Eine Frage zur Linienzucht

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  1. OhLaLa

    OhLaLa Schweinchen-Guru

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    Huhu

    Ich hätte eine Frage zur Linienzucht:

    Man setzt ja soviel ich weiss nur Rückverpaarungen (also Mutter mit Söhnen oder Väter mit Töchtern). Stimmt das soweit?

    Eben habe ich in einem anderen Thread gelesen, dass Rückverpaarung Linienzucht sei, Verpaarung von Geschwistern jedoch Inzucht. Und nun bin ich verwirrt. Was ist denn dabei der Unterschied?

    Linienzucht ist mir persönlich suspekt. Ich weiss über die Vorteile Bescheid, die werden ja immer hervorgehoben, nur provoziert man bei einer Linienzucht nicht auch das Aufkommen von eventuell schlummernder Krankheiten? Ich weiss, dass es auch in der Natur von selbst Linienzucht gibt, aber eben nur in begrenztem Masse, denn die Rudelführer werden ja regelmässig auf natürliche Weise (Machtkämpfe) ausgewechselt.

    Irgendwann las ich auch mal von einer Fehlstellung der Füsse, die vermehrt bei einer Linie auftrat (jedenfalls glaube ich das war die Fehlstellung der Füsse, vielleicht auch ein anderes, nicht gewolltes Merkmal..). Dazu wurde geraten, die Zucht mit dieser Linie einzustellen, was aber die Züchterin schwer traf. Ist es nicht gewollt, dass solche Defekte irgendwann auftreten bei einer Linienzucht um eben diese Linien aussortien zu können? Jedenfalls wurde mir das immer so gesagt, wenn ich das Verfestigen von nicht nur positiven sondern auch negativen Eigenschaften angesprochen habe. Nur frage ich mich halt ob es dann nicht besser wäre immer mit Fremdblut zu verpaaren, wo sich diese negativen Eigenschaften dann evtl. verflüchtigen oder zumindest nicht "ausbrechen". Für die Schweinis wäre es auf alle Fälle doch angenehmer, oder nicht? Ausserdem, was passiert mit den ganzen Schweinchen, die vielleicht einige Generationen vorher in eine andere Zucht gingen und da wiederum Nachkommen produzierten? Wie konsequent selektiert man dann die "verdorbene" Linie aus?

    Jetzt bin ich doch noch abgeschweift, eigentlich wollt ich nur wissen was der Unterschied zwischen Geschwisterverpaarungen und Rückverpaarungen ist. :rolleyes:

    Versteht mich nicht falsch, ich weiss sehr wohl, dass wir ohne Linienzucht keine solche Rassenvielfalt hätten. Aber ich frage mich halt, ob Linienzucht in einem solchen Masse, wie es zum Teil betrieben wird, wirklich sinnvoll und heutzutage überhaupt noch nötig ist. Kann man positive Merkmale nicht auch mit Fremdblutverpaarungen festigen?

    Bitte nehmt mir meine kritische Hinterfragungen nicht übel, aber diese Fragen stelle ich mir schon lange.
     
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  3. #2 Amina&Co, 13.09.2009
    Amina&Co

    Amina&Co Guest

    Ich hoffe wirklich sehr und wünsche Dir auch wirklich sehr, das Du eine gute und vernünftige Antwort bekommst.

    Und nicht das wieder einige "Liebhaber" meinen wieder eine riesen Diskussion aus diesem Thema zu machen!

    Denn ich finde es auch ein sehr interesantes Thema.
     
  4. #3 Rico, 13.09.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.09.2009
    Rico

    Rico Guest

    Bei einer Linienzucht betreibst du auch immer automatisch Inzucht. Die Linienzucht ist somit eine besondere Art der Inzucht, da du die Merkmale des einen Elternteils so gut wie möglich festigen möchtest.
    Ob man jetzt eine einzige Rückverpaarung gleich als Linienzucht ansehen kann sei mal dahingestellt.

    Wie du bereits selber geschrieben hast würden sich diese Merkmale dann immer versteckt weitervererben und niemand würde es mitbekommen, bis zufällig diese Faktoren aufeinander treffen. In der Zeit hat man aber schon so viele Tiere abgegeben bzw. in seinen eigenen Linien mit diesem versteckten Gendeffekt, dass man es gar nicht mehr richtig zurück verfolgen kann. Krankheiten oder Fehlstellungen treten bei einer vernünftigen Linienzucht nur auf, wenn diese Gene eh schon vorhanden waren.



    Du weisst ja teilweise nie was in den anderen tieren drinsteckt und du holst dir so mit wieder andere Gene mit in deine Linie.


    So ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen, falls du noch fragen hast melde dich doch...

    LG Rico
     
  5. #4 fleurxxx, 13.09.2009
    fleurxxx

    fleurxxx Schweinchen-Guru

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  6. #5 Caro1989, 13.09.2009
    Caro1989

    Caro1989 Guest

    Eine "verdorbene" Linie sollte aus der Zucht genommen werden.
    Auch sollte man einen Aufruf an die Zuchten starten, in die Tiere aus der Linie gegangen sind, damit auch diese Züchter reagieren können.

    Ist natürlich immer eine blöde Sache, der sich die Wenigsten stellen wollen, aber notwendig.
     
  7. #6 Pepper Ann, 13.09.2009
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    Wird die Linienzucht wirklich in einem solchen Maß betrieben? Wieso bist du dir da so sicher? ;)
    Wird sie nämlich nicht. Dann gäbe es solche Fälle von verkrümmten Füßen, Faltohren, Fehlfarben, plötzlich auftretenden rezessiven Rassen nicht so oft. :D

    Inzucht sind Verpaarungen verwandter Tiere. Also ein sehr na ja weit gefasster Begriff, denn die Tiere einer Rasse stellen alle nah verwandte Population dar. Selbst wenn man gewisse Rassen untereinander verpaart. Daher ist esim Sinne einer Hobbyzucht nicht möglich wirklich fremd zu verpaaren. Schon nach 3 Generationen kann keiner das mehr überprüfen, manchmal kann man noch ein paar mehr Generationen herausbekommen, aber dann ist auch Schluss. Viele Hobbyzüchter lassen sich da leider einfachvon den für Menschen geltende Moralvorstellungen leiten. Aber es handelt sich beim Meerschweinchen (wie bei Mäusen, Ratten und Wellensitichen z.B. auch) um ganz andere Fortpflanzungsysteme.

    Lininezucht ist tatsächlich das von dir beschriebene Verfahren und esfinden in allen inzuchtstablen Tierarten Anwendung im Hobbybereich. Da es schnell zu reinerbigen Individuen mit den gewünschten Eigenschaften führt ohne viele Inzuchtverpaarungen notwenig werden zu lassen. Durch diese Methode treten rezessive Eigenschaften (gewollte, oder ungewollte) am aller schnellsten zu Tage bzw. die gewünschten Eigenschaften werden schnell reinerbig, ohne das man eine Inzuchtdepression provoziert.

    Inzuchtdepression ist dabei ein zuhoher Grad an Homozygotie/Reinerbigkeit auf bestimmte Gene, die um voll funktionsfähig sein zu können in möglichst Heterozygotem Zustand vorliegen müssen. Das sind die so genannten Fitness-Gene. Man weiß da noch nicht allzu viel, aber es sind zB. Gene die für die Immunantwort zuständig sind. Je verschiedener diese Gene, um so mehr unterschieldiche Abwehrmöglichkeiten kennt das Genom für die unterschiedlichen Krankheitserreger. Wichtig ist jedenfalls, dass man eine Inzuchtdepression im Gegensatz zu Gendefekten jederzeit durch Auskreuzung oder Fremdzucht rückgängig machen kann. Es hängt auch davon ab, wie gut man die Anfangszuchttiere ausgewählt hat, wann eine Inzuchtdepression auftritt. Man geht generell von im Schnitt 8 Generationen aus die es braucht. Nicht vitale Stämme zeigen Inzuchtdepression früher, andere z.B. nie. Unter Wikipedia lässt sich dazu sehr vieles lesen.
    Inzuchtdepression lässt sich durch Auskreuzen verhindern. Oder indem man immer wieder selbst ingezogene Fremdblut oder Teilfremdbluttiere einkreuzt. Wenn man seine Zucht nun durch Linienzucht auf rezessive ungewollte Merkmale oder Gendefekte oder Zuchtfehler überprüft hat, so kann man durch Auskreuzen seine Zuchtqualität im Stall sehr gut kontrollieren. Neue Tiere die nicht ingezüchtet sind, müssen über mindestens 4 Generationen mit möglichst vielen Nachkomme durch rückkreuzen getestet werden.

    Allerdings kann man viel falsch machen. Nur Inzucht ohne direkte Linie deckt nicht zuverlässig rezessive Merkmale auf! Das ist die sprichwörtliche Suche im Heuhaufen nach der Nadel. Man breitet s nur noch mehr ungewollte Eigenschaften im Stamm aus, ehe sie zu Tage treten. Eine einmalige Rückverpaarungen bringt auch keine Gewissheit. Wichtig ist die Menge der Rückverpaarungen, egal ob nur ein Kind aus jeder Generation rückverpaart wird, oder um Zeit zu sparen alle gegengeschlechtlichen Nachkommen aus jeder Generationen verwendet werden. Das ist dann auch Linienzucht, weil man die Linie einhält. Also die Linie in der ein rezessives Mermal weiter gegeben werden kann.
    Geschwisterverpaarunge, Tante-Neffe oder Großeltern-Enkel-Verpaarungen gehören nicht zu den effektiven Inzuchtvepaarungen. Das macht man bei Zuchttiermangel oder wenn man nur ein paar Generatonen lang keine neuen Zuchttiere zukaufen will. Auch kann man über dies etwas mehr die Rassemerkmale verstärken. Rezessives lässt sich aber nicht aufdecken.

    Ich hab dazu einen kleinen Bericht geschrieben, in aber nicht am Heimat-PC, da im Urlaub. Aber in wenigen Tagen wird es das Dokument auf meiner HP zum Download geben. Da steht dann alles drin zum Thema. :D

    L Anna
     
  8. #7 Sternfloeckchen, 13.09.2009
    Sternfloeckchen

    Sternfloeckchen Guest

    Wenn man Fragen zur "Linienzucht" hat oder sich als nicht aus der Landwirtschaft- und Tierzucht kommender Hobbyist mit dem Thema beschäftigt, stellt man fest, dass man da in der Historie graben kann, um die Breite dieses Themas ansatzweise zu erfassen.

    Die "Linienzucht" ist eine alt bekannte Zuchtmethode in der Nutztierzucht.

    Ich bin kein Zuchthistoriker, hatte aber in 2008 das Glück, Bücher über Nutztierzucht von 1880 in die Finger zu bekommen und siehe da, bei den Rindern wurde von "Linienzucht" nach einem sehr ausgeklügeltem Schema berichtet.

    Jetzt habe ich gerade mal ein kurzes pdf gefunden:
    homepage.braunvieh.ch/file/OB_Linienzucht.pdf

    Auch wenn es darin nicht um MS geht, vermittelt der Text doch mal einen Eindruck, dass es so einfach mit Vater/Tochterverpaarung und Mutter/Sohn garnicht getan ist.





    LG von
     
  9. #8 ChaoticInfinity, 13.09.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.09.2009
    ChaoticInfinity

    ChaoticInfinity Guest

    Da ich selbst bis vor einiger Zeit aktiv Rennmäuse gezüchtet habe (derzeit hab ich nur noch ab und zu einen wurf), kann ich nur sagen das die "inzuchtproblematik" dort ein viel größeres problem darstellt. Das mag vielleicht auch nur für die deutsche Rennmaus gelten, aber dort ist es schlimm.
    In letzter zeit häufen sich die Fälle sog. Epilepsie oder stresszuckens ungemein, die Tiere sind vom körperbau her sehr sehr unterschiedlich, von fast rattenähnlichen Tieren zu kleinen zarten, über bullige ist alles vertreten. Die anfangs so schönen Puschelschwänze sind oft kleinen dünnen pinseln gewichen und durch stammbaumfälscherei (gibt ja keinen richtigen zuchtverband) sind Gene drinnen die man nicht drinnen haben will und somit immer wieder linien über den haufen werfen muss.
    Zulest gab es eine Mutation die sog. Superschecken die nun auch noch einen lethalfaktor ins spiel bringt. Das übel daran ist das dieses durch Tiere weitergebracht wird die für den laien aussehen wie uni-tiere bzw Punktschecken. Verpaart mit einem Schecken fallen Tote tiere. Diese superscheckenmutation führt zu Tauben Tieren mit tanzmausähnlichen verhalten.

    Trotz wissens darum wird mit den Tieren gezüchtet.. Ein letztes tut einfach die tatsache das rennmäuse weniger platz brauche, schnellere und größere Würfe der fall sind und die tiere quasi nix kosten so das jeder mal "schnell" züchten will.

    Kommunikation unter den züchtern gibt es kaum, so das wenn probleme auftauchen selten eine komplette Linie die probleme macht aus der zucht genommen wird, oft wird der stammbaum gefälscht, das tier dann weiter gegeben und irgendwelche ahnungslosen züchten weiter.

    Ich weiß nicht ob sich das also mit dem meerschwein vergleichen lässt?


    Ach so und bei der Rennmaus wird aktuell sehr darauf geachtet möglichst nichtverwandte Tiere zu nehmen, ob das so sinnig ist, oder ob nicht lieber geziehlt linie mit solchen Tieren gezüchtet werden sollte, bei denen die linien soweit clean sind ist die frage.
    Persönlich halte ich linienzucht und auch Inzuchtverpaarungen, wenn man die linien kennt für gar nicht so schlecht. Vorrausgesetzt natürlich man kann den züchtern vertrauen von denen man die stammtiere bekam
     
  10. #9 honeyisses, 13.09.2009
    honeyisses

    honeyisses Guest

    Wissenschaftlich korrekt ist natürlich der Bericht von Anna :hand: Ich neige dazu, es einfacher zu beschreiben, wofür ich mir auch regelmäßig einen Rüffel einfange :dance:

    Ich werd es trotzdem tun und weise vorsorglich darauf hin, dass

    a) meine Beschreibung wissenschaftlich nicht fundiert ist und

    b) nicht geschriebene Dinge nicht automatisch bedeuten, dass ich dafür oder dagegen bin

    :lach:

    Beginn der Linienzucht ist immer die Inzucht. Ich verpaare aus einem ersten Wurf z.B. die Tochter mit dem Vater. In der Folge werden immer die Mädels mit den Vätern/Opas verpaart. Beim allerersten Wurf trägt das Baby 50 % der Gene vom Vater. Mit jeder weiteren Verpaarung auf den Vater erhöht sich dieser Anteil, so dass sich theoretisch bei konsequenter Linienzucht irgendwann ein männlicher Nachkomme ergeben würde, der zu 100 % identische Gene des Ausgangstieres trägt. Das macht Sinn, wenn das Ausgangstier hervorragende Merkmale trägt, die ich gerne über weitere Generationen erhalten möchte.

    Die Mädels, die hier zur Linienzucht genommen werden, sind blutsfremd zu den Böcken. Sofern sie kerngesund sind (ebenso wie die Männer in der Linie) und man auf die besonders guten Eigenschaften selektiert, werden die positiven Eigenschaften in der Linie verstärkt.

    Das gleiche mache ich mit den Söhnen, die immer auf die Mutter verpaart werden. Ich erhalte theoretisch Jungtiere, die zu 100% der Ausgangsmutter genetisch gleich sind.

    So züchte ich in der Theorie aus zwei Ausgangstieren in zwei unterschiedlichen Linien einen männlichen bzw. einen weiblichen Nachkommen, die jeweils mehr als 50 % der Gene von Vater bzw. Mutter tragen.

    Warum das ganze eine Theorie ist, ist in dem Artikel der Rodentia (s.o.) sehr gut erklärt. Das Risiko liegt ganz klar in der Inzuchtdepression! Schon alleine die Tasache, dass ein Mädel max. 3-4 Würfe bekommen sollte, schränkt die Linienzucht auf der Mutterseite ein.

    Nicht desto trotz ist meiner Meinung nach die Linienzucht ein guter Weg - wenn bedachtvoll durchgeführt - um die positiven Eigenschaften in der Zucht zu stärken und eine gewisse "Gleichmäßigkeit" in Typ, Bau, Haar und Zeichnung zu erhalten. Was aber nicht heißt, dass es nicht auch andere Wege gibt :winke:
     
  11. #10 Pepper Ann, 14.09.2009
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    Also das klingt doch sehr nach sehr schlechter Zuchtarbeit. Fasche Selektion und falsche Zuchttierauswahl. Also quasi Vermehrerei und Profitgier, keine Zucht. :boese:
    Echt traurig!!! Und dann ist ja auch klar, wenn bei Anpaarung nah verwandter Tiere sich diese Defekte häufen. Leider schieben in solchen Fällen die Züchter sowas nur auf die "Inzucht" weil die angebrachte Konsequenz der Zuchtausschluss aller verwandten Tiere wäre. DAS findet sich auch immer häufiger in der Rassemeerschweinchenzucht! Problem ist halt, dass die Menschen da einfach keine Ahnung haben und den einfachsten Weg und die billigste Lösung suchen. Kaum einer der mit der Kleintier-Zucht anfängt glaubt doch, dass tiefgehende Genetikkentnisse nötig sind, um verantwortungsvoll züchten zu können. Es ist eben für viele nur ein Hobby bei dem sie über Konsequenzen und Folgen ihres Handelns nicht weiter nachdenken wollen. Und bei Kleintieren erwartet keiner eine solche Komplexität.

    Leider leider leider! :-(
     
  12. #11 fleurxxx, 14.09.2009
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    Schön auf den Punkt gebracht. Bin voll und ganz Deiner Meinung und es ärgert mich echt dermassen, wenn ich immer wieder dieses ganze "nichtmal Halbwissen" zum Thema Linienzucht höre. Jeder hat dazu ne Meinung, ob man sich jemals ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt hat, spielt dabei leider meist keine Rolle.
     
  13. #12 Sternfloeckchen, 14.09.2009
    Sternfloeckchen

    Sternfloeckchen Guest

    Pepper Anns Worte treffen es.

    Noch immer ist es ein weiter Weg, bis dass "Meerschweinzucht" richtig ernst genommen wird. Ich wünschte sehr, dass die jüngeren Züchter/Innen sich da langfristig engagieren, damit uns das weitgehend gesunde und ein schönes Lebensalter erreichende M-Schwein erhalten bleibt.

    LG von
     
  14. OhLaLa

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    Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten! Ich werde mich durch die Links durcharbeiten.

    Das mit der Gendepression schwirrte mir irgendwo ganz weit hinten im Kopf herum. Irgendwann hatte ich das mal gelesen oder gelernt und hatte eben im Hinterkopf, dass Linienzucht nicht ewig ohne Fremdblut durchgeführt werden kann, nur hatte ich das mit der Gendepression schon lange nicht mehr gehört.
     
  15. #14 Pepper Ann, 15.09.2009
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    Sogar ganz im Gegenteil. Heute geht man davon aus, dass das Model der Überdominanz falsch ist. Man dachte bisher, dass je heterozygoter ein Tier ist (unabhängig von den betroffenen Genen) es umso wiederstandskräftiger und gesünder ist. Aus vielerlei Sichtweisen ist aber nun das Modell der partiellen Dominanz das derzeit am wahrscheinlichsten. Dabei ist Inzucht nur schädlich, wenn sie lange nicht in einer Population stattgefunden hat und die Population wird immer inzuchtstabiler, je mehr Inzucht stattfindet. (Jetzt von Populationen in freier Natur ausgegangen). Daher erklärt sich auch warum Meerschweinchen so inzuchtstabil sind, genauso wie Kanarienvögel und Wellensittiche, Mäuse und Ratten und Hamster. Alle stammen in Heimtierhaltung aus starken Inzuchtpopulationen.
    Das Model sagt dabei, dass positive Allele (also Fitnessgene für optimale Gesundheit) meist dominant sind, und negative rezessiv. (Negative, domiante Gene überleben in einer Population nicht, da das betreffende Tier immer krank und damit leichte Beute ist). In einer Inzuchtpopulation verstärkt sich aber wie wir wissen die Homozygotie, also treffen sich auch gehäuft diese negativen rezessiven Gene und man hat gehäuft Inzuchtdepression. In freier Natur passiert das auch, aber da hier ein starker Selektionsdruck auf Fitness herrscht, also alle kranken schnell sterben, werden die rezessiven Gene rasch ausselektiert und wenn es zu viele sind, stirbt die Population eben aus. Als Züchter kann man ebenfalls extrem stark auf Fitness selektieren und hat dann den gleichen Effekt. Natürlich geht das nicht mehr bei allen Tierarten. Bei Meerschweinchen aber schon.
    Das erklärt auch den Effekt der Heterosis ganz genau. Denn hat man zwei Populationen die jeweils in gegensätzlichen Genen dominant bzw. rezessiv sind, so vereinen sich in den heterozygoten Hybriden aus diesen homozygoten Eltern viel mehr domiante, positive Faktoren und man hat ein doppelt so leistungsfähigen Hybriden erschaffen. Aber das bedeutet auch nciht alle Eltern bringen Kinder mit idealem Heterosiseffekt. Kann auch in die Hose gehen. ;) Daher macht man sowas meist von Erfahrungswerten abhängig und hat z.B. beim Mais immer bestimmte Elternlinien die dann Super-Hybriden bringen.
    Aber das odel der Überdominanz ist dennoch nicht ganz falsch, denn für beispielsweise eine ideale Immunantowrt brauchen wir so viele Allele wie möglich und eine extreme Heterozygotie in diesen Genen ist für eien gesunde Population nötig! Daher bleibt Auskreuzen udn Fremdzucht immer ein Mittel, auf das sich nicht verziochten lässt!!!!

    Aber das heißt alles auch, dass man mit Inzucht und falscher Selektion seine ganze Zucht krank macht und sogar zum Aussterben verurteilt. Daher ist Selektion das einzige was man als Züchter machen kann, um Inzucht effektiv und sinnvoll anzuwenden. Allerdings gehört da viel Wissen und Konsequenz dazu. Genaue Buchführung und die lebenslange Gesundheitsüberwacung ehemaliger Zuchttiere ist da mehr als angebracht.

    Hab ich alles in meinem Bericht stehen. Werd ihn nächste Woche auf meine HP hochladen. Kann nur nicht drauf zugreifen, da im Urlaub.

    LG Anna
     
  16. #15 Perlmuttschweinchen, 15.09.2009
    Perlmuttschweinchen

    Perlmuttschweinchen ehem. hoffix

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    Auf den Bericht bin ich schon ganz gespannt.

    Es würde ja somit dann sogar eigendlich ein 1,1 Zuchtpaar ausreichen (Zumindest wenn sie nun nicht grottenschlecht sind) um eine gesunde, reingezogene (Thread Testverpaarungen) und im Phänotyp gute Linie (ja eigendlich sogar 2) zu züchten.

    Und dann halt für die dauerhafte gesunderhaltung (viele Allele) zwischendurch alle paar Generationen mal Fremdblut einziehen?

    Hab ich das nun soweit richtig verstanden?
    Wenn man das so liest wäre das dann ja eigendlich sogar sehr einfach, vorausgesetzt die Ausgangstiere sind ok und man selektiert auch immer die passenden Nachzuchten zur weiterzucht?
     
  17. #16 Rico, 15.09.2009
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15.09.2009
    Rico

    Rico Guest

    ja wie du schon sagst finde erstmal so gute ausgangstiere....
     
  18. Nehle

    Nehle Schweinchen-Guru

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    Man muss allerdings auch ein sehr gutes Zuchtpaar bekommen!
     
  19. Rico

    Rico Guest

    Schoen das du nochmal genau das gleiche schreibst Nehle ;)
     
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  21. #19 honeyisses, 15.09.2009
    honeyisses

    honeyisses Guest

    Selbst zwei HV-Tiere müssen nicht zwingend HV-Nachwuchs bringen. Mit 1,1 wird man auf Dauer wohl nicht weit kommen. Es sei denn, die beiden stammen selbst aus einer konsequenten Linienzucht und man führt die Linie quasi weiter.

    Aber 1,1 ist allemal ein guter Anfang :hand:
     
  22. #20 Perlmuttschweinchen, 15.09.2009
    Perlmuttschweinchen

    Perlmuttschweinchen ehem. hoffix

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    Es geht mir dabei ja jetzt nur darum ob ich das grundsätzlich richtig verstanden hab. Aber nach euren Antworten ja schon.
    Das man mit solch konsequenter Linienzucht aus Spitzmäusen mit Stehörchen keine HV Tiere ziehen kann ist mir klar, bzw würde es Ewigkeiten dauern.

    Ich wollte ja eigendlich mit 2 Gruppen á 1,2 dann 2 Linien hochziehen, damit ich dann immer mal etwas frisches Blut "rüberschieben" kann. Bzw. mir zu gegebener Zeit nochmal einen tollen Bock reinholen. Allerdings wäre das von dieser reingezogenen Vater- und Mutterlinie dann doch ziemlich weit weg. Aber ganz so einfach ist das mit dem Rückverpaaren ja auch nich immer bei den Schimmeln.

    Ich finde nun beides doch sehr interessant. Aber was wäre nun die geeignetere Variante um zügig und mit möglichst wenig Würfen (will ja möglichst wenig weggeben) dahin zu kommen wo ich hinwill? :gruebel:
    Wohl am ehesten eine Kombination aus beidem, oder? Erstmal halt Fremdverpaarungen setzen um das zu "mischen" was ich möchte und wenn ich dem nahe bin dann Linienzucht?

    Ich warte ja nun gespannt auf meinen ersten Wurf. Beide sind nicht perfekt aber doch schöne Tiere.
    Und die anderen Mädels müssen halt noch wachsen und ich grübele schon die ganze Zeit darüber wie ich es denn nun machen soll. Ich möchte nicht nur von einer Verpaarung zur nächsten denken sondern vorher schon eine Vorstellung haben wie auch zukünftige Babys dann verpaart werden können. Hängt zwar dann immer noch vom Jungtier ab, aber ich möchte mich nicht von vornherein verrennen.
     
Thema: Eine Frage zur Linienzucht
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