Die letzte Wegstrecke...

Diskutiere Die letzte Wegstrecke... im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo, Ich bin auf der Suche nach Austausch und würde gerne mehr darüber erfahren, wie Ihr mit Tieren umgeht, die fast am Ende ihres Lebens...

  1. Néné

    Néné Schweinchen-Finderin

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    Hallo,

    Ich bin auf der Suche nach Austausch und würde gerne mehr darüber erfahren, wie Ihr mit Tieren umgeht, die fast am Ende ihres Lebens angekommen sind. Wenn möglich, vielleicht ohne unerfreuliche Grundsatzdiskussionen, sondern eher gedacht als Sammlung und Draufschau, wie man das so handhaben kann.

    Der Hintergrund: vier von meinen Muckels sind momentan betroffen. Aber bei jedem Einzelnen, und natürlich jedem auch davor, der/die bereits auf die Regenbogenwiesen ging, war und ist es anders. Ich habe schon sooo viele Tiere auf dem Weg ins Licht begleitet und finde es jedes Mal wieder so unendlich schwierig, dass ich an mir selber zweifle. Nach einiger Zeit der Trauer und des Zweifelns denke ich: das nächste Mal weiß ich es jetzt besser... Und dann kommt doch wieder alles anders und ich fühle mich irgendwie überfordert, obwohl ich mir doch sage, dass Leben und Sterben zusammen gehören.

    Ich bin so mürbe, müde und überfordert momentan und finde es eine sehr anstrengende Zeit, was vielleicht auch schlicht daran liegt, dass es Viere auf einmal sind. Aber ich dachte, es könnte eine gute Idee sein, wenn wir uns austauschen. Ich wäre so dankbar für Anregungen... Denn ja, ich mache es jedes mal so gut, wie es geht. Aber vielleicht gibt es ja andere Wege...

    Am meisten interessieren mich Fragen rund ums Päppeln bei unheilbaren Krankheiten. Wie lange macht Ihr das weiter?
    Wie füttert Ihr? Nur noch Lieblingssachen, auch, wenn die schaden und eventuell den Prozess beschleunigen? Ab wann dann dieses?
    Euthanasie.
    Wann und wie findet Ihr den "richtigen Zeitpunkt".
    Schmerzmittel.
    Etwas gegen Aufgasung, wenn das Fressen eingestellt wird?

    Die Fragen kommen aus den Erfahrungen der letzten Jahre. Vielleicht ergeben sich noch mehr.

    So ein schwieriges Thema. Aber ich hoffe, dass wir hier vielleicht auch Tröstliches zusammentragen können.

    Seufz...
    Die Néné
     
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  3. #2 Angelika, 25.02.2014
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Das kann ich nur jeweils aktuell und für jedes Tier beantworten. Mein Grundsatz ist, dass ich sie einschläfern lasse, wenn ich zu der Überzeugung komme, dass jeder folgende Tag nur deutlich schlechter sein würde.
    Ich hatte ein Tier mit einem inoperablen Tumor, zuletzt in Mangogröße, das war trotzdem Chef seiner Jungstruppe bis zuletzt und fraß, als sei da gar nichts.
    Es gibt andererseits Tiere, die bei objektiv eher kleinen Wehwehchen schon sichtbar leiden - da würde ich früher handeln.
    Das letzte Tier ließ ich einschläfern, obwohl Lungenentzündung und Aufgasung gaaanz vielleicht noch hätten besiegt werden können - aber dafür wäre nur eine knappe Woche Zeit gewesen, danach Zahnkorrektur in Vollnarkose, die er aufgrund der Belastung des Organismus durch die Medikation, die geschädigte Lunge und den Gewichtsverlust nicht überlebt hätte. Es ging ihm definitiv sehr schlecht - also habe ich ihm weitere Tage Leiden erspart.
    Glücklicherweise stehen hier in der Tierklinik mehrere sehr gute Ärztinnen zur Verfügung, die mir aufgrund des Verlaufs (diese Tiere sind in der Regel dort dann länger in Behandlung) auch sehr bei der Entscheidungsfindung helfen.
     
  4. #3 Anschi, 25.02.2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25.02.2014
    Anschi

    Anschi Guest

    Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl und auf meine Beobachtungen. Als meine Stute damals nicht mehr konnte, hab ich es an ihrem Verhalten bemerkt und wir haben zusammen den letzten Weg beschritten. Jerry hatte zu seiner Zeit meiner Tierärtin und mir die Entscheidung abgenommen und kam nicht mehr aus der Narkose. Tomschweinchen hatte einen Hodentumor und Lungenprobleme, eine OP war dem alten Herrn nicht mehr zumutbar und er durfte in meinen Armen in Ruhe und Frieden hinüberschlafen. Die meisten unserer Kinderschweinchen sind aus Altersgründen friedlich eingeschlafen. Mit meiner Tierärztin bin ich lange Jahre im gleichen Reitverein geritten, wir wissen wie die andere tickt und sie berät im Fall des Falles sehr gut.
     
  5. hoppla

    hoppla Gebrauchtschweinbesitzer

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    Och Néné....:troest:

    Wir hatten das Thema ja auch schon ein paar Mal und ich finde es auch immer wieder schwierig....
    Kann mich noch an deine Ideen bzgl. meines sterbenden Mausemannes erinnern.... ;)

    Bzgl. Päppeln:
    Wenn es für Mensch und/oder Tier nicht mehr geht und keine Besserung in Sicht ist, dann ist hier Schluß.
    Wir hatten das im Sommer auch mit Zahnschwein Theo - wir waren fix und fertig, weil er sich so schwer getan hat, das Päppeln ewig dauert und er wirklich sehr gelitten hat, nicht selbst fressen zu können.

    Lieblingssachen gibt's hier nach Gefühl.
    Letztendlich aber lieber etwas früher als später.
    Lieber ein paar Tage/Wochen weniger, dafür aber zufriedener.
    Bei wirklich schwerwiegenden Sachen wie Leukose, die eh tödlich enden, wird im Endstadium kein großer Budenzauber mehr gemacht. Dann sollen sie lieber noch in Ruhe und halbwegs schmerzfrei gehen dürfen.
     
  6. Néné

    Néné Schweinchen-Finderin

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    Mensch, vielen Dank für Eure Antworten. Momentan bin ich irgendwie "sprachlos", ich habe durch Eure Beiträge aber erstmal neuen Stoff zum Nachdenken mitbekommen. :wavey:
     
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  8. Karima

    Karima Schweinchen-Guru

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    Gerade heute wurde das Pferd einer Freundin in den Himmel geschickt, ein für mich aktuelles Thema also.

    Es tut mir sehr leid, dass Du gleich mehrere kranke Tiere hast!! Und ich wünsche Dir sehr viel Kraft. Für mich ist der Weg mit Schweinchen zu Ende, wenn mein 'Männlein' die 'große Reise' antritt. Ich fühle mich aufgrund meines sonstigen Alltags einfach kräftemässig nicht dazu in der Lage solch schwierige Phasen zu erleben....

    Ich bin kein Freund von 'ich schläfere mal vorsichtshalber ein', aber es gibt ein paar Grundsätze. Päppeln z.B. nur, wenn damit eine Besserung zu erwarten ist, Ausnahme sicherlich bis zu einem gewissen Grad 'Zahnschweinchen'.

    Ansonsten bin ich der Überzeugung, wenn man irgendwie eine Beziehung zu seinen Tieren hat, dann erkennt man den richtigen Zeitpunkt.
    Der Eine zeigt trotz eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten noch lebendige Augen, der Andere kommt damit gar nicht klar.
    Mein Toffel hat unglaublich was weg gesteckt an Krankheiten, bei der Vorletzten habe ich gespürt, jetzt noch was und dann ist vorbei, genauso war es dann auch.

    Zum Glück habe ich eine Tierärztin, die in meinen Augen alles versucht, aber bisher immer im richtigen Augenblick gesagt hat 'wenn es meins wäre...'

    Ich bin ihr z.B. total dankbar, dass sie mir entgegen der Meinung der vorher aufgesuchten Tierklinik geraten hat ein 6,5 jähriges Tier noch an einem Tumor am Hals operieren zu lassen. Nach dem Motto einschläfern kann ich immer noch in der OP. Die alte Dame hat danach noch 2 Jahre gelebt und trotz mega Halsschnitt sofort wieder gefressen.

    Als mein vorheriges Krebsschweinchen allerdings plötzlich anfing das Fressen zu reduzieren, da haben wir gemeinsam entschieden, noch 1 Tag doppelte Ration Schmerzmittel zum Verabschieden und damit sie nicht in der Hektik des Tierarztpraxenalltags gehen musste und dann kam der Abschied.

    Es gehört halt Erfahrung von Halter und Tierarzt dazu, was man machen kann und sollte. Und der Mut des Besitzers loszulassen, wenn es einfach nicht mehr besser werden kann!

    :troest: Dich mal!

    A.
     
  9. #7 Mottine, 27.02.2014
    Mottine

    Mottine Schweinchen-Guru

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    Oh je.......
    Ja, schweres Thema....

    Wenn mein Meerie unheilbar krank ist, nicht mehr frißt, dann ist Schluß. Denn was bringt päppeln dann noch, außer einer Verlängerung, die für das Tier nicht schon sein muß.
    Aber ja, ich weiß auch um den Schritt der Entscheidung, weil man doch immer noch irgendwie hofft.

    Lucy......es sollte eine Blasenstein OP werden, aber als wir sie aufschnitten, kam uns die Blase schon verändert entgegen. Blasenkrebs. Mit Schmerzmitteln noch ca. 2-3 Wochen. Ich ließ sie in der Narkose gehen.

    Cindy......Ballengeschwüre.....sie war noch munter, wenn es fressen gab, sonst lief sie aber nicht mehr herum, lag da mit nach vorne gestreckten Vorderbeinchen, das die Ballenfläche nach vorn schaute...........da war für mich dann der Punkt gekommen.

    Gina.......Blasenkrebs, aber sie zeigte sich immer fit. Bis sie eines morgens unerwartet da lag....als ich sie hoch nahm, war sie so leicht, hatte keinerlei Körperspannung........ich fuhr dann zum TA

    Bärchen.........er hörte auf zu fressen, Zähne ok. Über 6 Monate habe ich Tag und Nacht alle 3-4 Stunden gefüttert. Gierig kam er an, saugte an der Spritze, schlang den Brei runter. Aber selber nahm er nichts auf.
    Kein TA fand was.........er war munter, fraß nur selber nichts mehr.

    Bekam dann damals hier den Tip eines Facharztes, der gute 100km entfernt war. Bin dann dahin gefahren. Der TA sah im röntgen, das sich durch den veränderten unteren Frontzahn Bakterien in den Kiefer angesammelt hatte, dieser schon am auflösen war.
    Kein Wunder, das er so Hunger hatte, konnte er schlucken, aber nicht kauen.
    Ich habe die ganze Rückfahrt geweint, weil ich ohne ihn heimfahren mußte.

    Und glaube mir, bei Lucy, Gina und Bärchen fiel es mir komischerweise leichter, sie gehen zu lassen. Bei Cindy dachte ich immernoch das......aber ich sah es ja, 3 TÄ´te erklärten mir, das es keine Heilung gäbe, nur immer mehr Schmerzen........

    Wenn ich päppeln muß, gebe ich ab da sofort Sab Simplex und BBB. Damit es erst gar nicht zu Problemen kommt. Ich bin damit immer gut gefahren.

    Ja, sehr sehr schweres Thema..........wünsche Dir viel Kraft!
     
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