die ideale Jungtieraufzucht

Diskutiere die ideale Jungtieraufzucht im Haltung und Verhalten (Archiv) Forum im Bereich Archiv; Hallo, da hier ja sehr kompetente Menschen rumschwirren, wollte ich euch mal direkt fragen: Wie sieht sie aus, die perfekte Jungtieraufzucht,...

  1. #1 Pepper Ann, 20.03.2010
    Pepper Ann

    Pepper Ann Ridgeback-Züchterin

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    Hallo,

    da hier ja sehr kompetente Menschen rumschwirren, wollte ich euch mal direkt fragen: Wie sieht sie aus, die perfekte Jungtieraufzucht, damit die Tiere richtig sozialisiert sind (und auch auf das Leben in allen Bereichen vorbereitet)? Ich finde viele, viele wiedersprüchliche Aussagen dazu.

    Laut Sachser ist es doch so, dass vor allem die Prägung vor Eintritt der Geschlechtsreife wichtig ist, was soziale Kompetenz angelangt? Demnach sollten die Babys doch sicher so lange wie möglich bei Mama und Gruppe bleiben. Das heißt, man muss von Frühkastration für alle Buben ausgehen. Und dann? Wie lange soll ein Junges bei der gemischten Gruppe leben, um genug zu lernen damit es auch in anderen Gruppen (die vllt. bereits bestehen) zurecht kommt? Soll es bis zur 8. Lebenswoche bleiben und dann mit einem Partner (ideal wohl Mädchen + Junge) umziehen. Es heißt ja, man solle Jungtiere nur zu älteren setzen, damit auch gut sozialisiert wird. Ist das aber immer so korrekt v.a. wenn es eine Zweiergruppe wird? Die meisten MS-Halter haben ja doch noch immer traditionelle Zweiergruppen, meist unkastriert und eingeschlechtlich, da aus Zooladen. Das Zweiergruppentiere später nicht in große Gruppen passen ist bekannt, aber ändert da die Prägung und Erziehung etwas? Und wie ist es, wenn die Babys doch bis zu 8 Wochen oder länger in der Gruppe bleiben, sind sie dann nicht einigermaßen gut auch für eine Jungtier-Jungtier-Konstellation geeignet (oder auch größere Gruppen ohne Erwachsenen?)? Ich denke vor allem jetzt auch an Bock-Mädchen-Kombis. Bock-Bock und Mädchen-Mädchen wäre ja dann wieder was anderes, oder nicht? Wie unterscheidet sich das in Bezug auf die nötige Prägephase? Dominanz und Unterwürfigkeit lernt man doch schon in den ersten Wochen in der elterlichen Gruppe. Ist da ein erwachsenes Tier, egal ob gegen- oder gleichgeschlechtlich wirklich nötig? Vor allem wenn die Böcke frühkastriert sind? Ist dann überhaupt nötig einer aggressiven Pubertätsphase vorzubeugen?

    Was meint ihr??? :fg:
    Ich freue mich auf viele anregende Meinungen und vllt. auch ein paar Quellen und Literaturempfehlungen!?

    Ach ja, das Ganze würde ja auch die Haltung der Mutter während der Tragzeit einschließen, wenn doch (wars Sachser???) rausgefunden hat dass gestresste Weibchen aggressive "männlichere" Töchter und "weiblichere Söhne" durch vermutlich die Androgenwirkung bekommen.

    LG Anna
     
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  3. #2 of-green-heaven, 20.03.2010
    of-green-heaven

    of-green-heaven Guest

    Ja da hast du ein sehr spannendes Thema angeschnitten.

    Ehrlich gesagt bin ich da größten Teils einfach überfragt. Das was ich über Frühkastraten und Zuchtbock weiß, habe ich teils selber erarbeitet und teils schon von anderen Schweizer Züchtern bestätigt bekommen.
    Gruppenkonstellationen beschreibt Sachser ja genaustens.
    Über eine Sozialisierungsphase habe ich noch nicht viel finden können.
    Was mir nur aufgefallen ist, dass man den Babymeeris sobald sie selber viel rumrennen und alles erkunden so viel wie möglich unterschiedliche Stalleinrichtung bietet. Teilweise habe ich ältere Meeris bekommen, die einfach nicht auf Etagen hüpfen, weil es das in ihrem bisherigen Leben nicht gab. Andere liefen ewig keine Treppen oder waren mit meinem Ikearegal (1,80 mal 0,5) mit drei Etagen völlig überfordert..:ohnmacht: Früher oder später lernen sie das ein oder andere noch dazu, aber es dauert eben einfach länger.
    Meeris die noch nie eine Sauger gehört haben bekommen auch total die Krise oder noch nie Musik. Ich denke zu Sozialisierung könnte man auch noch die Umweltgeräusche mit einbeziehen.
    Wie lang die Prädgungsphase zur Mutter sein muss, ehrlich keine Ahnung,darüber könnte man mal eine Forschungsarbeit schreiben..
    Was ich bisher beobachten konnte ist nur, dass die Tiere die länger in einer gemischten Gruppe mit Mama waren, selbstbewusster geworden sind.

    Bin sehr gespannt auf eure Erfahrungsberichte.

    Liebe Grüße Julia
     
  4. Pat

    Pat Guest

    Hallo,

    das Thema Prägung/Sozialisierung von Meerschweinchenbabies wurde mal in einer Rodentia-Ausgabe versucht, zu behandeln.

    Ich kann nur die Baby-Erfahrung von Spencer wiedergeben:
    Er kam in meiner Liebhabergruppe zur Welt und wusste vom zweiten Lebenstag an, wie das mit dem Brommseln funktioniert. Seine Mutter hatte ich zur Weitervermittlung übernommen. Er war kein Einzelkind, sondern hatte eine kleine Schwester, die es leider nicht schaffte. Aus Rücksicht auf sie wurden Mutter und Babies zusammen mit dem sehr relaxten Spätkastraten separat gesetzt. Diese Konstellation schien ideal. Obwohl die Mutter eher schüchtern war, guckten sich die Babies den Mut vom Spätkastraten ab. Sie liefen dann ganz selbstverständlich durch den Auslauf und waren sich keiner Begegnung mit mir zu schade, kletterten auf mir rum.

    Nachdem Spencer frühkastriert (~ 220 Gramm) worden war (kurz darauf stellte er auch sein Brommseln wieder ein), kamen die nun drei Tiere zurück zur großen Gruppe. Es dauerte bis ungefähr zum alter von sechs Monaten, als Spencer zum Brommseln zurückfand. Heute brommselt er den Spätkastraten in Grund und Boden, latscht mir über die Füße und ist sofort in der ersten Reihe überall mit dabei. Übernimmt auch das Beschwichtigungs-Brommseln in aufregenden Situationen...

    In einer anderen Rodentia-Ausgabe stand mal ein Studienergebnis, dass weibliche Meerschweinchenbabies schneller in einer gemischten Gruppe geschlechtsreif werden würden - auf die männlichen Lütten habe das aber keine Auswirkung.

    Mit Paarhaltung kann ich wenig anfangen :mist:. Ich bin mehr der Gruppenhalter Kastrat + x Weibchen. Tiere, die zu weit im Alter auseinander liegen, würde ich nicht (dauerhaft) kombinieren. Es sei denn, zwei Kleine stoßen zu einem älteren Tier dazu. Da habe ich auch tolle Beobachtungen zu gemacht - nämlich, dass das alte Tier quasi etwas von der Energie der Winzlinge abbekam und dann wieder stärker am Leben teilnahm.

    Eine Situation fällt mir zu diesen Lüttengeschichten noch ein:
    Als Boxer (bald schon ein Jahr alt, mit sechs Monaten kastriert) zwei Mini-Weibchen bekam. Eines kannte bereits Kastraten. Das andere aber nicht. Und dieses Weibchen ohne Männer-Erfahrung war einfach nur fasziniert von Boxer. Sie folgte ihm wie eine kleine Stalkerin überallhin. Ruhte er irgendwo, legte sie sich ihm gegenüber hin. Sie wollte ihn immer im Auge behalten *g* (er war schon ganz genervt davon).
    Meine Sorge war dann, was passieren würde, wenn die beiden Minis das erste Mal brünstig werden würden. Sie biederten sich dem Spätkastraten in ihrer Brünstigkeit dann extrem an, der nahm die zwei aber kaum ernst. Dieses "gentlepig like" fand ich damals wirklich interessant. Es war, als ob er sie noch "reifen" lassen wolle.

    Ja, soviel von meinen Lüttengeschichten...

    Alles Liebe
    Pat
     
  5. Sawyer

    Sawyer Gurkenschnipplerin

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    Huhu,

    spannendes Thema!

    Hab grad mal meinen Stapel Rodentias durchforstet:

    Stammt aus dem Artikel: Reich, M. (2008): Frühe Entwicklungsphasen beim Meerschweinchen. - In: RODENTIA, Jg. 8, H. 42, S. 43-45.

    Kennt jemand (bzw. hat Zugriff auf) die Quelle, die von der Autorin genannt wird? Handelt sich hierbei um den Aufsatz Sachser, N. et al (2004): The Welfare of Laboratory Guinea Pigs. - In: The Welfare of Laboratory Animals. - Kluwer Academic Press, Dordrecht.

    *unterschreib*

    Nach Sachser, siehe oben. Wobei die Frage ist - sind das nicht strenggenommen auch eher Mindestangaben? Baby-/Jungschweinchen orientieren sich doch noch weitaus länger an erwachsenen Tieren, was weiterhin dafür sprechen würde, Babys-/Jungtiere nicht ohne älteres Tier (was idealerweise ebenfalls in den Genuss einer ordentlichen Sozialisation gekommen ist) zu halten. Interessant wäre: Wo ist die Grenze - ab wann ist ein Schweinchen dann alt genug, um kompetent als alleiniger "Erzieher" gelten zu können?

    Mal unabhängig davon, dass Zweiergruppen natürlich suboptimal sind - ich kann schon sehen, dass es Halter gibt, die so anfangen wollen, und ich kann sehen, dass es wenige Vermittler gibt bzw. geben kann, die eine ganz strikte Keine-Zweierhaltung-Einstellung haben. Ich würde dann aus oben genannten Gründen schon noch die Kombi Jungtier + älteres Tier (wobei, wie gesagt, die Frage von oben - wie alt müsste dieses Tier eigentlich sein?) bevorzugen. Mit der Option, dass die Gruppe so wenigstens jederzeit (theoretisch halbwegs problemlos) "erweiterbar" ist, und man irgendwann nicht mit gruppenuntauglichen Ex-Zweierhaltungstieren dasitzt.

    Das sehe ich in jedem Fall auch so - vorrangig, weil meiner Meinung nach Mädchen-Mädchen gar keinen Sinn macht.
    Frühkastrat-Frühkastrat - ja, gute Frage. Ich überlege grad - wer steigt so in die Haltung ein? Ich gehe mal davon aus, dass der Vermittler, der sich die Mühe macht, die Jungs frühzukastrieren und das Möglichste für die Sozialisation tut, Böcke dann auch generell nur in ein entsprechend großes Gehege ab Minimum 1 m² Grundfläche abgibt? Und dann macht es ja fast eher Sinn, grad bei Einsteigern, in Richtung 3er-Miniharem zu beraten? (Und die "übriggebliebenen" Böcke sollten ja aufgrund ihrer Erziehung beim Vermittler problemlos in Gemischt- oder Kastratengruppen auf ihr neues Zuhause warten können.)

    Finde ich auch eine interessante Frage - (wie) wirkt sich jahrelange Zweierhaltung auf in Gemischtgruppen sozialisierte Tiere aus?

    Viele Grüße,
    Sawyer
     
  6. Mira

    Mira Schweinchen-Guru

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    Hallo

    Unsere Mara, ehemaliges Zoohandlungsschweinchen, lebte während gut 1 1/2 Jahren in einer "traditionellen Zweiergruppe" zusammen mit einem andern Weibchen. Nach dessen Tod zogen ein Kastrat (etwa 1/2 Jahr jünger als Mara) und ein ca. 6 Monate altes Weibchen ein.

    Mara, schon immer dominant, behielt ihre Dominanz auch nach Einzug des Kastraten bei. Es dauerte über ein Jahr, bis sich der Kastrat ihr gegenüber durchsetzen konnte. Das Rudel wurde dann sukzessive aufgestockt, heute lebt Mara, mittlerweile 4 Jahre und ca. 4 Monate alt, problemlos in einer Sechsergruppe.

    Das Rudel ist im übrigen gemischt, Chef ist noch immer der oben erwähnte Kastrat, ferner leben darin ein junger Frühkastrat (der, das konnten wir oft beobachten, vom Chefkastraten "erzogen" wurde, ihm manchmal hinterherlief und ihn auch immer noch respektiert) sowie 4 Mädels, 1 davon ist Mara.

    Mara hat den Übergang von der Zweier- zur Sechsergruppe gut gemeistert, allerdings wurde das Rudel nach und nach und nicht in einem Schritt aufgestockt.

    Ebenfalls sehr schön und bereits erwähnt: Die Sozialisierung des jungen Frühkastraten durch den Chefkastraten in einer Gruppe mit 4 weiblichen Tieren. Der junge Mann, im zarten Alter von etwa 6 Wochen bei uns eingezogen und mittlerweile 7 Monate alt, hat seine erste Rappelphase hinter sich und fügt sich völlig problemlos ins Rudel ein.

    Liebe Grüsse

    Claudia
     
  7. Sawyer

    Sawyer Gurkenschnipplerin

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    So, mich interessiert doch sehr, wo diese sehr genaue Angabe "7-9 Wochen" herkommt, deswegen habe ich mir dann mal den oben genannten Aufsatz beschafft.

    Da heißt es allerdings (S. 194)
    Hervorhebungen von mir, es ist also zumindest in der Quelle wirklich nur von der Pubertätsphase die Rede. Aber wann ist diese Phase, bzw. woher weiß man, dass es sich dabei um die 7. bis 9. Woche handelt? Oder hängt das einfach daran, dass Sachser die Geschlechtsreife bei Böcken mit 2 bis 3 Monaten (und Gewicht von 500 g) angibt (was sich vermutlich durch die Haltung der Schweine in großen, gemischten Gruppen mit mehreren Böcken und Weibchen erklärt - da kommen die Jungböcke ja wahrscheinlich einfach gar nicht eher zum Zug)?
    :verw: Oder ich muss mich noch auf die Suche nach der Quelle mit "evidence that the time around puberty is decisive for social development" machen...

    Eine Frage, die ich in dem Zusammenhang übrigens auch interessant finde: Hängt erfolgreiche Sozialisierung ab vom Zusammensein mit Mitgliedern der vertrauten Gruppe, oder spielt das eher eine geringere Rolle, Hauptsache, die Gruppenstruktur stimmt?

    S. 193-194, immer noch der oben angegebene Aufsatz.

    Hm...
     
  8. #7 kirsten, 24.03.2010
    kirsten

    kirsten Guest

    hallo anna

    hochinteressantes thema

    es gibt noch 2 bücher ,die dafür interessant wären.
    eines allerdings nur von weibchen

    stress und life history weiblicher hausmeerschweinchen in instabiler sozialer umwelt. v. rüdiger beer

    und

    sozialphysiologische untersuchungen an hausmeerschweinchen.

    ich muß dazu aber gestehen das ich es bisher nicht egschafft habe beide vollständig zu lesen.

    ich denke wenn man ein weibchen immer nur zum decken zum bock setzt(oft ja auch als einziges,bei mehreren wäre es ja wieder eine gruppe) und danach wieder raus nimmt,z.b. spätestens kurz vor der geburt,das auch dies die jungen schon prägt.
    selbst im mutterleib wird ja schon die aussenwelt wahrgenommen.

    sitzt dann ein weibchen bis zur geburt und auch danach mit den jungen allein ,fehlt ebenfalls das gesamte vertraute soziale umfeld.

    für mich gehört eine trächtige meerschweindame in ihre vertraute gruppe.dort haben die kleinen den ersten sozialkontakt zu ihren mitbewohnern,vom allerersten augenblick an.die meisten meerschweinweibchen ziehen fremde jungtiere problemlos mit auf.natürlich gehört auch ein o. mehrere böcke,in dem fall kastraten dazu.
    bei männlichen jungtiere wäre die frühkastration das optimale,so können sie bleiben wo sie sind.

    gleichgeschlechtliche paare gruppen sind eine gute lösung wenn sie funktionieren,aber ob das die natur so vorgesehen hat weiß man nicht.zumindest was meerschweinchen angeht.

    bei wildmeerschweinchen istd as ganze noch interessanter
    kommt dort das soziale gleichgewicht in einer gruppe durcheinander(z.b. wie bei uns passiert durch den tod eines tieres) dann kann es zu beissereien kommen bis hin mit todesfolge. und das auch bock gegen weibchen.

    ein fremdes erwachsenes tier in eine bestehende gruppe einzugliedern ist so gut wie unmöglich.
    auch die weibchen untereinander sind da nicht verträglich wenns um fremde artgenossen geht.



    lg kirsten
     
  9. Shamma

    Shamma Schweinchen-Guru

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    Ich finde dieses Thema höllisch interessant. Was mir übrigens noch wichtig erscheint, obwohl es vielleicht nur menschliches ermessen ist, ist es die Fähigkeit zu erlernen neue Schweinchen kennen zu lernen bzw in der Gruppe auf zu nehmen.

    Also nicht nur in der Prägungsphase in der selben Gruppe aufzuwachsen um soziale Fähigkeiten zu erlernen, sondern in dieser Periode auch mal ein neues Schweinchen hinzufügen, weil dies ja in der Gruppe auch neue Impulse gibt die die Kleinen erlernen sollen.

    Und dann praktiziere ich es am liebsten so (wenn möglich) die Mutter aus der Gruppe zu entfernen und nicht die Kleinen raus zu holen. (Kommt ja eh nicht so oft vor da Notstation.)

    In dem Artikel aus Spektrum der Wissenschaft vom Januar ist übrigens deutlich festgestellt, daß die Integration in eine neue Gruppe am streßfreisten ist wenn zwei Tiere aus der alten Gruppe umziehen, also es immer einen Prtner aus der vorigen Gruppe gibt.

    Gruß Shamma
     
  10. #9 Pepper Ann, 28.03.2010
    Zuletzt bearbeitet: 28.03.2010
    Pepper Ann

    Pepper Ann Ridgeback-Züchterin

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    Oh je das sind ja mehr Fragen, als Antworten. :D
    Also mal zusammen gefasst:

    1. Jungtiere sollten bis zur 7.-9. Woche in der Geburtsgruppe bleiben, welche möglichst heterogen zusammen gesetzte sein sollte, damit alle Fasetten einer Sozialstrucktur erlernt werden können. Also auch mehrere männliche "Vorbilder"?
    2. Böcke müssen daher frühkastriert werden (und das hat dann keinen Einfluß auf die Sozialentwicklung???).
    3. Auch in Zweiergruppen aufgewachsene Tiere (Kastraten und Weicbhen) scheinen ihre soziale Kenntnis noch zu erlangen und sich in eine größere Gruppe integrieren zu könne, solange die Gruppe langsam aufgestockt wird. Ist hier wirklich wichtig, dass es ein ausgewchsenes Tier ist? Hat da keiner Erfahrungen mit jung zusammen gesezten Tieren die später dann in eine große Gruppe kamen???

    4. Alle anderen Kenntnisse z.B. das Etagen-besteigen, müssen zwar in jungem Alter, aber nicht unmittelbar in der Babysphase bis zu 9. Lebenswoche erlernt werden.

    Richtig??


    Geht mir hier auch um das Problem, ab wann man seine Babyschweinchen weiter vermittelt ... also für diejenigen mit Zuchten und Notstationen. Große Gruppe ließe sich wohl am ehesten machen und dann noch Frühkastrationen und eine Abgabe ab 9 Wochen. Ist das so OK? Oder kann man auch in eine bestehende Konstellation bereits 4-5wöchige Babyschweinchen vermitteln? Nur Anfängergruppen wären dann das Problem, die müssten dann wohl wirklich gemeinsam 9 Wochen in der Geburtsgruppe verbleiben oder???
    Würde mich sehr für eure Meinungen diesbezüglich interesssieren!!!
     
  11. #10 Fränzi, 28.03.2010
    Fränzi

    Fränzi Guest

    Das finde ich eine sehr gute Zusammenfassung! Kann ich so unterstreichen.

    Ich würde dieses Alter noch leicht erhöhen... ca. 5 - 6-wöchige Babies könnten in eine bereits bestehende andere Konstellation vermittelt werden.
    Die "alte" Regelung der Abgabe mit 4 Wochen kommt ja von der Erkenntnis her, dass man spätestens mit 4 Wochen Brüder und Schwestern trennen muss.
    Ganz bestimmt ist es aber sinnvoller und schonender für Babies, wenn sie nach Frühkastration noch bis ca. 6 Wochen bei Mama bleiben dürfen.

    So habe ich es bei meinen Kleinen gehandhabt: Alle wuchsen in der Grossgruppe auf samt einem Haremswächter, die Jungs wurden mit 4 Wochen frühkastriert (260 gr waren sie damals erst) und blieben noch bei Mutti bis 6 Wochen.
    Anschliessend wechselten sie das Gehege und wurden von den anderen 4 Kastraten wohlwollend und problemlos aufgenommen.
    Ich glaube, das ist so ungefähr eine optimale Planung, wie man es machen könnte. Wenn ich sie hätte verkaufen wollen, so hätte ich sie frühestens mit 6 Wochen weggegeben.
    Die Mädels blieben sowieso in der Grossgruppe und sind heute optimal sozialisiert, sehr selbstbewusst und sicher.

    Na ja, Anfängergruppen sollten natürlich eben grad nicht aus gleichaltrigen Babies bestehen, egal, in welchem Alter, sondern sollten sich aus älteren und jüngeren zusammensetzen. Deshalb müsste man ja nicht bis 9 Wochen warten, sondern könnte schon vorher eine Anfängergruppe aus 6-wöchigen Babies mit einem älteren Kastraten oder einer älteren Schwester oder sogar gleich 3 - 4 gut sozialisierte Kastraten unterschiedlichen Alters für eine Boygroup zusammensetzen.
     
  12. #11 Littlefoot, 28.03.2010
    Littlefoot

    Littlefoot Guest

    Hm, dass ist echt alles super interessant ....

    Ich züchte seit 2002 US-Teddys und hab so einges beobachtet .

    Als erstes kastriere ich meine Jungböckchen nicht ( nur auf Wunsch des neuen Halters ) . Sondern nehme sie mit 4 Wochen ( 250g-300g ) ...manchmal mit 3 Wochen ..wenn sie schon ein Gewicht von mind. 350g haben raus ...die schweren Jungböcke können unter Umständen die Mutter ( oder ein anderes in der Gruppe sitzendes Weibchen ) decken ...meist sind diese "schweren" Jungböcke frühreif .
    Diese Jungböcke kommen zum Zuchtbock dieser übernimmt die weitere "Erziehung"...bis zur Abgabe . Oder wenn er in der Zucht bleiben soll beim Zuchtbock ...es gibt auch keinerlei Probleme wenn die Geschlechtsreife beim Jungbock einsetzt ...er hat den Alte schon als Leittier akteptiert .Wiederum gibt es auch keine Probleme wenn man diese Gruppe mit weiteren unkastrierten Jungböcken ( 3-6 Wochen ) aufstockt ....aus meiner Erfahrung kann ich auch berichten ..das ich Zuchtböcke ( die in einer Gruppe sitzen ) zum Decken für kurze Zeit ( wenn ich sehe das das Weibchen brünstig ist ) zur Sau setze ...und danach wieder in die Böckchengruppe ....es gibt kurze Unruhe ..Marke setzen kurzes Besteigen ...gebrommsel ..und dann ist wieder Ruhe ...es gibt keine Kämpfe !

    Die meisten Mütter sind vom ihrem Nachwuchs nach der 4. Lebenswoche ziehmlich genervert und reagieren gereitzt .....besonders in der Abstillphase . Da Weibchen baut in dieser Zeit auch mehr ab ....trotz Zuchtfutter und genügend Frischfutterfütterung . Das ist der Zeitpunkt wo ich die Jungtiere umsetze ...oder das Webchen in eine andere Mädels-Gruppe ....das funktioniert überwiegen sehr gut .Man muss nur wissen wer die Leitsau ist ....es gibt immer Tiere die dominieren und welche die sich fügen ....so setze ich meine Gruppen.

    Meerschweinchen können sehr wohl das Treppen/Leiter klettern mit einem Jahr und älter erlernen ....das ist auch meine Erfahrung!Sogar noch mit 3 Jahre.

    Zur Vermittlung : ich gebe Jungtiere überwiegen mit 4 Wochen ab .....
    Niemals als Einzeltier .....immer zu zweit ( leider halten überwiegend die Anfänger nur Zweiergruppen , einige kommen aber dann auf den Geschmack einer Artgerechten Gruppenhaltung ) oder in eine schon vorhande Gruppe .Ich erkundige mich immer wie es gelaufen ist ...ich habe bissher nochkeine schlechte Erfahrungen machen müssen das sich die Tiere nicht verstanen haben ..meist waren die Halter überängstlich oder haben einige Regeln zur Vergesellschaftung nicht beachtet ...nach einigen Tipps waren alle zufrieden ....
    Ich selber habe eine Zicke im Stall wo ich erstmal die richtige Partnerin finden musste ...sie ist in meinem Stall geboren worden und ist in einer Weibchengruppe groß geworden ....jetzt ist sie 6 Monate und versteht sich nur mit einer Jungsau...alles was älter ist als sie giftet sie an ....ich bekomme demnächst meinen ersten Kastraten ..mal sehen wie sie sich bei ihm verhält....

    Ja , dieses Thema ist sowas vom komplex ...aber nun bin ich todmüde ....

    LG Sabrina
     
  13. #12 Fränzi, 29.03.2010
    Fränzi

    Fränzi Guest

    Wieso kastrierst Du die kleinen Böckli denn nicht?
    Das wäre halt die beste Lebensversicherung, dass man Kastraten hält in Liebhaber-Hand, nicht Böcke, weil das später in 9 von 10 Fällen Probleme gibt, spätestens dann, wenn der eine Bock stirbt.
    Alte Böcke haben die schlechtesten Karten!

    Ich weiss, dass es sehr "bequem" ist für Züchter, ihre Böckli halt einfach unkastriert an ahnungslose Anfänger abzugeben, aber da sollte wirklich langsam ein Umdenken stattfinden.

    Das ist tatsächlich ein Punkt, der noch mitspielt bei der Sozialisation, da hast Du recht. Je nach Zusammensetzung kann das schon rel. viel Stress bedeuten für eine Mutter.

    Auch da wäre vermutlich eine Grossgruppe besser für alle Beteiligten.
    Ich kenne nur die Situation mit meiner Gruppe, wo die Kleinen halt von vielen "Tanten" mitbetreut wurden.
    Die Mutter kam mir nie genervt vor, sondern sie verliess sich im Gegenteil darauf, dass dann "schon jemand schaut", dass den Kleinen nichts passiert.:D
     
  14. #13 Littlefoot, 29.03.2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29.03.2010
    Littlefoot

    Littlefoot Guest

    Ja, so denken leider viele "unerfahrene" Liebhaber .
    ABER ...wenn man sich eingehend mit dem Thema Meerschweinchenvergesellschaftung ( speziell der Böcke ) beschäftigt merkt man das dem nicht so ist ...denn ein Altbock kann super gut mit einem Babybock ( 3-6 Wochen oder auch mal 8 Wochen ) vergesellschaftet werden!!! So handhabe ich es und viele andere auch .
    Denn auch unkastrierte Böcke sind gut vermittelbar . Ud wenn man mal vom Stress der Kastration , Nakose eventl. Komlpikationen ausgeht ist mir das Risiko echt zu hoch ob der kleine auch wieder aufwacht oder danach einen Abzess bekommt zu hoch .
    Du sagst kastrierte Böcke haben eine Lebensversicherung bei ihren Haltern ..mit Sicherheit nicht ...mir wurde erst gestern eine angeboten
    "zu verschenken "


    Stop !!!
    So kannst du mit Sicherheit nicht über ALLE Züchter sprechen !
    Wenn du meinen Bericht aufmerksam gelesen hättest , hättest sehr leicht feststellen können das ich bestimmt nicht zu dieser Sorte Züchter zähle ;o)
    Und Gott sei Dank kenne ich solche auch nicht ....

    Bevor ich überhaupt eines meiner Tiere ...an Liebhaber abgebe handhabe ich es wie folgt : der ( nicht ganz unwissende , denn man hat sich ja vorher Gedanken gemacht und informiert ) Liebhaber kommt zur Besichtigung und zur eingehenden Beratung ....dannach geht er erstmal OHNE Meeris nach Hause um noch mal eine Nacht darüber zu schlafen ob er auch wirklich ernsthafte Absichten hat sich Meeris zu halten . Damit wendet man Spontankäufer ab !!!Auch nicht jeder bekommt ein Tier aus meiner Zucht .....ein wenig Menschenkenntnis eigent man sich im Laufe der Jahre an und weiß wer nur niedliche Babys will und wer es ernst meint . Ich verkaufe auch nicht an Kinderhände unter 7 Jahre ! Oder an Jungendlich ohne beisein deren Eltern !
    Danach kommen fast alle wieder und holen sich ihr/e Tier/e ab ...ich halte zu jedem Liebhaber / Züchter den Kontakt ...oft bilden sich richtig Meerifreundschaften daraus ! Meine Deviese lautet , Baratung , Betreung auch NACH dem Kauf !!Ich und viele andere Züchter nehmen ihre Tiere , wenn der Halter sie nicht mehr halten kann auch jederzeit wieder zurück ..somit habe ich eine sehr gute Kontrolle über meine Tiere ..viele kommen zum Kallen schneiden oder wenn sie Fragen haben bin ich Tag und in Notfällen auch Nachts erreichbar .
    Also somit muss ich nicht umdenken ...ich denke die Jahre der Erfahrungen haben es mir gezeigt das es kein schlechter Weg ist ....der unerfahrene Liebhaber muss zum Umdenken angeregt weden .....das habe ich auch auf meiner Hp unter Vergesellschaftung so gut wie möglich beschrieben ...oder durch persönliche Aufklärung ...viele Anfragen kommen erst mit "wir möchten zwei Weibchen haben " ...danach gehen sie mit 2-3 Böcken nach Hause( ohne das man ihnen was aufschwatzt , dass bringt eh nichts ):top: .....auch falls mal einer verstirbt kommen sie wieder und möchten ein Jungböckchen zur Vergellschaftung abholen .


    Mit genervt meinte ich , dass die Babys immer wieder versuchen an die Milchbar zu kommen ....das lässt auch keine andere"Tante" zu .....es sei denn sie haben zeitgleich geworfen und teilen sich die Aufzucht und Pflege....

    Meine Mädels werfen auch in der Gruppe ...einige Jungsauen und einige erfahrenen Tanten helfen sogar bei der Geburt.


    [​IMG]
    [​IMG]

    Ich bekomme es überwiegend mit wann ein Weibchen brünstig ist ....daher weiß immer wann die Niederkunft statt findet und bin überwiegend bei den Geburten dabei ...wie gesagt Jahrlange Erfahrungen und eingehende Beobachtungen machen soetwas möglich !
    Daer würde ich mit Äusserungen wie deiner vorsichtig umkgehen ...:cool:
     
  15. #14 Schweinchen's Omi, 29.03.2010
    Schweinchen's Omi

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    @Littlefoot:
    ohne dir hier "auf die Füße treten" zu wollen, klingt es deiner Beschreibung nach so, als träfest du diese Entscheidungen danach, wie es im Betriebsablauf gut klappt. Diese Kriterien wollen wir auch gar nicht niedermachen.

    Obige Frage wollte aber herausfinden, wie es OPTIMAL aus Sicht des Schweinchens wäre. Das ist dann unter Umständen anders. Wenn du die Böckchen nicht kastrieren lässt, dann vermutlich deshalb, weil sie ein Leben als Zuchtbock vor sich haben. Auch hier ist also die Haltung wieder anders, als sie für die OPTIMAL aufgezogenen Jungtiere angestrebt wurde. Man kann das nicht vergleichen. Dass Schweinchen das Treppensteigen noch im späteren Alter lernen können, wurde ja nicht abgestritten - aber es ging um die Frage OPTIMAL.
     
  16. #15 Antaraxia, 29.03.2010
    Antaraxia

    Antaraxia Guest

    Aufzucht

    Da ich ja auch Züchter bin, schreibe ich mal über meine Erfahrungen :fg:

    Böckchen werden bei mir ab 250g abgesetzt, ausser sie sollten sich als extrem frühreif herausstellen und die Babymädchen in der Gruppe ständig besteigen (hatte ich erst 1 Mal). Sie kommen dann in eine gemischte Bockgruppe mit Böcken verschiedenen Alters! Da die Gruppe (Verkauf eines Tieres, Kastration, neues Böckchen, etc.) sich die Konstellation der Gruppe ab und an ändert, kommen die kleinen Böcke mit vielen verschiedenen Geschlechtsgenossen zusammen!
    Ergebnis ist ein Böckchen, dass sich meine Böcke als seeehr verträglich erweisen und ich sogar Zuchtböcke, die länger bei Mädchen saßen, wieder miteinander vergesellschaften kann!

    Eine Frühkastration geht hier erst ab 300g. Habe ich ehrlich gesagt noch nie machen lassen und würde es auch nur bei Böcken, die sich aufgrund eines Faltohrs oder Fehlwirbels nicht an Züchter vermitteln lassen und in Liebhaberhände gehen sollen. Bzw. natürlich gerne auf Anfrage der neuen Besitzer!
    Diesen Fall habe ich aber auch nur selten.
    Generell lasse ich gerade bei den Lunkarya die Tiere erst Mal etwas länger bei mir sitzen um abzuwarten wie sich das Tier von der Fellqualität her zeigt und entscheide dann über einen Verbleib in der Zucht oder eine Abgabe.

    Tragende Mädchen kommen mit anderen tragenden Mädchen und einem Kastraten in eine separate Gruppe! Ich persönlich halte nicht davon die Mütter in der großen Bodengehegegruppe werfen zu lassen, da grade meine jungen US Teddymädels manchmal etwas ruppig mit anderen umgehen wenn es ums Futter geht und sie von ausgewachsenen Tieren dann zurecht gewiesen werden!

    Die Babys könnten trotz Unmengen an Frischfutter sich in meinem "Haifischbecken" :rofl: nicht behaupten wenn es ums Futter geht! Von daher kommen sie erst in das Bodengehege wenn sie ca. 350g haben. Teilweise lasse ich die Jungmädchen auch relativ lang bei den Müttern sitzen. Bei den Böckchen ist mir das zu heikel...alleine schon aufgrund ihrer weiblichen Geschwister!

    Ich habe generell wenig Stress bei den Tieren (selten haben hier mal Jungtiere nach dem Absetzen Pilz und Co als Stressreaktion)! Es gibt bei den Mädelsgruppen keine Zickereien und auch bei den Böcken herrscht Ruhe! Natürlich kann es mal sein, dass sich 2 Böcke einfach nicht riechen können und werden anderweitig dann vergesellschaftet! Ist eben wie bei den Menschen auch! Ich kann ja auch nicht jeden leiden *lol*
    Klappt hier auch super bei 3-4 Monate alten Böcken :fg: Also alles relativ easy im Hause Achenbach....


    Lg, Simone
     
  17. #16 Eliza, 29.03.2010
    Zuletzt bearbeitet: 29.03.2010
    Eliza

    Eliza Herr der Schweinchen

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    @Littlefoot


    Böcke zu kastrieren halte ich für einen wichtigen Beitrag des Tierschutzes!

    Wieviele Kinderzimmernachzuchten könnte man damit verhindern?

    Was passiert im Alter wenn der Bockpartner verstirbt und der Altbock sich nicht mehr gegen den in die Rappelphase kommenden Babybock durchsetzen kann?

    Hier wäre ein Girl die beste Lösung!

    Aber ohne Kastra :ungl:

    Das du den Zuchtböcken Babyböcken zu Gesellschaft gibst finde ich sehr gut :einv:

    Das ist das Optimum für einen Zuchtbock!

    Aber irgendwann kommt auch ein Zuchtbock in Rente, behälst du ihn dann?

    Das ist leider nicht das Los der meisten Zuchtböcke, viele werden zum Wanderpokal von einer Zucht in die andere das einem schwindelig wird!

    Und deine Nachzuchten, gibst du nur in reine Bockhaltung ab? Kann ich mir nicht vorstellen, du überläßt also das kastrieren dann dem neuen Halter?!

    Damit machst du es dir einfach!

    Klar das kastrieren der Böcke kostet Geld, man verdient dadurch nicht viel, je nach dem wie hoch die Kosten de Kastra sind, aber auch das zumindest teileweise kastrieren der Nachzuchten gehört zu einer guten Zucht, meine persönliche Meinung!

    Das kastrieren an sich ist ein kleiner Eingriff, für einen Meerschweinchenerfahrenen TA und bei einem solchen kommen auch wenig Probleme nach der Kastra!

    Die Nachsorge ist das eigentliche Problem, hier gehört schon ein guter Guck drauf, wenn da nicht so viel Erfahrung da ist kann man sich ja unter Zuchtkollegen austauschen.



    Ein ehemaliger Zuchtbock ist nach meiner Erfahrung der beste Rudelführer überhaupt!!!

    Ich habe zu meinem ehemaligem Zuchtbock noch 3 FK in meinem Rudel, Sawnee regiert souverän, selbstbewußt mit Körpersprache und Blickkontakt selten das er mal ein paar Schritte hinterher läuft!

    Es ist nicht nur Aufgabe eines Bockes sein Genmaterial weiterzugeben, der Lebensinhalt eines Bockes ist ein Rudel Mädels führen zu dürfen und ich denke das hat sich jeder Bock nach seiner Arbeit als Deckbock verdient!





    LG Claudia
     
  18. #17 Antaraxia, 29.03.2010
    Antaraxia

    Antaraxia Guest

    Aufzucht

    Und hinsichtlich der "ahnungslosen" Anfänger...ich habe hier Bockgruppen vermittelt die unkastriert ihr Leben lang harmonisch zusammenwohnen und sich (wie 2 meiner zuchtböcke) zusammenkuschelnd auf den Unterstand legen!
    Streitigkeiten bei Böcken sind meist auf verschiedene Gründe zurückzuführen! Grade Liebhaber wollen unbedingt genau die 2 Böcke haben...obwohl sich evtl. ein anderer Bock besser als Partner eignen würde! Das sage ich dann auch klipp und klar! Aber es MUSS ja dann immer genau der und der sein....weil der so und so aussieht oder so lieb guckt...oder oder oder :rofl:

    Wenn man 2 unkastrierte Böcke vermittelt, die sich mögen (dann spielt das jeweilige Alter auch keine Rolle!) dann können diese Böcke glücklich bis an ihr Lebensende als innige Männerfreundschaft verbringen! Stirbt dann einer der Böcke, dann sollte man eben wieder einen passenden Jungbock dazusetzen!

    Ich habe eher Anfragen von Leuten, die 2 Mädchen im Zooladen gekauft haben und dringend einen Kastraten suchen, da sich die Mädels anzicken ;-)
     
  19. #18 Littlefoot, 29.03.2010
    Littlefoot

    Littlefoot Guest

    Nein , ich fühle mich nicht auf die Füsse getreten;)

    Die Jungböcke oder auch schon etwas ältere werden nicht als Zuchtböckchen weitergegeben . Denn auch unkastrierte Tiere leben friedlich zusammen ( wenn man einige kleine Punkte beachtet ) Sondern als Liebhaber ...wie gesagt ich lasse nur auf Wunsch des neuen Halters kastrieren.

    Was OPTIMAL ist muss , denke ich jeder für sich herausfinden ....mit Sicherheit stebt JEDER das Optimale an ....ob eine Frühkastra so optimal ist ? Nur um die Böckchen 2-3 eventl. auch 4 Wochen länger bei der Mutter zu lassen ....in der Natur sind sie schon in diesem Alter selbstständig und lernen von der Gruppe ....
    Aber wenn man sie als Liebhaber dann doch in der gemischte Gruppe ( wo sie auch hineingeboren wurden ) mitlaufen lassen möchte ist dann leider eine Kastration nicht unumgänglich ....

    Im Grunde wollte ich Fränzi nur klar machen das wir Züchter uns es nicht einfach "BEQUEM" machen ....daszu sind uns unsere Tiere zu schade .....!:fg:
     
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  21. #19 Littlefoot, 29.03.2010
    Littlefoot

    Littlefoot Guest

    @Liza
    Da hast du mit Sicherheit recht .....ich muss dazu sagen ich habe eine sehr kleine Zucht ...auch meine Zuchtböcke sitzen zusammen ..und vertragen sich ! Aber das schrieb ich ja schon .
    Ich verkaufe so gut wie kaum an Kinder....überwiegend an Leute die ihre Böckchengruppen aufstocken möchten ...
    Wenn dann an Kinder ...schaue ich mir die Eltern an ob sie voll dahinterstehen ( ich lasse immer die Option offen die Tiere immer zu mir zurück bringen zu dürfen )...diese kaufen Böckchen...natürlich verkaufe ich auch Weibchen ...diese haben dann aber eine Kastraten.....

    Du hast auch Recht das die Zuchböcke das leidliche Los haben herumgreicht zu werden ...auch wir Züchter ( auch trotzdem Liebhaber) versuchen es zu vermeiden .....zumindestens die "Kleinzüchter "
    Ich habe 2 Zuchtböcke zu den ich immer die kleinen Jungs setze ..bis zur Abgabe .
    Wenn sie das Rentenalter erreicht haben ...bleiben sie hier mit einem Jungbock oder ich suche Liebhaber die sie mit einem Jungbock vergesellschaften ...das klappe bisher immer ...

    Eine Zucht ist ein Hobby kein Nebenverdienst ....schau mal hierzu auf meine Hp unter Wichtiges !!!

    Wie gesagt ich lasse auf Wunsch kastrieren ...mein TA macht es klasse ....

    Du kannst es glauben ...nur in reine Bockguppen ...meistens bleiben sie zu zweit.
    Und die jenigen die den Platz haben halten mindestens 4 er Gruppen damit es nicht zu eventl. Mobbing kommt .
     
  22. #20 Spider01, 29.03.2010
    Spider01

    Spider01 Guest

    Zum ersten Teil: Ich habe eine Kastratengruppe. Die vier jetzigen Bewohner sind alle ca gleich alt. Vom ältesten bis zum jüngesten besteht ein Altersunterschied von 6 Monaten. Ich muss schon sagen, die vier sind wirklich gut sozialisiert obwohl alle vier mit 4 Wochen von der Mutter getrennt wurden und dann zusammengesetzt wurden. Der Älteste lebte sogar einmal noch mit Weibchen zusammen und wurde erst mit 3 Monaten kastriert. Die anderen 3 wurden Frühkastriert. In der Gruppe lebte sogar kurzzeitig ein unkastierter älterer Bock. Es gab nie irgendwelche krassen Streitereien. Sie lebten für eine Kastratengruppe wirklich sehr friedlich. Allerdings bin ich schon auch der Meinung, dass sie je länger sie bei der Mutter bleiben dürfen desto besser sozialisiert sind sie. Meine letzten Jungtiere sind jetzt 6 Monate alt und beide kamen in der Gruppe (immer um die 13 Tiere) zur Welt. Der Junge wurde frühkastiert. Beide sind wirklich sehr angenehme Gesellen wobei die Dame schon eher zickig ist:fg:

    Zum zweiten Teil: Das stimmt nicht so ganz. Manche Schweinchen lernen das auch noch mit 5 Jahren. Es kommt immer auf das Schweinchen an.

    Zum frühkastrieren der Böcke sag ich jetzt mal nichts sonst gehts wieder ins uferlose:ungl: Nur soviel: wenn man den Böcken gerecht werden will, müssen sie frühkastriert werden.
     
Thema:

die ideale Jungtieraufzucht

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