Allgemein gefragt: der richtige Zeitpunkt zum Einschläfern und wie man einen Tierarzt dazu bringt

Diskutiere Allgemein gefragt: der richtige Zeitpunkt zum Einschläfern und wie man einen Tierarzt dazu bringt im Krankheit/Kastrationsfragen Forum im Bereich Meerschweinchen; Hallo, Zur Einstimmung auf das Thema hier mal ein Link zu einer Broschüre, die ich ziemlich gut finde:...

  1. Enkidu

    Enkidu Schweinchen-Häuptling

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    Hallo,

    Zur Einstimmung auf das Thema hier mal ein Link zu einer Broschüre, die ich ziemlich gut finde:
    http://www.tierarztpraxis-moers.de/...osch_re_Euthanasie_Hund_Druckb_gen_Ablage.pdf
    Da gehts zwar um Hunde und Katzen, aber ein Stück weit ist das auch auf Meerschweinchen übertragbar.

    Ich bin jemand, der sich immer Sorgen macht, ein Tier entweder zu früh zum Einschläfern zu bringen oder zu spät.
    Im Lauf der Jahre habe ich so meine Maßstäbe entwickelt, aus Erfahrung, die mir helfen, einzuschätzen, wann es Zeit wäre. Das Tier ist dann noch nicht sterbenskrank, aber es hat bereits eine sehr eingeschränkte Lebensqualität. Ich denke mir, dass Lebensqualität wichtiger ist als noch ein paar Wochen rauszuholen, z.B. indem man noch ein Medikament ausprobiert und das Tier damit täglich triezt oder es einfach so noch eine Weile wurschteln lässt. Aber eine Restunsicherheit bleibt, ob mein gewählter Zeitpunkt der richtige ist.

    Nun habe ich wiederholt die Erfahrung gemacht, dass wenn ich zum Tierarzt gehe und erstmal nur vorsichtig frage, ob das Schweinchen eingeschläfert werden sollte, die Tierärzte es grundsätzlich nicht tun wollen. Immer soll noch mal ein Behandlungsversuch gemacht werden, oder man soll es nochmal weiter beobachten. Ich stimme dann meistens zu, weil ich nicht als jemand erscheinen will, der sein Tier unbedingt "umbringen" (loswerden) will, auch wenn ich denke oder weiß, dass eine weitere Behandlung oder Abwarten sinnlos ist. Außerdem möchte ich auch nicht ausschließen, dass ich mich mal irre und es wirklich noch nicht an der Zeit ist. Ich bin von meiner Art her eher zurückhaltend und nicht besonders selbstsicher. Aber es war dann auch schon so, dass das Tier noch am gleichen Tag oder einige Tage später zu Hause oder am Wochenende in der Tierklinik doch gestorben ist. Dann ärgere ich mich wieder und denke, es wäre besser gewesen, wenn der Tierarzt, wo ich zuerst war, es gleich erlöst hätte. Das hätte dem Tier weitere Stunden oder Tage mit Krankheit erspart.

    Bei Meerschweinchen ist es ja vielleicht für einen Tierarzt nicht so leicht ersichtlich, wie die Lebensqualität des Tieres zu Hause aussieht. Er sieht das Tier für 5 Minuten in mehr oder weniger aufgeregtem Zustand, also unter Umständen auch zappeliger und agiler, als es zu Hause ist, wo es vielleicht nur noch den ganzen Tag auf der gleichen Stelle liegt. Kann mir schon vorstellen, dass das nicht immer leicht einzuschätzen ist für den Tierarzt. Vielleicht sollte man dann viel direkter seine eigene Einschätzung mitteilen?

    Was sind eure Erfahrungen mit Tierärzten beim Thema Einschläfern?
    Wie kommuniziert ihr dem Tierarzt, dass das Tier eingeschläfert werden soll? (ganz direkt oder eher fragend?)
    Hattet ihr jemals das Gefühl, das Tier zu früh "töten" zu wollen? Hat der Tierarzt euch dieses Gefühl vermittelt oder kam das von euch selbst?

    Viele Grüße
    enkidu
     
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  3. #2 Angelika, 21.03.2018
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Diese Erfahrung hatte ich noch nicht. Mit alle TÄinnen in der Klinik, die meine Schweinchen behandeln, kann ich jeden "Fall" offen durchsprechen und wir sind bisher immer einig das höchste Kriterien a) die Aussicht auf Besserung oder Heilung b) Lebensqualität sind. Wie waren bis dato immer einig.
     
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  4. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

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    Ich habe mal mit dem verstorbenen Tierarzt Fraumeier (Dr. Wenzel) darüber diskutiert.
    Er sagte: Wenn man darüber nachdenkt, ob man das Tier vielleicht lieber einschläfern sollte, dann ist es höchste Zeit!

    Dem schließe ich mich an.

    Bei den Tierärzten unsrer Tierklinik hatten wir nie Probleme unsere Tiere gehen zu lassen.
    Wir sind immer dann mit dem Wunsch der Euthanasie hingegangen, wenn wir die Zeit für gekommen hielten.
    Das haben wir genauso kommuniziert und es gab nie ein Problem. Es gab immer Einigkeit.
     
  5. nincy

    nincy Schweinchen-Häuptling

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    Ich hatte dahingehend auch noch nie Probleme mit meinem Tierarzt. Auch waren wir noch nie Unterschiedlicher Meinung wenn es um das Einschläfern geht. Die kennen mich gut und wissen, wenn ich anrufe und um einen Termin zum Erlösen bitte, das es dann wohl auch dazu kommen wird (natürlich wird das Tier vorher untersucht und ein ausführliches Gespräch geführt!!)
    Es wird dort immer ganz offen über den Zustand und die Möglichkeiten gesprochen, die Entscheidung ob man noch etwas versucht oder das Tier gehen lässt wird in der Regel zusammen getroffen.
    Ich finde es ganz wichtig das man in dem Fall ganz offen redet und alles für und wieder durchgeht, schließlich geht es um Leben und Tod!!
     
  6. #5 lunalovegood, 21.03.2018
    lunalovegood

    lunalovegood Deichläuferhexe

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    schlimmes, aber wichtiges thema.

    zuerst: kein vet darf & wird ja ein tier "einfach" töten, wenn noch irgendwo ne hoffnung ist. dann - etwas böse - gibts natürlich auch mehr zu verdienen, wenn noch ne weile weiter behandelt wird, statt zu erlösen... aber ich denke (hoffe!), daß die überwiegende anzahl derer den job nicht nur wegen der kohle, sondern auch mit tierliebe macht.

    das wichtigste für mich ist das vertrauensverhältnis zum doc. ich muß mich auf seinen fachverstand, aber auch auf sein mitfühlen können (qualität vs. quantität) verlassen können.

    meine luci (second-hand fila brasileira) bekam die niederschmetternde diagnose knochenkrebs. sie war noch sehr lebenslustig & verfressen, spielte viel & genoß auf der wiese liegend die sonne, humpelte eben bloß manchmal. sie bekam dann schmerzmittel in dauermedikation & wir gingen alle 2 wochen zur kontrolle in die sprechstunde. ich liebte diesen hund abgöttisch & bat deshalb unsern vet, mir zu sagen, wann ich damit zu weit gehen würde, weil ich aus lauter liebe verschobene tatsachen sehe.

    es kam letztendlich nicht dazu. eines tages bewältigte sie die eine stufe in die küche nicht mehr. & da war es für mich soweit.

    *puh*


    bin jedenfalls immernoch bei dem selben vet (ist schon 11 jahre her). er hat im lauf der jahre leider alle unsere hunde per goldenem schuß erlösen müssen. & gerade deshalb weiß ich auch, daß er nicht leichtfertig entscheidet bzw. genau abwägt, wo noch was geht oder es in richtung quälerei ginge.

    ich vertraue ihm da sehr, jedenfalls mehr, als nur meinem bauchgefühl, & bin sehr froh, einen solchen vet zu haben.
     
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  7. Enkidu

    Enkidu Schweinchen-Häuptling

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    Mir ist das schon mehrmals passiert, auch bei unterschiedlichen Tierärzten.
    Einige Beispiele:
    - Flipsi war morgens noch bei der Tierärztin, die sie untersuchte und meinte "sieht doch gut aus", am gleichen Tag noch starb sie zu Hause.
    - Rubina wollte Freitags nicht mehr fressen und war sehr müde, sie war fast 9 Jahre alt und hatte schon länger Probleme. Statt sie einzuschläfern, wurde ein Behandlungsversuch unternommen, am Samstag musste ich dann zum Einschläfern in die Tierklinik, weil es ihr sehr schlecht ging. Wenigstens wurde ich dort nicht auch noch hingehalten.
    - mit Andi war ich bereits 3x mit der Frage nach Einschläfern bei der Tierärztin, er ist herzkrank und hat immer schlimmere Luftnot und ständig Ausfluss aus der Nase, wiegt inzwischen weniger als die Hälfte seines Ursprungsgewichts (aktuell 660g). Auch beim dritten Mal hieß es, ich soll weiter beobachten. Aber auch wenn er noch zum Fressen kommt, glaube ich nicht, dass bei ihm irgendwas besser wird, und wenn es schlechter wird, dann wird es schon zu spät sein.

    Ich hatte bei keinem der Schweinchen direkt gesagt, dass ich es einschläfern lassen möchte, ich habe nur gesagt, dass ich über das Einschläfern nachdenke, und gefragt, was sie/er dazu meint. Ich hätte aber sofort zugestimmt, wenn sie/er die Einschläferung vorgeschlagen hätte.
    Ich frage mich, ob ich mich einfach deutlicher ausdrücken müsste, aber ich will mir ja in jedem Fall die Meinung der Tierärztin anhören und nicht alleine entscheiden. Aber vielleicht muss ich das, weil es Tierärzte nicht können?
     
  8. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

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    Ich habe es immer so gehalten: ich allein kenne das Tier, ich allein kann beurteilen, wie es dem Tier tatsächlich geht.
    Denn Problem: der Tierarzt sieht nur eine Momentaufnahme und oft kommt hinzu, daß die Tiere durch die Fahrt zum Tierarzt und die dortige Untersuchung einen Adrenalinschub bekommen und recht munter erscheinen.

    Nur der Tierbesitzer kann die WirklIichkeit beurteilen, so jedenfalls meine Meinung.
    Deshalb: ich schildere, wie es dem Tier aus meiner Sicht geht und daraus folgt dann die Konsequenz.
     
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  9. #8 lunalovegood, 21.03.2018
    lunalovegood

    lunalovegood Deichläuferhexe

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    nein. eben nicht nur das befinden.
    ich maße mir nicht an, bestimmte diagnosen zu stellen oder untersuchungsergebnisse bewerten zu können. dafür hätte ich was anderes (zb. vetmed vielleicht?) studieren müssen.

    zudem hat der vet auch ja auch mal öfter mit tieren zu tun, sollte somit um die lebhaftigkeit wegen angst / aufregung / anfahrt wissen & der / dem halterIn die schilderungen, wie es sonst ist, schon glauben. wenn eher nicht, ist es vielleicht doch der falsche doc?
     
  10. #9 Angelika, 21.03.2018
    Angelika

    Angelika Herr der Schweinchen

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    Wichtig ist m. E. die gemeinsame Beratung und gegenseitiger Respekt. Meine TÄ sehen im Computer eine lange Latte von Schweinchen und ihre jeweiligen Krankengeschichten, sie wissen, dass ich meine Tiere auch einschätzen kann. Es kann auch sein, das die Aussage der TÄ lautet: "Hier und jetzt ist jede Entscheidung richtig!". Immer entscheidet der Halter.
     
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  11. #10 rosinante, 21.03.2018
    rosinante

    rosinante Schweinchen-Guru

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    Auch hier waren die einzuschläfernden Tiere dem TA schon vorab bekannt. Meist fährt man ja nicht erst zum Tierarzt, wenn der Gedanke nach Euthanasie aufgekommen ist.

    In einem Fall war mein TA in Urlaub, als es dem Schweinchen so schlecht ging, dass wir es, nach 3 Monaten auf und ab, erlösen wollte. Zudem war das ein Sonntag.
    Ich konnte den Arzt über das Notfall-Handy erreichen und mich mit ihm abstimmen, er hat mir gesagt, zu welchem der Notdienst-Ärzte ich gehen soll und den hat er dann selber angerufen und den Fall geschildert, so dass es eben keine Diskussion gab, ob denn wirklich eingeschläfert werden muss. Das hat dann auch gut funktioniert und ich war sehr erleichtert über diese Möglichkeit.
     
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  12. Traudl

    Traudl Gurkentaxi seit 89

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    Bei den beiden TA zu denen ich aktuell gehe, die beide sich auf kleine Heimtiere spezialisiert haben, gab es nie Schwierigkeiten. Bei Tierärtzten mit wenig Ahnung von Meeris schon, bevor ich die jetzigen kannte. Wichtig ist auch, das der TA das Tier und mich kennt. ähnliches sagt auch mein Cousin über Kaninchen, und Tierärzte und diese Situation.
     
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  13. Nanouk

    Nanouk Schweinchen-Guru

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    @Enkidu, wenn ich Deinen Eingangspost lese, dann hast Du aus meiner Sicht Deine Tiere sehr gut im Blick und auch ein gutes Gefühl dafür, wann es Zeit wird die Tiere gehen zu lassen.

    Es geht nie um Diagnosen, es geht immer um die Lebensqualität. Recht hast Du!

    Meiner Meinung nach hast Du zwei Möglichkeiten:
    Entweder Du nimmst allen Mut zusammen und setzt Dich durch. Und keine Angst vor „einem zu früh“! Denn kein liebender Tierbesitzer kommt zu früh auf die Idee ein Tier zu erlösen. Vertrau Dir und Deinem Gefühl einfach.

    Oder Du suchst Dir evtl. mühselig einen (neuen) Tierarzt, der sich mit Meerschweinen gut auskennt und dem Du vertrauen kannst und der auch Dir und Deiner Einschätzung vertraut. Und dann werdet Ihr auch gemeinsam im Sinne des Tieres entscheiden können.


    Der Tierarzt Fraumeier schrieb mir mal: „Das Tier lebt im Hier und Jetzt. Wenn wir es trotz schlechter Lebensqualität noch weiter leben lassen, dann tun wir das allein für uns selbst, nicht für das Tier. Und wenn man das weiß und sein Tier gut kennt, dann gibt es kein „zu früh“.“

    Vertrau einfach Deinem Gefühl. Ich denke, damit fährst Du gut.
     
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  14. #13 steffic2, 21.03.2018
    steffic2

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    Ich denke, es kommt auch immer darauf an, wie gut der Tierarzt den Halter kennt. Meine Tierärztin sagte z.B. einmal, sie spreche das Thema ungern von sich aus an, weil es von den Tierbesitzern dann schnell heißt: "Die wollte gleich einschläfern." Ich habe das Thema immer offen angesprochen und wurde dann auch nicht wieder mit dem Tier nach Hause geschickt. Dem ging aber meist auch schon eine längere Behandlung voraus, in der abgesprochen wurde, was mögliche Anzeichen für eine Euthanasie wären (bei z.B. Herzproblemen war es immer eine deutliche Flankenatmung und ein Nichtanschlagen der Entwässerungsmedis). Im Laufe der Jahre fiel mir die Entscheidung auch "leichter", vor allem, weil ich vorher ein paar Mal das Gefühl hatte, zu lange gewartet zu haben. Ich finde, das Zitat von Frau Meier trifft es ganz gut, das hatte ich auch irgendwann mal gelesen und fand diesen Gedankengang sehr hilfreich.
     
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  15. #14 Flora_sk, 22.03.2018
    Flora_sk

    Flora_sk Schweinchen-Guru

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    Das ist wirklich eine sehr schwierige, vor allem auch individuelle Frage. Ich selber hatte damit noch nie Probleme, da ich eine langjährige Tierärztin habe, die schon sehr lange kenne. Sie weiss, dass ich meine Tiere sehr gut kenne und ihr Verhalten genau beobachte. Deshalb besprechen wir gemeinsam den bisherigen Verlauf und das jetzige Befinden, aber die endgültige Entscheidung treffe immer ich.

    Grad bei Meerschweinchen ist für mich das wichtigste Kriterium, ob das Schweinchen noch am Rudel-Leben teilnehmen kann oder nicht. Als soziales Rudeltier ist das Rudelleben nun mal einer der wichtigsten Punkte, ob noch Lebensqualität vorhanden ist oder nicht, in meinen Augen ist das viel wichtiger als das Kriterium, ob es noch frisst oder nicht.
    Viele Halter klammern sich gerne an die Aussage "solange es noch frisst, kann ich es doch nicht einschläfern lassen." Aber ein Beutetier frisst i.d.R. noch bis kurz vor seinem Tod aus reinem Überlebenswillen und um Beutegreifer zu täuschen.
    Ein Hund hingegen verweigert schon beim kleinsten Aua bereits das Futter (je nachdem, wie stark er ein "Mimöselein" ist).Viele Halter verwechseln daher den Hund mit dem Meerschweinchen und verfallen somit dem Irrglauben, wenn ein Tier noch frisst, geht es ihm gut. Nein, ein Meerschweinchen, dem es bereits extrem schlecht geht, kann u.U. noch immer weiter fressen (oder zumindest so tun als ob).
    Deshalb gebe ich dem Kriterium Rudelleben und aktive Bewegung eine höhere Priorität als dem Fressen oder anders ausgedrückt, ein Schweinchen, das nur noch kraftlos im Häuschen liegt und nicht mehr am Rudelleben teilnimmt, das Futter aber trotzdem noch frisst, das ihm hingelegt wird, lasse ich einschläfern, "obwohl" es noch frisst.
    Voraussetzung dazu ist natürlich, dass alle Behandlungsversuche nutzlos waren und dass es offenbar nicht eine Krankheit ist, die halt noch 1 - 2 Tage dauert und danach alles wieder gut wäre.
     
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  17. Enkidu

    Enkidu Schweinchen-Häuptling

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    Das ist ein wichtiger Hinweis mit dem Fressen, das liest man nämlich oft, dass solange das Tier noch frisst, hat es noch Lebenswillen. Aber das ist halt nicht alles, was zählt. Gut, das so zu lesen.

    Den Andi habe ich heute zum Einschläfern gebracht und diesmal direkt gesagt "ich habe mich entschieden, ihn einschläfern zu lassen", und dann war es auch kein Problem diesmal. Ich denke ich drücke mich einfach zu undeutlich aus manchmal.
    Der Andi hat auch nicht mehr am Rudelleben teilgenommen. Der saß die ganze Zeit in oder neben der Kuschelrolle und kam nur zum Fressen kurz her. Gefressen hat er noch, aber sicher mengenmäßig weniger als normal.

    Die nächste, die gehen wird ist dann Saki. Die ist auch schon sehr zurückgezogen, aber manchmal dreht sie noch auf und brommselt durch die Gegend. Fressen geht auch noch. So langsam erst merkt man hinten ein bisschen Arthrose, aber mit 8 Jahren ist das ja auch normal.
     
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  18. Wassn

    Wassn Schweinchen-Guru

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    Ich denke auch, dass am Wichtigsten die Beobachtung ist und einen passenden Zeitpunkt zu erwischen. Ich habe schon Meerschweinchen gehen lassen, die eine Tumorerkrankung hatten und denen es von jetzt auf gleich sehr schlecht hätte gehen könnten. Dann habe ich mich mit meiner Tierärztin besprochen und entschieden. Vielleicht hätte das eine oder andere Tier noch 1-2 Wochen mit vielen Medikamenten und päppeln gelebt. Man weiss es eben nicht. Richtig am Rudelleben haben sie nicht mehr teilgenommen.
    Und das Rudelleben finde ich für ein Meerschweinchen sehr wichtig und wertvoll. Ohne dies ist es irgendwie "alleine".
     
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