betrifft "Vogelgezwitschere"

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  1. #1 Simone Kl, 24.08.2001
    Simone Kl

    Simone Kl Guest

    Hallo!

    Soeben habe ich einen Beitrag und eine kurze Aufklärung über das "Vogelzwitschern" von Meerschweinchen bei www.meerschweinchenfreunde.de gefunden (sorry, daß ich mir diesen Beitrag mal zum Kopieren geklaut habe):

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    Über das Cirpen der Meerschweinchen („Vogelgezwitscher“)


    Ein Bericht von Andrea Zwernemann

    Das Wort „Cirpen“ ist sehr lautmalerisch und beschreibt die Geäusche der Meerschweinchen ziemlich genau. „Cirpen“ ist der wissenschaftliche Ausdruck, „Vogelgezwitscher“ sagen viele in der Umgangssprache. Viele Meerschweinchenbesitzer werden diese Laute schon einmal gehört haben. Sie sind ganz anders, als die sonstigen Äußerungen. Es hört sich wirklich an, als würde ein Vogel zwitschern. Die Laute können ganz laut sein und lange andauern. Fast meint man, die Meerschweinchen würden „singen“. Das Problem ist meist, daß man die Laute nicht lokalisieren kann. Zum Glück gibt es inzwischen auch Verhaltensbiologen, die die Meerschweinchen erforscht haben und die uns weiterhelfen können. Zuerst möchte ich an dieser Stelle Prof. Dr. Norbert Sachser nennen, der an der Universität Münster über Meerschweinchen forscht. Im September 1996 hat der WDR im Fernsehen eine Sendung über seine Arbeit ausgestrahlt, die sehr interessant war. Ich fand darin viele eigene Beobachtungen belegt, habe aber auch vieles gelernt. Dann gibt es zum Thema Cirpen eine Arbeit von Dr. Adelheid Stahnke „Verhaltensunterschiede zwischen Haus- und Wildmeerschweinchen“ (Zeitschrift für Säugetierkunde Band 52, 1987, S. 294-307). Sie definiert darin das Cirpen folgendermaßen:

    Das Cirpen gehört zu den lautesten Vokalisationen der Meerschweinchen. In rascher, rhythmischer Folge werden die Laute ausgestoßen. Beim Hausmeerschweinchen sieht man jedesmal die Bewegung des ganzen Körpers, bedingt durch die bei der Lautgebung eingesetzten Kraft. Das Cirpen kann bis zu 20 Minuten dauern, maximal werden etwa 100 Silben in einer Minute ausgestoßen, über 20 Minuten wurden 800 Silben gezählt. Das Cirpen wurde in zwei verschiedenen Situationen registriert, wobei das Verhalten des Tieres hohe Erregung und leichte Unsicherheit anzeigt und auf einen starken Konflikt hinweist. Zum einen trat der Laut als Reaktion auf ein ungewohntes Objekt oder ungewohntes Geräusch auf, zum anderen (in der weitaus häufigeren Zahl der Fälle) bei besonderen sozialen Ereignissen, wie Rangauseinandersetzungen oder (bei Männchen) wenn die Weibchen fortpflanzungsbereit waren. Das Cirpen tritt nie bei Einsetzen des Ereignisses auf, sondern oft erst Minuten später.

    Prof. Sachser bestätigt die Beobachtungen von Frau Dr. Stahnke. In einem Brief vom 26.01.95 an Lucie schreibt er: Etwas vermenschlichend könnte man sagen: Das Cirpen tritt vor allem dann auf, wenn ein Tier sozial überfordert ist, d.h. mit einer bestimmten sozialen Situation nicht richtig klarkommt. Insgesamt ist das Cirpen eine nur sehr selten ausgeführte Vokalisation.

    Auch meine eigenen Beobachtungen können nun die Forschungen bestätigen. Schon öfter hatte mir meine Freundin erzählt, daß sie kurz vor Geburten das Cirpen gehört hatte. Kürzlich hatte ich zwei junge trächtige Weibchen in einem 80 x 80 cm großen Käfig zusammen sitzen, die zum ersten Mal werfen sollten. Cassiopeia stand kurz vor der Geburt, war nervös und reizbar. Emilia suchte immer wieder ihre Nähe und versuchte sogar ihr Ohr abzulecken (was bei Meerschweinchen als ein Zeichen größter Freundschaft und Mitleids zu werten ist). Cassiopeia wollte von all dem nichts wissen und jagte Emilia hin und wieder durch den Käfig. Offenbar konnte sich Emilia weder die Situation noch das Verhalten von Cassiopeia erklären. In meinem Beisein fing sie an zu cirpen. Es klang sehr angstvoll und war eher leise und dauerte auch nicht sehr lange an.

    Interessant ist bei Frau Dr. Stahnke der Vergleich zwischen Haus- und Wildmeerschweinchen. Dabei zeigt sich, daß Wildmeerschweinchen sehr viel häufiger und variationsreicher cirpen, ja daß es sozusagen in ihre „Alltagssprache“ gehört. So cirpen beispielsweise in Gefangenschaft lebende Wildmeerschweinchen vor allem in der Anfangszeit, wenn sie einen Menschen erblicken.

    Offenbar hat sich die Art der Verständigung bei Hausmeerschweinchen abgeschwächt, da diese Verhaltensweise nicht mehr so notwendig ist. Sowohl Stahnke, als auch Sachser haben festgestellt, daß das Verhalten der Wildmeerschweinchen untereinader sehr viel aggressiver ist, die Tiere leben mehr auf „Abstand“. Sachser hat in seinem Fernsehfilm dargelegt, wie sehr die Hausmeerschweinchen auf ein Leben als Haustier angepaßt sind, auch wenn ihnen relativ wenig Platz zur Verfügung steht. Leben die Hausmeerschweinchen in einer größeren Gruppe, so bilden sich Untergruppen von mehreren Weibchen mit ihren Jungen. Dabei können Freundschaften entstehen, die ein Leben lang halten. Die Weibchen ziehen z.B. ihre Jungen gemeinsam auf. Auf diese Art und Weise wird Streß abgebaut.

    Zusammenfassend kann man wohl sagen, daß derjenige beruhigt sein kann, der bei seinen Meerschweinchen das Cirpen so gut wie nie zu hören bekommt. Seine Meerschweinchen stehen offenbar nicht so sehr unter Streß und brauchen nicht zu cirpen, um den Streß abzubauen.

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    Viele Grüße von Simone!
     
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  3. Knopf

    Knopf Guest

    Hallo,

    das paßt dann ja auch auf Knöpfchen, die am ersten Tag, als Bagira neu einzog, Cirpte. Sie war verunsichert. Aber sie hat nur einmal gezirpt, glücklicherweise.

    Danke, daß Du den Text da reingestellt hast.

    christine + Knopf + Bagira
     
  4. Gabi G

    Gabi G Futterknecht

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    18.08.2001
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    0
    Hallo,

    bei uns war dieses "Zwitschern" auch erst ca. dreimal zu hören. Und immer war es Meggy, unser (sage ich immer) "dienstältestes" Schwein...
    Das letzte Mal hatte sie ein Stückchen von einem Heuhalm im Auge, und das Auge war schon getrübt. Durch das Zwitschern bin ich erst darauf aufmerksam geworden (es war schon spätabends). Würde also passen, daß diese Art von Lautäußerung in Streß- und auch Angstsituationen (oder bei Schmerzen) zu hören ist.
    Die anderen Male war für uns Menschen nichts Auffälliges zu erkennen; wobei ich glaube, daß es beim vorletzten Mal kurz nach dem Zusammensetzen mit unserem kastrierten Böckchen Nemo zu hören war. Wäre also auch eine Bestätigung.

    Liebe Grüße,
    Gabi
     
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