. Damals hatte ich den Doc vertraut.

    Fand er hatte nicht verdient so zu sterben. Aber es bestand die Hoffnung. Er hatte solch lebenswillen. Der einzige Trost bis zu seinen Tod waren alle Mädels bei ihm. Bin immer noch so traurig.
     
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  10. #9 Angelika, 10.03.2019
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    Das Tier weiß ja nicht, dass nur noch immer schlechtere Tage folgen werden.
    Ich habe schon wiederholt Tiere einschläfern lassen, wenn sie nicht mehr laufen konnten, aber sonst nicht aufgeben wollten: Einer davon bestand fast nur noch aus Tumor (der war mangogroß und füllte den gesamten Bauchraum aus), hatte einen beginnenden Ikterus, war bis dahin immer noch Chef seiner Jungs - aber konnte irgendwann nicht mehr richtig laufen. Ein zweiter hatte seit Jahren Hüftprobleme - als ihm die Hinterbeine bei jedem Schritt weg rutschten, war seine Zeit gekommen. Und das Tier mit Osteodystrophie war voller Lebenswille - aber leider war der Kieferknochen völlig porös und Fressen wäre nur noch mit Schmerzmitteln einigermaßen möglich gewesen mit ständiger Verschlechterung. Da entscheide dann ich, wann es Zeit ist.
    Ein Tier, das nicht laufen kann, kann sich auch nicht mehr selbst putzen, hat Schmerzen, weil das ständige Hocken oder Liegen zu Kontrakturen führt und zu Druckgeschwüren, kann nicht am Sozialleben teilnehmen, muss sich vielleicht noch mit einem vollständigen Rangverlust auseinandersetzen - das ist für das Tier sehr belastend.
     
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  11. #10 rexinchen, 10.03.2019
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    rexinchen Schweinchen-Häuptling

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    Kann am Gruppenleben nicht mehr teilnehmen. Das könnte ich nicht mit ansehen. So wie noch eine winzige Hoffnung gibt würde ich aber nicht einschläfern.
     
  12. Hexle

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    Ich finde, das muss jeder Halter selbst entscheiden und ich traue jedem verantwortungsvollen Nutzer dieses Forums auch zu, dass er das kann, weil er einschätzen gelernt hat, was noch geht und was nicht.
    Wie viele schlimmen Diagnosen haben wir hier schon gelesen mit ultrafeiner, teurer Untersuchungsdiagnostik und dann wird dies probiert und das. Krebsoperationen und anderes.Lebensverlängerung, aber keine Heilung. Auch da habe ich mir manchmal schon gedacht, dass ich diese Odyssee keinem meiner Tiere zumuten würde.
    Aber ein älteres Tier zu pflegen ist für mich ok.
     
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  13. Wassn

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    Ich finde ganz wichtig, hier eine Grenze zu ziehen. Ein Tier, was nicht mehr laufen und selbst essen kann ist nicht mehr in der Lage, so zu leben, wie von seinem natürlichen Drang her können sollte. Ist es dann noch fit, wird es immer wieder versuchen unter Schmerzen, aufzustehen und am Gruppenleben teilzunehmen. Das hat für mich nichts mehr mit "ein altes Tier pflegen zu tun".
    Aber ja, dass muss jeder Besitzer mit sich selbst ausmachen.
    Eine Überlegung dazu fällt mir noch ein, die ich selbst in solchen Situationen immer mache: was für einen Gewinn hat das Tier, was für einen Gewinn habe ich. Und wenn übrig bleibt, dass mein Gewinn, dass ich das Tier nicht loslassen kann und ich nicht diese Entscheidung fällen mag stärker wiegt, dann ist es für mich an der Zeit, das Tier wieder in den Vordergrund zu rücken.
    Manche Entscheidungen sind nicht leicht, aber sie es sollte uns bewusst sein, dass wenn wir unseren Lebensweg mit Tieren gemeinsam gehen, wir durchaus auch solche Entscheidungen im Sinne des Tieres fällen müssen.
    Und ganz platt gesagt: in der Natur, würde sich so ein krankes Wesen zurückziehen und seinen Weg gehen. Es währe für die Gruppe eine Gefahr, da es Räuber anlocken könnte und sich selbst nicht in Sicherheit bringen könnte.
    Handelt es sich hierbei um "Altersgebrechen" die das Alltagsleben des Schweinchens nicht beeinträchtigen, die man gut im Griff hat, dann ist alles in Butter. Im Moment habe ich selbst so eine Nase, die ihre Gebrechen mit sich herumträgt. Aber sie nimmt aktiv am Gruppenleben Teil, tuckert durchs Geghege, hält ihr Gewicht von ganz alleine. Bekommt auch eine Batterie an Medikamenten. Helfen diese nicht mehr, dann werde ich sie ihr auf ihrem letzten Weg, auch aktiv zur Seite stehen, wenn es notwendig sein sollte. Leiden soll sie auf keinen Fall.
     
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  14. #13 Betula123, 10.03.2019
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    Danke für die kontroverse Diskussion. Man bekommt (hier) ja oft den Eindruck, dass man ja nur eine gescheite Diagnose braucht und dann kann man mit genügend Ausdauer alles (richtig) machen. Ich bin froh, auch die Seite gelesen zu haben, die das Tier einschläfern würde.
    Ich hab ja eine Diagnose. Ich habe eine Therapie. Aber ich habe keine guten Aussichten: nichts wird gut, höchstens kurzfristig erträglich.

    Wie ihr an meinem letzten Post gemerkt habt, stehe ich irgendwie zwischen den Stühlen: da sind Lichtmomente, da ist auch Schatten...

    Ich bin noch immer nicht entschieden. Der Termin mit den Zähnen ist leider erst in einer Woche. Da klammer ich mich etwas dran, aber ich glaube nicht, dass es dadurch besser wird, was ich auch eindrücklich mit meiner TÄ besprochen hab.
    So offensichtlichen Stress durch die zwei anderen Tiere hat meine Oma nicht. Die sind nett, fressen ihr nichts weg, verjagen sie nicht, schauen ab und an mal vorbei. Jetzt hab ich vorher im Gehege sauber gemacht. Sie konnte sich nicht bewegen, klar. Auf der anderen Seite ist sie aber auch nicht ängstlich, sie ist durchaus zahm. Auch die anderen waren nicht nervös, liefen halt rum. Als ich dann aber die Hütte hin gestellt habe, ist meine Oma überraschend schnell zu der Hütte gerannt (zwei Meeri-Längen) und in deren Vorraum geblieben. Das Frischfutter danach hat sie nicht angerührt. Sie war einfach durch diese Situation fertig. Die Situation war an für sich nicht schlimm, aber sie war ihr ausgeliefert. Und das (nicht die Situation) hat ihr Stress gemacht.
    Ich glaube, genau das hat meine TÄ gemeint, als sie meinte, dass sie noch am Sozialleben teilhaben können soll. Klar sucht sie mal hier und da nach Heu und was zum Fressen. Aber wenn es nicht in Streckweite ist, ist es zu schwer. Klar nimmt sie ab und an mal die 30cm unter die Weidenbrücke auf sich, aber sie würde nie zum Futtern zurück gehen, da es zu anstrengend ist. Dass sie unregelmäßig frisst merkt man an den Kötteln, die immer mal wieder größer und kleiner sind.

    Jetzt muss ich nur noch mit mir kämpfen, denn ich hab mich doch erst am Donnerstag entschieden, sie nicht einzuschläfern. Ich hab das Gefühl, ihr keine Chance zu geben. ich bin jetzt genau in dieser doofen Therapieschleife, in die ich nicht wollte. Aber ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass sie zwar durchaus positive Momente hat, aber zu oft in den Seilen hängt. Und Erschöpfung und Ausruhen, was viele bei ihren alten Tieren beschrieben haben, immer durch Schmerzen beeinflusst werden.
     
  15. #14 Betula123, 10.03.2019
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    Betula123 2nd-Hand-Meerschweinchenbesitzer

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    Und natrülich musste sie jetzt recht lebhaft betteln. Sie hat sogar ein oder zwei Leckerlie gefressen. Aber gerade beim Fressen hab ich das Gefühl, dass es schnell in Frustration umschlägt. Immer nur ein bisschen Knabbern. So recht klappt das nicht, deswegen die Hoffnung auf die Zähne...
     
  16. #15 Angelika, 10.03.2019
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    Ich kenne diese Situationen auch. Für mich habe ich immer dann für eine Euthanasie entschieden, wenn das Tier sich nur noch bei Stress (Misten, Versetzen der Häuschen) und nur noch ca. ein bis zwei Schweinelängen bewegen konnte und ansonsten an seinem festen Ort blieb. Viele haben da noch eingermaßen gefressen, aber hätten ohne meine ständigen Reinigungen in ihrem Kot und Urin gelegen.
    Selbst ein Schweinchen mit großem inoperablen Knochentumor im Becken hat immer noch ein paar Blättchen geknabbert, als es nicht mehr laufen konnte. Dieses eine - das erste Mal - habe ich zu lange gewartet, weil sein junger Besitzer sich nicht trennen konnte. Als wir dann zum Euthanasieren fuhren, hatte das Tier bereits solche Schmerzen, dass es Laute ausstieß, die wie das Weinen eines winzigen Babys klangen. Niemand, der das einmal gehört hat, möchte das je wieder hören (aber die meisten Schweinchen leiden ja stumm, knirschen und knacken allenfalls mit den Zähnen). Solche Schmerzen z. B. soll hier nie wieder ein Tier erleben müssen.
    Jedes Lebewesen, das nahezu unbeweglich in einer Position verharrt, spürt über kurz oder lang definitiv Schmerzen. Man frage mal einen bettlägerigen Menschen dazu, dann denkt man anders. Es ist ein Unterschied, ob unsereins mal einen Tag im Bett bleibt, oder ob man eine Position sehr lange beibehalten muss und nicht wesentlich verändern kann. Dann schmerzen Gelenke, Knochen, Weichteile ...
     
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  17. Wassn

    Wassn Schweinchen-Guru

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    Zum Lebenswillen der Meeschweinchen meinte meine Tierärztin einmal:
    Man stelle sich vor, wie sie in der Natur leben. In Gruppen ziehen sie "durch das Land" auf der Suche nach guten Futterplätzen. Oben kreist der Bussard.
    Das Schwein, welches Schwäche zeigt, wird sein nächste Opfer werden. Also heisst es für die Schweine: ja keine Schwäche zeigen!
    Also wird so lange getan, als wäre alles in Ordnung. Ich denke, dass das, was für uns als Lebenswillen angesehen wird, das Fressen z.B. oft das Letzte ist, was ein Schwein in seinem Kampf aufgibt. Wer zurückbleibt, hat verloren.
    Wenn ein Tier keine Aussichten hat, mehr gesund zu werden, bzw. eine gewisse Lebensqualität zu erlangen, so dass es so leben kann, wie die Natur es gedacht hat, dann würde ich nicht bis zum Äußersten warten, (also bis die Medikamente die Schmerzen nicht mehr unterdrücken können), sondern es gehen lassen, wenn es noch keine Schmerzen hat.
    Wenn es sich selbst aufgegeben hat und der Blick leer wird, dann sind die Schmerzen und das Befinden oft so schlimm, wir wir uns gar nicht vorstellen können.
    Ich würde daher immer wählen: eher ein paar Tage zu früh, als ein Tag zu spät.
     
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  18. VI0NA

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    Hallo Betula
    ein paar Gedanken von mir: Ich frage mich immer, ob für ein Tier noch gute Tage kommen werden, nach der Behandlung. Das ist natürlich nicht immer sicher vorhersehbar. Aber wenn eine gute Chance auf Heilung oder eben auf gute Tage besteht, wird das Schweinchen behandelt, auch wenn (vorübergehend) das mit unangenehmen Dingen verbunden ist.
    Bei chronischen Erkrankungen steht ja schon fest, dass keine Heilung möglich ist. Es wird nur langsam immer schlechter. In solch einem Fall finde ich Lebensqualität (Wohlbefinden) deutlich wichtiger als Quantität (Anzahl der gelebten Tage). Wenn ein Tier Schmerzen hat, soll es soviel Schmerzmittel bekommen, dass es sich noch wohlfühlen kann. Und Wohlbefinden mache ich daran fest, dass es sich "normal" verhält. Also herumläuft, sucht, schnuppert, mit den anderen kommuniziert, frisst, am Tagesgeschehen teilnimmt.... Auch wenn ein Schmerzmittel in hoher Dosis dann die Lebenserwartung verringert, dann hat das Schwein aber noch ein paar gute Tage. Mal ganz schlicht gesagt: Besser 5 gute Tage am Lebensende, als 30 schlechte.
    Wenn ein Schweinchen sich nicht mehr bewegt, ist das ja schon ein deutlicher Hinweis auf starke Schmerzen. Hätte es keine Schmerzen, würde es ja laufen. Und durch die Bewegungslosigkeit kommen schnell andere Probleme dazu: Verdauungsprobleme, Druckstellen, Pfotenballenprobleme... Mal ganz davon abgesehen, dass ein Fluchttier, das sich nicht mehr bewegen kann, vermutlich starken inneren Stress empfindet. Wenn feststeht, dass nur noch solch schlechte Tage folgen werden, lasse ich das Tier gehen.
    Alles Gute und viel Kraft für die richtige Entscheidung
    VI0NA
     
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  19. #18 Krümelchen, 10.03.2019
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    Das sehe ich ebenso. Wenn ein Meerschweinchen sich kaum noch bewegen kann und keine Chance auf Besserung besteht, würde ich es auch einschläfern lassen. Ganz bewusst eher früher als später, wobei später schnell mal "zu spät" sein kann und das Meeri unnötig viel Schmerz und Leid erdulden musste.
    Ich hatte schon einige Schweinchen, die im Alter zunehmend bewegungsunfähiger wurden, dann auch "frühzeitig" gehen lassen, weil ich nicht warten wollte, bis gar nichts mehr geht. Irgendwann kippt die Situation dann nämlich und es geht dem Meerschweinchen dann extrem schlecht, sodass man sofort handeln muss. Am besten sowas noch Samstag spätabends, Regen und Sturm und der nächste - wildfremde - TA 50 km entfernt - *grusel* :eek::eek:.
     
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  21. #19 HanniNanni, 12.03.2019
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    Ich sehs wie die anderen hier.entscheiden müsst natürlich ihr.ich schicke euch mal kraft rüber:troest:.
     
  22. #20 Betula123, 13.03.2019
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    Ich hab es noch immer nicht geschafft, sie einzuschläfern :(

    Sie ist generell lebhafter. Begeistert nimmt sie (sogar selbständig) ihren Päppelbrei. Sie frisst aber auch das Frischfutter ordentlich. Sie zeigt durchaus ihre Freude am Fressen (das war auch schon immer ihr größtes Interesse). Ihr Kot ist größer geworden und sie hat zugenommen. Sie versucht sich auch zu bewegen, wenn das fressen kommt, aber es sieht eher so aus, als ob die Koordination fehlt (das stimmt jetzt als Diagnose nicht, beschreibt aber die Optik)

    Ich dachte auch, dass ihre Füße besser geworden sind - bis gestern. Heute sind sie wieder stärker eingeblutet.

    Wenn die Tage also nicht besser werden...
    Ich glaube, die Tage sind jetzt zwar besser geworden, ab sie werden nicht mehr besser als so: gerne Fressen und ab und an mal irgendwie weiter hoppeln.

    Sie erinnert mich immer an eine Oma mit Pflegestufe im Pflegeheim: wenn Besuch kommt, ist alles toll, aber in der anderen Zeit ... naja, ihr wisst es ja.
     
Thema:

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