Diskussion über Todgeburten

Diskutiere Diskussion über Todgeburten im Rassen, Farben und Züchterecke Forum im Bereich Meerschweinchen; Hab da mal was für euch zur Diskussion: :popcorn: Auswertung von 10 Jahren Zucht im Hinblick auf die Todgeburtenzahl und die Zuchtmethode...

  1. #1 Pepper Ann, 27.11.2012
    Pepper Ann

    Pepper Ann Ridgeback-Züchterin

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    Hab da mal was für euch zur Diskussion: :popcorn:


    Auswertung von 10 Jahren Zucht im Hinblick auf die Todgeburtenzahl und die Zuchtmethode

    Die Zahl der Todgeburten korrelliert bei mir nicht mit:

    - der Wurfgröße (Anzahl der Jungen pro Wurf) d.h. es treten nicht unbedingt mehr Todgeburten bei großen oder kleinen Würfen auf, auch nicht im Hinblick auf das Geburtsgewicht, dass abhängig von der Wurfgröße und Verteilung schwanken kann.

    - der Pause zwischen den Würfen (bzw. dem Alter beim ersten Decken), wobei ab 19 Monaten Pause das Risiko tendeziell erhöht ist, aber hier fehlen natürlich die Beobachtungswerte, um das statistisch aussagekräftig auszuwerten.

    - dem Alter der Mutter bei Geburt im Hinblick auf der Unerfahrenheit oder erblich bedingter Altersunsportlichkeit, bis zum 4. Lebensjahr Zuchteinsatz wurde ausgewertet

    Da aber das Auftreten von Todgeburten zeitweise d.h. in manchen Jahren gehäuft auftritt und in anderen Jahren dann kein einziges tot geboren wird, kann ich nur unauswertbare Umweltfaktoren (Gewicht und sportliche Kondition der Mutter, Einzelgewicht der Jungtiere, Haltungsbedingungen, Sozialer Status der Mutter, Stress/Ablenkung während des Geburtsvorganges usw.) als Ursache vermuten.

    Mich würden eure Erfahrungen und Meinungen interessieren!



    Meine Schlussfolgerung jedenfalls ist:
    Zuchteinsatz bis zum 4. Lebensjahr möglich, genauso wie Zuchtpausen von 0 bis 19 Monaten bei einer guten Kondition und Gesundheit der Mutter(!) ohne ein erhöhtes Auftreten von Todgeburten zu provozieren.
     
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  3. Caro

    Caro Schweinchen-Guru

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    Hallo Anna,

    gut gemacht:hand:: Sowas ist immer gut, mal etwas anhand mehrere Jahre und vielen Tieren auswerten.

    Man muss dazu sagen:
    Das gilt eventuell nur für deine Zucht.
    Du hattest doch recht viel Platz und Auslauf für deine Tiere?
    Dann sind große Wurfpausen und Zuchteinsatz bis 4 Jahre sicher weniger das Problem als bei verfetteten wenig bewegten Tieren - bei denen könnte es eher zu Problemen kommen!

    Vom Gefühl her kann ich dir zustimmen, auch wenn ich es bei mir noch nicht ausgewertet habe, aber die Daten sind da - wenn mal ganz viel Zeit ist - *grins*
    Allerdings habe ich eben eine ähnliche Haltung wie du gehabt und habe es jetzt auch noch in dieser Richtung. Daher nicht verwunderlich, wenn wir auf ähnliche Ergebnisse kommen.

    Wenn ich darüber nachdenke, habe ich Totgeburten auch eher "gehäuft" und dann wieder garnicht.
    Könnte auf einen Zusammenhang mit Futterqualität (Jahreszeiten - Schimmelsporen bei feuchten Sommern??-Vitaminmangel Ende Winter - Energieüberschuss Frühjahr - Vitaminmangel bei Sommerdürre!) hindeuten...könnte man also nochmal in dem Zusammenhang auswerten - in welcher Jahreszeit traten gehäuft Totgeburten auf? Oder in welchen Jahren?

    Wenns das Interesse da ist, guck ich mal genauer nach.

    machs gut,
    Caro
     
  4. #3 Meerie-Mama, 28.11.2012
    Meerie-Mama

    Meerie-Mama Engel auf Erden

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    meine Erfahrungen nach 6 Jahren Notstation laufen auf nur eine Erklärung hinaus.

    Die Geburtenüberwachung!

    Ich habe in den 6 Jahren KEINE!!! einzige Totgeburt gehabt. Und ich hab bestimmt an die 100 Geburten hier gehabt.

    Wenn ein Baby verstarb, dann erst ein paar Tage später weil es Gendefekte hatte oder zu schwach war. Aber alle wurden lebend geboren.

    Das liegt meiner Meinung nach daran, dass ich die Schwangeren sehr stark kontrolliere und Beobachte. Meist konnte ich dadurch Geburtseinleitende Zeichen erkennen und war dabei. Ich hab dann wenn nötig auch neben ihnen geschlafen oder Nachtwache gehalten. Ich habe oft Geburtshilfe machen müssen und feststeckende aus dem Mutterleib ziehen müssen, manche kamen wie tot heraus und ich hab durch rubbeln usw. das Leben in sie geholt. Also das volle Programm.

    Wenn man sie also gut bewacht und sich das Ziel setzt bei der Geburt dabei zu sein, um notfalls Hilfe leisten zu können, dann hat man keine Totgeburten.
    Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch meine Erfahrung.

    Das soll natürlich kein Angriff auf Halter sein die Totgeburten hatten, ich hab natürlich in den Jahren viel gelernt und Gespür braucht man vielleicht noch dazu und natürlich auch das Glück dabei sein zu können, bzw. Schweinchen zu haben die es allein schafften wenn ich nicht dabei war. Ganz klar.
    Aber ist es bei mir in den 6 Jahren immer nur Zufall gewesen oder sollte sich jeder höhere Ziele setzen bei seinen Zuchttieren? :gruebel: :heart:
     
  5. Caro

    Caro Schweinchen-Guru

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    Hallo Meeriemama,

    das mag sein, dass wenn man rund um die Uhr Bewachung einhält und bei Schwergeburten zieht bzw. Trockenrubbelt, dass man da das Risiko einer Totgeburt sehr weit reduzieren kann, weil die meisten Totgeburten ja nunmal bis zur Geburt lebten und erst durch einen schwierigen Geburtsvorgang ums Leben kamen.

    Wäre aber auch bei dir zu klären die weiteren Dinge:
    - Was für Tiere waren es (Rassetiere oder Hausmeerschweinchen)
    -Welches Alter
    - welche Haltungsart bei Vorbesitzer
    - Größe der Würfe
    - Fütterung
    -Platzangebot
    etc

    bzw. was war bei den Tieren anders, welchen du helfen musstest und die ohne Hilfe eventuell Totgeburten gehabt hätten?
     
  6. #5 Meerie-Mama, 28.11.2012
    Meerie-Mama

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    wenn es totgeburten gegeben hätte ohne mein eingreifen, waren das durchweg schweinchen die entweder permanent nachgedeckt wurden, daher sehr große würfe hatten und zu schwach waren alle auszupacken oder zu früh gedeckt wurden und mit der geburt überfordert waren und nicht auspackten oder zu klein waren und das baby steckenblieb.

    also wirklich schweine aus schlechter haltung, dabei war es egal ob rassetiere oder mischlinge. sie hatten ungünstige bedingungen. halb verhungert, ausgezehrt, zu jung, kleinwüchsig, inzucht.

    demnach müßten schweinchen unter guten haltungsbedingungen beim züchter eigentlich keine probleme haben oder?
     
  7. Caro

    Caro Schweinchen-Guru

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    aha, also Tiere mit schlechten Vorrausetzungen für Trächtigkeit und zur Aufzucht der Jungen. dies kann man als Züchter ja vermeiden, das ist gut.

    Also ich habe relativ selten Totgeburten, ich müsste mal nach dem Prozentsatz gucken, dass habe ich mal pro ausgerechnet, die letzten beiden Jahre allerdings noch nicht.
    Ist aber insgesamt selten, wenn dann bei sehr großen Jungen, die wahrscheinlich einfach zu lange gebraucht haben, oder wenn die Mutter Stress hatte bei der Geburt und die Jungen angefressen oder nicht ausgepackt hat - da könnte man natürlich mit Geburtenüberwachung eingreifen...aber gerade bei sehr großen Jungen stelle ich mir ziehen sehr schwierig vor?

    wenn du sagst du hast gezogen - wie hast du das gemacht?
    auf die Wehen gewartet? "woran" hast du gezogen? was wenn noch nichtmal der Kopf draußen ist bei einem sehr großen? Oder bei einer Steißgeburt wo es nicht richtig vorwärts geht?
    Die Sauen ziehen doch eigentlich selbst schon ziemlich raus was rauszuziehen geht?

    also bei ner Kuh greife ich ja auch rein, wenns nicht rauskommen will, Schaf gerade noch so, aber meerschwein?

    *gespanntbinauferfahrungsbericht*
     
  8. #7 Perlmuttschweinchen, 28.11.2012
    Perlmuttschweinchen

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    Bei 100 Jungtieren ohne Todgeburt davonzukommen... also dazu gehört auch Glück, kann man nicht anders sagen.

    Ich hatte nun ja nich soviele Würfe, aber auch leider einige Todgeburten dabei. Und gleich im ersten Wurf eine richtig echte Tofgeburt, dieses Baby ist vermutlich 1-2 Tage vor der Geburt verstorben. Ich fühlte dessen Bewegungen nicht mehr und als es geboren war waren seine Augen völlig trübe und das ganze Baby sehr wabbelig.
    Dann hatte ich einen Fall von Toxikose wo die Babys in der Mutter verstarben. Bei Rubina weiß ich nicht wieso sie tot geboren wurden, das letzte Baby lag völlig quer. Ebensowenig weiß ich es bei Achat, alle waren voll entwickelt und ausgepackt...

    Dagegen hab ich letztes Jahr nen Wurf retten können weil ich zufällig da war. Mama Val kümmerte sich ums erste und gebar nebenbei das zweite, kümmerte sich aber nicht. Ich musste es auspacken und ihr vorlegen. Ebenso bei den nachfolgenden...

    @Caro
    Für ganz reingreifen ist so ein Schweinchen zu klein, klar. Was zu greifen hat man bei einer Steißgeburt meist mit der Rückenhaut der Babys.
    Ein innen steckengebliebenes ist da schwieriger. Mit Glück kann man einen Fingernagel an den Vorderzähnchen einhaken und es dann rausziehen. Aber wenn rettet man damit das Baby eigentlich nicht mehr. (Im TV war mal der Einsatz einer Geburtszange zu sehen in ner Klinik)
    Auch ein querliegendes Baby zu drehen kann man nur vorsichtig von außen versuchen um vielleicht nen Kaiserschnitt zu vermeiden..
     
  9. Caro

    Caro Schweinchen-Guru

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    Huhu,

    ich hätte halt Schiss,was kaputt zu machen bei der Sau, wenn ich da zu doll ziehe oder das Jungtier versuche zu drehen etc.
    Vor allem bei einem Jungtier, was eh schon eine Weile drinnen ist, vielleicht schon tot, und die Sau Probleme hat es rauszubekommen - weil eher wird man es ja nicht bemerken bzw. eingreifen - ist dann schwierig zu sagen, ob man der Sau da was gutes tut wenn man eingreift?
    wenn es garnicht weiter geht - klar, da muss was passieren.
    Aber wann sagt ihr, ist der Zeitpunkt bei einer Meerschweinchengeburt, dass ihr etwas tut? was ist normal und was nicht?

    Ich bin bisher immer bei gut funktionieren Geburten dazugestoßen und da waren zwischen den Jungen ca. 10-15min. Wann greift ihr da ein - nach 20 min? oder garnicht nach Zeit sondern nur bei Anzeichen bei der Sau die auf Probleme hindeuten und wenn ja was für Anzeichen?
     
  10. Heidi*

    Heidi* LIEBHABER

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    Hast du das schon mal versucht?
    Solang noch kein Luft-Kontakt ist, für ne Weile, ist das alles weich, wie Gummibärchen.
    Das kannst gar nicht wirklich greifen, ohne Verletzung.
     
  11. #10 Perlmuttschweinchen, 29.11.2012
    Perlmuttschweinchen

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    Mal abgesehen davon das dieses Vorgehen auch auf dem Züchterseminar besprochen wird was in solche Fällen zu tu ist...

    Ja hab ich. 2x schon...

    Aber was da nun weich sein soll wie ein Gummibärchen? :gruebel: Son Meeriebaby ist doch kein frischgeschlüpfter Schmetterling...
     
  12. Gini

    Gini Guest

    Huhu,

    ich weiß nicht ob es hier irgendwo schon steht aber was ganz wichtig ist, wenn man "Geburtshelfer" spielt: immer nur ziehen, wenn das Tier gerade eine Wehe hat und presst! Sonst kann man mehr kaputt machen als das es hilft.

    Wurde früher gern mal bei Kühen gemacht- Kette um die Vorderläufe, an den Trecker und ab gehts. Dann ist natürlich im Muttertier alles "gerissen" und verletzt worden, schlimmstenfalls verblutet das Tier innerlich abgesehen davon das man ihm starke Schmerzen zuführt.

    Denke das ist wichtig zu sagen, hier lesen ja auch User mit die so etwas noch nie gemacht haben und keinerlei Erfahrung damit haben.
     
  13. #12 Heidi*, 29.11.2012
    Zuletzt bearbeitet: 29.11.2012
    Heidi*

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    Heißt, ich zieh mir das grade aus der Nase :nut:
    Hast du das schon an den Vorderzähnchen mal gezogen, bei der gefühlten 20ten Wehe?

    Klar, dass man im Notfall hilft. Aber das kann auch ekelig werden.
    Das Baby steckte fest. Es war grad so die Nase im Ansatz draußen.
    Ich musste Tuch zur Hilfe nehmen, flubschte mir als wieder weg.
    War auch schon tot.
    Weitere Einzelheiten erspar ich dir nun, was da wie nachgibt, an Zähnchen, Bäckchen, ....


    @gini
    Und nicht nach hinten ziehen, sondern nach vorn, zu Mutter's Kopf.
     
  14. #13 Perlmuttschweinchen, 29.11.2012
    Zuletzt bearbeitet: 29.11.2012
    Perlmuttschweinchen

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    Dann war das Baby vermutlich vorher schon ne ganze Zeit tot wenns so weich war Heike. So nen Fall hatte ich bei meinem ersten Wurf. Da war das ganze Baby aber wabblig weich.

    Hier war in beiden Fällen alles feste und an seinem Platz. Obwohl das Baby beim zweiten mal schon wenigstens 24 Stunden tot war. Bei Säugetieren härtet ja nix nach wie bei Insekten wenn die schüpfen oder sich häuten.
    Ich hab auch schon andere Babys ausgepackt wo Mami nich nachkam, bei keinem war je irgendwas weich bis auf die Krallen halt.

    Und ich sagte ja das ich das schon gemacht habe 2 mal. Beide male hab ich die innen in der Mutter zu packen bekommen an den Zähnen, beim ersten mal lag das Baby sogar quer.

    Aber hioer wirds grad arg OT...
     
  15. Heidi*

    Heidi* LIEBHABER

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    Ein Baby ist im Geburtskanal "weich" tot oder lebendig.
    Rate - warum....






    Absoluter Durchblick bei völliger Ahnungslosigkeit
     
  16. #15 Meerie-Mama, 29.11.2012
    Meerie-Mama

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    na ja, es ist doch besser irgendwas zu versuchen als gar nichts zu tun?

    beim erste hilfe kurs sagen die das auch immer als antwort, wenn jemand sagt, er hat angst zu helfen wenn er nicht mehr weiß wie es geht...herzmassage z.b.
    wenn derjenige stirbt wenn man nichts tut, dann ist es doch besser zu versuchen was man kann...

    so seh ich das auch bei meeries wenn das baby stecken bleibt.

    mein doc meinte, wenn es steckenbleibt hat das schwein max. 4 std. dann stirbt es selbst. fand ich arg wenig. das babys hat noch weniger zeit. 20 min. ?

    nur zu ziehen wenn das meerie wehen hat ist gar nicht so einfach. ich hab jedenfalls nicht gemerkt wann sie eine hatte und wann nicht... wenn das kleine da hängt und die mama schon erschöpft ist... ich greife natürlich nur ein wenn ich merke da geht nichts vorwärts. hatte aber wahrscheinlich auch wieder glück, dass bei der mama nix kaputt ging innerlich.

    es war ein einzelkind mit 130 gramm. sie war noch nicht ausgewachsen, erst 4 monate alt. wenn man dann langsam und vorsichtig zieht, gehts gut. zur mutter hin natürlich. es war gar nicht so schwer, obwohl sie es nicht schaffte...also war nicht verhakt oder so.
     
  17. #16 Pepper Ann, 29.11.2012
    Pepper Ann

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    Bei Menschen sind Steißlagen ja auch meist durch Gebärmutterdeformationen (erblich oder durch Krankheiten) bedingt, oder aber bei viel zu großen Babys. Bei Meerschweinchen würde ich da nicht anders denken.

    Ich bin fast nie bei der Geburt dabei, aber ich hab die Mütter bis unmittelbar vor der Geburt ja täglich unter Kontrolle. Ich denke daher, dass die aller meisten Totgeburten hier (war in den selten Fällen in denen ich dabei war auch so), dass die Babys aus irgendwelchen Gründen nicht atmen oder sogar mit der Fruchtblase über der Nase ersticken, aber bis zur Geburt leben! Babys mit Fruchtblaseresten über der Nase hatte ich bei unerfahrenen Müttern oder bei großen Würfen. Aber meistens sind die Babys alle ausgepackt, aber atmen nicht. Wenn dann die Reanimation durch die Mutter, durch kräftiges lecken und beißen nicht wirkt, dann stirbt das Baby. Oder wenn sie eben zu spät zum auspacken kommt, z.B. weil es zu Ablenkungen kommt ... evtl. durch die Gruppe oder anderen Störungen von außen (z.B. Rasenmäher vom Nachbarn, Tiere am Gehege, ...) kommt. Ich muss sagen, dass ich v.a. auch Todgeburten habe, wenn große Jugntiere im Wurf sind also insgesamt der Wurf sehr großwüchsig ist oder man durch ungleichmäßige Verteilung. Ich denke, dass es bei mir wirklich der Fall sein könnte, dass wenn ich zu gut füttere, die Mütter unterschiedlich große Babys haben und dann die größeren den Geburtsvorgang deutlich verzögern. Entweder sterben sie dann selber, und/oder die nachfolgenden Geschwister, die dann länger im Bauch bleiben.

    Daher ist es, denke ich, wichtig nicht nur die Kondition der Mütter im Auge zu behalten, damit es zu keinen Geburtsverzögerungen kommt. Und andererseits auch auf Umweltfaktoren (Ernährung, Bewegung, Haltungsbedingungen) zu achten, die auch bei einer ungleichmäßigen Verteilung der Jungen auf die zwei Gebärmutterhörner, zu keinem unnötig starken Wachstum der Jungen führen. Ich denke ganz gut ist es da nicht zu energiereich zu füttern, sondern angepasst. Meine Tiere sind im Laufe des vergangenen Jahres deutlich länger mit Winterfutter ernährt worden im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Ich habe erst seit kurzen wieder Todgeburten, zuvor garkeine ... seit Jahren nicht.
    Haltung nicht geändert, auch die gleiche Gruppe. Nur das Futter würde mir einfallen. Und ein anderer fremdblütiger Zuchtbock bzw. seine Schwester waren an den Todgeburtenwürfen beteiligt. Könnte mir auch eine erblich bedingte Gewichtszunahme bei den Babys vorstellen. Sie haben jetzt auch andere Köpfe, viel breiter und bulliger als vorher. Aber ich würde doch eher auf das Futter tippen.
     
  18. #17 Perlmuttschweinchen, 29.11.2012
    Perlmuttschweinchen

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    Langsam wirds unverschämt... Nur weil du nen bissle länger züchtest haste die Weisheit nich mit Löffeln gefressen.

    Die Knochen eines Meerschweinchens sind bei der Geburt weitgehend ausgehärtet. Da muß nix nachtrocknen damit es laufen kann. Das einzige was sich da festigt sind die Sehnen noch, die sind für die Geburt noch dehnbarer und festigen sich danach durch die Bewegung und vermehrte Durchblutung.
    Der Schädel ist feste ebenso wie die Zähne fest im Kiefer sitzen. Wenn da was so sehr nachgibt wie du meinst dann ist das einsetzende Verwesung oder das Baby war nicht ok.

    Beide geholten Babys hier waren feste und sind auch nich kaputt gegangen...
    Nimm dir mal nen Fachbuch und lies es nach.

    @Pepper Ann
    Die Wurfgröße macht da sicherlich einiges aus. Ob die Energie nun auf 2 oder auf 4 Babys aufgeteilt wird... Ebenso macht sicherlich die Fütterung was aus. Bei mehr Nährstoffen können die Babys ja besser wachsen und große Jungtiere flutschen nich so leicht raus wie kleinere.
    Ablenkung sicherlich, und wenns nur das ist das Mutti sich ums erste kümmert und die anderen ignoriert. So wars ja bei meiner Val.
    Das am Kopf noch die Eihaut war und hinten alles ausgepackt hab ich hier mal bei nem Pflegetier erlebt.

    Und die Kopfform tut sicherlich auch seinen Teil dabei, grade bei den extrem bulligen. Schau mal die Kopfform und Proportionen eines Wildmeerschweinchens an, das is noch was ganz anderes. So nen Meerschweinchenbaby wiegt etwa so viel wie ein Katzenbaby, und deren Mama ist viel größer.
    Was ähnliches ist doch auch bei unseren Kühen zu beobachten. Immer größer, immer bulliger, Hochleistungsfutter ohne Ende und die normalen Geburten tendieren immer weiter nach unten. Ursprünglichere Rassen haben da weniger Probleme.
     
  19. Heidi*

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    @meeri-mama
    Richtig.

    Hier ist es mittlerweile schon bald 6 Jahre her, dass es Probleme bei der Geburt gab.

    Ja, Anna, wie im echten Leben, spielen viele Faktoren eine Rolle. Bebachten, notieren, handeln, ....ist unsere Aufgabe als Zucht. Sehe ich auch so.
     
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  21. #19 Meerie-Mama, 30.11.2012
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    ich finds n bisl gefährlich die fütterung mit verantwortlich für totgeburten zu machen. nachher fällt noch wem ein die schwangeren minimalistisch zu füttern damit die babys nicht zu groß werden :hmm:

    die babys bekommen eh alles von der mutter. wenn sie durch schlechte bedingungen weniger futter bekam und bei mir hier schwanger und halb verhungert ankam, hatten die babys trotzdem normale gewichte, aber die mutter war halt extrem schwach und schaffte das auspacken nicht bei allen.

    schwangere bekommen bei mir sogar extra portionen. das begünstigt ja nicht nur die fitness der mutter sondern auch die gesundheit der babys im mutterleib.. sie sollen alles bekommen was sie brauchen damit sie nicht so anfällig für krankheiten sind.

    und wie gesagt, egal wie groß die babys sind, in der regel passen sie durch den geburtskanal. selbst bei der kleinen, nur 4 monate alten, die ein baby mit 130 gramm bekam was steckenblieb, passte es und ich mußte nur ganz leicht ziehen. sie war unerfahren und erschrocken was da mit ihr passiert und zudem halt echt schwach, weil zu früh gedeckt und so.

    ich halte daher nichts von der futtertheorie, wobei es natürlich im endeffekt schon auswikungen hat auf die größe, ganz logisch, aber ich halte es trotzdem für wichtig gut zu füttern und probleme die wegen der größe auftreten könnten anders zu kompensieren. in der regel schaffen sie es wenn ise auch fit sind und vergessen dann eher das auspacken weil schon das nächste kommt oder sie erschrecken oder so...wie schon geschrieben.

    sorry, wollte gar nicht so einen roman schreiben :verlegen:
     
  22. #20 Pepper Ann, 30.11.2012
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    Aber du vergleichst hier schon wieder die Futterproblematik bei Zuchttieren mit unterernährten und zu früh gedeckten, Wald-und-Wiesen-Misch-Jungweibchen. Das ist natürlich was ganz anderes, als angepasst gefutterte Zuchtweibchen die Zeit hatten sich gut zu entwickeln und gut trainiert durch viel Bewegung sind. Hast mich, denke ich, auch nicht ganz verstanden, zu viel energiereiches Futter ist sehr gefährlich bei Meerschweinchen. Nicht nur bei Schwangeren. Eine Mutter die mit Idealgewicht in die Schwangerschaft geht brauch keine Extraenergie wäöhrend der Schwangerschaft. Meine haben, wenn dann nur Gewichtsprobleme, wenn sie mit der Säugephase anfangen, aber das relativiert sich dann auch bis die Jungen abgesäugt sind. Ganz anders natürlich bei Müttern die unterernährt und unterentwickelt sind oder selbst noch im Wachstum. Das Gewicht der Jungtiere aus Würfen mit gesunden Zuchtmüttern wird in den letzten zwei Lebenswochen stark durch die Fütterung beeinflusst. Das konnte ich in den 10 Jahren auch ganz deutlich nachvollziehen. Ich habe Winterfutter, das einen sehr hohen Fettgehalt und v.a. Eweißgehalt hat und damit direkt auf den Hüften der Schweinchen landet und für sehr starkes Wachstum sorgt. Darum wirkt auch Cavia Corn bei einigen Züchtern extrem auf die Geburtsgewichte und das schnelle Wachstum von Nachzuchttieren. Vor allem das Eiweiß ist dafür verantwortlich, da es dem Aufbau von Gewebe dient. Und Fett wird eben vom Körper direkt in Fettpolster umgewandelt, ehe es irgendwann zur Energieversorgung beiträgt. Was zur Deckung des Energiebedarfs benötigt wird, wird erst aus dem Blutzucker (also aus dem Abbau von Kohlenhydrathen und dem Glycogenspeicher) mobilisiert und erst sehr viel später aus den Fettreserven, wenn das überhaupt nötig ist. Fett ist daher eher nachteilig, da es sogar Toxikosen fördert, weil nur Fett zu Ketonkörpern wird, wenn es bei starkem Energiebedarf mobilisiert wird. Andererseits muss man auch bei Eiweiß vorsichtig sein, denn es muss, wenn es für Energiegewinnung genutzt wird zu Harnstoff abgebaut, was ein Zellgift ist und mit viel Wasser ausgeschieden werden muss. Da leiden dann die Nieren stark und gerade die Nieren von Meerschweinchen sind nciht die belastungsfähigsten im Tierreich. Kohlenhydrathe sind natürlich nur in Struktur verpackt gut für das Tier, z.B. in Form von Cellulose und weniger in Form von Stärke oder großen Mengen Einfachzucker. Letzere führen zu Verdauungasproblemen (übersäuerter Darm) und Fehlgärungen und Fehlbesiedelung im Darm.

    Daher bekommen meine stärke- und zuckerarmes Strukturreiches Allgemeinfutter. Nur das Winterfutter mit erhöhtem Eiweis-, Stärke-, Zucker- und Fettgehalt muss man dann halt eben vorsichtig füttern und eben angepasst. Immer nach Bedarf der Tiere.

    Ich finde es auch sehr gefährlich, wenn man im Winter bei Außenhaltung Zuchttieren erst Fett anfüttert (was sie nicht mal zur Wärmegewinnung nutzen, da es weißes Fettgewebe und kein braunes ist) und dann feststellt, dass sie es über den Winter verlieren. Da ist was nicht in Ordnung. Meine Tiere halten ihre Sommerfigur über den Winter, weil eben angepasstes Futter. Nur dieses Jahr habe ich zu gut gefüttert. Doppelkinn und Todgeburten waren dann im Frühjahr die Folge. Wobei letzteres natürlich noch immer eine Vermutung ist.
     
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