Anhaltende Zahnveränderungen

Diskutiere Anhaltende Zahnveränderungen im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Wer von euch hat denn traurigerweise schon Erfahrungen wegen falscher Zahnabnutzungen machen müssen? In meiner langen Meerschweinkarriere hatte...

  1. ulrike

    ulrike Schweineliebhaberin

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    Wer von euch hat denn traurigerweise schon Erfahrungen wegen falscher Zahnabnutzungen machen müssen?
    In meiner langen Meerschweinkarriere hatte ich zum Glück bisher kaum Zahnprobleme bei meinen Schweinen. Jetzt habe ich aber merkwürdige Veränderungen bei einer 2-jährigen Schweinedame und würde mich mit euch gerne darüber austauschen.

    Ende August fiel mir beim TÜV die "A-förmige" Veränderung der oberen Schneidezähne auf. Meine TÄ untersuchte sie auf meinen Wunsch hin in Narkose und röntgte - kein auffälliger Befund in der Mundhöhle und bei den Backenzähnen. Es wurden dann nur die oberen Zähne beigeschliffen.
    Gut 2 Monate später war dann ein unterer Schneidezahn abgebrochen und leicht braun verfärbt.
    Seitdem sind immer wieder Korrekturen notwendig. Der einzelne Unterzahn schiebt sich immer wieder oben in die Lücke und fördert ein neues "A". Der unten nachwachsende Zahn bricht immer wieder ab und hat nun seitlich einen weiteren kleinen Zahn anhängen. Heute habe ich darauf bestanden, den "guten" unteren Zahn auf die gleiche Höhe wie den kranken kürzen zu lassen, damit nun alle vier Zähne jeweils einen geraden Verlauf haben. Natürlich muss ich jetzt erst einmal Frischfutter in Streifen füttern.
    Ich habe den Verlauf mal zeichnerisch festgehalten: Zähne.jpg
     
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  3. Traudl

    Traudl Gurkentaxi seit 89

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    Wurde mal geröngt? Ich kenne so kleine nachwachsende Zähne, wenn ein Infekt an der Zahnwurzl ist oder nach Traumata. Letzteres halte ich für eher Unwahrscheinlich bei dir.
     
  4. #3 Angelika, 15.12.2017
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Hier wurde der defekte Zahn entfernt, nachdem er über Wochen nur immer bröselig nachgewachsen war.
    Vorher hatten wir auch alles versucht, den bröseligen am Zahnfleisch kürzen, den Nebenzahn einkürzen, beide kurz ...
    Die beiden Tiere, die das hatten, lebten dann mit dem einen unteren Scheidezahn weiter. Leider kam es nach jeweils ca. 9 Monaten zu weiteren Problemen mit der Zahnsubstanz an anderen Zähnen.
    Da konnte dann auch die Schweinchenzahnärztin meines Vertrauens (Julia Vetter in der Kleintierklinik Egelsbach) nichts mehr ausrichten.
     
  5. ulrike

    ulrike Schweineliebhaberin

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    Geröntgt wurde nur das erste Mal, als von einem Problem unten nichts bekannt war. Das Röntgenbild war laut meiner TÄ auch völlig unauffällig. Aber irgendein Problem muss ja damals schon die obere Fehlabnutzung verursacht haben. Meine TÄ stellte heute noch einmal fest, dass der ehemals abgebrochene Zahn nicht bröselig sei. Eine weitere Röntgenaufnahme ginge aber wieder nur in Narkose. Diese Wiederholung hatte ich bisher vermeiden wollen. Die nachfolgenden Korrekturen waren ohne Narkose erfolgt. Hätte man einen Infekt an der Zahnwurzel nicht auf dem ersten Röntgenbild sehen müssen? Kann natürlich auch sein, dass der Infekt danach entstanden ist. Einen Sturz oder Schlag schließe ich eigentlich aus. Das Schwein trinkt auch nicht aus der Flasche, sondern aus dem Napf. Hartes Futter vermeide ich ebenfalls.

    Wisst ihr, ob auch eine Mangelernährung vorliegen kann, wenn ein Zahn abbricht? Neben sehr viel Frischfutter (beim Erstauftritt sogar noch sehr viel Wiese) füttere ich vitaminisierte Pellets zusätzlich zu Gemüseflocken. Blätter-Kräuter-Blütenmischungen verfüttere ich aber nur so viel, wie mir als ungefährlich im Bezug auf zu viel Calcium erscheint.
    Was haltet ihr von meiner heutigen Entscheidung, den Nachbarzahn ebenfalls runterzukürzen? Der eine einzelne hat sich permanent oben zwischen die Zähne geschoben, sodass man eigentlich alle paar Tage die Spitzen hätte entfernen müssen. Ich wollte, dass da auch mal etwas Ruhe einkehrt.

    Ich werde nun erst einmal Streifen füttern und beobachten, was mit dem Zahn passiert. Wenn er wieder abbricht, spreche ich bei einem Zahnspezialisten zwecks Diagnose und wiederholtem Röntgen vor. Praktiziert Fr. Dr. Vetter überhaupt noch in Egelsbach? Ich hätte aber noch zwei weitere kompetente Möglichkeiten in der Umgebung.

    Angelika, kennst du den ursächlichen Grund für euer doppeltes Zahnproblem? In welchen Intervallen musstest du oben nachschleifen lassen?
     
  6. #5 Angelika, 16.12.2017
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Ich habe keine Ahnung.
    Es gibt ja auch bei Menschen solche mit guter und schlechter Zahnsubstanz, unabhängig von der Pflege.
    Allerdings teste ich jetzt den Einsatz von Tageslichtlampen im Gehege (habe Innenhaltung), da natürlich ein Mangel an Vit. D infolge fehlenden Sonnenlichts derartiges begünstigen kann. Mal sehen, ob es die jetzigen Schweinchen verschont.
    Frau Vetter ist noch da - Frau Dr. Martin, die ebenso fit ist, hat leider (für uns) vor einem Jahr in Limburg eine Praxis übernommen.
    Ich habe wöchentlich schleifen lassen, die Zähnchen wachsen hier bis zu 5 mm/Woche.
     
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  7. ulrike

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    Kurzes Update:

    Alle Zähne haben wieder ziemlich normale Länge und einen geraden Abschluss. Der untere, dickere Problemzahn schaut aber doch fast aus, als sei er innen ein wenig hohl. Kann das sein? Und der anliegende Minizahn ist genauso hoch wie die Nachbarn. Vielleicht gibt das jetzt aber eine stabile Einheit? Meint man mit "Elefantenzahn" eigentlich solch einen verbreitert nachgewachsenen Zahn?
     
  8. #7 Angelika, 22.12.2017
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Ein verdickt nachgewachsener Zahn wäre ein Elefantenzahn. Wachsen mehrere Zähne aus einer gemeinsamen Alveole, ist es ein Büschelzahn (weiß nicht, ob der geschilderte "anliegende Minizahn aus der gleichen oder der benachbarten Alveole sprießt?).,.
     
  9. #8 ulrike, 22.12.2017
    Zuletzt bearbeitet: 22.12.2017
    ulrike

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    DSC_0060 - Kopie.JPG OK, dann ist das so. Der beschädigte Zahn ist dicker, erscheint aber hohl, der Minizahn ist an seiner Außenseite, wächst also aus der gleichen Alveole.
     
  10. saeva

    saeva Schweinchen-Häuptling

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    Wie geht es deiner Dame heute? Ich habe aktuell auch einen Zahnpatienten hier sitzen. Er hat unten nur noch einen Schneidezahn, der andere musste wegen einer Entzündung gezogen werden. Der bricht nun auch immer wieder ab und heute hab ich gesehen, dass er von innen auch irgendwie hohl erscheint. Dazu werde ich mal meinen TA am Dienstag befragen, wenn wir unseren "alle 3 Wochen" Termin haben, aber dass der Zahn von innen hohl ist, finde ich irgendwie irritierend^^
     
  11. #10 Angelika, 07.01.2018
    Angelika

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    @ saeva: Es kann sein, dass die Entzündung auch den zweiten Schneidezahn angegriffen hat. Möglich, dass diese sich wieder erholt (hatte ich hier schon), möglich aber auch, dass der auch noch raus muss, wenn die Substanz dauerhaft schlecht ist.
     
  12. ulrike

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    Im Moment bin ich ganz zufrieden.
    Letzte Woche dachte ich noch, ich muss den Minizahn demnächst kürzen lassen, weil er spitz den Nachbarzahn um einen Hauch überragte. Am nächsten Tag war er jedoch weg, vermutlich abgebrochen. Der Problemzahn ist immer noch genauso hoch wie der Nachbar und ich empfinde, dass er nicht mehr ganz so dick ist. Im Inneren is er jedoch braun. Ich beobachte, ob sich das Braune vielleicht wieder auswächst und wie es mit dem Minizahn weitergeht. Im Moment möchte ich ins funktionierende System nicht durch eine Behandlung eingreifen lassen.

    @Angelika : Werden bei bestehenden Zahnentzündungen Antibiotika gegeben? Hast du damit Erfahrung? Ob? Welche? Wie lang? Sitzt die Entzündung in der Regel im Zahnfleisch oder eher im knöchernen Zahnfach?
     
  13. #12 Angelika, 07.01.2018
    Angelika

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    Hier war die Entzündung jeweils im Zahnfach. AB gab es immer 5-10 Tage.
    Wenn das Zahnfach betroffen ist muss meist der Zahn raus weil er sonst wackelt und dadurch ständig reizt. Bröselige Zähne kann man leider nicht ziehen, da muss man aufmachen und ausräumen.
     
  14. ulrike

    ulrike Schweineliebhaberin

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    Danke, Angelika. :-)
     
  15. ulrike

    ulrike Schweineliebhaberin

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    Mal ein kurzes Update:
    Am Freitag war ich bei der Zahntierärztin für eine erste dortige Untersuchung. Rasha frisst zwar gut, die Zähne haben insgesamt eigentlich auch eine gute, stabile Länge. Der dicke Zahn ist aber immer noch braun innen und der anliegende Minizahn wächst, bricht ab, wächst... Ich habe einfach Angst, dass im Kiefer eine Entzündung besteht, die ihn dauerhaft schädigen könnte. Bei der Untersuchung wurde bereits festgestellt, dass die oberen Backenzähne etwas lang sind. Am Dienstag rückt Rasha nun zur CT ein und wird je nach Befund dann gleich in der Narkose entsprechend behandelt. Es kann sein, dass nur der kleine Minizahn gezogen wird, jedoch ist auch das Ziehen des dicken Zahnes möglich. Es wird eine kostspielige Untersuchung und ich hoffe, ich habe mich damit richtig entschieden. :gruebel:
    Immerhin kommt Rasha im Moment ja gut zurecht. Ich habe da immer im Hinterkopf "never change a running system..."
    Antibiotika kämen übrigens kaum im Kieferknochen an, da hätte man kaum Chancen...
     
  16. ulrike

    ulrike Schweineliebhaberin

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    Gestern war der CT-Tag.
    Ich durfte Rasha erst nachmittags wieder abholen, einen Anruf zwischendurch hatte ich nicht bekommen, also schonmal keine besonderen Vorkommnisse.:-)
    Zuerst wurden mir die Aufnahmen erklärt. Die Umgebung im Kieferknochen um den verdickten Zahn ist ebenfalls schon etwas verdickt, aber nicht so schlimm, dass es in den Bereich des ersten Backenzahnes käme. Um den Zahn herum ist auch Spiel, sodass er daher ein wenig wackelt.
    Der verdickte Zahn ist innen wirklich hohl, der Minizahn entspringt tief unten der gleichen Alveole des dicken Zahnes, er teilt sich also erst weiter oben.
    In Narkose wurden die oberen Backenzähne im Biss ein wenig angepasst, sie waren aber nicht sehr schlimm verändert. Vermutlich kaut Rasha nicht ganz gleichmäßig. Der kleine Minizahn wurde so tief wie möglich entfernt. Die Ärztin hofft, dass der Zahn nun als eine Einheit nachwächst. Sie wollte ihn (noch) nicht im Ganzen entfernen.
    Kurzfristig bekommt Rasha nun eine Woche lang Metacam und soll nichts hartes fressen.
    Langfristig soll ich Standfestigkeit und Farbe des Problemzahnes beobachten und der TÄ rückmelden. Auch den Kiefer untendrunter soll ich regelmäßig abtasten. Bei einer Verschlechterung muss der Zahn dann komplett raus.
    Zum Thema AB habe ich auch nachgefragt: Ohne Keimbestimmung will sie kein AB geben, das dann evtl. nur belastet und gar nicht dahin kommt, wohin es soll.
    Eine Tupferprobe konnte sie beim Entfernen des Minizahns leider nicht abnehmen.

    Eigentlich mache ich nun weiter wie bisher - nur mit dem Unterschied, dass die Zahnspezialistin vom CT her nun weiß, wie es im Knochen drunter aussieht. Hm...
    Ob sich das ganze nun gelohnt hat, wird sich zeigen...
     
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  18. Hexle

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    Ich kann dich nur insofern beruhigen indem ich preisgebe, dass ich auch mal einen Bock mit anhaltender Zahnveränderung hatte. Schneidezahn oben. Dieser teile sich, verdickte sich, verfärbte sich, ..alles. Zeitweise hatte er 7! Minizähne neben sich gebildet, die wackelten, nadeldünn waren... Diese müssten immer wieder gekürzt werden. Ich durfte das auch selbst, da sie wirklich nadeldünn waren.
    Er hat das alles ohne jegliche Zahn-OP überlebt, wurde mein Ältester, 6 3/4 Jahre alt und verstarb an Altersbeschwerden ( musste wg. Arthrose eingeschläfert werden). Irgendwas an der Zahnwurzel war da verändert. Als Jungtier hatte er einen kleinen Spalt zw. den oberen Schneidezähnen, wo sich immer wieder was festsetzte.. Vielleicht passierte es deshalb, weil da irgendwie ein Druck entstand???
     
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  19. ulrike

    ulrike Schweineliebhaberin

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    Danke, Hexle, für deine Info. :winke:
    Das bestärkt mich, darauf zu bestehen, dass der dicke Zahn solang wie möglich drin bleibt. Bei Rasha war es nämlich mit einem einzelnen unteren Zahn so, dass alle 2 Wochen die äußeren Spitzen der oberen Schneidezähne weggekürzt werden mussten. Das finde ich für ein erst gut 2 1/2 jähriges Schwein eine ziemlich langanhaltende Dauerprozedur.
    Seit dem Eingriff zeigt Rasha aktuell ein wesentlich beeinträchtigteres Fressverhalten als vorher, trotz Schmerzmittel. Wir stecken ihr permanent Streifen direkt ins Mäulchen, damit sie genug zu sich nimmt. Wenn ich sie separiere, frisst sie gar nichts. Ich habe es auch schon mit Streifen für die ganze Truppe versucht. :eek: Sie frisst halt extrem langsam. Ein paar Gramm hat sie nämlich schon verloren.
    Ich vermute, durch den Eingriff ist der Zahn im Moment noch lockerer als vorher. Ich hoffe, er festigt sich wieder.
     
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